22. Januar 2017

3 alternative Wohnkonzepte, die unser Wohnen nachhaltiger und schöner machen

Alternative Wohnkonzepte – wozu? In Zeiten des Klimawandels, der langsam aber sicher zur Neige gehenden Ressourcen unseres Planeten sowie der immer größer werdenden Bevölkerung werden neue und ernstzunehmende Herausforderungen an uns Menschen und unser Leben gestellt. Diese Probleme erfordern jetzt, dass wir uns und unser Verhalten ohne weitere Aufschübe und Ausreden umstellen und anpassen. Was wir

Alternative Wohnkonzepte – wozu? In Zeiten des Klimawandels, der langsam aber sicher zur Neige gehenden Ressourcen unseres Planeten sowie der immer größer werdenden Bevölkerung werden neue und ernstzunehmende Herausforderungen an uns Menschen und unser Leben gestellt. Diese Probleme erfordern jetzt, dass wir uns und unser Verhalten ohne weitere Aufschübe und Ausreden umstellen und anpassen. Was wir kaufen, wie wir uns fortbewegen, wie wir arbeiten und woher wir unsere Energie beziehen, spielt eine große Rolle. Genauso die Frage, wie wir wohnen wollen bzw. sollen. Mögliche alternative Wohnkonzepte stellen wir euch jetzt vor.

  • #1 Das autarke Dorf

Bild: ReGen Village / Effekt
Bild: ReGen Village / Effekt

In puncto alternative Wohnkonzepte hat sich RegenVillages eine spannende Möglichkeit ausgedacht, wie man die stetig wachsende Zahl an Menschen auf unserer Erde auch langfristig bewältigen kann. Und die damit verbundenen Schwierigkeiten, wie die Knappheit von Wasser, gesunder Lebensmittel und fruchtbaren Ackerlandes. Die Lösung: Das autarke Dorf. In den Niederlanden wurde der Modellversuch gestartet, wie sich ein ganzes Dorf völlig selbst versorgen kann.

Um genau das zu erreichen, werden Gemüse und Obst saisonal in Gewächshäusern angebaut, was zusammen mit den gehaltenen Nutztieren einen großen Teil der Nahrungsmittelversorgung darstellt. Darüber hinaus werden auch Fische gezüchtet, deren Ausscheidungen wiederum als Pflanzendünger verwendet werden.

Für die Wasserversorgung wird Wasser nicht von städtischen Werken bezogen, sondern man verwendet Regenwasser. Das Regenwasser wird gesammelt, wovon ein Teil für die Bewässerung der Pflanzen verwendet wird, während der andere Teil gefiltert wird und so als Trinkwasserquelle dient.

Bild: ReGen Village / Effekt
Bild: ReGen Village / Effekt

Die Energie, die das Dorf braucht, wird zum Teil über die Müllentsorgung gewonnen: Organischer Müll wird zu Dünger kompostiert, der Rest wird aber verbrannt, wodurch Energie entsteht und gespeichert werden kann. Die restliche benötigte Energie wird aus erneuerbaren Quellen geschöpft, also aus Wind- und Sonnenkraft. Auf diese Art der Energiegewinnung sind die energieeffizienten Häuser der Einwohner perfekt abgestimmt.

Diese Idee, in einer Gemeinschaft zu leben, vollständig unabhängig von externen Energie- und Nahrungslieferanten zu leben und diese Unabhängigkeit zusammen als Gemeinschaft zu erreichen, scheint sehr viele Menschen zu faszinieren und anzuziehen. Das zeigt sich an den schier unendlich langen Wartelisten, in die sich hoffnungsvolle, vielleicht zukünftige Bewohner eintragen können. Kein Wunder: Durch eine solche Lebensweise werden Menschen nicht nur eigenständiger und bewusster in ihrer Lebensweise, sondern leben Nachhaltigkeit aktiv und tun dadurch einiges für unsere Erde.

  • #2 Schwimmende Häuser

Bild: Marlies Rohmer Architects & Urbanists
Bild: Marlies Rohmer Architects & Urbanists

Alternative Wohnkonzepte müssen aber nicht nur die Veränderungen aufgreifen, die die Bevölkerung der Erde betreffen, sondern auch die Erde selbst. Wie zum Beispiel den Klimawandel.

Eine sehr drastische Auswirkung des Klimawandels ist das berühmte Abschmelzen der Polkappen. Das hat wiederum zur Folge, dass der Wasserpegel steigt und sich damit auch der Meeresspiegel erhöht. In den Statistiken klingt das oftmals nach nicht viel, aber Länder, die zum Teil unter dem Meeresspiegel liegen, werden dies empfindlich zu spüren bekommen, weil ihnen schlicht Landmasse verloren geht. Das gilt zum Beispiel für die Niederlande, von denen in etwa ein Viertel unter dem Meeresspiegel liegt.

Um Schutz vor den Wassermassen zu bieten, wurden daher schwimmende Häuser entwickelt. Solche findet man zum Beispiel in Amsterdam unweit des Stadtzentrums. Diese Häuser sind Hybridbauten, also halb Haus und halb Boot. Da sie im Wasser kein festes Fundament haben, sondern eben schwimmen, können sie nicht vor Ort gebaut werden, sondern werden in Schiffswerften zusammengesetzt und anschließend über das Wasser an ihre Lagerstätte gezogen.

Bild: Marlies Rohmer Architects & Urbanists
Bild: Marlies Rohmer Architects & Urbanists

Die schwimmenden Häuser sind optisch angelehnt an Frachtcontainer und bestehen aus Holz, Glas und Synthetikelementen. Für die Bewohner sind sie über Stege erreichbar, die die Häuser untereinander und mit dem Hafen verbinden. In diesen Stegen sind auch die Anschlüsse für Strom, Wasser und Müllentsorgung eingelassen.

Im optimalsten Fall sind diese Häuser sogar autark, was die Energieversorgung angeht: Aus den Wellen, dem Wind und den Gezeiten können umweltverträgliche Energien gewonnen werden, wodurch fossile Brennstoffe wiederum eingespart werden können.

Bei diesen schwimmenden Häusern handelt es sich also um eine nachhaltige, aber auch äußerst kreative Möglichkeit, Überflutungen vorzubeugen und gleichzeitig neuen Wohnraum für mehr Menschen zu erschließen: Gerade in großen Städten wird dieser nämlich immer rarer und teurer, während auf dem Wasser einfach viel Platz ist. Damit setzen die Niederländer ein Zeichen, im Einklang mit dem Wasser zu leben, anstatt Energie darauf zu verschwenden, es fernzuhalten.

  • #3 Lehmhäuser

Bild: Bucketlist.org
Bild: Bucketlist.org

Eine ebenfalls äußerst nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Häusern sind Lehmhäuser. Bei dem das Wort “Lehmhaus” denken viele Menschen sofort an dürftig zusammengezimmerte, schmutzige Erdbehausungen, die Wind und Wetter durchlassen und keinerlei Komfort bieten, den man seinem ständigen Zuhause vielleicht erwartet. Weit gefehlt!

Aus den so alltäglichen und gewöhnlichen Materialien Lehm, Stroh und Sand entstehen wahre Kunstwerke!

Lehm ist nämlich ganz nach den Wünschen und Bedürfnissen des Bauers formbar, sodass dessen Individualität und Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Wenn man bedenkt, dass man sich bei Lehmhäusern auch komplett von den Grenzen des 90°-Winkels lösen kann, ergeben sich unermessliche Möglichkeiten für die Hausgestaltung.

Abgesehen von der Freiheit, die man plötzlich in der Planung seines eigenen Hauses hat – viele bauen ihr Haus auch einfach selber – sind Lehmhäuser auch noch in puncto Nachhaltigkeit ganz vorne mit dabei.

Alternative Wohnkonzepte
Bild: Chris McClellan / Motherearthnews.com

Zunächst werden hier keine künstlichen Stoffe verwendet, sondern ausschließlich natürliche Materialien wie zum Beispiel Lehm, Stroh, Sand, Holz, oder Glas. Diese Materialien findet man oftmals direkt unter seinen Füßen oder sie können wiederaufbereitet werden, wodurch sie ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wiederverwendet werden können. Das senkt für den Erbauer auch die Kosten erheblich.

Dadurch, dass ausschließlich natürliche Materialien verwendet werden, kann das Haus, falls es verlassen werden sollte, auch einfach wieder in seine Bestandteile zerfallen, ohne der Umwelt zu schaden. Bis so ein Lehmhaus zerfällt, kann es allerdings schon ein paar hundert Jahre dauern, Lehmhäuser sind nämlich äußerst langlebig. Zudem sind natürliche Materialien frei von Schadstoffen und somit auch besser für die Gesundheit. Vor allem Allergiker dürfte das freuen, weil keine reizenden Substanzen zum Einsatz kommen und nichts ausdünstet.

Was den Nachhaltigkeits-Faktor von Lehmhäusern aber am stärksten ausmacht, ist ihre hohe Energieeffizienz. Lehmhäuser wirken nämlich sehr stark wärmeisolierend: Im Sommer lassen sie die Hitze draußen und im Winter die Kälte. Dadurch kann man sehr viel Energie beim Heizen sparen und schont damit die Umwelt, auch für zukünftige Generationen.