Der Baby-Entwicklungskalender. In fünf Jahren zum Wunderkind!

Familie & Freizeit von Fabian am 30.10.2016

Endlich Eltern! In ihren Armen halten die Glücklichen das Neugeborene. Dieses rot-bläuliche, zerknautschte und fast blinde Knäuel umhüllt mit Windeln und Laken ist für viele Eltern die Erfüllung aller Träume. Und der ganze Stolz des jungen Glücks wird sich natürlich positiv von seinen gleichaltrigen Artgenossen abheben. Dieses Baby ist nicht wie all die anderen, sondern etwas ganz Besonderes – ein Wunderkind! Ob das wirklich zutreffen wird, entscheiden die ersten Jahre im Leben eines Babys beziehungsweise Kleinkindes. Während dieser Zeit zeigt es sich, ob die sorgenden Eltern ein kleines Genie großgezogen oder es eventuell verbockt haben. Der Baby-Entwicklungskalender klärt über die wichtigsten Schritte im Leben eines Kleinkindes auf.

Mutter und Kind nach der Geburt

Es ist ja auch spannend, die Entwicklungsstufen der lieben Kleinen mitzuverfolgen. Jeder neue Schritt ein kleines Highlight für sich. Aus dem Kreissaal raus, das erste Augenöffnen, das erste Lächeln, das erste Mal Mamas Finger greifen, das erste Mal Papa gesagt, und ehe man sich versieht, zeigen sie den Eltern den Mittelfinger und knallen mit der Tür. Okay, bis dahin zieht schon noch etwas Zeit ins Land. Zunächst einmal liegen die kleinen, unschuldigen Würmer den größten Teil des Tages hilflos rum, schreien, essen, und haben die Windeln voll. Die Beziehung Erzeuger – Nachwuchs ist in der ersten Zeit relativ einseitig.

Abgesehen davon, sind die meisten Babys ja echt süß und faszinierend. Beinahe jeden Tag lernen sie etwas Neues, während die leicht debil wirkenden Eltern mit verliebten Augen jede einzelne Bewegung ihres größten Schatzes beobachten, und in der Regel auch fotografisch festhalten. Für den neutralen Zuschauer erregen derartige Szenen oftmals Unverständnis. Was für Eltern unglaublich herzzerreißend ist, erscheint dem Unbeteiligten eher eklig bis nervig. Was aber sind die wichtigsten Entwicklungsstufen bei Babys und Kleinkindern? Ein Blick in den Baby-Entwicklungskalender lüftet das Geheimnis.

Der Baby-Entwicklungskalender

# 1. Jahr

Wie gesagt, am Anfang ist da noch nicht viel mehr außer Atmen, Sabbern und Saugen. In den ersten vier Wochen, der sogenannten Neugeborenenperiode, dominieren frühkindliche Reflexe. Bestenfalls funktioniert schon der Greifreflex. Allerdings arbeiten schon alle Sinne auf Hochtouren. In den nächsten Monaten – der Säuglingszeit – folgen dann weitere Highlights, wie alleine das Köpfchen heben, nach allem greifen und in den Mund stecken, und irgendwann kriecht, robbt und krabbelt das Baby schließlich durch die heimischen vier Wände. Dabei brabbelt es undefinierbare Dinge vor sich hin, die man mit etwas gutem Willen sprechen nennen kann. Und es beginnt langsam, die Eltern zu ärgern, beispielsweise indem es sich versteckt. Das erste Jahr im Leben eines Kindes ist das mit dem größten Entwicklungsschritt, deshalb: Wohnung sichern!

krabbelndes Kind

# 2. Jahr

Es heißt zwar Baby-Entwicklungskalender, doch die Babyphase ist jetzt streng genommen vorbei. Die Eltern haben es nun mit einem Kleinkind zu tun. Manche sprechen auch von kleinwüchsigen Terroristen. Irgendwie schaffen sie es jetzt, schon zusammenhängende Worte zu sinnvollen Äußerungen zu formen, und ihre Eltern um den Verstand zu bringen. Mit „Ich will“, „Nein“ und „Haben“ beginnen viele Satzbrocken, in denen die kleinen Racker ihren oft überforderten Eltern klarmachen, was sie wollen oder eben nicht. Damit nicht genug. Um auf Augenhöhe zu sein, stehen die Kleinkinder irgendwann im 2. Lebensjahr auf und beginnen unkoordiniert durch die Gegend zu stürzen, hinzufallen, zu schreien, und wieder aufzustehen, bis sie schließlich laufen können. Ach ja, und wehe es geht nicht nach dem Willen der kleinen Scheisser. Trotzphase nennt man das. Die gute Nachricht lautet: In der Regel kann am Ende zumindest tagsüber auf die Windel verzichtet werden.

# 3. Jahr

Hurra – der Spößling ist in der Warum-Phase angekommen! Süß ist jetzt vorbei. Von nun nerven die Kleinen mit Fragen über das Leben, das Universum und jeden noch so dämlichen Firlefanz. Dreijährige können sprechen, spielen im Kindergarten mit Gleichaltrigen und schnappen dort jedes Schimpfwort und jeden Blödsinn auf. Sie entdecken nun ihre vermeintlichen Talente. Sie malen, singen, tanzen und spielen Ballsportarten. Sie fahren Kettcar, Dreirad und Fahrrad. Dabei kommen sie, ihre Eltern und die Wohnungseinrichtung regelmäßig zu Schaden. Sie formulieren bereits erste Berufswünsche, wenn auch jeden Tag einen anderen. Heute Lokomotivführer, morgen Arzt, übermorgen Prinzessin. Überhaupt scheint die Fantasie mit ihnen durchzugehen, und imaginäre Freunde und Angst vor Geistern und Clowns sind den Kindern nur schwer auszutreiben.

Bild 4_Baby-Entwicklungskalender

# 4. Jahr

Der Kindergarten ist in etwa mit der Hölle oder Sodom und Gomorrha zu vergleichen. Die Kleinen machen jetzt auf groß: „Ich bin jetzt Kindergartenkind!“ Für die Eltern bedeutet es nur Stress, denn der Abnabelungsprozess von zuhause gestaltet sich oft schwierig. Die Kinder weinen, kämpfen, lernen deftige Schimpfwörter und müssen sich gegen Gruppendynamiken durchsetzen. Sie haben auf einmal Freunde und Feinde, und sie verlieben sich das erste Mal. Gut, man könnte auch sagen, willkommen im Leben. Die wohl schlimmste Bewährungsprobe für die Eltern: Kindergartenkinder erzählen abends, was sie den Tag über erlebt haben, und zwar in voller Länge. Was für sie die Welt ist, ist für Erwachsene nur schwer zu ertragen.

# 5. Jahr

Das letzte Jahr im Baby-Entwicklungskalender. Von nun an glänzen die Kinder mit grammatikalisch einwandfreier Aussprache. Alles noch etwas einfach formuliert, aber zeitlich und logisch in der richtigen Reihenfolge. Das heißt, die Geschichten werden noch komplexer und umfangreicher! Gleichzeitig beginnen Mädchen und Jungen sich selbst als solche wahrzunehmen. Jetzt findet man Jungs respektive Mädchen doof und beschäftigt sich lieber mit geschlechtsspezifischen Dingen wie Mamas Nagellack und Papas Rasierapparat.

Die gute Nachricht: Ab jetzt wird es etwas ruhiger und leichter für die Eltern. Fünfjährige finden die Eltern jetzt meist blöd und hängen lieber mit ihren neuen Freunden ab. Durch die Sozialisation im Kindergarten und in der Vorschule haben die Kinder gelernt, sich in Gruppen zu integrieren, rücksichtsvoll zu sein, und auch mal zurückzustecken. Traumhafte Zeiten für Erziehungsberechtigte. Leider dauert dieser Glückszustand nur recht kurz an. Mit sechs Jahren kommen die Kinder in die Schule und dann beginnt der Stress erst richtig.