Der wahnsinnige Dramatiker Kleist und sein Festival!

Familie & Freizeit von Claudia am 04.11.2011

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Das Kleist-Festival findet im Rahmen seines 200. Todestages statt. Es ist eine Veranstaltung der anderen Art und wird zwischen dem 4. und 21. November im Maxim Gorki Theater stattfinden. Geplant sind Theaterstücke, Diskussionen, Kunstinstallationen und Konzerte. Alles dreht sich um Kleist. Aber wer war er? Kurz beschrieben heißt es er war ein Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist. Jedoch zu seiner Zeit verkannt und wahnsinnig. Er studiert Physik, Kulturgeschichte, Latein und Kameralwissenschaften. Nach 3 Semestern brach er dies jedoch ab und arbeitete als Volontär im preußischen Wirtschaftsministerium. Dies tat er aber nur, weil die Familie seiner Braut dies forderte. Er müsse ein Staatsamt bekleiden wenn er sie heiraten wolle hieß es.  Man sagt, dass er während der Zeit in der Verwaltung dort im Sommer 1800 in geheimer Mission tätig gewesen sein soll als Spion. Er hatte dann jedoch keine Lust mehr auf das Beamtendasein und wollte als Bauer tätig werden. Sein Traum war es ein „Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen, und ein Kind zu zeugen“. Seine Frau hatte aber keine Lust auf ein bäuerliches Leben in der Schweiz und die Beziehung ging dann in die Brüche. So begann er Trauerspiele zu schreiben, beziehungsweise angefangene Stücke zu Ende zu bringen. Er entstand auch sein Bekanntes Lustspiel ‚Der zerbrochne Krug‘. Zwischendurch wollte er auch in die französische Armee eintreten, um gegen England zu kämpfen.  Er hatte vor den Tod in der Schlacht zu sterben. Dies konnte ihm zum Glück erfolgreich ein Freund ausreden und er kehrte zurück nach Potsdam. Wieder arbeitete er in der Verwaltung. Im Jahre 1806 hat er das Stück den ‘Zerbrochnen Krug’ vollendet und arbeitete weiter an dem Lustspiel ‘Amphitryon’, dem Trauerspiel ‘Penthesilea’ und an den Erzählungen ‘Michael Kohlhaas’. Auch ‚das ‘Erdbeben in Chili’ schrieb er weiter. Er hatte keine Lust mehr als Beamter in Königsberg tätig zu sein, sondern wollte sich lediglich seinen Dramen widmen. Er hatte vor sich davon ernähren zu können. So wollte er zurück nach Berlin. Auf dem Weg dahin wurde er von den Franzosen festgenommen mit der Anklage er sei ein Spion. Diese sperrten ihn einige Monate ein. Nach seiner Freilassung ging er nach Dresden. Er veröffentliche eine Zeitung und sandte Fragmente aus ‚Penthesilea‘ zu Goethe. Dieser verstand Kleist‘s Werke nicht und begegnete ihm mit Unverständnis. Dann in 1809 ging er wieder nach Berlin und veröffentlichte seine Erzählungen. Jedoch gab es einen Rückschlag, als der Direktor der Berliner Bühne eine Aufführung seiner Werke ablehnte. Die Erzählungen in der Zeitung waren zwar nett, aber die Menschen waren mehr interessiert an seinen Polizeiberichten. Zu seinem Pech wurde nach kurzer Zeit ein Zensurgesetz herausgebracht, die dies verbat. Und zu allem Überfluss war er auch noch pleite, weil Friedrich Wilhelm III. sein Stück ‘Prinz von Homburg’verboten hatte aufführen zu dürfen. Er hatte nur seine Erzählungen, um an Geld zu kommen. Schon sein Leben klingt wie ein Drama. Und so sollte es dann auch enden. Kleist trieben immer wieder Gedanken an einen Selbstmord und fand eine Begleiterin in der Krebskranken Henriette Vogel. So trug es sich dann zu, dass er am 21. November 1811 sie und sich selber erschoss.

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Das Leben von Kleist und seine Werke sind durchzogen von Dramaturgie und Chaos. So sagte László Földényi, in „Kleist. Im Netz der Wörter“ auch: „Kleists Figuren hören nie auf nach dem Sinn zu suchen. Sie werden der Welt (der Zeit) untreu, doch nur um dadurch ihre Treue zu jener anderen Welt zu beweisen, die mit dieser identisch, von ihrer Gebrechlichkeit und Hinfälligkeit jedoch frei ist.“ Das Gorki Theater möchte den Dichter feiern. Sein gesamtes dramatisches Werk wird zu sehen sein. Ebenso wird sein umfangreiches erzählerisches und theoretisches Werk von Künstlern verschiedenster Sparten betrachtet, interpretiert und zur Diskussion gestellt.  Auch 200 Jahre nach Kleists Tod erweist sich seine Kunst als zeitlos und widerständig, entlarvt die Sehnsüchte der Menschen, zieht die Wahrnehmung von uns in Zweifel und spielt gnadenlos mit den Paradoxien unseres Seins. So beschreibt das Theater selbst das Festival und den Kleist. Am 4.11. beginnt das Spektakel mit der Aufführung ‚Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe‘ von Jan Bosse inszeniert. In den darauf folgenden Tagen gibt es viele Installationen in visueller Form, aber auch zum Hören. Spannende Video Game Performance werden Interessierte anlocken. Oder auch der Hörwalk durch Potsdam wird Besucher in ihren Bann ziehen. Eine Abwechslung bildet dann der Hörspiel-Parcours am kleinen Wannsee. Diese drei Wochen werden wohl ein großer Erfolg werden, wie die anderen Jahre auch. Und das Kulturherz kann höher schlagen.