Die Berlin Music Days 2011 oder auch PartyPartyParty!

Familie & Freizeit von Claudia am 26.10.2011

Quelle: gymbsb.de

Dieses, seit 2009 alljährlich wiederkehrende Festival der elektronischen Musik, findet in diesem Jahr vom 2.11. bis 6.11. statt. Es geht darum, die Szene der elektronischen Tanzmusik zusammenzubringen. Man kann zum einen Workshops und Vorträge besuchen, und sich zum anderen auch besondere Ausstellungen oder Events ansehen. Von Fashion über Labels bis zu Instrumenten ist alles vertreten. Die Workshops finden zum Großteil in der Kultur- und Feiereinrichtung Kater Holzig statt. Der Auftakt für Musikinteressierte, Musiker und Bastler bietet der 3. November mit der „unconvention factory – How to make a Album“. Dabei werden Tonprofis, Produzenten aber auch Artworkdesigner mit unterschiedlichsten Leuten zusammen ein Album machen und gehen alle Schritte vor Ort durch. Das heißt man kommt mit Menschen zusammen an die es sonst schwierig ist heranzukommen.

In anderen Workshops geht es um das Verwenden des Ipads mit der passenden Software. Dabei wird sich fokussiert auf das produzieren elektronische Musik oder auch die Verwendung beim Auflegen. Die Softwarehersteller von MixVibes und Traktor sind da um die neusten Versionen vorzustellen. An den darauf folgenden Tagen kann man zudem selber Geräte basteln. Auch schön ist das Locals aus Neuköln supportet werden und ihre Geräte vorstellen können. Sehr interessant finde ich die Idee, dass sich Booking Agenturen zusammentun und ein wenig über die Szene herumphilosophieren. Ist zwar für mich nicht so spannend, aber bestimmt für die Agenturen. Viel besser finde ich da ja am Samstag den 5.11. den ‚Record Store Day‘ bei dem in vielen Plattenläden der Stadt Einzel- und Limited Releases von Labels zu finden sein werden. Das ist natürlich extrem cool und man hat eine Beschäftigung die einen den ganzen Tag ausfüllt, da man gut unterwegs sein wird. Die neun Vinylstores sind verteilt in Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlberg und man kann schön durch die Kieze ziehen und sich mit Platten ausrüsten. Auch wird man viele Gleichgesinnte antreffen können. Das finde ich gut. Nun ja, ansonsten gibt es jeden Abend Filme und verschiedene Ausstellungen, die man sich echt geben kann. Auch toll finde ich, dass kein extremer Ausverkauf des Festivals, zumindest  scheinbar, gemacht wurde. Denn es konnten Partner gewonnen werden die alle etwas mit Musik zu tun haben. Wobei dann bei Fly Bermuda am Samstagabend der Sponsor Alfa Romeo etwas aus der Rolle fällt. Aber irgendwie muss das ganze Spektakel ja finanziert werden.

Der Bermuda Night kann ich jetzt nichts so Besonderes abgewinnen. Es kann sein, dass der eine oder andere Club vielleicht etwas dicker aufträgt an den Tagen, aber im Großen und Ganzen ist es wie ganz normale Clubnächte in Berlin. Auch wenn der Tourist sagen wird „Toll im Watergate ist GetPhysical Label Night!“ und dies, für was ganz besonderes hält. Ist es nicht, kommt doch öfter vor. Von daher kaum Specials. Das, was jedoch flasht, ist die Veranstaltung am Samstag. Das Festival oder besser gesagt die Party in den Hangars von Tempelhof. Mich wundert, warum es explizit Festival genannt wird. Die ganzen vier Tage nennen sich Club Festival. Das kann ich ja auch nachvollziehen, da es sich über mehrere Tage hinzieht. Nun schaue ich mir aber dieses Festival am Samstag an, und sehen 3 Floors die ab 20 Uhr beschallt werden. Naja wenigstens ist Tempelhof eine besondere Location. Auch von Beginn an sind schon dicken Acts am Start. Wobei ich glaube, dass es ziemlich anstrengend ist, wenn man um acht Uhr abends schon anfängt zu dancen und dann die Mainacts wie Sven, Ricardo oder Magda erst viele Stunden später Auflegen. Aber man kann auch einfach später hingehen. Nur für 45 Euro möchte man ja echt schon was erleben, da es morgens um neun, nehme ich an laut Ablaufplan, schon zu Ende sein wird. Jedoch ist dieses Jahr der Timetable auf jeden Fall besser aufgestellt als im Vorjahr. Denn laut einigen Berichten von Technojüngern die nicht abjunken, war die Uhrzeit an denen die Hauptacts spielten viel zu früh morgens. Sodass man vorher schon nach Hause gegangen war. In diesem Jahr ist die Liste einfach großartig, weil sich die Djs nicht überschneiden und die letzten Acts um sieben herum beginnen zu spielen.

Schaue ich mir dann jedoch die Videos der letzten Jahre an, bin ich am Grübeln ob man sich so etwas wirklich noch geben muss. Denn was mache ich, wenn ich von Atzen umzingelt bin und mich vor „JawollJawoll“ Ausrufen nichtweiß wohin zu flüchten. Dieses Fremdschämen kann ich mir einfach nichtmehr geben. Selbst mit VIP Ticket soll es schwierig gewesen sein im letzten Jahr, da der Sound dort schlecht ist, laut einem Blogger. Aber gut, wer geht schon hinter die Bühne, um zu tanzen. Naja der Typ hat aber auch Kraftwerk, der Dritte Raum und Turmstraße in einem Atemzug aufgezählt. Von daher kann man den auch nicht wirklich ernst nehmen. Auf jeden Fall weiß ich, dank des Herren, dass die Lichteffekte toll gewesen sein sollen. Aber für 45 Euro sollte einem schon etwas geboten werden. Sehe ich mir jedoch die Videos vom Vorjahr an, muss ich sagen, dass die VJs ganz nett sind, aber eher die Fülle von Leuten mir ins Auge sticht. Dies wird in diesem Jahr durch das fette Lineup bestimmt wieder so werden, oder schlimmer. Denn es wird versucht Menschen aus weit entfernten Regionen wie Stuttgart, Karlsruhe oder Mannheim mit extra Partybussen nach Berlin zu bekommen. Für diese gibt es besondere Angebote mit Unterkunft und Ticket. Sodass meine Vermutungen sich bestimmt bewahrheiten werden. Auch wenn diesmal nicht der megagehypte Paul auf dem Flyer steht, sondern mal mehr Wert auf gute Musiker gelegt wurde, muss man ganz schön kompromissfreudig sein. Denn wenn es wieder so voll werden sollte, kann das Vergnügen auch bei guter Musik getrübt sein. Jedenfalls wird es ein dickes Ereignis was wieder Massen von Partyleuten in die Stadt bringen wird die hier gekonnt die Sau rauslassen werden. Jawoll!