Extreme Couponing

Familie & Freizeit von Claudi am 30.07.2014

Wir alle verwenden gerne Gutscheine und sparen so bei unseren Einkäufen. Jedoch nur einen davon. Stellt euch mal vor, ihr dürft so viele Gutscheine verwenden, wie ihr wollt. Das könnte schnell zu einem regelrechten Zwang ausarten. Je nach Neigung passiert das auch. „Extreme Couponing“ nennt sich das Ganze und kommt, wie könnte es anders sein, aus den Vereinigten Staaten.

extreme-couponing

Dort wird der Verwendung von Gutscheinen nämlich kein Maximum gesetzt. Auch bei bereits reduzierten Produkten dürfen sie verwendet werden, selbst wenn man so ein Plus herausschlagen kann. Dieses wird nicht ausgezahlt, sondern von der Endsumme abgezogen. Also setzt sich die dicke Klischee-Ami Familie zusammen und schneidet Coupons aus, bis die Scheren stumpf sind. Bereits die Kleinsten werden zu „Extreme Couponern“ herangezogen. Dabei wird vor nichts Halt gemacht und selbst in Mülleimern gebadet, damit dank mehrerer hundert Gutscheine aus dem 1000 Dollar Einkauf ein 30 Dollar Einkauf wird. Anschließend wird das ganze Haus in ein gigantisches Vorratslager verwandelt.

In Europa gewann dieser Trend dank der gleichnamigen Serie auf TLC an Bekanntheit. Die extremen Couponer werden bei ihrem Einkauf begleitet und es wird verdeutlicht, welch horrende Summen durch Gutscheine gespart werden. Natürlich wird dabei nicht auf die Erniedrigung der teilnehmenden Familien verzichtet. Ein weiteres, typisches Fremdschäm-Format.

vorratskammer
Auf dem Bild (© TLC) seht ihr die Vorratskammer einer teilnehmenden Familie.

Wie funktioniert extreme couponing?

Die amerikanischen Läden bringen Gutscheine unter die Massen, um die Menschen zu einem Einkauf in ihrem Laden zu bringen. Nicht anders als hier. Allerdings wird die Gutscheinnutzung in Amerika nicht eingegrenzt. Es gibt kein Limit, wie viele Coupons pro Einkauf genutzt werden dürfen und auch Ausgrenzungen sind Mangelware. Außerdem gibt es kein Maximum, was die Abgabe eines Produkts angeht. Perfekte Voraussetzungen für die Trendsportart extreme couponing.

Warum funktioniert extreme couponing nicht in Deutschland?

  • Rechtliche Situation

Durch die Einschränkung der Gutscheinnutzung und die Limitierung der Abgaben auf haushaltsübliche Mengen ist das Ganze schon allein rein rechtlich nicht möglich.

  • Zeitaufwand

Um tatsächlich solch horrende Summen zu sparen, müssen enorm viele Gutscheine gesucht und gefunden werden. Das nimmt so viel Zeit in Anspruch, wie ein Vollzeitjob. Es mangelt also entweder an Zeit oder Ehrgeiz.

  • Gesundheit

Die Coupons gelten in der Regel kaum auf Produkte, die zu „gesunder Ernährung“ zählen. Eher sind es mal wieder die Fertigprodukte, bei denen man kräftig sparen kann. Wir müssten demnach ungesünder leben, als gewollt.

  • Durchführung

Bis sämtliche Gutscheine eingelöst sind, kann es schon mal eine Stunde dauern. Für einen Bezahlprozess dieser Länge sind die deutschen Märkte nicht gewappnet. Es gibt zu wenig Kassen sowie Angestellte und umso mehr genervte, wartende Kunden.

Alternativen zu extreme couponing in Deutschland

  • Gutscheine beim Onlineshopping

Wir verwenden pro Einkauf zwar nur einen Gutschein, der hat es dafür aber in sich. Lieber ohne große Mühe von 20% Rabatt profitieren, als stundenlang 50 Cent Gutscheine ausschneiden.

  • Cashback

Eine weitere Möglichkeit zu sparen, sind die vielen Cashback Aktionen. Immer wieder werben Hersteller in Form solcher Kampagnen. Kunden sollen die Produkte testen können, ohne sich nachher über verschwendetes Geld zu ärgern. Sollte etwas nicht gefallen, schickt ihr einfach den Beleg ein und der Kaufpreis wird erstattet. Außerdem gibt es immer wieder Packungen, die mit einem Code versehen sind, welcher anschließend online eingegeben wird und zur Rückerstattung des Geldes führt.
Auch größere Anschaffungen werden den Kunden durch Cashback Aktionen schmackhaft gemacht. Hier wird natürlich nicht der gesamte Kaufpreis zurück erstattet, aber immerhin einiges an Geld.