Halloween- das Fest der Kelten und Iren und neuerdings auch der Germanen.

Familie & Freizeit von Claudia am 25.10.2011

Bald ist wieder Allerheiligen. Juhu!! Am 31.10. ist sogar Feiertag in einigen Bundesländern. Aber keine Ahnung, was Allerheiligen genau ist, auch egal, denn es ist Halloween. Viel wichtiger ist das Kürbisfest! Dieses ganz, ganz früher mal aus dem heidnischen Totenfest entstandene wurde von den Kelten angeblich als Sommerende gefeiert. Es wurde geglaubt, dass an dem Tag die Seelen der Verstorbenen zurück in ihre Heime kommen. Auch sollen auf den Hügeln Feuer gemacht worden sein, um die Knochen der Schlachttiere zu verbrennen. Die bösen Geister sollten zudem durch Verkleidungen vertrieben werden. Dann im Jahre 700 wurde von den Christen das Ende des keltischen Jahres am 1.11. zu deren Allerheiligen Tag erklärt. Die vorangegangenen Traditionen blieben zum Glück erhalten. Und so kam es dann das der „All Hallows’ Eve“ gefeiert wurde.  Diesen nahmen die Iren beim Auswandern in die USA gleich mit. Somit verkleideten sie sich auch in ihrer neuen Heimat und stellten kleine Süßigkeiten vors Haus um die Geister milde zu stimmen. Ganz wie in Irland üblich. Dies fanden auch andere Einwanderer und besonders deren Kinder toll, sodass sich diese Tradition immer weiter ausbreitete, bis das Spektakel in der heutigen Zeit zu einem kommerziellen Ereignis geworden ist. Kaum einer in Deutschland weiß von der Legende, wie es zu dem ausgehöhlten Kürbis mit der Fratze kam.

©olga meier-sander / pixelio.de

Laut Sage hat sich der Hufschmied Jack mit dem Teufel angelegt. Diese Geschichte bringt mich ein wenig ins Schmunzeln. Denn der Typ war ziemlich schlau. Während Jack am Abend vor Allerheiligen in einer Bar am Saufen war, kam der Teufel um ihn zu holen. Weil der geizige und alkoholabhängige Jack aber nicht vom Schnaps lassen konnte, bot er dem Teufel seine Seele gegen einen Kurzen an. Nun wusste der Teufel aber nicht wie er bezahlen sollte, also verwandelte er sich in eine Münze. Der angeschwippste und immer zu Streichen aufgelegte Jack nutze die Chance und steckte das Geldstück in sein Portmonee. Und weil dort ein Kreuz drin war, konnte sich der Teufel nicht zurück verwandeln. Da hat der Hufschmied Luzifer erst wieder herausgelassen, nachdem er ihm versprechen musste, dass er 10 Jahre weiter leben darf. Dann, wieder an Allerheiligen, die Zeit war abgelaufen, wollte Satan ihn holen. Und wieder bat ihm Jack um einen Gefallen. Er möchte doch so gerne als Henkersmahlzeit einen Apfel essen. Den sollte dann der Teufel pflücken. Während er nun auf dem Baum war, schnitzte Jack in Windeseile ein Kreuz hin die Rinde. Somit war Luzifer erneut gefangen. Jack bestand darauf, dass seine Seele bis in alle Ewigkeit in Ruhe gelassen werden solle. Dem stimmte der Teufel zähneknirschend zu und konnte dann vom Baum herunter. Als Jack dann nach vielen Jahren starb, stand er vor den Himmelstoren die sich für ihn nicht öffneten, da er ein Halunke war. Auch der Teufel konnte ihn nicht reinlassen, weil er versprochen hatte, seine Seele in Ruhe zu lassen. Aus Mitleid oder Angst ihn nichtmehr loszuwerden, gab Luzifer ihm, für das gehen in der Dunkelheit ein Stück Kohle aus dem Höllenfeuer mit. Da sich Jack eine Rübe als Proviant mitgenommen hatte, und die Kohle so heiß war höhlte er diese aus und irrte seitdem mit dieser Laterne durch die Finsternis und sucht einen Platz, wo er bleiben kann. Man sagt sich, dass Jack auf Erden immer zum Allerheiligen Abend zurückkehrt. Da es in Amerika aber viel mehr Kürbisse gab als Rüben, und diese auch einfacher auszuhöhlen waren, begann die Tradition mit der Kürbisfrucht. Die hineingeschnitzten Fratzen sollen die bösen Geister verjagen. Jetzt macht es doch gleich viel mehr Spaß den Kürbis auszuhöhlen wenn man die Geschichte dazu kennt. Aber was gibt es denn traditionell noch, neben der Tatsache seine Kinder loszuschicken und Leute zubelästigen? Süßes oder Saures ist ja ganz nett, aber es gibt da noch so einiges mehr, was zumindest in Amerika und von Iren praktiziert wird. Zu essen gibt es gottseidank kein Kürbis, sondern den irischen Eintopf  Colcannon. Dieses schmackhafte Gemisch aus Kartoffeln, Grünkohl und Frühlingszwiebeln kann nur von dem Barnbrack Kuchen an Traditionalität übertroffen werden. In diesem Fruchtkuchen werden eine Münze, ein Ring und ein Lumpenstreifen eingebacken. Ja und dann bekommt jeder ein Stückchen davon und man kann in die Zukunft schauen. Denn dieser Kuchen der Wahrsage weiß, dass wer den Lumpen findet, finanzielle Probleme erleiden wird. Bei der Münze eher das Gegenteil. Ja und wie sollte es bei dem Ring anderes sein, das Liebesglück klopft an die Tür. Auch lustig ist der Spaß für die Kinder. Bei dem Geldstücke in Kartoffeln gesteckt werden und die Kleinen sie finden sollen. Da bleibt kein Zahn fest. Auch die Zähne benötigt man bei dem tollen „Schnapp den Apfel“ Spielchen. Entweder an einem Faden oder in einem Fass kommen Äpfel, die dann geschnappt werden sollen.  Eine viel krassere Tradition ist, ein schönes Efeublatt über Nacht in eine Tasse Wasser zu stellen. Wenn das Blatt am nächsten Morgen genauso schön ist wie am Tag zuvor, dann wird sich die Person für die kommenden 12 Monate bester Gesundheit erfreuen. Ja wenn nicht, dann ist halt blöd.

Quelle: halloweenkostuemideen.com

Ich denke aber, dass wir statt der Kommerzialisierung einer Tradition einfach mal weiter in die Kultur hineinschauen sollten. Denn ich finde einen Colcannon oder den Barnbrack Kuchen einmal an Halloween zu backen, bringt bestimmt mehr Spaß, als sich einfach nur dämliche Kostüme anzuziehen und sich auf ner Halloweenparty zu betrinken. Aber nach jahrelangem Medialen einprasseln von Kürbisgerichten und Ideen für die Partys am Abend, ist es schwierig, davon wegzukommen. Und wer möchte schon gerne auf die Blutbowle und den Blutpudding verzichten. Ist ja auch mal ganz lustig seine satanischen Züge ausleben zu dürfen. Ganz öffentlich. Ja man wird ja förmlich dazu angeregt. Man muss mitmachen! Denn einfach einen Drink gibt es an diesem Abend nicht. Nein, es gibt den Vampir Drink, oder Eckelbowle, Drachenblut oder mein persönlicher Favorit ist Hexenkotze. Na da verzichte ich doch lieber auf diese Szenepartys und backe mir Zuhause, für mich alleine, einen Barnbrack Kuchen und verputze ihn dann genüsslich. Dann weiß ich wenigstens, dass in Sachen Liebe alles gut laufen wird. Denn die Münze und der Fetzen gleichen sich ja wieder aus. Ach und Spaß werde ich dann erst recht haben, wenn ich mir in meine Pellkartoffeln ein paar Taler stecke. Hach wird das schön..