23. Januar 2017
Isabel in Familie & Freizeit

Heimisches Superfood: Das sind die günstigen Alternativen zu Goji, Acai, Chia und Co.

Ihr ernährt euch gesund, esst viel Obst und Gemüse, zu fettig darf es nicht sein, Zucker vermeidet ihr auch und überhaupt legt ihr viel Wert auf die Herkunft eurer Lebensmittel und was tatsächlich drinsteckt? Klingt nach dem Traum eines jeden Ernährungsexperten, würde da nicht dieser Begriff „Superfoods“ wie ein Damoklesschwert über eurem Speiseplan hängen. Werbung

Ihr ernährt euch gesund, esst viel Obst und Gemüse, zu fettig darf es nicht sein, Zucker vermeidet ihr auch und überhaupt legt ihr viel Wert auf die Herkunft eurer Lebensmittel und was tatsächlich drinsteckt? Klingt nach dem Traum eines jeden Ernährungsexperten, würde da nicht dieser Begriff „Superfoods“ wie ein Damoklesschwert über eurem Speiseplan hängen.

Werbung säuselt uns im Sekundentakt die schön klingenden Namen à la Goji Beeren und Acai ins Ohr, Gesundheitsmagazine zählen uns wertvolle Nährstoffe auf, die sich darin befinden, Foodblogger zeigen uns wie schön sich Chia-Samen im Joghurt fotografieren lassen und Veganer finden sowieso alles gut, was sie essen können.

heimisches Superfood
(Fotos: Shutterstock)

Dass das alles schier ein Vermögen kostet und einmal um die halbe Welt reist, um auf deutschen Tellern zu landen, verraten die wenigsten. Zeit, mal nass durchzuwischen! Wir zeigen euch heimische Alternativen zu Superfoods, die wenig kosten und genauso tolle Inhaltsstoffe wie Chia-Samen und Co. bieten.

Was sind Superfoods überhaupt?

Puh, wenn man das so genau wüsste. Eine wirkliche fachliche Definition gibt es für den Begriff Superfoods nicht, dafür aber viele medienwirksame. Angeblich ist der Name Programm, denn Superfoods werden Superkräfte zugeschrieben. Übersetzt heißt das so viel wie, Nahrungsmittel mit erhöhtem Nährstoffgehalt, die aus biologischem Anbau oder Wildwuchs stammen und im Idealfall naturbelassen sind. Dumm nur, dass sie meistens am andere Ende der Welt zuhause sind und selten frisch in unseren Gefilden landen. In getrockneter Form kosten sie dann exorbitant viel.

Der Begriff „Superfood“ ist übrigens nicht geschützt, man kann ihn also auch auf eine Packung Leberwurst drucken.

Das sind die 6 wichtigsten Superfoods

Dass die folgenden Lebensmittel wirklich einen sehr hohen Nährstoffgehalt haben, zweifeln wir gar nicht an. Das lässt sich ohnehin ziemlich leicht nachweisen. Wir zeigen euch daher zunächst, welche Superfoods ihr kennen solltet, wo sie herkommen und was wirklich drinsteckt.

Chia-Samen: Der Mainstream unter den Superfoods. Chia-Samen sind weit gereist. Sie kommen aus Mexiko und waren schon bei den Maya Grundnahrungs- und Heilmittel in einem. Das Superfood bekommt man mittlerweile sogar im Discounter. Die Samen landen in fast jedem morgendlichen Joghurt, weil sie besonders reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen A, B1, 2, 3 und E, Proteinen, Antioxidantien, Ballaststoffen, Kalzium, Kupfer, Phosphor und Mangan sind.

Chia Samen

 

Goji Beeren: Die Goji Beere wird auch Bocksdornfrucht, Wolfsbeere oder Glücksbeere genannt und stammt aus dem fernen China bzw. der Mongolei. Sie ist seit vielen Jahrtausenden Bestandteil traditioneller chinesischer Medizin und eine hervorragende pflanzliche Eiweißquelle. Sie liefern hohe Dosen an Vitamin C (bis zu 500 Mal mehr als Orangen) und weitere 21 Mineralien und Spurenelemente.

deutsches Superfood

 

Acai Beeren: Mithilfe der Acai Beere soll man nicht nur schlank werden, sondern auch sexuell stimuliert. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings nicht. Dafür liefert die Frucht der brasilianischen Kohlpalme aber gleich noch den Mythos, Herzkrankheiten vorzubeugen, die Haut glatter zu machen und Krebs zu heilen. Die Beere ist reich an Antioxidantien, Ballaststoffen und Vitaminen (vor allem Vitamin D, B1, B2, B3, B6).

Superfoods

 

Moringa: Der „Baum des Lebens“ oder „Meerrettichbaum“ – er riecht nach Meerrettich – stammt aus der Himalaya-Region und ist komplett essbar. Aus den Samen entsteht Öl, das man in der Küche verwenden kann. Zerreibt man die Samen, wirken sie wie ein natürlicher Wasserfilter. Am nährstoffreichsten aber sind die Blätter des Baumes. Sie sind vollgestopft mit bis zu 20 Aminosäuren, diversen Antioxidantien, Vitaminen, Mineralstoffen und Omega-2-Fettsäuren.

Moringa

 

Matcha: Dem japanischen Matcha-Tee aus gemahlenen Grünteeblättern wird nachgesagt den Blutdruck zu senken, die Cholesterinwerte und Stoffwechsel zu verbessern, Stress zu reduzieren sowie die Leistungsfähigkeit zu steigern. Er enthält ein hohes Maß an Antioxidantien wie Carotine und Catechine.

Matcha

 

Quinoa: Quinoa gehört zu den Pseudogetreidearten und ist schon seit Jahrhunderten Grundnahrungsmittel in der Andenregion. Seine glutenfreien Samen sind besonders spannend für Menschen mit einer Unverträglichkeit. Die Samen sind reich an Eiweiß, Magnesium und Eisen. Ihr Eiweiß-Anteil liegt bei hohen 14 Prozent.

Quinoa

 

Heimisches Superfood: Das sind die 6 regionalen Alternativen!

Chia-Samen Leinsamen! Heimische Leinsamen sind nicht nur wesentlich günstiger als Chia-Samen, sondern enthalten sogar noch mehr Omega-3-Fettsäuren. Darüber hinaus enthalten Leinsamen einen ähnlich hohen Ballaststoff-Gehalt wie der Exot Chia. Ergänzend dazu könnt ihr euch die passende Menge Vitamin C und Vitamin E in regionalen Äpfeln und Tomaten holen. Wer bei den Samen bleiben will, kann auch auf Brennnesselsamen zurückgreifen. Die liefern jede Menge Proteine.

Superfood aus Deutschland

 

Goji Beere Hagebutte oder Schwarze Johannisbeere! Letztere kriegt ihr im Sommer ziemlich locker an jeder Ecke. Warum es ausgerechnet die schwarze sein muss? Die hat nochmal fast doppelt so viele Ballaststoffe wie weiße Johannisbeeren, außerdem etwa vier Mal so viel Vitamin A und etwa drei Mal so viel Vitamin C. Außerdem ist sie mit nur 40 Kilokalorien auf 100 Gramm ein kleines Wunder. Die Goji hat da ein paar Kilokalorien mehr auf der Beere. Sie schafft es auf 200 Kilokalorien bei 100 Gramm.

Wenn ihr besser an Hagebutten kommt, nehmt ihr einfach die. 100 g frische Beeren enthalten bis zu 1250 mg Vitamin C!

schwarze Johannisbeere

 

Acai Beere Heidelbeere! Der hohe Anteil an Anthocyane, ein dunkler Pflanzenfarbstoff, verleiht der Acai eine tief rote Farbe. Wer jetzt mal seinen heimischen Supermarkt gedanklich abläuft, findet in der regionalen Superfood-Heidelbeere den Endgegner. Doch nicht nur die sind reich an Antioxidantien. Auch Rotkohl, Holundersaft und Brombeeren schützen unsere Zellen auf eine ähnliche Art und Weise wie die weitgereisten Acai Beeren.

Heidelbeere

 

Moringa Grünkohl/Löwenzahn/Mangold! Wer einen günstigen Ersatz für Moringa sucht, muss auf die richtige Mischung setzen. Eine günstige 1-zu-1-Alternative gibt es hier nämlich nicht. Dafür mehrere, die ihr in der richtigen Kombination in eurem Smoothie verarbeiten könnt. Da wären zum Beispiel Löwenzahnblätter, die ein hervorragender Vitamin C-Lieferant sind. Dann wäre da Grünkohl, der für die richtige Menge Folsäure (also Vitamin B9 und B11) sorgt. Wer dann noch Mangold dazugibt, brauch sich auch nicht über einen mangelnden Magnesium-Gehalt beschweren.

Grünkohl

 

Matcha Grüner Tee! Zugegeben, grüner Tee ist jetzt nicht gerade eine wirklich heimische Alternative, dafür aber eine wesentlich günstigere als Matcha. Grüner Tee enthält das Antioxidans Epigallocatechingallat, kurz EGCG und steht damit Matcha-Tee in nichts nach. Wer zudem noch eine ähnlich beruhigende Wirkung wie mit Matcha erzielen möchte, kann einfach eine Tasse Kamillentee trinken.

grüner Tee

 

Quinoa Hirse! Tatsächlich kann Hirse als heimisches Superfood mit Quinoa mithalten, denn das Getreide liefert mit 12 Prozent einen ähnlich hohen Eiweiß-Gehalt wie der exotische Samen aus Südamerika. Die regionale Hirse bietet zwar etwas weniger Magnesium und nur halb so viel Eisen wie Quinoa, das macht aber gar nichts, da man sie selten pur isst. Also schmeißt einfach noch ein paar andere lokale Gemüsesorten mit in den Topf und schon habt ihr den perfekten Quinoa-Ersatz.

Hirse