J.J. Abrams – Hollywoods Allrounder

Familie & Freizeit von Christian am 22.12.2015

AN!gelaufen Star Wars: Das Erwachen der Macht endlich ist, um mit Yodas Worten zu sprechen. Dass Sternenkrieg Nr. 7 alle finanziellen Rekorde bricht, ist keine Überraschung. Nach den enttäuschenden Episoden I-III ist aber umso wichtiger, dass auch die Mehrheit der Fans hinter dem neuesten Weltraum-Abenteuer steht. Einen Löwenanteil daran hat Regisseur J.J. Abrams. Wer sich in Hollywood ein wenig auskennt, wird den signifikanten Namen kennen. Von der Popularität eines Spielberg oder Scorsese ist der Filmemacher aber noch ein gutes Stück entfernt. Wer ist der Mann, dem das Erbe der größten Kino-Saga aller Zeiten anvertraut wurde – und der diesen Rucksack souverän schultert?

J.J. Abrams

Ein Kind der Traumfabrik

Jeffrey Jacob Abrams wurde 1966 in New York geboren – und ist trotzdem von klein auf mit Hollywood verbunden: Beide Eltern waren Film- und TV-Produzenten. 1981 durfte Klein-Jeffrey mit seinem Vater eine erste Schnittfassung des 80er-Jahre-Kultfilms „Die Klapperschlange“ begutachten. Selbstbewusst riet der damals 15-jährige den Produzenten des Films dazu, den Tod der Filmfigur Maggie deutlicher zu gestalten. Ergebnis: In der finalen Fassung ist eine zusätzliche Aufnahme von Maggies Leiche zu sehen.

Im College begann J.J. Abrams mit dem Schreiben von Drehbüchern, wobei er sich an Robert Redfords Oscar-prämiertem Drama „Eine ganz normale Familie“ orientierte. 1988 beendete er das College, verfasste in der Folgezeit die Skripte zu „Filofax“ und „In Sachen Henry“. Sein Drehbuch zu „Forever Young“ mit Mel Gibson verkaufte er an Warner Brothers – für 2 Millionen Dollar.

Produzent/Regisseur/CEO

Alias Lost Fringe

Bei der romantischen Komödie „Der Zufallslover“ fungierte Abrams erstmals als Produzent. Fürs Kino schrieb er weiter Drehbücher („Armageddon“). Es sollte jedoch vor allem das Fernsehen sein, das seinen Status in Hollywood festigte: Bei den TV-Serien „Felicity“, „Alias“, „Fringe“ und vor allem „Lost“ zeichnete Abrams als Autor, Produzent und Regisseur verantwortlich. 1998 gründete er seine Firma Bad Robot Productions, von der er heute CEO ist.

Agenten, Monster und Aliens

Super 8

Tom Cruise war von „Alias“ so begeistert, dass er J.J. Abrams auf den Regiestuhl von „Mission: Impossible III“ hievte. Der Film war das Regiedebüt mit dem bis dato höchsten Budget überhaupt und etablierte Abrams als Action-Regisseur. In „Cloverfield“ ließ er dann Godzilla-ähnliche Monster New York in Schutt und Asche legen. Und „Super 8“ ist eine Hommage an die frühen Alien-Filme von Abrams’ Idol Steven Spielberg („Unheimliche Begegnung der Dritten Art“, „E.T.“). Dieser produzierte den Film gleich mit und gab J.J. Abrams damit den ultimativen Regie-Ritterschlag – vorläufig.

Star Wars oder Star Trek? Beides!

Star Wars Star Trek

Das Verhältnis von Star Wars zu Star Trek ist für viele wie die Beatles und die Stones, Coca-Cola und Pepsi, Porsche und Ferrari: Man kann nur eines lieben! J.J. Abrams hat scheinbar zwei Herzen in seiner Brust und hält wenig von Entweder-oder. Mit „Star Trek“ verhalf er der USS Enterprise, die etwas in den Tiefen des Weltraums verschollen war, zu neuem actionreichen Glanz. Die Fortsetzungen „Star Trek Into Darkness“ und „Star Trek Beyond“ sollten folgen. J.J. Abrams’ Meisterstück ist jedoch „Star Wars: Das Erwachen der Macht“, bei dem er als absolutes Mastermind auftrat: Autor, Regisseur und Produzent. Sein präzises Auge für Actionsequenzen, der exzessive Einsatz von Lensflares, sowie sein Gespür für inhaltliche Tiefe gipfeln im Kindheitstraum aller Filmschaffenden: Star Wars. Der Junge aus New York ist endgültig im Hollywood-Olymp angekommen.