1. September 2017
Isabel in Familie & Freizeit

Nachhaltig leben leichtgemacht - in 3 Schritten

Wie groß ist dein ökologischer Fußabdruck? Wenn du dich das auch schon gefragt hast, bist du nur noch wenige Gedanken vom nachhaltigen Leben entfernt. Wir verraten dir, wie du mit einfachen Tricks und Kniffen in 3 Schritten bewusster und nachhaltiger lebst und somit deinem Planeten unter die Arme greifst.

Es ist das Master-Argument eines jeden Kritikers: "Was kann ich als einzelner Otto Normalbürger schon bewirken?" Doch du kannst jede Menge tun, um mit einem nachhaltigen Leben zu beginnen und so die Welt ein kleines bisschen besser machen. Selbst wenn du nur kleine Veränderungen in deinem Verbrauch, Konsum und Umgang mit anderen Menschen vornimmst, kannst du nicht nur dein Leben, sondern auch deine Umwelt nachweislich verbessern. 

Wie das genau gehen soll? Indem du dir ein paar Sachen ganz bewusst ganz bewusst machst. Hä? Wir hören ja schon auf zu schwafeln und liefern dir 3 konkrete Vorschläge, wie du dein Leben einfach nachhaltig gestalten kannst.

Schritt 1 auf dem Weg zum nachhaltigen Leben: Kaufe regional, saisonal und schränke deinen Fleischkonsum ein

Du kochst leidenschaftlich gern exotische Gerichte aus Fernost und isst mehrmals die Woche Fleisch? Versuch doch einfach mal etwas anderes, denn eines solltest du wissen: Laut einer Studie des Worls Climate Institute ist der größte Verursacher der für unsere Umwelt so schädlichen Treibhausgase die Massentierhaltung!

Fleischkonsum einschränken: Über 30 Prozent der Erde werden demnach heute schon für die Tierhaltung genutzt. Diese Tiere brauchen Futter und Wasser. "Ganze 86 Prozent des weltweit genutzten Wassers werden zum Anbau von Lebensmitteln verwendet", schreibt die Tierschutzorganisation Peta auf ihrer Website. Die Hälfte der so angebauten Lebensmittel (und somit auch extrem viel Wasser) landen als Futtermittel in den Trögen der Tiere. Der Rest wird im Regenwald abgeholzt. 

Nein, du musst nicht gleich Veganer werden und nicht einmal Vegetarier sein, aber iss doch vielleicht nur einmal in der Woche Fleisch und kaufe es gezielt beim Bauer aus dem Nachbardorf und nicht im Kühler des hiesigen Discounters

nachhaltig leben mit saisonalem und regionalem Gemüse
©shutterstock

Setze auf deine Region: Und dann wären da noch all die anderen Lebensmittel, die du günstig im Supermarkt kaufen kannst. Erbeeren aus Spanien, Spargel aus Peru, Äpfel aus Neuseeland und Honig aus Mexiko? Klar kannst du die weit gereisten Lebensmitteln aus fernen Ländern auch das ganze Jahr essen, aber zu welchem Preis? Schließlich werden sie bervor sie in deinem Supermarkt um die Ecke landen erst einmal tausende Kilometer um die halbe Welt geflogen.

Du kannst dir aber einen Saisonkalender zulegen und wirklich frische Lebensmittel aus nächster Umgebung sichern. 

Schritt 2: Lebe minimalistisch und schränke deinen Konsum ein

Klamotten, Bücher, Möbel und vor allem Tassen - von allem hast du ständig zu viel, findest aber gerade vor deinem Kleiderschrank dann doch nie das, was du wirklich brauchst? Dann wird es höchste Zeit auszumisten! Außerdem: Wenn du schon etwas Neues in deinen Schrank hängen oder ins Regal stellen willst, solltest du dafür auch Platz haben. Und dafür gibt es auch ganz kreative Optionen. 

Bücher tauschen: Statt deine Lieblings-Bücher in die ewigen Jagdgründe schicken zu müssen, kannst du sie auch an ein liebevolles, neues Zuhause abgeben: Booksharing heißt das Zauberwort! Das heißt, man tauscht Bücher untereinander aus.

Klamotten tauschen: Da du nachhaltig leben willst, wirfst du alte Klamotten nicht einfach weg, sondern tauscht auch hier, was das Zeug hält! In ganz Deutschland gibt es jährlich zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Kleidertausch. Oftmals sind das richtige Kleidertausch-Partys oder eher gemütliche Events mit Tee, Kaffee und Kuchen. Die meisten haben auch einen thematischen Schwerpunkt: Manchmal sind die Events nur für die Ladies, manchmal werden ausschließlich Kinderanziehsachen und Spielzeug getauscht, manchmal ist es ganz kunterbunt.

Klamotten spenden/Second Hand kaufen: Du kannst deine aussortierte Kleidung aber auch in die Kleiderspende geben oder sie auf Plattformen wie Kleiderkreisel verkaufen. Dann wären wir auch gleich bei der nächsten Option um dein nachhaltiges Leben mit eingeschränktem Konsum zu beginnen. Brauchst du dringend ein Kleidungsstück, sicher es dir aus zweiter Hand und sorge so dafür, dass Kleidung eine möglichst lange Lebenszeit hat. Kommt ja auch eh alles wieder, also liegst du zusätzlich noch voll im Trend mit dem Retropulli aus den 90ern. 

nachhaltig leben mit Reparieren
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Reparieren: Deinen kaputten Toaster, dein schrottiges Fahrrad und deinen unbrauchbaren Laptop würdest du am liebsten gleich in den Müll schmeißen, weil die Reparatur bei deinen zwei linken Händen einfach nicht drin ist? Dann helfen Repair-Cafés, wo du deine kaputten Gegenstände zusammen mit jemandem reparieren kannst, der sich damit auskennt oder das entsprechende Equipment hat. Alle Helfer sind freiwillig und ehrenamtlich für dich da und oftmals Experten auf ihrem Gebiet; entweder ihres Berufes wegen oder weil sie Interesses an Technik und Tüfteln haben. Deswegen ist der Sinn dahinter auch weniger, sich für umme Sachen reparieren zu lassen, sondern sich mit anderen Menschen und Generationen auszutauschen, sich zu unterhalten, und natürlich zusammen Kuchen zu verschnabulieren. Termine in ganz Deutschland findest du online.

Schritt 3: Überdenke deine Art dich fortzubewegen

Langstreckenflüge, Kurzsstreckenflüge, weite Autofahrten, mit dem Auto zur Arbeit und mal eben zum Bäcker um die Ecke fahren - Deutsche lieben ihre Autos und mittlerweile genauso so sehr ihre Flugreisen. Was das aber mit der Umwelt macht. Autsch. Die CO2-Emissionen werden zu einem Großteil aus dem Verkehrssektor befeuert. Keine Sorge, wir wollen dich auch gar nicht um deinen wohlverdienten Urlaub bringen, aber mit ein paar kleinen Umstellungen, kannst du nachhaltiger leben und deinen ökologischen Fußabdruck verringern. 

Car-Sharing: Wohnst du in einer Großstadt, brauchst du definitiv kein Auto.Car-Sharing-Anbieter wie Car2Go oder Drive Now machen dir das Auto teilen leicht. Einfach einsteigen, losfahren und wieder abstellen, wenn du mal nicht das Fahrrad nehmen kannst. 

Nachhaltig leben und öffentliche Verkehrsmittel nutzen
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Öffentliche Verkehrsmittel: Spring in den Bus, fahr mit der U-Bahn, steig in die Tram oder setz dich bequem in die S-Bahn. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln deiner Stadt kommst du günstig, trocken und mit reinem Gewissen von A nach B. Außerdem kannst du so jede Party viel mehr genießen. Schließlich musst du nicht daruaf achten, dass du für die anstrengende Autofahrt mitten in der Nacht fit bist. 

Fahrrad fahren: Das ist sowieso des Rätsels Lösung - keine CO2-Emission und zusätzlich noch das perfekte Fitnessprogramm. Nichts geht über Fahrradfahren. Nachhaltig leben für dich und die Umwelt!

Bahn statt Flugzeug: Die meisten giftigen Gase schleudert ein Flugzeug beim Start und bei der Landung raus. Deshalb setze auf Direktflüge, wenn es Langstrecke in den Urlaub geht und vermeide im Idealfall Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands. Hier findest du gute Angebote der Deutschen Bahn oder von Flixbus. Dort kannst du übrigens auch gleich mit deinem Ticket einen CO2-Ausgleich zahlen, der gespendet wird. Außerdem lässt es sich sicher auch in deiner Region gut entspannen. Vielleicht wär auch das für dich eine Option? 

Nachhaltig leben ist also definitiv auch im Alltag umsetzbar!

Mit diesen einfachen Methoden lernst du neue Menschen kennen und lernst insgesamt allerlei Neues, vermeidest dazu noch Müll und erneuten Konsum, und schonst damit Ressourcen und unsere Umwelt. So setzt du Nachhaltigkeit gekonnt in die Tat um!

Viel Spaß beim Ausprobieren!