RAF – Terror im Supermarkt

Familie & Freizeit von Fabian am 27.05.2016

AN!no 1998 hatte sich die Rote Armee Fraktion (RAF) eigentlich selbst aufgelöst. Nach fast 30 Jahren bewaffneter Kampf merkten die Linksterroristen, dass der Staat letztendlich doch stärker ist. Bis dahin hatte der RAF-Terror dutzenden Politikern, Polizisten, Terroristen und Unbeteiligten das Leben gekostet. Und was hat´s gebracht? Nichts, außer Leid und Tod für viele Menschen. Eigentlich sollte man meinen, die Geschichte der RAF müsste ein warnendes Beispiel sein, stattdessen erfährt der Terrorismus hierzulande und international Hochkonjunktur. Heute sind es keine linken Sozialromantiker mehr, die mit der Waffe in der Hand die Revolution einläuten, und gegen das so genannte Schweinesystem kämpfen, sondern islamistische Fundamentalisten, die gleich die gesamte Christenheit zu Allah bomben wollen, oder aber rechtsradikale Herrenmenschen, die wahllos Ausländer töten und Flüchtlingsheime anzünden. Und als hätten wir nicht genug mit diesen Vollpfosten zu tun, taucht nun auf einmal wieder die alte RAF auf. Totgeglaubte leben wohl wirklich länger. Die Schlagzeilen von heute lauten: „Sie sind wieder da“! Anscheinend hat die RAF einen Supermarkt überfallen. Ja richtig, einen Supermarkt. Das ist neu, sonst richtete sich der Terror der Rote Armee Fraktion gegen Politikerpersönlichkeiten, staatliche Institutionen oder die US-Armee. Eine äußerst skurrile Art der Gewaltäußerung möchte man meinen. Vielleicht sollte es ja ein Fanal gegen Supermärkte im Allgemeinen sein, Konsumkritik oder so etwas Ähnliches. Tatsächlich sind die wirklichen Gründe viel trivialer. Den ehemaligen RAF-Mitgliedern ging schlicht die Kohle aus. Als Terrorist bist du quasi selbständig und musst dich um die eigene Altersfürsorge kümmern. Staatliche Renten für frühere Terroristen, zumal sie nach wie vor gesucht werden, gibt es nicht.

RAF Überfall Supermarkt
Quelle: defotoberg

Offiziell fahndet das LKA noch nach drei ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion. Von denen will natürlich niemand den bewaffneten Kampf wiederaufzunehmen, viel zu anstrengend, schließlich sind die Betreffenden mittlerweile an die 60 Jahre alt, und könnten sich sicherlich Besseres vorstellen, als auf ihre alten Tage noch Überfälle durchzuführen. Doch ihnen bleibt keine Wahl. So ein Leben in der Illegalität kostet Geld, Rente ist nicht, und Arbeiten wird auch schwierig, denn eigentlich existieren die Drei ja gar nicht. Also müssen die Ex-Terroristen immer mal wieder losziehen und Geld beschaffen. In alten RAF-Depots lagern anscheinend immer noch Waffen. Dann stehen die drei Rentner mit Kalaschnikow und Panzerfaust bei Nacht und Nebel vor irgendwelchen Supermärkten oder Geldtransportern, und versuchen, sich den Lebensabend zu sichern. Irgendwie schon erbärmlich, oder?! Also, das sollte doch Mahnung genug für alle Terroristen sein, ganz gleich welcher Couleur, sich mal eingehender mit den Zukunftsperspektiven als Rentner zu beschäftigen. Letztlich hat der gemeine Terrorist doch nur drei Möglichkeiten. Erstens: Alles läuft nach Plan, du hast es geschafft und das gegenwärtige System beseitigt. Du lebst in deinem eigenen Utopia, sei es die vollendete Revolution, das Kalifat oder eine Diktatur. Zweitens: Siehe RAF-Rentner. Die ganze Sache ist irgendwie im Sande verlaufen, aber dir gelingt es, den staatlichen Häschern zu entkommen, und den Rest deines Lebens bist du arm wie eine Kirchenmaus und ständig auf der Flucht. Düstere Aussichten! Ach ja, Option drei gibt es noch: Während deines glorreichen Kampfes wirst du von der Polizei erschossen. Klingt auch nicht gerade berauschend, dafür bleibt dir das armselige Rentnerdasein erspart. Und die Moral von der Geschicht: Terrorismus lohnt sich nicht!