Unvergessliches Spielzeug der 90er – welches hattest du damals?

Familie & Freizeit von Daniel am 08.01.2017

Die 90er haben in den letzten Jahren vor allem in der Modewelt ein großes Revival erlebt und das mit gutem Grund, waren sie doch ein kreatives Jahrzehnt mit unzähligen kulturellen Innovationen, neuen Musikstilen und einem zu den 80er Jahren fast konträren Empfinden für Ästhetik.  Auch das Spielzeug der 90er hatte einen ganz eigenen Stil und hätte es heutzutage wohl gar nicht erst in die Kaufhäuser geschafft, da sie entweder bedenklich oder schlicht und ergreifend zu seltsam wären.

Gerade ihrer Skurrilität wegen feiern auch die Spielsachen in der ein oder anderem Form wieder Comebacks, oder es werden mitunter fragwürdige Weiterentwicklungen auf den Markt geworfen. So wurden in den USA unlängst so genannte Hatchimals verkauft, die prinzipiell an die Grundidee der Tamagotchi erinnern, allerdings um einige weitere seltsame Eigenschaften bereichert wurden: Kinder sollen das sich in einem Ei befindliche Spielzeug tatsächlich zunächst zum „Schlüpfen“ bringen, indem sie es zehn bis vierzig Minuten lang wärmen und streicheln. Falls das alles so klappt wie es soll, kommt ein mehr oder minder süßes elektrisches Kuscheltier zum Vorschein, was obszöne Stöhngeräusche von sich gibt und die Worte „Hug me!“ murmelt, die sich aber eher nach einer Aufforderung zum Geschlechtsverkehr anhören. Ein Riesenhype ist es trotzdem, genau wie die folgenden Beispiele für Spielzeug der 90er zu ihrer Zeit.

  • My little Pony

An der täglich omnipräsenten TV-Werbung mit einem Song, der weniger schön als einprägsam war, führte im damals so beliebten Vormittagsprogramm kein Weg vorbei. Zusätzlich versetzten die langen, duftenden Mähnen die Mädchen in der Schule in Verzückung, und in jeder Fünf-Minuten-Pause wurden die einhornähnlichen Pferdchen fleißig gekämmt, um sich dann einem Ausritt auf der Schulbank oder einem Hürdenlauf über Füller und Radiergummi hinzugeben.

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  • Polly Pocket

Der Werbesong war gleichermaßen unerträglich wie der der kleinen duftenden Ponys, allerdings die Idee war irgendwie schon cool: In einer winzigen Plastikbox steckte eine ganze Welt, die wir immer mitnehmen konnten. Für Jungs gab es Mighty Max: Statt in miniaturisierten Puppenhäusern trieb er sich als kleiner Möchtegern-He-Man in düsteren Gewölben herum und bekämpfte zweiköpfige Drachen.

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  • Traumtelefon

Es ist mehr als fraglich, wie groß die Faszination an diesem Spielzeug der 90er im Zeitalter von Smartphones wäre, damals konnten die Mädels aber gar nicht genug von dem „magischen“ Hörer bekommen, der sie darüber aufklären konnte, welcher Junge am besten zu ihnen passt. Leider war das Spiel den meisten Eltern zu teuer, so dass es für die Mehrheit ein ewiges Mysterium bleiben wird, ob die professionell psychologische Beratung der Wahrheit entsprach.

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  • Tamagotchi – das Paradebeispiel für Spielzeug der 90er

Wir haben uns ja früher nichts sehnlicher gewünscht als ein Haustier. Wenn schon weder Hund noch Katze in Frage kamen, dann doch wenigstens ein Meerschweinchen. Im Notfall musste man sich eben mit einer digitalen Variante begnügen, die trotz fleißigen Fütterns und Pflegens meist nicht lange überlebte. Seinerzeits ein Riesenhype, der heute nur noch schwer nachvollziehbar ist.

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  • Zaubertrolle

Man konnte eigentlich nicht viel mit ihnen machen, ihre Haare dufteten nicht und sie hatten keine Spezialfähigkeiten wie die „Masters of the Universe“. Tatsächlich konnte man nicht einmal ihre Arme bewegen. Trotzdem waren Jungs wie Mädels gleichermaßen begeistert von den süßen Trollen mit dem magischen Diamant im Bauchnabel.

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  • Das magische Auge

Hiervon waren allerdings sogar die Großeltern begeistert: Man musste eine Weile den Blick auf ein psychedelisches Muster richten, ohne den Blick zu fokussieren. Wenn man alles richtig gemacht hatte, erschien irgendwann ein dreidimensionales Bild. Auch wenn dieses Spielzeug der 90er eigentlich nichts zum Spielen ist, war die Idee so kreativ, dass es definitiv einen Platz in dieser Liste verdient.

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  • Schokoladen-Zigaretten

Der pädogische Wert ist in diesem Fall mehr als fragwürdig, cool fanden wir die Schoko-Glimmstengel trotzdem. Ein Wunder, dass wir nicht alle Raucher geworden sind. Tatsächlich wurde in einer US-amerikanischen Studie belegt, dass Menschen, die als Kinder Schokoladenzigaretten bekamen, später doppelt so häufig rauchen wie solche, die diese Süßigkeit nicht aus ihrer Kindheit kannten.

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  • Furby

Sicher auch maßgeblich an der Entstehung des Hatchimals beteiligt, lösten die lustigen, ansatzweise intelligenten Plüschtiere in den Neunzigern einen Hype aus, der seinesgleichen sucht. Durch diverse Sensoren konnte das Furby unterscheiden, ob es gestreichelt, bewegt oder mit ihm gesprochen wurde. Nach mehrstündigem Spielen und Füttern beginnt das Furby seinen eingespeicherten Wortschatz von bis zu 800 Wörtern der jeweiligen Sprache zu sprechen, wodurch der Eindruck entsteht, es würde lernen. Das lustige Spielzeug der 90er kann sogar krank werden, allerdings nicht sterben, wie die Tamagotchis.

  • Das Angelspiel

Ziel dieses Spiels war es, einen der Plastikfische an die Angel zu bekommen, die nach dem Einschalten ständig die Mäuler schlossen und öffneten. Klingt ziemlich stupide und monoton – war es auch. Das hielt uns aber nicht davon ab, es trotzdem mit eiserner Entschlossenheit bis zum bitteren Ende zu versuchen, und uns diebisch über einen erfolgreichen Fang zu freuen.

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  • Puppy Surprise

Dieses wunderschöne Kuscheltier hatte ein „Geheimfach“ mit Reißverschluss am Bauch, welches eine unbekannte Menge an Hundewelpen oder Katzenbabys enthielt. Es gab keine Möglichkeit, vorher zu wissen, ob es drei, vier oder fünf Tierchen waren, die zum Vorschein kommen würden. Natürlich war die Freude über das Geschenk dann komplett im Eimer, wenn es sich nur um drei handelte.

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  • Skip-It

Auch wenn es entfernt an eine Gefängniskugel erinnert, liebten sowohl Eltern als auch Kinder dieses Spielzeug der 90er: Erstere, weil es Kinder dazu anhielt, sich zu bewegen, und dazu nicht teuer war; letztere einfach, weil es Spaß machte, cooler war als Seilspringen, durch den eingebauten Zähler ein enormes Suchtpotential besaß, und man sich voll ins Zeug legen konnte, um die Rekorde seiner Freunde zu brechen.

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