24. Juli – Tag der virtuellen Liebe

Familie & Freizeit von Fabian am 23.07.2016

An diesem Tag feiern Paare, die sich via Online Dating gefunden haben, den Erfolg ihres digitalen Glücks. Der Tag der virtuellen Liebe! Was es nicht alles gibt – Glückwunsch dazu. Und wir suchen ihn ja schließlich alle – den Partner für das gemeinsame Leben.

die virtuelle Liebe

 

Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, mit dem anderen oder je nach Neigung auch mit demselben Geschlecht in Kontakt zu treten, und jeder wird nach seiner Fassung handeln. Leider gibt es aber keine Garantie, dass es auch funktioniert. Die Traditionalisten geben Zeitungsanzeigen auf, die Kreativen gehen zu Blind Dates, die Verrückten und Experimentierfreudigen versuchen sich beim Speed Dating, und die ganz coolen, und auch ziemlich faulen, lungern in Einkaufszentren und Bars herum. So lief das Auswählen und Kennenlernen von potentiellen Geschlechts-, Lebens- und Streitpartnern bisher ab.

Der 24. Juli ist allerding der Tag der virtuellen Liebe. Liebe 2.0, flirten im virtuellen Raum, heiße Camchats trotz kilometerweiter Entfernungen. Die digitale Liebe im Internet macht den klassischen Kanälen, wie Telefon, Brief und Smalltalk mehr als nur Konkurrenz, sie läuft ihren analogen Vorgängern den Rang ab. So sind es mittlerweile über sieben Millionen Deutsche, die beim Online Dating ihr Glück versuchen. Es ist deshalb nur logisch, dass die Internetliebe einen eigenen Gedenk- und Feiertag bekommen hat. Es gibt Randgruppen mit zahlenmäßig weniger Betroffenen, für die man ganze Monumente erbaut hat. Da ist ein Eintrag im Kalender am 24. Juli als Tag der virtuellen Liebe wirklich das Mindeste.

Digital ist besser

Das Internet ist die Innovation unserer Zeit, und es fungiert vor allem als Medium und Plattform für persönliche Interessen und den gegenseitigen Austausch jeglicher Art. Parallel dazu steigt die Zahl der Singles ständig. Darauf haben Partnervermittlungsagenturen natürlich reagiert, und wittern ihre Chance. Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren so viele Menschen alleine und nicht in Paar- oder Familienkonstellationen gebunden. In den wachsenden Großstädten, haben sich die herkömmlichen Familien- und Beziehungsmodelle radikal gewandelt. Hier gilt längst niemand mehr als asozial, nur weil er sich für ein Leben allein entscheidet. Auf dem Land ist das sicherlich noch anders. In der Stadt werden die Partner viel schneller gewechselt, einfach, weil die Auswahl entsprechend hoch ist. Viele binden sich erst gar nicht ernsthaft, und genießen die eigene Unabhängigkeit und das reichhaltige Angebot.

Tag der virtuellen Liebe
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Frauen emanzipieren sich, gesellschaftliche Normen brechen auf, und besonders der Hang zur vermeintlichen Selbstverwirklichung hat zur Folge, dass die Menschen stärker ihre eigenen Lebenskonzepte durchziehen, und deshalb auch ungern Kompromisse in Beziehungen eingehen. Doch irgendwann schlägt die Stunde der Partnervermittlungsagenturen. Ein weit verbreitetes Phänomen ist nämlich die panische Angst, kurz vor Toresschluss niemanden mehr abzubekommen. Wenn die Party mit Mitte 30 vorbei ist, und vielleicht doch eine seriöse Partnerschaft und Familie attraktiv werden, sind die Filetstücke vom Markt.

Das Fest der Eitelkeiten ist vorüber, und plötzlich besinnen sich Mann und Frau auf die elementaren Dinge des Lebens. Aus den kümmerlichen Resten noch was Passables rauszusuchen, wird immer schwieriger. Auf diese Bedürfnisse reagieren die Partnervermittlungen. Online-Agenturen, Singlebörsen, Apps und Ratgeber schießen wie Pilze aus dem Boden, und versuchen, den Suchenden die richtigen Tipps, nette Bekanntschaften und mögliche Partner zu vermitteln. Portale wie ElitePartner, Parship, eDarling, Friendscout24, Finya, Single.de und Neu.de streiten sich mit unzähligen weiteren, mal mehr und mal weniger seriösen Anbietern um die Millionen von Singles. War Online-Dating in den Anfangsjahren des Internet noch regelrecht verpönt, so ist es heute völlig normal. Der Tag der virtuellen Liebe ist ein Beleg dafür.

Love revisited

Früher begnügte sich Mann mit einer 160 Zeichen langen, gerne im Stenostil verfassten Beschreibung seiner Traumfrau in einer Annonce der Wochenendausgabe beim Lokalanzeiger, in etwa lautend: „Endvierziger, eigene Firma, stattlich, gut gebildet und finanziell unabhängig, sucht vorzeigbare und ordentliche Dame, nicht älter als 30, mit den Pflichten und Tätigkeiten als sorgende Hausfrau und Mutter sehr gut vertraut, zwecks Familiengründung“. Diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei.

Wer heutzutage ein gutes Produkt möchte, muss entsprechend gute Werbung machen, und das gilt auch bei der Partnerwahl. Alter, Größe, Gehalt und Lieblingsfarbe reichen längst nicht mehr aus, um Interesse zu wecken. Die Ansprüche sind gestiegen, unter Wert möchte sich niemand mehr verkaufen, und zudem muss ein potentieller Partner mit den eigenen Vorlieben, Ticks und Abartigkeiten kompatibel sein. Alles andere ist zu anstrengend und kostet zu viel Zeit und Nerven. Also sucht man den passenden Deckel für die persönlichen Animositäten. Auf den Profilseiten der Partnervermittlungsagenturen wird entsprechend über alles geredet. Was einen bewegt, beruhigt, beängstigt – was man liebt und hasst, sucht und auf keinen Fall möchte. Schräge Lebensstile, grenzwertige Essensgewohnheiten und sexuelle Vorlieben, es gibt kaum Tabus, und die meisten werden entsprechend ihren Bedürfnissen fündig. Manchem genügt ein kurzes Abenteuer, andere sind auf der Suche nach dem Seelenverwandten. Ob dick oder groß, Intellektueller und Bauer, Leistungssportler und Fußfetischist – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Tag der virtuellen Liebe

All das ist nur dank Online Dating möglich. Im normalen Leben wären sich viele Paare niemals begegnet. Deshalb ist der Tag der virtuellen Liebe definitiv ein Tag der Freude. Dieser Tag der Liebenden wurde 2001 passenderweise von Online-Partnerbörse initiiert. Und natürlich steckte da Kalkül dahinter. Damit die Kunden ihrer Internetliebe Ausdruck verleihen können, wurde dieser Tag kreiert. So eine Art öffentliches Outing, denn zur damaligen Zeit hat man Freunden und Verwandten noch erzählt, die neue Freundin hätte man an der Supermarktkasse kennengelernt, während einem die Schamesröte ins Gesicht schoss.

Durch die öffentliche Zurschaustellung des Modells Online Dating erhielten die Agenturen überdies ordentlich Werbung und Zuspruch. Zusammenfassend definiert sich der Tag der virtuellen Liebe etwa so:

  • Ursprünglich als Virtual Love Day von Single- und Partnerbörsen gegründet
  • An diesem Tag sollen Paare, die sich beim Online Dating kennengelernt haben, offen ihre Internetliebe zeigen
  • Der Tag der virtuellen Liebe soll natürlich auch das Image von Online-Agenturen aufpolieren
  • Zudem können die positiven Beispiele weitere Menschen dazu anregen, Online Dating als Flirt- und Kennenlernalternative in Betracht zu ziehen.