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Familie & Freizeit von Jennifer am 06.08.2016

Die wohl süßeste Versuchung der Welt. Ob in der Sterneküche oder aus dem Regal im Supermarkt. Schokolade zählt allgemein zu der beliebtesten Süßigkeit der Welt, und auch Schokosplitter gehören bei vielen zum Ernährungsplan.

Schokosplitter im Müsli
© maedchenmitherz

Hommage an den Schokosplitter im Müsli

Was macht ihn so unwiderstehlich? Ich ertappe mich tatsächlich dabei, wie ich hochkonzentriert die Regale im Supermarkt scanne, mich taktisch und flächendeckend durch die Regalebenen arbeite, auf der Suche nach dem perfekten Cerealien-Mix. Gesund darf er sein – gar keine Frage. Soweit man, Flakes-Produkte und verschiedene Müsli-Sorten überhaupt „gesund“ nennen kann. Aber diese kontroverse Diskussion überlasse ich gerne einem anderen Autor. Mir geht es da mehr um ein anderes, winziges Detail. Das gewisse Etwas, das I-Tüpfelchen in der Mixtur, das Highlight meines Konsums: Der Schokosplitter im Müsli.

Feinherbe Schokolade darf es sein. Knackig und intensiv. Für die sensibleren Genießer unter euch, gibt es aber auch unzählige Päckchen mit zartschmelzender Vollmilchschokolade. Während ich auf meinen Cerealien herumknabbere, möchte ich mich auf diesen Moment freuen, in dem sich der verlockende Schokoladengeschmack in meinem Mund ausbreitet. Die süße Sünde unter all den feinen Mandelsplittern und Bio-Vollkornflakes. Wie unzufrieden und weniger Glücklich ich bin, wenn mir diese Freude verwehrt bleibt – nur halb so aufregend, das Ganze.

Die fünf teuersten Schokoladen der Welt

Die fünf teuersten Schokoladen der Welt
© chocopologie.com
  • Chocopologie von Knipschildt
    Hergestellt in den heiligen Hallen der Knipschildt Chocolatiers. Pro Pfund soll dieser Leckerbissen satte 2.600 Dollar kosten und verteidigt somit nach wie vor Platz eins der Weltrangliste, als teuerste Schokolade überhaupt.
  • Noka Vintiges Collection
    Deutlich günstiger als die Nummer eins, schlägt diese Variation an Genuss zu Buche. Mit lediglich rund 850 Dollar pro Pfund, kann man sich dieses Schächtelchen doch bestimmt mal gönnen.
  • Delafee Goldschokolade
    Die Schweizer Schokoladenmanufaktur Delafee präsentiert uns diese vollkommene Kombination aus Gold und Schokolade. Ne, echt jetzt. Wir reden hier von echtem Gold – 24 Karat, um genau zu sein. Essbar, versteht sich. Für eine Schachtel Goldkugeln (ca. 8 Stk inkl. Original Schweizer Goldmünze) blättern wir doch gerne auch mal rund 400 Dollar auf den Tisch, oder?
  • G-Kollektion von Godiva
    Godiva zählt zu den traditionellen Schokoladenherstellern unserer Erde. Sie haben ein ganz besonders exklusives Produkt mit dem Namen (oder besser gesagt Buchstaben) „G“ auf den Markt gebracht. 120 Dollar pro Pfund – wir nähern uns langsam aber sicher den Supermarktpreisen.
  • Richart Chocolate
    Seit 1952 erfolgreicher Schokoladenhersteller aus Lyon, Frankreich. Der ist verantwortlich für die doch recht bekannte Reihe „Petites“, mit diesen schnuckelig kleinen Pralinen in der Schachtel. Preislich liegen diese kleinen Leckerlies ebenfalls bei rund 120 Dollar pro Pfund.

Das Verlangen

Aber wagen wir einen weitreichenderen Blick in die Welt hinaus. Was genau fasziniert uns (fast) alle so an Schokolade? Ist es einfach die menschliche „Schwäche“ für etwas Süßes? Oder das Zusammenspiel aus Geschmack und Konsistenz? Die bloße Vorstellung an dieses eine Stück Schokolade, das ich auf meine Zunge lege und es ganz langsam dahinschmelzen lasse; der Geschmack, der sich gekonnt über meine Rezeptoren legt und mich einfach… glücklich macht.

schokolade mit fleur de sel
© zitronenzauber.de

Das ist es. Glück. Wie war das doch gleich? „Schokolade enthält Stoffe, die uns glücklich machen.“ Also ich persönlich bin gerne glücklich – vor allem beim Müsli essen. Tatsächlich enthält Kakao Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel natürliche Aufputschmittel wie Koffein oder der Pflanzenstoff Theobromin, der rauschähnliche Zustände hervorrufen kann. Auch ein Baustein des Glückshormons Serotonin steckt im Kakao. „Rauschähnliche Glückszustände“ klingt doch gar nicht mal so schlecht. Allerdings sieht die bittere Wahrheit da schon wieder ganz anders aus.

Die Schoko-DNA

Diese sogenannten Inhaltsstoffe sind in der Schokolade zu so geringen Teilen vorhanden, dass sie keineswegs mit unserem allgemeinen Zustand im Zusammenhang stehen (können). Zumal der Kakao-Anteil in der allseits beliebten, zart schmelzenden Vollmilchschokolade nur zu ca. 30% vorhanden ist. Die Konzentration in Kakaoreicher Schokolade ist da wesentlich höher.

schokoladen pasta
© whatihaventcookedyet

Glücklich macht hier wohl eher die richtige Mischung. Der Genuss an sich, die Inhaltsstoffe und der wohl unbeliebteste Muntermacher: Kalorien in Form von Fett und Zucker. Doof daran ist die Tatsache, dass uns diese zwei Dinge ganz besonders glücklich machen… und ganz besonders viel vorhanden sind. Genau, so zerschmetternd diese Kenntnis auch sein mag, Fett und Zucker steigern unser Glücksgefühl und sind zu allem Überfluss zumeist auch noch ungesund – zumindest in den Mengen, in denen die heutige, “moderne” Gesellschaft diese Bestandteile zu sich nimmt.

Faszination Variation

Und es gibt sie in unzähligen Formen, Farben und Konsistenzen, diese Schokolade. Doch nicht nur das. Schokolade hat in manchen Bereichen einen so hohen Stellenwert, dass man sie sogar für die nahezu unbezahlbare Sternenküche verwendet. Ein Stück Coberind-Steak in Kombination mit Drillings-Kartoffeln und Salat, verfeinert mit zarten Schokoraspeln. Um nur eine Variante davon zu nennen.

Faszination Schokolade 7match

Mittlerweile kombinieren wir so ziemlich alles mit der süßen Verführung: Chili, Orange, Joghurt, Erdbeeren und sogar Trüffel. Ein renommiertes Unternehmen, in dem offenbar nur sportliche Ritter angestellt werden, schaffen es Jahr für Jahr, der Vielfalt immer noch einen Schritt voraus zu sein. Tacos und Schokolade sollen der letzte Schrei sein. Zum Glück sind Geschmäcker verschieden.

Gepriesen sei der Kakaogott

Da staunt ihr, was? Aber genau den soll es gegeben haben. zumindest haben die Maya ihn ihrer Zeit verehrt und Gebete als Dank für die Kakaopflanze in sich hineingemurmelt. Aber nicht alles hat immer mit diesen “Ach so tollen Maya” zu tun. Ganz im Gegenteil, die Mexikaner sind schuld. Ich gebe zu, “Schuld” scheint hier das falsche Wort zu sein, aber es waren tatsächlich die Mexikaner, die Schokolade zu dem gemacht hat, was sie heute ist und wie wir sie kennen.

Das ganze Spektakel um die Süßigkeit fand in etwa um 1500 v.Chr. statt – nur mal so zur Info. Dabei wurde sie von Anfang an bereits flüssig, als auch fest genossen und mit Süßungsmitteln behandelt, um den bitteren Eigengeschmack zu reduzieren. Schleckermäuler gibt es also schon recht lang – nur waren damals die Zahnärzte noch nicht so hip.

Sündhafte Ausnahmen

Und es ist faszinierend, wie sich der Mensch für ein Stück Schokolade rechtfertigen kann. Bin ich gerade auf dem Trip, mich gesund und bewusst zu ernähren, verzichte ich im normalfall auf Süßigkeiten (Zucker), Kolenhydrate und Fett. Selbst wenn ich in dieser Phase zu einem Müsli greife, achte ich darauf, was für Flakes, welcher Hafer, was für Nüsse und sonstige Zusatzprodukte im Müslich vorhanden sind. Finde ich das perfekte Müsli und stelle fest, dass sich nun auch noch Schokoladensplitter darin befinden, heißt es schnell: “Ach, ich esse ja sonst keine Süßigkeiten und ein paar Schokosplitter reißen’s jetzt auch nicht raus.”. Und schon haben wir uns für ein paar Gramm Schokosplitter gerechtfertigt und konsumieren fleißig vor uns hin.

Schokolade ist ein faszinierendes und enorm vielseitiges Nahrungsmittel, das den wohl höchsten Anklang in der Gesellschaft weltweit genießt. Zu Recht, möchte ich meinen. Und selbst das Nummer eins Getränk der Welt (neben Wasser), wird öfter als angenommen, mit einer dezenten Schokonote angeboten: Kaffee.