So feiert man Weihnachten weltweit. 7 Traditionen, die euch überraschen werden.

Familie & Freizeit von Daniel am 04.12.2016

So verschieden die Kulturen der Welt sind, so unterschiedlich sind auch die Feiertage, die am Ende des Jahres gefeiert werden, von Hanukkah bis Kwanzaa. Da ein Drittel der Weltbevölkerung aus Christen besteht, feiert ein Großteil der Nationen das Weihnachtsfest, allerdings auf teils sehr unterschiedliche Art und Weise. Wir erzählen euch, wie man Weihnachten weltweit feiert.

weihnachten weltweit Pinata

  • So feiert man Weihnachten weltweit: Mexiko

In Mexiko wird, im Gegensatz zu anderen Ländern an Weihnachten, mit Straßenumzügen, Feuerwerk und Spielen richtig auf die Pauke gehauen. Auch hier ist Weihnachten einer der wichtigsten Feiertage, beginnt allerdings schon am 16. Dezember. Zentralen Mittelpunkt des neuntägigen Festes bildet die Suche von Joseph und Maria nach einer Herberge, welche auch schauspielerisch dargestellt wird und in einem großen Fest mündet, wenn die beiden fündig geworden sind.

Was hier an Weihnachten weltweit ein Alleinstellungsmerkmal ist: Für die Kinder werden sogenannte Piñatas an Bäume gehängt, die sie mit verbundenen Augen mit Stöcken bewerfen und zerstören müssen, um sich anschließend um die darin versteckten Süßigkeiten herzumachen.

  • Philippinen

Auf den Philippinen müsste der Weihnachtsmann jedes Jahr massenhaft Überstunden leisten, dort wird vier Monate lang gefeiert. Die Häuser werden in dieser Zeit in westlicher und traditionell philippinischer Tradition reich geschmückt, ab Semptember werden erste Weihnachtslieder gesungen, im November Weihnachtsbäume aufgestellt und am 16. Dezember mit der „Simbang Gabi“ das eigentliche Fest eingeläutet: Zwischen 3 und 4.30 morgens wird neun Tage lang jeden Morgen ein Messe abgehalten.

An Heiligabend selber wird die ganze Nacht gefeiert, um am nächsten Morgen die älteren Familienmitglieder zu besuchen und sich während einer „Pagmamáno“ genannten Zeremonie segnen zu lassen, gemeinsam ein großes Festmahl einzunehmen und ein paar Geldgeschenke in traditionell roten Briefumschlägen einzuheimsen. Danach ist die Party allerdings immer noch nicht zu Ende, und am 28. Dezember wird sich – ähnlich wie bei uns am 1. April – gegenseitig auf die Schippe genommen, und es werden fiese Streiche gespielt. Offizielles Ende der Weihnachtszeit ist der erste Sonntag im neuen Jahr, allerdings wünschen sich viele Menschen bis in den Februar hinein fröhliche Weihnachten: „Maligayang Pasko“.

  • Niederlande

In den Niederlanden kommt der Weihnachtsmann nicht mit der Kutsche sondern mit dem Schiff aus Spanien, „Sinterklaas“ ist hier nämlich der Schutzbefohlene der Seeleute. Die Ankunft ist ein nationales Ereignis, das sogar live im TV übertragen wird. Die Kinder bekommen hier auch ihre gesamten Geschenke schon am 6. Januar, was die Niederlande zum einzigen Land macht, in welchem der Nikolaustag wichtiger ist als der heilige Abend – zumindest für die Kinder.

Sinterklaas kommt mit dem Schiff an © uncloggedblog.com
Sinterklaas kommt mit dem Schiff an
© uncloggedblog.com
  • Schweden

Auch in Schweden werden die Festtage nicht ganz so besinnlich gefeiert wie in Deutschland. Es geht bei Weihnachten weltweit oft etwas lustiger zu. Bereits im November wird angefangen, die große Familienfeier an Heiligabend vorzubereiten, indem die Häuser aufwendig geschmückt werden. Kurz vor dem Fest werden dann traditionelle Julkuchen und Lussetaler gebacken, allerdings werden nicht nur die Kinder sondern auch ein Kobold mit Leckereien bedacht, damit er Geschenke bringt, statt Streiche zu spielen.

In Schweden bringt nämlich nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern ein frecher Kobold names Jultomte, der mit Brei bei Laune gehalten werden will. Das Festmahl wird meistens in Buffetform serviert und mit einem speziellen Weihnachtsbier, dem Julmust, heruntergespült.

  • Finnland

Wenige Kilometer nördlich von Rovaniemi, der Hauptstadt der finnischen Provinz Lappland, ist das hochoffizielle Zuhause des Weihnachtsmannes. Tatsächlich befindet sich dort das Weihnachtsmanndorf, eine Touristenattraktion. Von dort aus besucht er alle anderen Länder an Weihnachten weltweit. Hier ist der Weihnachtsmann höchstpersönlich und das ganze Jahr über anzutreffen, und er besitzt sogar sein eigenes Postamt. Gefeiert wird traditionellerweise – typisch Finnland – inklusive Saunagang.

Eine weitere Besonderheit besteht zudem darin, dass mittags der Weihnachtsfrieden von Turku bei einer traditionellen Zeremonie verlesen wird, und die Einwohner Turkus während des drei Tage währenden Weihnachtsfriedens unter Androhung von Strafe angehalten werden, sich nicht daneben zu benehmen.

© www..fi
© www.santaclausreindeer.fi
  • Russland

Auch in Russland wird das Weihnachtsfest ganz anders gefeiert, als wir es kennen: Hier bringt „Djed Maros“ (Väterchen Frost) die Geschenke, der auf einer von drei Pferden gezogenen Kutsche kommt und einen langen Eiszapfen als Gehstock benutzt. Begleitet wird er dabei von seiner Enkelin Snegurotschka, dem Schneemädchen.

Aufgrund des orthodoxen Glaubens werden die Tage nicht nach dem bei uns bekannten Kalender gezählt, und die Russen feiern Weihnachten erst am 7. Januar. Während der kommunistischen Regierung wurde Weihnachten hier lange verboten und erst 1935 ohne religiösen Hintergrund wieder eingeführt. Erst 1991 wurde der 7. Januar wieder zum offiziellen Feiertag. Selbst der Termin ist bei Weihnachten weltweit unterschiedlich.

  • Teile der USA

Kwanzaa wurde 1960 als Alternative zu Weihnachten für afrikanische Amerikaner eingeführt. Die einwöchige Feier erstreckt sich über die Tage zwischen Weihnachten und Silvester und ist eine Mischung aus afrikanischen Bräuchen, Hanukkah und dem christlichen Weihnachtsfest. Ins Leben gerufen wurde das Fest von Maulana Karenga, Autor und Aktivist der Black-Power Bürgerrechtsbewegung, und ist als gezielte Gegenveranstaltung zu Weihnachten weltweit gedacht, da das Christentum unter anderem als Ursache für die Kolonisation und Sklaverei gesehen wird.

Das Fest beruht auf sieben nationalen Tugenden, von welchen jede einen Tag gewidmet bekommt: Umoja (Einigkeit), Kujichagulia (Selbstbestimmung), Ujima (Gemeinwohl und Verantwortungsbewusstsein), Ujamaa (Zusammenhalt bei der Lebenserhaltung), Nia (Zweck), Kuumba (Kreativität) und Imani (Glaube). Traditionellerweise wird ein Kaftan in Kombination mit kleinen Kufi Mützchen und sogenannten Dashiki-Hemden getragen.