9 nervige Phänomene, die nur Weihnachtsmuffel erkennen

Familie & Freizeit von Daniel am 24.12.2016

Morgen ist es soweit, und es weihnachtet wieder sehr! Eigentlich tut es das ja schon seit geraumer Zeit, seit kurz nach Ostern die Schokoladenhasen eingeschmolzen wurden, um in Weihnachtsmänner transformiert zu werden und den großen Abgesang auf die Verschwendungssucht und den Kommerz anzustimmen.

Dass es sich ursprünglich um Tage der Besinnlichkeit und Nächstenliebe handelt, die sogar einen ganz bestimmten Anlass haben, ist 39 Prozent der Kinder heutzutage nicht mehr bewusst. (Vereinzelte Befragte konnten wenigstens mit kreativen Alternativlösungen aufwarten, wie dass man den Tod des Weihnachtsmannes feiern würde.) Hier 9 gute Gründe, wieso es heutzutage nicht schwerfällt, zum Weihnachtsmuffel zu werden.

Weihnachtsbeleuchtung in der City

 

Die teuerste Zeit des Jahres ist angebrochen, Tannenbäume versauen die Wohnzimmer, Einkaufscenter platzen vor unbezwingbaren Massen an Schnäppchenzombies aus allen Nähten und egal, wie sehr man das ganze unübersichtliche Treiben als Weihnachtsmuffel verabscheut, man ist doch dazu gezwungen, einen Haufen Geschenke und Weihnachtskarten beizuschaffen und dabei auch noch einfallsreich zu sein. Zumindest wird das erwartet, auch von jenen, die eigentlich nur einen riesengroßen Sack voller Kohle verdient hätten.

Der ursprüngliche Sinn ist abhanden gekommen

Weihnachten bietet Teenies, Singles und Kindern eine tolle Gelegenheit, abzuschalten und sich zu erholen – und beschert allen anderen vor allem eins: blanke Nerven und Kopfschmerzen. Ihr seid sicherlich mindestens einmal im Leben auf den allerletzten Drücker von einem Laden zum nächsten gehetzt, um – wenn schon nicht das perfekte – wenigstens irgendein Geschenk für eure Liebsten zu finden. Man steht weit mehr unter Stress, als es an einem Feiertag der Fall sein sollte, der eigentlich Spaß bieten und die Geburt einer religiösen Ikone zelebrieren sollte, aber zu einer Hetzjagd der Gier und Kommerzialisierung verkommen ist.

Schnäppchenzombies

Sie schlurfen durch die Straßen, haben die Shoppingmalls befallen, grunzen, ächzen und grabschen nach allem, was ihnen zwischen die Finger gerät. Nein, es folgt nicht der Trailer zur neuesten Staffel von „The Walking Dead“, die Rede ist von Schnäppchenzombies, die mittlerweile so obligatorisch zu Weihnachten gehören, wie der leibhaftige Santa Claus. Sie treiben in geistiger Umnachtung von Geschäft zu Geschäft stürzen sich in Rudeln auf alle verfügbaren Schnäppchen, rennen sich nieder und zwängen sich bis in die letzten Ecken, als würde gerade die Titanic sinken. Man muss kein Weihnachtsmuffel sein, um sich darüber nur geringfügig zu amüsieren.

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Früchtebrot

Wer zum Teufel mag Früchtebrot? Warum existiert es überhaupt? Schon allein die Existenz eines solchen Nahrungsmittels lässt am kollektiven Geschmack der Menschheit zweifeln. In welcher bizarren Paralleldimension schenkt man seinen Angehörigen einen ausgetrockneten, ekelhaften Teigbatzen, der die komprimierte Konsistenz eines Schwarzen Loches besitzt und außer dem Namen mit Früchten nichts gemeinsam hat? Da muss Satan persönlich im Spiel gewesen sein.

Verkehrschaos macht jeden zum Weihnachtsmuffel

Je näher der große Tag rückt, desto größer wird die Strapaze, irgendein Ziel mit dem Auto zu erreichen. Es fängt üblicherweise Anfang Dezember an und erreicht mit dem Beginn der Weihnachtsferien seinen Höhepunkt. Menschen nehmen sich frei, um zum Einkaufscenter zu fahren und sich der nächstbesten Horde Untoter anzuschließen, wodurch die Straßen und Parkplätze der Städte zu einer großen, dreidimensionalen Live-Version von Tetris verkommen. Vollkommener Verkehrskollaps –  genau das, was der kurz vor dem Burnout stehende Weihnachtsmuffel während seines Spießroutenlaufs nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk in letzter Minute braucht.

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Vorschau: Weihnachtsumtausch

Ok, ihr habt alle Geschenke besorgt, nichts passt und ihr müsst erstmal den Stapel an Kassenbelegen jedem Geschenk zuordnen, bevor es losgeht und der alljährliche Umtauschmarathon seinen Lauf nimmt. Der Zeitpunkt, wenn sogar der hartgesottene Fanatiker zum Weihnachtsmuffel wird. Sobald ihr euer erstes Ziel erreicht habt, werdet ihr garantiert von einem merkwürdigen Deja-Vu-Erlebnis heimgesucht werden, weil sich die Menschenmassen wie die Lemminge durch die Straßen und Gänge schieben, als wären sie über die Feiertage nie weg gewesen.

Glühwein

Habt ihr schon einmal an eurem schönen abendlichen Glas Rotwein genippt und euch dabei gedacht: „Das würde so viel besser schmecken, wenn es heiß wäre und einen holzigen, würzigen Beigeschmack hätte, der an Fusel in Tetra-Packs erinnert und meine Zähne stundenlang pelzig macht.“? Ich auch nicht.

Weihnachtslieder in Endlosschleife

Sie wurden schon seit dem Ende von Halloween in allen Geschäften rauf und runter gespielt und dem geneigten Weihnachtsmuffel werden Weihnachtslieder in Endlosschleife spätestens kurz vor Heiligabend eher Nervenzusammenbrüche bescheren als eine stille und heilige Nacht. Trällernde Chöre, Glöckchen hier, Trommeln da. Für maximal 20 Minuten ist das ganze ja feierlich, in hohen Dosen wirkt sich Weihnachtsmusik allerdings ungünstig auf die geistige Gesundheit aus und bei „Driving home for Christmas“ denkt man nurnoch „Drive home!“

Weihnachtspullover

Es ist ein paar Jahre her, dass Strickmode mit Krimskrams drauf aus unerfindlichen Gründen in Mode kamen, ein „großes Ding“ wurden und einige marktführende Fashionhändler damit anfingen, mit Schneeflocken, Rentieren und unlustigen Slogans versehene Pullies unter die Leute zu bringen. Oder viel eher, es zu versuchen. Der ein oder andere muss dann entweder eine Wette verloren oder die kratzigen, kindischen und unangenehm auffallenden Zeugnisse maximaler Geschmacksverirrung „total ironisch kitschig“ gefunden haben. Anders ist deren erhöhtes Aufkommen unmöglich zu erklären.

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Sich endlos wiederholendes Fernsehprogramm

So nachdem ihr euch dann erfolgreich durchs Gewühl gekämpft, die Geschenke verpackt, den Plastikweihnachtsbaum aufgestellt und es euch vor dem Fernseher gemütlich gemacht habt, könnt ihr euch der Entscheidung widmen, auf welchem Kanal ihr „Kevin allein zu Haus“ gucken wollt. Merry Christmas, ihr Weihnachtsmuffel!