Freispruch für Franz Beckenbauer

Fun von Fabian am 07.03.2016

AN!

diesen Gerüchten kann doch nichts dran sein!? Franz Beckenbauer – der Kaiser, der Fußballgott, die Legende, die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, soll knöcheltief im Korruptionssumpf um die WM-Vergabe für 2006 stecken. Mehr noch, angeblich steht er sogar im Zentrum der Affäre. Die Ermittler des DFB sehen in Franz Beckenbauer die zentrale Figur bei den ominösen Zahlungen von mehreren Millionen Euro als Schmiergeld für den Erwerb von Stimmen. Man fragt sich, warum der Kaiser so etwas machen sollte. Hat er das nötig? Für Franz Beckenbauer gibt es nur Fußball, er lebt für den Sport, für den Erfolg. Er ist die Instanz schlechthin – Kaiserwort steht über allem. Und dem Franz glaubt man, wenn er was sagt. Wenn er der Meinung ist, dass die gewählte Taktik verkehrt war, der Rasen in einem schlechte Zustand oder es einfach am Vollmond lag, dann hinterfragt man das nicht, sondern akzeptiert das so. Was wissen wir ahnungslosen Zuschauer schon von den Geheimnissen dieses wunderbaren Spiels? Es gibt nicht viele auf der Welt, die so viel Ahnung davon haben wie Franz Beckenbauer. Dem Ball hinterherrennen, schöne Tore schießen, das können viele, aber Fußball wirklich verstehen, tun nur wenige. Der Kaiser ist einer von ihnen. Das ist seine große Stärke.

Franz Beckenbauer und Pelé
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Aufgrund seines Jahrhunderttalents ist Franz Beckenbauer zur Lichtgestalt des deutschen Fußballs geworden, und dabei doch so bescheiden geblieben, weil er weiß, was er dem Fußball zu verdanken hat. Ohne den Fußball wäre er wahrscheinlich Postbote wie sein Vater geworden, und hätte ein unscheinbares Leben geführt. Der Kaiser wollte nie jemandem etwas Böses. Als Spieler war er die Fairness in Person und auch als Privatmensch niemand der durch Extravaganzen oder Skandale auffiel. Gut, der Franz hat zugegebenermaßen eine Schwäche für das weibliche Geschlecht, war circa fünfmal verheiratet, woraus eine nicht näher bekannte Anzahl von Kindern resultiert, und sicherlich hat er auch mal die ein oder andere Sekretärin klar gemacht, aber wer will es ihm denn verdenken. Ein Mann von seiner Größe, mit diesen Erfolgen und einer Aura, der sich generell kaum jemand entziehen kann, zieht die Damen geradezu magnetisch an. Ständig diese eindeutigen Angebote. Sie liegen quasi vor ihm wie der Ball auf dem Elfmeterpunkt, da zuckt es naturgemäß jedem Fußballer in den Beinen. Abgesehen von seiner unkontrollierbaren Libido führte der Kaiser allerding ein schon fast asketisches Dasein. Franz Beckenbauer machte Werbung für Tütensuppen und trällerte Volkslieder wie „Gute Freunde kann niemand trennen“, so jemand kann doch nichts Schlechtes im Schilde führen!

Franz Beckenbauer und Angela Merkel
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Wahrscheinlich war der Franz mal wieder zu gutgläubig, wie es seiner Natur eben entspricht. Er sieht in allen Menschen nur das Gute und erwartet von niemandem etwas Böses. Man könnte ihm jetzt Naivität unterstellen, aber wäre das wirklich gerecht? Lesen wir wirklich immer alles ganz genau durch, was wir unterschreiben? Und zudem hatte der Kaiser mit der Bewerbung und Planung für die WM 2006 wirklich alle Hände voll zu tun. Stress pur! Dass da mal etwas übersehen wird, ist doch logisch. Ich bin davon überzeugt, dass Franz Beckenbauer nur das Beste wollte, und zwar für uns. Die WM im eigenen Land, das ist doch ein Traum, und es sollte sein Meisterstück am Ende seiner Laufbahn als aktiver Funktionär werden. Dafür hat der Franz alles gegeben, für die Fans, für den Fußball, für Deutschland und für die ganze Welt. Das Sommermärchen war einfach ein wunderbares Ereignis, und von so unschätzbarem Wert für unser Land, dass man jetzt wegen der paar Euro nicht am Mythos des Kaisers kratzen sollte. Deshalb gehören diese ganzen Verleumdungen sofort beendet, die Ermittlungen eingestellt. Sollte der Kaiser tatsächlich etwas mit diesen Vorwürfen zu tun haben, dann muss es sich entweder um Missverständnisse oder Nachlässigkeiten handeln, die dem schwer arbeitenden ehemaligen WM-Organisator unbedingt nachzusehen sind. Sollte Franz Beckenbauer tatsächlich mit Schmiergeldern zu tun gehabt haben, dann nur aus reiner Selbstlosigkeit, das große Ziel vor Augen. Was auch immer bei den Ermittlungen rauskommt, der Kaiser steht über dem Gesetz, deshalb Freispruch!