Ode an den #catcontent zum Internationalen Katzentag

Fun von Isabel am 08.08.2016

Gehört ihr zu diesen eigenartigen Menschen, deren Gesichtsausdruck sich nicht mit purer Euphorie füllt, wenn sie eine Katze sehen? Seid ihr etwa eine dieser Personen, die finden Katzen sind gemein und hinterhältig?

Oder gehört ihr doch tatsächlich zu denjenigen vom „Typ Hund“, die die pelzigen und schnurrenden Schmusetiger kategorisch ablehnen – heute, am Internationalen Katzentag, habt ihr Sendepause! Guckt euch doch so lange die knapp 40 Millionen Instagram-Beiträge unter #catsofinstagram an und seht, was ihr verpasst.

Ode an den catcontent zum Internationalen Katzentag

Katzen sind die Lieblingshaustiere der Deutschen

Knapp 29 Prozent der Deutschen hatten im Jahr 2015 eine Katze, das ist etwa jeder dritte Bundesbürger. Hunde sind zugegeben auch nicht unbeliebt im Haustierhimmel, aber schaffen es bei der Umfrage der GfK nur auf 21 Prozent. Ha! Das Lieblingshaustier der Deutschen ist und bleibt die Katze!

Warum?

Noch Fragen?

Der Reiz der flauschigen Fellknäuel liegt nicht nur in ihrem butterweichen Fell, den großen Augen und dem sanften Schnurren, sondern auch in ihrem Habitus. Okay, manche Katzen können schon etwas divenhaft und kapriziös sein. Doch, wenn man das Verhalten der Katze mal genauer unter die Lupe nimmt, ist sie dem modernen Großstädter ähnlicher als jedes andere Tier und passt sich perfekt an den Tagesrhythmus vielbeschäftigter Leute an. „Katzen sind in vielerlei Hinsicht ein Spiegel unserer Zeit“, sagt Katzenforscher und Bestseller-Autor John Breadshaw („Die Welt aus Katzensicht“, Kosmos Verlag), „mit ihrem Ruf als individuelles Tier, das sein eigenes Leben lebt und seinen eigenen Kopf hat, passt es perfekt zu unserer stark individualisierten Gesellschaft.“

Vor allem Singles in Metropolen haben Katzen gern um sich. Sie kommen alleine klar, wenn es sein muss, sind aber auch immer zum gemeinsamen Fernsehen an der Seite des Menschen. Und mal rein praktisch gedacht, wer hat in unserer schnelllebigen Gesellschaft schon Zeit ständig mit dem Hund Gassi zu gehen, geschweige denn den Platz dafür.

Cat Content: Ohne Katze kein Internet

Dass Katzen noch nicht die Weltherrschaft übernommen haben, ist eigentlich ein Wunder. Das Internet beherrschen sie schließlich schon und sogar politische Ämter bekleiden sie. Und auch der Erfolg des mittlerweile Mega-Konzerns „Buzzfeed“ ist zu einem nicht unerheblichen Teil dem „Cat Content“ zu verdanken.

Seit einigen Jahren jagt ein Katzen-Phänomen das nächste. Warum das nicht auch Hunden gelungen ist? Katzen werden mehr menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Sie gehören zur Alltagskultur – und das kommt im Internet immer gut an. Man kann sich besser mit ihnen identifizieren und dabei sehen sie auch noch verdammt niedlich aus. Im Internet sieht man Katzen Klavier spielen, man sieht sie gähnen, Hunde massieren oder in Toiletten fallen, sich vor Gurken erschrecken oder allerhand andere menschliche Sachen machen. Unser pelziger Freund hat es geschafft und liefert unter den Hashtags #catcontent, #catsofinstagram oder beispielsweise #catsie sekündlich neuen Stoff zum Prokrastinieren. Und dann wären da noch die LolCats – Bilder von Katzen, den durch Hinzufügen von Text als Aussage oder Statement menschliche Züge verliehen werden und im Internet leicht verbreitbar sind. Sie passen einfach auf jede Gelegenheit.

Das sind die Stars der Szene

  • The one and only GRUMPY CAT! Wer die grimmig guckende Katze aus den USA nicht kennt, findet wohl auch das Internet ist Neuland. Die Katze hat mehr Merchandise als Taylor Swift und im Jahr 2014 tatsächlich mehr verdient als Fußball-Superstar Christiano Ronaldo! Kurz nach ihrem großen Durchbruch im Jahr 2012 wurde die Katze, die eigentlich Tardar Sauce heißt, zum Weltstar, verdiente 80 Millionen Dollar in zwei Jahren. Sie gehört der Amerikanerin Tabatha Bundesen und leidet an genetisch bedingtem felinem Kleinwuchs, der ihren Gesichtsausdruck erklärt.
  • Birma-Katze CHOUPETTE musste sich von Grumpy Cat etwas den Rang ablaufen lassen, dennoch ist die Hauskatze von Mode-Designer Karl Lagerfeld ein absoluter Star der Katzenszene – nicht zuletzt, weil sie schon länger ihre eigenen Werbedeals hat, als Model von ihrem Herrchen gekonnt in Szene gesetzt wird und mit einer eigenen Modelinie zu überzeugen weiß.
  • HANK THE CAT war sogar politisch aktive. Die Main-Coon-Katze aus Virginia ließ sich 2012 bei der Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten aufstellen und wurde dritte!

    Hank the Cat
    © Matthew O’Leary
  • LIL BUB ist eine weibliche Katze, die aufgrund diverser genetischer Mutationen ein so auffälliges Erscheinungsbild hat, das Millionen Menschen dem Kätzchen auf Instagram, Facebook, Youtube und Twitter folgen. Lil Bub leidet an Polydaktylie, Dwarfismus, was den Gesichtsausdruck erklärt, sowie einer seltenen Form von Osteopetrose. Heißt, Lil Bub hat verkürzte Beine, einen zu kurzen Unterkiefer und keine Zähne, weswegen die Zunge permanent raushängt.
  • Und dann wäre da noch LARRY, der „Chief Mouser oft he Cabinet Office“ (übersetzt soviel wie „Oberster Mäusejäger des Kabinetts“). Er ist aktuell der Hauskater der Premierministerin des Vereinigten Königreichs in der Downing Street Nr. 10. 1924 trat übrigens schon die erste Katze Treasury Bill ihren Dienst an.

Trends kommen und gehen, denn schon vor den Faultieren versuchten Pandas unsere Lieblingshaustiere vom Thron zu stürzen, doch wenn das nicht einmal der Hund schafft, warum sollte dann aus gerechnet ein so exotisches Tier wie das Faultier oder der Panda zum Internetstar avancieren. Zum Internationalen Katzentag 2016 dürfen wir Katzenliebhaber ruhig mit stolzer Brust behaupten. Unser Haustier ist und bleibt der ungeschlagene Favorit im Internet!

*kleinlaut* – International haben Hunde als Haustiere aber die Nase vorn

Es gibt Hunde- und Katzennationen. Während Deutschland ganz klar zu den Katzennarren gehört, sieht das in den USA ganz anders aus. Dort hält der GfK-Umfrage zufolge jeder zweite einen Hund. In Russland halten insgesamt 73 Prozent der Befragten ein Haustier, meistens eine Katze. Ebenso beliebt ist der unabhängige Vierbeiner bei den Franzosen.

Internationaler Katzentag

Den höchsten Anteil an Haustieren gibt es in Südamerika. Etwa 80 Prozent der Argentinier und Mexikaner haben ein Haustier, in Brasilien sind es 75 Prozent. Sie alle sind auf den Hund gekommen, während China sich zu keinem der beiden Vierbeiner bekennt. Dort hält man lieber Fische.

Ihr seht also, liebe Hundefreunde, auch ihr habt eure Berechtigung. Und wenn am 10. Oktober dann der Internationale Hundetag ansteht, findet sich sicher auch jemand, der eure Vierbeiner feiert. Zum Internationalen Katzentag gehen aber erstmal alle Ohhhhhs und Ahhhs an das Haustier Nummer 1 der Deutschen. Miau.