Methanol im Blut @ Nitrolympx

Fun von Annika am 23.08.2016

Vom 19-21. August liegt in Hockenheim das Benzin wieder in der Luft! Das alljährliche Dragster-Rennen „NitroOlympX“ lädt begeisterte Adrenalin-Junkies auf die Ränge des Hockenheimer Motodroms. Das Motor-Sport Event der Superlative ist mittlerweile eine Kultveranstaltung.

Für alle die Motorsport lieben ist es das Ereignis des Jahres. In spannenden, hochexplosiven Zweikämpfen liefern sich die Fahrer oft ein Kopf an Kopf Rennen, bei dem Bruchteile von Sekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das Rennen findet auf der sogenannten „Quarter-Mile“ statt, einer Rennstrecke von nur etwas mehr als 400 Metern. Die Fahrzeuge, die hier antreten, müssen schon eine extrem schnelle Beschleunigungszeit aufbringen. Nicht selten wird hier von 0 auf 100 in weniger als einer Sekunde beschleunigt.

Methanol im Blut  bei Nitrolympx

Von Autos und Motorrädern, die sogar noch eine Straßenzulassung besitzen, steigern sich die Renn-Kategorien bis hin zur Königsklasse: den Top Fuel Dragstern. Die Top Fuels erreichen auf der Quartermile bis zu 500km/h und machen dabei einen ohrenbetäubenden Lärm. Gebremst wird nur noch mit Fallschirm.

Doch woher stammt das Drag-Racing eigentlich?

Das Drag-Racing oder auch Beschleunigungsrennen kommt ursprünglich aus den USA. Durch spezielle Technik am Motor und die Verwendung von Kraftstoffen, wie Methanol und Nitromethan, können die Dragster und Drag Bikes enorme Leistungen aufbringen.

Beim Drag-Racing wird zwischen Amateurklasse und Profiklasse unterschieden.

Zu den Amateurklassen gehören die Super Comb und die Competition Eliminator. Die Motoren der Super Comb Klasse dürfen mit Benzin, Benzin-Alkohol-Gemisch, Methanol und Lachgas betrieben werden. Jeder Motor darf hier als Antrieb benutzt werden, außerdem auch Turbolader und Roots-Typ-Kompressoren. Die Competition Eliminator zeichnen sich oft durch V8 Motoren aus und können bis zu 1500 PS haben. Die Viertelmeile können sie teilweise unter 7 Sekunden schaffen.

Zu den Profiklassen gehören die Pro Stock, Pro Modified, Top Methanol Funny Car, Top Methanol Dragster, Top Fuel Funny Car und die Top Fuel Dragster. Die Klassen unterscheiden sich im Hubraum, Gewicht, Radstand und ob sie noch funktionstüchtige Türen besitzen. Die höchste Klasse sind die Top Fuel Dragster, die zwischen 6000 und 7000 PS aufbringen können. Bei den höheren Klassen sind sogenannte Wheeliebars vorgeschrieben, die ein Abheben und Überschlagen des Fahrzeugs verhindern. Die Profiklassen werden fast immer mit Fallschirmen gebremst – was bei so viel PS auch absolut verständlich ist!

Methanol im Blut Nitrolympx
© redbull.com

Geschwindigkeits-Rekord

Der Top Fuel Dragster Pilot Tony Schumacher erreichte am 13. August 2005 eine Geschwindigkeit von 337,58 mph (543,28 km/h) bei einer Zeit von 4,446 s auf der Viertelmeile.

Bei den Dragster Rennen in Hockenheim gibt es am Samstagabend immer eine fulminante Show mit viel Benzin und Flammen. Neben spektakulären Stunts und Show Runs gibt es auch den legendären Burnout Contest. Zu Showzwecken kommen oft auch die Jet-Dragster zum Einsatz, die mit Stahltriebwerken oder Gasturbinen aus alten Kampfjets oder Hubschraubern angetrieben werden.

Die Sinne werden bei diesem Event mehr als überstrapaziert: Man glaubt seinen Augen kaum, wenn man diese schnellen Geschosse sieht, man riecht Gummi, Methanol und Rauch, und man hört den Lärm nicht nur, man spürt ihn auch ganz deutlich in der Magengegend. Nichts für schwache Nerven! Doch selbst für Menschen, die nicht unbedingt Rennsport-begeistert sind, ist dieses Event lohnenswert. Fast jeder, der einmal da war, kommt wieder!

Für Hobby-Rennfahrer und Schrauber öffnen sich außerdem die Fahrerlager. Hier kann man bei den einzelnen Teams hinter die Kulissen schauen. Die Teams haben fast immer ein offenes Ohr für Fragen und lassen einen auch schon mal in so einen Highend-Motor hineinschauen.

Auf den Zeltplätzen am Hockenheimring wird abends überall gefeiert. Angst, dass man am nächsten Morgen den Rennbeginn verpasst, braucht man nicht haben. Spätestens wenn die ersten Teilnehmer ihre Reifen durch Burnouts schön warm machen, um so besseren Grip zu haben, wacht man von alleine auf.

Wer sich für das PS-starke Event interessiert, geht am besten direkt auf die NitrOlympX Seite. Einige wenige Restkarten sind sicher noch zu haben.

Das Wochenendticket beginnt bei 54€, es können aber auch Eintrittskarten für einzelne Tage gekauft werden. Für eine gute Sicht, zum Beispiel an der Startlinie oder dahinter, sollte man aber doch Tickets ab 100€ aufwärts wählen.