6 bis 7 Kinofilme, die euch um den Shopping-Verstand bringen

Mode & Lifestyle von Jennifer am 26.07.2016

Was Kinofilme angeht, habe ich meine ganz eigenen Regeln: Was ich wann im Kino schaue und ob es sich auf riesiger Leinwand mit Popcorn und Cola für 20€ on top lohnt, ist bei mir der Grundstein jeder Überlegung. Das Genre spielt dabei eine große Rolle: Action- und Fantasyfilme im “Big Game” mit Dolby und das wertgeschätzte Kinofeeling sind natürlich grandios. Dann gibt es da noch die Kategorie “Romanze”… Ro-man-ze. Okay, kann man im Kino schauen, muss man aber nicht. Jeder so, wie er es mag. Es gibt da aber auch ein Genre, bei dem ich mir nicht so sicher bin, warum es im Kino angeboten wird – oder warum man es überhaupt schaut? Shopping-Filme. Echt jetzt. Und da gibt es nicht einmal wenige von.

Okay, ich klemme meine zynische Ader kurz ab und bleibe sachlich: Natürlich schwingt bei einem sogenannten “Shoppingfilm” auch meist ein nicht zu unterschätzendes Element mit: Humor. Denn die Vielzahl aller “Shoppingfilme” sind im Großen und Ganzen Komödien. Tatsache.

Aber warum gibt es sie überhaupt? Suchen die Drehbuchautoren und Regisseure bewusst nach einem dem Shoppingwahn verfallenen Publikum? Wie sieht’s da eigentlich mit product placement aus? Dürfen die das? Ach klar, irgendwie muss sich das Ding ja finanzieren lassen, wie auch die tatsächlich hochqualifizierten, AAA, wahnsinnig gut bezahlten Hollywoodstars als Schauspieler.

Publikum von Kinofilme
© http://bmag.com.au/

Der Großteil dieses genannten Publikums sind tatsächlich Frauen, wer hätte das gedacht? Es gibt aber auch einige arme, männliche Geschöpfe, die sich ihrer nicht erwehren können und dem Spektakel wehleidig für 90 Minuten zusehen – “um der Liebe willen”, wie einige zu Protokoll gaben (die Frau stand daneben).

Gut, Shopping-Komödien also. Der Vorhang öffnet sich, zu sehen ein Highheel im close-up, ein atemberaubend entzückendes Bein steckt darin. Die Kamera fährt langsam hoch zu einer graziösen Dame im Eilschritt, mit edlen Einkaufstüten aus Kartonage, Hochglanzaufdruck und Schlaufen aus vornehmer Seide, um sie gebührend zu tragen. Hastig biegt sie ab in das nächste Louis Vuitton Geschäft. Cut.

Zumindest war in der ersten Szene etwas für den Mann dabei… ein graziöses Bein. Bereits nach dem Einblenden der Tüten dürfte aber auch jedes Frauenherz höher geschlagen haben, und er bekommt den neckischen Ellbogencheck seiner Angebeteten in die Seite, die ihm damit zu verstehen gibt, das ihr in der Beziehung doch noch etwas fehlt.

Doch genug der sarkastischen Worte, liebe Leserinnen und Leser. Modeikonen, aktueller Lifestyle, Anregungen für den eigenen Kleiderschrank und eine gehörige Portion Witz? Wo soll denn das bitte nicht unterhaltsam sein? Es gibt eine Menge guter “Shopping”-Filme, die mit großartigen Schauspielern besetzt sind, erfolgreich am Zahn der Zeit fühlen und gekonnt den Charme gesellschaftskritischer Aspekte in unterhaltender Art und Weise in den Kinosaal tragen. Und ganz ehrlich: In Hinblick auf die Mode waren oftmals nun schon wirklich bemerkenswerte Werke am Set, in die man sich vom Kinosessel aus hineingeträumt hat. Er wohl nicht, aber okay…

Welche Filme sich in diesem Genre zurecht behaupten konnten und uns prächtig unterhalten haben, verrate ich euch im Anschluss an diese Zeilen.

#1 DER TEUFEL TRÄGT PRADA

Der wohl beliebteste und erfolgreichste Film in diesem Genre wird personifiziert von Meryl Streep selbst, in der Hauptrolle. Das allein steht für mich schon für Qualität – muss es nicht immer heißen, aber ich denke wir sind uns alle einig, dass sie in dieser Rolle schlichtweg überzeugt hat. Geiles Ding (ich meine den Film, unter anderem).

Die eiskalte, furiose und anspruchsvolle Chefredakteurin einer renommierten Modezeitschrift, Miranda Priestly (Meryl Streep), hat noch Platz für eine persönliche Assistentin – eine heißbegehrte Position, die als unumstrittenes Sprungbrett für die Karriere in dieser Branche gilt. Diese Position geht an die frischgebackene Universitätsabsolventin Andrea Sachs, kurz Andy. Damit kommt der Plot ins Rollen und eine knackige Komödie mit einem Hauch von Fakten aus dem wahren Leben nimmt seinen Lauf.

der Teufel trägt Prada
© promiflash.de

#2 SHOPAHOLIC

Ein weiterer, starbesetzter Streifen ist Shopaholic. Dieser Film betitelt genau das, was er auch aussagen möchte: Eine Frau, die als Schnäppchenjägerin eben nur das eine im Kopf hat und einfach nicht anders kann als… shoppen. Getragen wird der Film von Akteuren wie John Goodman und Joan Cusack, neben Isla Fisher.

So geht ein Film doch schon gut los: Shoppingsüchtig, Kreditkarten (plural) um mehrere Tausend Dollar überzogen, Firma insolvent, Job weg; doch das Shoppen an den Nagel hängen? Keine Chance. Somit scheint die Katastrophe perfekt. Ein neuer Job muss her, und die letzte Amtshandlung als Vorbereitung für die anstehenden Vorstellungsgespräche ist… einen grünen Schal kaufen – klar. Doch mit dieser Tat geht der Kampf um den richtigen Job erst los…

Confession aof a shopaholic
Ph:Robert Zuckerman
© 2008 Touchstone Pictures and Jerry Bruckeimer, Inc. All Rights Reserved.

#3 VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN

Na klar, wenn wir vom Shoppen sprechen, darf der gute Arni (Arnold Schwarzenegger) natürlich nicht fehlen. Wer könnte elfengleicher in die Rolle der Shopping-Queen schlüpfen als der gute, alte Actionheld, der sich außerordentlich gut auch in Komödien schlägt (“schlägt” im übertragenen Sinne).

In dieser wahnwitzigen Komödie dreht es sich nicht allein um die Tätigkeit des Shoppens an sich, sondern viel mehr um den Kauf eines ganz bestimmten Produktes, welches Howard Langston (Arnold Schwarzenegger), Geschäftsmann und Familienvater, in dieser Reihenfolge, seinem Sohn zu Weihnachten verspricht: Die allseits beliebte Action-Figur “Turbo Man”. Tja, wenn Daddy eben shoppen geht…

Versprochen ist versprochen
© cinema.de

#4 AMERICAN PIE 3

Was genau hat denn bitte American Pie mit Shopping zu tun? Im dritten Teil der Reihe eigentlich eine ganze Menge. Denn dort dreht sich alles um den Kauf eines Brautkleides. Ihr seht, wir reduzieren das Shoppingthema bereits; wartet mal ab, was euch auf Platz fünf erwartet.

Aber erst einmal das Brautkleid: Über das Kennenlernen und sexuelle Austoben sind wir bereits weit hinaus in diesem Film, jetzt geht es ans Eingemachte: Die Hochzeit. Und da darf ein anständiges Brautkleid natürlich nicht fehlen. Seid ihr also gerade auf der Suche danach, nehmt euch ein Beispiel – aber vielleicht nicht unbedingt an diesem Film.

American pie
© wallpaper.brothersoft.com

#5 DAWN OF THE DEAD

Und -zack- da wird der Kerl hellhörig. “Hab ich da gerade Dawn of the Dead gelesen? In einem Artikel über Shoppingfilme?” Korrekt. Ich bin ja stark für Gleichberechtigung und in der heutigen Zeit darf man dieses Thema ruhig auch mal an den “Mann” bringen (Achtung! Humor in progress). Genau genommen spielt Dawn of the Dead nämlich überwiegend in einem Kaufhaus, in dem sich auch fleißig der Ressourcen bedient wird. Grund genug für einige Kritiker im world wide web (und das ist jetzt mein voller Ernst), diesen Film unter der Kategorie “Konsumkritik” laufen zu lassen… also, nicht nur der Location wegen, sondern auch, weil ein Film an sich ein Konsumgut ist. Und Shopping ist auch “Konsumieren”. Deshalb gibt es hier ein Kaufhaus. Klar soweit? …mir auch nicht. Weiter geht’s…

Während sich also die Zombieapokalypse über das Land ausbreitet und man davon buchstäblich überrumpelt wurde (und deshalb die entsprechenden Klamotten fehlen, weil das Eigenheim nicht mehr aufgesucht werden kann), liegt das großzügige Bedienen in einem menschenleeren Kaufhaus nahe – no budget shopping eben.

© shortlist.com
© shortlist.com

 

#6 & #7 SEX AND THE CITY & CLUELESS

Okay, seht mir den Ausrutscher unter Nummer fünf nach. Ich konnte nicht wiederstehen. Schlussendlich haben wir da aber noch einiges in Petto, was dem Ganzen etwas mehr… Glanz verleiht und etwas weniger Untote ins Bild rückt. Denken wir nur mal an Titel wie Sex and the City oder auch Clueless. Der Fokus liegt zwar nicht unbedingt auf Shopping, allerdings spielt dieses Thema dabei auch keine unbedeutende Rolle. Konsumiert wird hier nämlich wie bekloppt – alles.

Sex and the City
© menrepeller.com

Und sowohl die arrangierten Großstadtdamen, als auch unsere Nachwuchsprinzessinnen können mit einer Reihe Spielfilmen und auch einer durchaus erfolgreichen Serie glänzen. #YOLO

Clueless
© vogue.com

Fazit:

Bei vielen der genannten Filme haben große Modedesigner ihren Auftritt. Allem voran natürlich Prada, aber auch Gucci, Armani, Louis Vuitton und Dolce & Gabana werden visualisiert, genannt und unter anderem auch… getragen. Bis auf Film Nummer fünf – da ist selbst mir kein angesagter Designer aufgefallen. Zudem wird in einigen Filmen der Plot gesellschaftskritisch hergeleitet und aktuelle Problematiken oder auch Verhaltensweisen gekonnt in Frage gestellt. Moralische Aspekte sind demnach in fast jedem Film vorhanden – auch bei Nummer fünf.