22. Dezember 2016
Fabian in Mode & Lifestyle

Berlin Fashion Week 2017. Was war, was ist, was wird…

In vier Wochen ist es wieder soweit: Vom 17. bis zum 19. Januar 2017 findet die Berlin Fashion Week 2017 statt! Einmal im Halbjahr trifft sich die Modeelite in der Hauptstadt, um der neugierigen Öffentlichkeit und den eifersüchtigen Kollegen ihre neuesten Modeschöpfungen zu präsentieren. Die Berlin Fashion Week feiert dieses Jahren ihren zehnten Geburtstag und

In vier Wochen ist es wieder soweit: Vom 17. bis zum 19. Januar 2017 findet die Berlin Fashion Week 2017 statt! Einmal im Halbjahr trifft sich die Modeelite in der Hauptstadt, um der neugierigen Öffentlichkeit und den eifersüchtigen Kollegen ihre neuesten Modeschöpfungen zu präsentieren. Die Berlin Fashion Week feiert dieses Jahren ihren zehnten Geburtstag und gehört längst zu den wichtigsten Modemessen der Welt. Seit 2007 lädt Hauptsponsor Mercedes-Benz zweimal jährlich zum Stelldichein nach Berlin.

Bild: Shutterstock/Lev Radin
Bild: Shutterstock/Lev Radin

Hier treffen sich die Besitzer der bekanntesten Modelabels, die heißesten Newcomer der Szene, die schönsten und klapprigsten Models der Welt und der gemeine, interessierte Zuschauer. Besonders für junge Modeschöpfer kann die Berlin Fashion Week der Startschuss für eine internationale Karriere sein. Viele berühmte Designer machten ihre ersten Schritte auf den Laufstegbrettern, die die Welt bedeuten, in der deutschen Hauptstadt, und eroberten von hier aus die Modewelt.

Die Berlin Fashion Week im Konzert der Großen

Die Berlin Fashion Week hat sich in nur zehn Jahren einen festen Platz im jährlichen Modeveranstaltungskalender erarbeitet. Im internationalen Ranking belegen die Berliner Modemessen im Januar und Juli eines jeden Jahres mittlerweile Platz fünf der wichtigsten Modeevents weltweit. Zugegebenermaßen genießt die Pitti Immagine Uomo in Florenz mindestens einen ähnlichen Ruf, und Platz fünf ist nicht unbestritten. Vor der Berlin Fashion Week stehen auf jeden Fall die sogenannten „Big Four“, die vier bedeutendsten Austragungsorte in Sachen Mode überhaupt.

Auf Platz eins steht seit Jahrzehnten unangefochten die legendäre Mailänder Modewoche. Wer es hierher schafft, hat es definitiv geschafft! Auf den Plätzen folgen die Modenschauen in Paris, New York und London, nicht viel weniger prestigeträchtig. Dahinter reiht sich demutsvoll die Berlin Fashion Week ein. Die „Big Four“ zu verdrängen, ist in den nächsten 100 Jahren wohl kaum möglich, aber die vergleichsweise kleineren Shows in Berlin bieten dafür größere Chancen für unbekanntere Modelinien. Wer auf der Berlin Fashion Week 2017 zu sehen sein wird, und wen die Berliner Modemesse schon alles berühmt gemacht hat, seht ihr hier.

Die Stars der Berlin Fashion Week 2017

Neben den etablierten Modehäusern und Designern, wie zum Beispiel Joop, Hugo Boss und Michael Michalsky, die immer mal wieder ihre Kollektionen auf der Berlin Fashion Week präsentieren, sind es vor allem die neuen, innovativen und relativ unbekannten jungen Modeschöpfer, die diese Modemesse so interessant macht, und die Schaulustigen anlockt. Wer ist nicht gerne dabei, wenn ein Highlight, eventuell ein Trend, oder sogar ein neuer Star geboren wird?

# Marcel Ostertag

Der Designer Marcel Ostertag gehört schon buchstäblich zum Inventar der Berliner Fashion Week und seine Kollektionen werden auch im Januar 2017 zu sehen sein. Seit 2006 betreibt Ostertag sein gleichnamiges Modelabel und war bereits mit 16 Show auf der Berlin Fashion Week vertreten. Seit Anfang 2016 lebt und arbeitet der gebürtige Münchner übrigens in Berlin. Sehr wichtig ist Marcel Ostertag das Label „Made in Germany“, daher produziert er nur in Deutschland, statt wie viele seiner Kollegen in Osteuropa oder Asien.

# Vladimir Karaleev

Der Bulgare Vladimir Karaleev, geboren 1981 in Sofia, zog bereits mit 19 Jahren nach Berlin, um dort Mode zu studieren. 2006 gründete er das Modelabel Vladimir Karaleev. Auch er ist ein oft gesehener Gast auf der Berlin Fashion Week. Seine Kollektionen zeichnen sich durch avantgardistische und abstrakte Formen und Modelle aus, dabei soll seine Mode aber nach eigener Aussage immer tragbar bleiben. Man darf gespannt sein, was Vladimir Karaleev auf der Berlin Fashion Week 2017 zeigen wird.

Bild-3-Berlin-Fashion-Week

# Michael Sontag

Noch ein Bayer in Berlin. Michael Sontag kam allerdings schon zum Studieren nach Berlin. An der Kunsthochschule Weißensee schloss er sein Modedesignstudium mit dem Meistertitel ab. Mit gerade einmal 29 Jahren zeigte Michael Sontag seine Kollektionen bereits in Berlin und Paris, und er gewann mehrere Preise. Wolle, Seide und Baumwolle sind seine bevorzugten Materialien, asymmetrische Schnitte und Naturtöne dominieren seinen Modestil. Am 14. Januar 2017 wird Michael Sontag 37 Jahre alt und gehört damit schon zu den alten Hasen auf der Berlin Fashion Week.

# Danny Reinke

Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Danny Reinke ist einer der Newcomer auf der Berlin Fashion Week. Von Mönkebude aus, einer 750-Seelen-Gemeinde an der östlichsten Ostsee, machte sich Reinke auf in die große, weite Welt. Er kam allerdings nur bis nach Hannover und begann ein Studium an der Akademie für Mode und Design, welches er 2013 abschloss. Laut eigener Aussage „bestechen seine Arbeiten durch üppige, individuelle Formen mit detaillierten femininen Ausschmückungen und durch den unkonventionellen Umgang mit ungewöhnlichen Texturen sowie den Einsatz von recycelten Materialien“.

# Sample-CM

Hinter dem ungewöhnlichen Namen Sample-CM verbirgt sich die Berliner Designerin Margot Charbonnier. Auch sie ist eine Newcomerin. präsentierte sich 2016 zum ersten Mal auf der Berlin Fashion Week, und darf sich nach dem letztjährigen Erfolg nun erneut zeigen. Sie hat sich nachhaltig ins Gedächtnis der Zuschauer gebracht mit ihrer Schau. Ein einziges Model, dass vor den Augen des Publikum umgestylt und umgezogen wurde, zeigte in einer Art Performance nicht nur ein fertiges Modeprodukt, sondern einen ganzen Entstehungsprozess. Mal sehen, was sich Margot Charbonnier für 2017 überlegt hat.

Bild: Shutterstock/Marina Tatarenko
Bild: Shutterstock/Marina Tatarenko

Wen hat die Berlin Fashion Week berühmt gemacht?

# Dawid Tomaszewski

Der polnisch-deutsche Designer Dawid Tomaszewski ist ein Paradebeispiel für eine Erfolgsgeschichte, die ihren Anfang bei der Berlin Fashion Week nahm. Tomaszewski hatte an der Akademie der Künste in Berlin bei der Modeikone Vivienne Westwood studiert. Von dort zog er nach seinem Studium aus, um seine Kollektionen und Entwürfe in aller Welt zu präsentieren, bis der 2011 auf der Berlin Fashion Week erstmals eine Schau seiner Arbeiten zeigen durfte. Das war der Durchbruch und mittlerweile gehört Dawid Tomazsewski zu den Topdesignern in Deutschland. Viele Stars und Sternchen kleiden sich mit seinem Namen.

# Marina Hoermanseder

Die österreichische Modeschöpferin Marina Hoermanseder darf ebenfalls als ein Kind der Berlin Fashion Week bezeichnet werden. Sie studierte zunächst BWL in Wien, bis sie ihren Fehler bemerkte und auf Modedesign umstieg. 2013 machte sie in Berlin ihren Abschluss und 2014 präsentierte sie auf der Fashion Week ihre erste eigene Kollektion. Seitdem ist Hoermanseder im Geschäft. Die Austrian Airlines fliegen in ihren Uniformen, und Weltstars wie Lady Gaga und Rihanna tragen Marina Hoermanseder-Outfits auf der Bühne. Mehr geht kaum.

# Guido Maria Kretschmer

Moment, das ist doch…ja, genau der! Als Profi in Sachen Mode berät Guido, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, in der Vox-Sendung „Shopping Queen“ die Damen der Schöpfung bei ihren größten Sorgen. Dabei handelt es sich natürlich um Shopping- bzw. was-soll-ich-anziehen-Themen. Bevor Kretschmer zum TV-Star wurde, nahm auch er den steinigen Weg eines Jungdesigners. Seine glamourösen, extravaganten und dabei doch zeitlosen Kreationen präsentierte er dem geneigten Publikum das erste Mal auf der Berlin Fashion Week 2009. Mittlerweile ist Guido Maria Kretschmer super erfolgreich, und Schauspielerinnen wie Charlize Theron oder Models wie Karolina Kurkova tragen seine Kleider.

Bild:  MEINWELT Photography
Bild: MEINWELT Photography

# Kaviar Gauche

Extravagante Namen haben den Vorteil, dass sie auffallen. Man sollte allerdings auch darauf achten, dass sie nicht zu schwierig oder gar unaussprechbar sind. Das Modelabel Kaviar Gauche liegt mit seinem Namen an der Grenze des Erträglichen. Das gilt nicht für die Mode der Designerinnen Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl, die sich hinter dem mittelprächtigen Namen verbergen. Kaviar Gauche zählt heute zu den erfolgreichsten und bekanntesten Modelabels in Deutschland, und begonnen hatte alles 2009 auf der Berlin Fashion Week.

# Leyla Piedayesh

Die deutsch-iranische Berlinerin Leyla Piedayesh kam zur Mode wie die Jungfrau zum Kinde. Sie strickte gerne und verkaufte Pulswärmer auf Flohmärkten. Irgendwann entwickelte sich daraus eine kleine Strickwarenkollektion, und ihre Arbeit bekam immer mehr Aufmerksamkeit. Piedayesh dehnte ihr Segment weiter aus; eines ihrer Markenzweichen und ein echter Verkaufsschlager wurden Palästinenser-Schals aus Kashmir.

2006 eröffnete Leyla Piedayesh einen kleinen Laden in Berlin-Mitte, 2007 präsentierte sie erstmals auf der Berlin Fashion Week. Mittlerweile werden ihre Kollektionen in hunderten von Läden weltweit verkauft, Piedayesh hat über 30 Mitarbeiter und macht Umsätze von mehreren Millionen. Die Berlin Fashion Week war ihr Sprungbrett in den Modeolymp.