16. Januar 2017
Sibylle in Mode & Lifestyle

Das kleine Fashion Week Berlin ABC

Ab morgen geht es wieder rund im Berliner Modezirkus! Die Winterausgabe der Mercedes Benz Fashion Week Berlin öffnet ihre Tore und feiert sich selbst, die besten Kreationen der kommenden Saison, neue und alte Designer, dünne Modells und eine wilde Mischung aus internationaler Presse, jungen Bloggerinnen und Berliner Lokalprominenz. Seit 2007 veranstaltet der Autobauer aus Schwaben

Ab morgen geht es wieder rund im Berliner Modezirkus! Die Winterausgabe der Mercedes Benz Fashion Week Berlin öffnet ihre Tore und feiert sich selbst, die besten Kreationen der kommenden Saison, neue und alte Designer, dünne Modells und eine wilde Mischung aus internationaler Presse, jungen Bloggerinnen und Berliner Lokalprominenz. Seit 2007 veranstaltet der Autobauer aus Schwaben bereits die deutsche Modewoche, die sich zwar noch längst nicht mit ihren großen Schwestern Mailand, Paris, London und New York messen kann, sich über die Jahre aber doch schon einen respektablen Ruf als ernstzunehmende Fashionveranstaltung erarbeitet hat. Grund genug, das Ganze mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und euch mit einem kleinen ABC für und über die Fashion Week Berlin auszustatten – von A wie Aftershow Party bis Z wie Z-Promi!

Fashion Week in Berlin
Foto: Credits: T-Online

A – Aftershow Party

Sind angeblich legendär. Ob Dandy Diary oder Sleek Magazin, das Who-is-Who der Berliner Partyszene suhlt sich im postmodischen Streetfame und bestätigt sich gegenseitig in seiner Existenz. Kann man machen, muss man aber nicht.

B – Brandenburger Tor

Das Zuhause der Fashion Week Berlin. Zumindest bis voriges Jahr. Und auch nur, wenn die Straße des 17. Juli nicht gerade anlässlich eines fußballerischen Großevents zur Fanmeile mutierte (siehe E wie Erika-Hess-Eisstadion). Doch damit ist es nun endgültig vorbei, die Modewoche hat dem großen, weißen, temporären Zelt hinterm Brandenburger Tor für immer Lebewohl gesagt.

C – Cathy Hummels (siehe Z wie Z-Promi)

Wer sich fragt, was Frau Hummels eigentlich so treibt den ganzen Tag, außer dem Mats die Haare zu blondieren und Soja-Latte-Lieder zu singen, der werfe mal einen Blick Richtung Berlin. Ob bei Lala Berlin, Marina Hoermanseder oder Dorothee Schumacher – das Frollein Cathy ist stets ganz vorne mit dabei.

D – Drogen

BVG knows best:

Fashion Week BVG

E – Erika-Heß-Eisstadion

Zweimalige Ausweich-Location der Berliner Fashion Week (siehe B wie Brandenburger Tor und J wie Kaufhaus Jandorf). Der Name ist Programm: Ein Eisstadion eben, gelegen im Ach-so-wilden-Wedding, der angeblich seit Jahren kommt und es doch noch immer nicht vom Problem- zum Szenebezirk geschafft hat. Erinnert ein wenig an die wilden Eisdisko-Abende in der in die Jahre gekommenen Eishalle zu Hause in der süddeutschen Provinz. Nur dass dann eben plötzlich Hillary Swank und Frauke Ludowig vorbeistöckeln.

F – Front Row

Die Plätze in der ersten Reihe einer jeden Fashion Show – oftmals auch die einzigen, die mit einer G wie Goodie Bag bedacht werden. Heiß begehrt und fast immer reserviert für die echten, bezahlten Promis (falls anwesend) oder die internationale Presse. Je unbekannter der Designer, desto größer auch die Chance, einen Platz ganz vorne am Laufsteg zu ergattern.

G – Goodie Bag

Kaum gibt’s was umsonst, brennen bei uns alle Sicherungen durch, als ginge es ums nackte Überleben und nicht um den x-ten Jutebeutel mit Werbeaufdruck drauf und Kondom/Fitnessdrink/Beautyprodukt/Essiggürkchen darin. Genau das sind aber die unspektakulären Give-Aways, die die Designer (bzw. die Agenturen) in die heiß begehrten Goodie-Bags stecken, welche dann zwar meist nur die Crème de la Crème der Besucher erhält (siehe Front-Row).  Unaufgeregt und mit einem mühevoll antrainierten Resting-Bitch-Face wird das Beutelchen dann followerheischend auf Snapchat und Instagram – #mbfw #giveaway #unboxing – ausgepackt, um 10 Minuten später auf dem Weg zur nächsten Show im Shuttle (oder der U8) vergessen zu werden.

Foto: marina-hoermanseder/Credits:Vogue.de
Foto: marina-hoermanseder/Credits:Vogue.de

H – Haute Couture

Gibt’s in Berlin nicht zu sehen. Macht aber nichts. Dafür haben wir die orthopädisch inspirierten Meisterwerke von Marina Hoermanseder und Malaika Raiss, die in ihren Kreationen minimalistische Coolness mit einem femininen Wohlfühlfaktor vereint.

I – Influencer

Es gibt Koryphäen wie Anna Wintour und Carine Roitfeld, erfolgreiche Modebloggerinnen, die diesen Beruf in den vergangenen 10 Jahren überhaupt erst erschaffen (und geprägt) haben. Und dann gibt es Influencer. Meist sind das blutjunge, superdünne Mädchen um die Zwanzig, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, Produkte bekannter Marken in ihre Smartphonekamera zu halten. Ein Hoch auf die Authentizität!

J – Jandorf, Kaufhaus Jandorf

Das altehrwürdige Warenhaus am Weinbergsweg wurde 1904 von Adolf Jandorf eröffnet und war bis zu seiner Schließung im Jahre 1945 eine der Top-Adressen in Sachen Mode in Berlin. Nach dem Mauerbau fungierte es als Modeinstitut der DDR. Mit der Wende im Jahre 1990 kam auch das Ende des Instituts. Seitdem steht der imposante Bau leer und wird offiziell als „Eventlocation zwischengenutzt“ – in diesem Jahr nun auch zum ersten Mal als Standort für die Mercedes Benz Fashion Week Berlin.

Foto: kaufhaus-jandorf/Credits:picture-alliance
Foto: kaufhaus-jandorf/Credits:picture-alliance

K – Kretzschmar, Guido Maria

Der Guido wird dieses Mal leider nicht in Berlin am Start sein. Der möchte seine Kleider dieses Jahr lieber bei der New York Fashion Week zeigen. Ob das seine eigene Idee war, ist nicht bekannt – denkbar wäre auch, dass VOX seinen Shopping King quotenwirksam mit der Kamera nach Amiland begleitet: „Goodbye, Deutschland – Guido allein in New York“.

L – Location

Siehe J wie Kaufhaus Jandorf. Neben der Hauptlocation gibt es noch jede menge weitere Veranstaltungsorte, die über die ganze Stadt verteilt sind, wie der me Collectors Room, der Kronprinzenpalais, das Kraftwerk Berlin oder der Postbahnhof.

M – Modells, Mercedes Benz, Mitte-Mädchen, Mode-Macher, Magerwahn, Mandelmilch, Medien-Meute.

Mehr gibt’s zu M nicht zu sagen.

N – Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren ist nachhaltige, ökologisch und fair produzierte Mode immer mehr in den Fokus des interessierten Fashion-Publikums geraten. Der Green Showroom und die Etical Fashion Show im Postbahnhof bieten nachhaltigem Design im Rahmen der Fashion Week eine eigene Plattform.

O – Oh là là!

P – Pop Up Store

Die temporären Boutiquen, Showrooms und Shops, die entweder als offizielles Begleitprogramm der Fashion Week für einige Tage in der Haupstadt aufpoppen, oder als kommerzielle Ausgeburt der Subkultur versuchen, auf der fashion-Week-Welle mitzureiten.

Q – Qualität

Es stimmt, die Kollektionen sind nicht gerade ein Schnäppchen. Dafür bekommt man aber auch was für sein Geld. Wer lieber nur Zweifuffzich für ein Shirt ausgeben mag, geht eben zu Primark anstatt zur Fashion Week.

R – Rumstehen

Neben dem Schaulaufen für die Fotografen-Meute (und für die Schulklassen aus Süddeutschland, die auf Klassenfahrt nach Berlin zufällig an der Fashion-Location vorbeikommen und den erkämpften Selfie mit dem Z wie Z-Promi mindestens so feiern wie den Besuch bei Starbucks) machen die Besucher der Fashion Week vor allem eines: Nichts. Also Warten. In anderen Worten: Rumstehen. Wie aufregend.

Fashion Week Pinterest

S – Smalltalk

Hierfür eignen sich vor allem unverfängliche Themen, beispielsweise Z wie Z-Promi („War die da drüben nicht letztes Jahr bei dieser Modell-Such-Show auf Pro 7 dabei?“) oder W wie Winter („Arschkalt heute, oder? Ich hab schon nen Eiszapfen an meinen nackten Knöcheln.“).

T – Tickets

Ohne Tickets geht nichts. Zumindest nicht viel. Denn fast alle Veranstaltungen sind nur für geladene Gäste oder Pressevertreter geöffnet, lediglich einige Showrooms ermöglichen auch Normalsterblichen den Zugang zum Fashion-Olymp.

U – U-Bahn

Mercedes Benz stellt selbstredend für die wirklich wichtigen Gäste (Siehe C wie Cathy Hummels, I wie Influencer und Z wie Z-Promis) exklusive Shuttles von Location zu Location zur Verfügung. Alle anderen nehmen den ebenfalls exklusiven Shuttle der BVG – die U-Bahn. Aus geographischen Gründen dürfte das diesmal vor allem die U8 sein – ich schweige wissend und wünsche an dieser Stelle schon mal viel Freude im ÖPNV. Muahahaha…

V – Vegan

Wer von Show zu Show hetzt, der muss auch mal was essen. In Berlin ist das gerne mal vegan. Und glutenfrei. Unsere Empfehlung für hungrige Mäuler: Frühstück und Lunch in der No58 Speiserei, Lunch und Dinner im chinesischen Tianfuzius. Yum!

W – Winter

Die Ausgabe der Fashion Week Berlin im Sommer hat einen großen Vorteil gegenüber der Winter-Ausgabe: Sie findet im Sommer statt. Das ist nicht nur meteorologisch, sondern auch modisch und somit gesundheitlich von Vorteil. Aber hey, die Urologen und HNOs dieser Stadt werden sich sicher freuen wie Bolle, wenn sie nächste Woche all die jungen Damen mit ihren nackten Knöcheln (Ernsthaft?! Bei Minusgraden? WARUM?) und bauchfreien Cropped Tops wegen Blasenentzündungen und Angina behandeln dürfen.

Winter in Berlin

X –Xberg

Auch bekannt als Kreuzberg. Stadtteil von Berlin. Hat nicht wirklich was mit der Fashion Week zu tun, aber ansonsten gab’s kein Wort mit X.

Y – Yorckstraße.

Hat auch nichts mit der Fashion Week zu tun, ist aber in Berlin. Und fängt mit Y an.

Z – Z-Promis

Siehe C wie Cathy Hummels. Oder I wie Influencer. Oder schalte RTL ein und werfe einen Blick ins Dschungelcamp – die „Stars“, die du dort siehst, sind die Z-Promis der Fashion Week von morgen!