Die 11 größten Fitness-Mythen – wir räumen damit auf!

Mode & Lifestyle von Daniel am 19.11.2016

 „Ich hab‘ gestern Bier gesoffen, dafür mach‘ ich heute 10 Sit Ups mehr!“ Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht. In wenigen Lebensbereichen tummeln sich so viele Mythen und Halbwahrheiten wie bei Sport und Fitness, weshalb sich viele Leute ihr halbes Leben lang quälen, um ihrem Traumkörper nahezukommen – vergeblich. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte zwischen zermürbendem Hamsterrad und nutzlosem Selbstbetrug. Zielführend ist es bei der Realisation des Adoniskörpers auf alle Fälle, landläufigen Irrtümern nicht auf den Leim zu gehen, weshalb wir die 11 größten Fitness-Mythen mal näher für euch beleuchten und damit aufräumen.

  • Nur Training bis zur Schmerzgrenze bringt Erfolg

Vollkommener Unsinn! Ein Muskelkater ist absolut in Ordnung und kommt ganz einfach durch eine Übersäuerung des Muskels. Wenn möglich, kann man einfach weitertrainieren und die Sache ist nach zwei Tagen erledigt. Strapazierte Muskeln sind das erste Zeichen des Erfolgs! Ungewöhnliche Schmerzen solltet ihr allerdings auf keinen Fall ignorieren und unbedingt den Trainer zu Rate ziehen. Überlastungen oder falsch ausgeführte Übungen können zu irreparablen Schäden führen.

woman work-out

  • Dehnen beugt Verletzungen vor

Stimmt nicht und gehört definitiv unter die 11 größten Fitness-Mythen. Aufwärmen und Lockern ist wichtig, dafür eignet sich aber entspanntes Laufen weitaus besser als klassisches Dehnen. Letzteres strafft die Muskeln und der Körper wirkt mit einer Kontraktion entgegen, was die Flexibilität einschränkt und die Verletzungsgefahr erhöht. Gleichzeitig verlieren Sehnen und Bänder an Spannung, was sich wiederum ungünstig auf den Bewegungsapparat der Muskeln auswirken kann. Wie mehrere Studien belegen, kann Stretching vor dem Aufwärmen kontraproduktiv fürs Training sein, so dass diese Empfehlung auch unter Die 11 größten Fitness-Mythen fällt.

  • Durch Sit-Ups bekommt man einen Waschbrettbauch

Ein Six Pack wird unter einer Plauze auch in hundert Jahren nicht das Licht der Welt erblicken. Vielleicht ist euch auch in der Umkleide zu Schulzeiten schon aufgefallen, dass die untergewichtigsten Klassenkameraden von Natur aus mit einem latenten Waschbrett ausgestattet waren. Essentielle Bedingung, um Bauchmuskeln sichtbar werden zu lassen, ist ein nicht zu hoher Körperfettanteil. Es führt also kein Weg am Ausdauertraining vorbei, wenn ihr dieses Ziel erreichen wollt und ein bisschen zu viel auf den Rippen habt. Umgekehrt müsst ihr erstaunlich wenig tun, wenn ihr schon gut in Form seid, und nach ein paar Bauchmuskel-Sessions werden die ersten Päckchen sichtbar.

Sit-ups

  • Fett wird nur bei niedrigem Puls verbrannt

Nope! Beim Ausdauersport werden immer Kohlenhydrate, Fett und Proteine verbrannt, nur zu verschiedenen Anteilen. Der relative Fettverbrauch ist bei langsamem Laufen höher als bei schnellem, wo eher auf Kohlenhydrate zurückgegriffen wird. Wenn man tatsächlich bei niedriger Intensität länger durchhält, verbrennt man zwar unter Umständen gleich viel oder sogar mehr Fett, als bei hoher Anstrengung. Bei gleicher Zeitdauer ist die absolute Fettverbrennung aber höher, wenn man stärker powert. Auf alle Fälle solltet ihr den Puls konstant halten.

  • Erst nach einer halben Stunde verbrennt man Fett

Das mag vielleicht eine willkommene Ausrede sein, um überhaupt nicht erst loszulegen, ist aber trotzdem vollkommener Blödsinn. Von der ersten Sekunde an verbrennt der Körper alle Nährstoffe, die ihm zur Verfügung stehen, lediglich die Anteile verändern sich im Laufe des Trainings.

  • Fällt auch unter die 11 größten Fitness-Mythen: Sport verhindert Cellulite

Auch das stimmt so leider nicht, auch wenn es sich 80 Prozent der Frauen sicher wünschen würden, die laut Studien davon betroffen sind. Cellulite ist das Resultat eines schwachen Bindegewebes und das kann leider nicht direkt durch Sport gefestigt werden. Einen positiven Effekt auf die unschönen Dellen kann eine säurearme, weitestgehend zuckerfreie und vitaminreiche Ernährung haben. Salz hingegen begünstigt Wassereinlagerungen und fördert die Bildung von Orangenhaut. Sorry, auch das fällt unter die 11 größten Fitness-Mythen.

  • Wer wenig schwitzt, ist gut trainiert

Das komplette Gegenteil ist der Fall: Ein gut austrainierter Körper greift schneller auf seine natürliche Kühlungsfunktion zurück als ein unsportlicher. Aktive Sportler haben einfach besser funktionierende Schweißdrüsen, weil der Abtransport von Flüssigkeit häufiger stattfindet. Geübte Sportler verlieren bis zu drei Liter Schweiß pro Trainingseinheit,  bei Anfängern beläuft sich die Menge nur auf 0,8 Liter.

laufende Frauen

  • Laufen schadet den Gelenken

Auch das ist zum Glück nur ein weit verbreiteter Irrtum. Laufen stärkt die Muskulatur und schützt dadurch indirekt auch die Gelenke. Von essentieller Wichtigkeit ist allerdings ein guter, auf euch und euer Laufverhalten abgestimmter Laufschuh. Ihr solltet auch nicht von Null auf hundert starten, sondern die Leistung langsam steigern.

  • Wenn man mit Krafttraining aufhört, verwandeln sich Muskeln in Fett!

Vollkommener Humbug. Muskeln bestehen aus Eiweiß und Fettpolster: Aus Fett! Nichts in der Welt wird aus dem einen das andere zaubern. Eine indirekte Auswirkung gibt es dennoch, da trainierte Muskeln den Grundumsatz des Körpers erhöhen und somit auch mehr Fett verbrennen. Wenn man aufhört zu trainieren, nimmt man meistens bei gleicher Ernährungsweise auch zu, wodurch der Eindruck entsteht, die Muskeln würden langsam zu Fett zerschmelzen.

  • Je mehr man trainiert, desto größer der Effekt

Um sich beim Training zu steigern und die Muskeln wachsen zu lassen, ist eine Regenerationsphase von 48 bis 72 Stunden nötig. Es bringt also nichts, täglich ins Fitnessstudio zu rennen, es sei denn man trainiert nach einem ausgeklügelten Splitting-Plan und strapaziert jeden Tag gezielt verschiedene Muskelbereiche.