„Lass das“ vs „Mach dies!“ Die 11 größten Lebensweisheiten

News von Fabian am 27.07.2016

Wer erinnert sich nicht an die unzähligen, gutgemeinten Ratschläge aus der Kindheit? Eltern, Lehrer und Ärzte gaben einem mit erhobenen Zeigefinger angebliche Lebensweisheiten mit auf den Weg. Gesundheit, Glück und ewiges Leben wurde den ahnungslosen Kindern versprochen, wenn sie sich an diese Ratschläge halten würde. Dass die berühmte Herdplatte gelegentlich heiß ist, leuchtet ja jedem Kind noch ein, und spätesten nach dem zweiten Mal hat es auch der letzte Querulant kapiert, aber bei einigen der teilweise doch sehr zweifelhaften Tipps der Erziehungsberechtigen stellt sich die berechtigte Frage, ob sie nicht nur Mittel zum Zweck waren.

„Spring nicht mit vollem Bauch ins Wasser“, „nachts mit Taschenlampe lesen ist schlecht für die Augen“, „iss deinen Spinat auf, der ist gesund“, oder wie die Sprüche auch immer lauteten. Wer hat diese verschiedenen Ratschläge – oder sollte man besser sagen Verbote? – eigentlich erfunden, beziehungsweise jemals überprüft, ob überhaupt etwas dran ist? Es wird Zeit, einigen der größten Lebensweisheiten auf den Grund zu gehen, und vor allem mit den falschen aufzuräumen. Nachfolgende Generationen glücklicher Kinder werden es uns danken.

Die 11 größten Lebenslügen

#1 Lesen im Dunkeln

Fangen wir gleich mal mit einem Klassiker der Lebensweisheiten an: Lesen bei Taschenlampenlicht unter der Bettdecke soll angeblich die Augen verderben.

Blöderweise hatten die Eltern in diesem Fall Recht, und haben sich nur um unser Wohl gesorgt. Lesen im Dunkeln, oder eben bei schlechten Lichtverhältnissen ist tatsächlich schlecht für die Augen. Insbesondere für Kinderaugen, die sich noch in der Entwicklung befinden.

#2 Zu nah am Fernseher

So ähnlich, und auch sehr verbreitet: „Geh nicht zu nah an den Fernseher, das schadet den Augen“. Oder noch besser: „Schalt jetzt ab, du hast genug gesehen und verdirbst dir die Augen“. Das ist kein Schutz, sondern ein nett verpacktes Verbot, ausgesprochen von den Eltern, um die Kinder von der Glotze wegzukriegen.

In diesem Fall gibt es wirklich keinen einzigen wissenschaftlichen Hinweis darauf, dass das wirklich der Fall ist. Jeder kennt brennende und übermüdete Augen, wenn man zu lange vor dem Bildschirm oder Fernseher sitzt, aber auf einen dauerhaften Defekt weist nichts hin.

#3 Nase hochziehen

Oder der hier: „Zieh die Nase nicht hoch, nimm ein Taschentuch. So etwas gehört sich nicht und außerdem ist es ungesund.“ Oft gehört, selten befolgt als Kind. Schon gar nicht, wenn Opa mit seinem ollen, zwei Wochen alten, waschbaren Stofftaschentuch anrückte. Igitt! Tempo sei Dank sind diese Zeiten vorbei.

Die Wahrheit liegt in diesem Fall irgendwo in der Mitte. Wer mal die Nase hochzieht, stirbt nicht daran. Wer es zu oft tut, läuft Gefahr, sich durch den Schmutz eine Nebenhöhlenentzündung einzufangen. Nase putzen ist daher kein Fehler. Allerdings sollte man dies auch nicht zu heftig machen, da zu hoher Innendruck auch nicht gut für die Nase ist. Also alles in Maßen mit den Nasen…

#4 Eisen im Spinat

Unzählige Kinder wurden gezwungen, ihren Spinat aufzuessen, weil ja anscheinend so viel Eisen darin enthalten sein soll, der gut für das Wachstum ist.

So, da haben uns Eltern und Ärzte nun wirklich einen Bären aufgebunden. Im Spinat ist nämlich nicht auffällig viel Eisen enthalten. Was für Kämpfe hätte diese Information am Mittagstisch verhindern können! In Kartoffeln oder Erdbeeren steckt nämlich genauso viel Eisen, und die sehen mit Abstand nicht so eklig aus. Allerdings ist Spinat durchaus gesund, und enthält viel Eiweiß.

Lebenslügen: Eisen im Spinat

#5 Mit vollem Bauch ins Wasser

Nächste bekannte Lebensweisheit: Gerade lecker Pommes im Freibad verdrückt, und dann aber wieder schnell auf den Sprungturm und in die Fluten gestürzt. Tja, haste gedacht. Schon erschallt Mudderns Stimme: „Du sollst doch nicht direkt nach dem Essen ins Wasser springen – davon wird dir schlecht!“

So, Mama – hier jetzt für Dich in aller Deutlichkeit: Totaler Unsinn, falsch, völliger Quatsch! Kein Mediziner, Ernährungsspezialist oder wer auch immer hat jemals einen Beweis für einen Zusammenhang zwischen Schwimmen und Essen gefunden. Dass man sich grundsätzlich nach einem ausgiebigen Essen nicht übermäßig bewegen möchte, schützt wohl auch vor möglichen negativen Auswirkungen.

#6 Cola für den Magen

Apropos Essen. Wenn es mal nicht so gut läuft, oder besser gesagt zu sehr, kommt oft der Rat, Cola zu trinken. Selbst von Ärzten hört man, dass Cola bei Durchfall helfen soll.

Eine der größten Lebensweisheiten ist eine glatte Lüge. Wahrscheinlich ein Mythos, in die Welt gesetzt von der Cola-Industrie. Fakt ist, Cola hilft überhaupt nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Durch die koffeinhaltige Cola entwässern die Nieren noch mehr, und der Körper verliert noch mehr Flüssigkeit, die er durch den Durchfall sowieso schon kaum ausgleichen kann.

Lebenslügen-Vitamin-C

#7 Vitamin C

Wir bleiben beim Essen. „Iss mehr Obst, du brauchst Vitamin C, sonst kriegst du eine Erkältung“. Aus diesem Grund können viele heutzutage kein Obst mehr sehen, und das nur, weil sie als Kinder dazu gezwungen wurden.

Und was hat es gebracht? Nichts! Wahrscheinlich eine der größten Lebensmythen überhaupt. Vitamin C hält keine Erkältung auf, verringert keine Symptome, lediglich die regelmäßige Zufuhr kann die Krankeitszeit ein wenig verkürzen. Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die belegt, das Vitamin C in irgendeiner Weise vorbeugend wirkt.

#8 Obst und Wasser

Auch gerne genommen: „Trink kein Mineralwasser, wenn du Kernobst isst.“ Das Ergebnis soll entsprechend abführend wirken. Wer diesen Spruch in seiner Kindheit nicht gehört hat, kommt von einem anderen Planeten. Der muss einfach wahr sein.

Na ja, die Sache stimmt so halb. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine alte Bauernregel. Und damals war es durchaus angebracht, kein Wasser nach dem Essen von Kernobst zu trinken, weil das Wasser früher viel keimreicher war als heutzutage, was zu Magenschmerzen, Blähungen und Durchfalls führen konnte. Heute ist unser Wasser so gut, dass diese Gefahr quasi als ausgestorben gelten kann.

#9 Spätes Essen

Okay, versprochen – die letzte Anekdote zum Thema Essen. Angeblich macht ja Essen am späten Abend, oder gar in der Nacht, dick. Generationen von Magermodells erbleichen vor Schreck, wenn irgendwo Abendessen nach 18 Uhr angeboten wird. Doch was ist dran an dieser wirklich sehr verbreiteten Meinung?

Nichts! Nicht spätes Essen macht dick, sondern viel essen. Wann man sich die überflüssigen Kalorien zufügt, macht keinen Unterschied. Oft wird der volle Magen, den man nach spätem Essen dann im Bett hat, mit nichtverbrauchten Kalorien verwechselt. Das Essen ist aber einfach noch nicht verdaut und wiegt schwer.

#10 Der Schnaps danach

Weg vom Essen, hin zum Alkohol. Wenn man dem Kindesalter entwächst, müssen die Eltern natürlich entsprechend mit ihren Lebensweisheiten variieren. Eine der größten Legenden überhaupt, besagt, dass ein Schnaps nach dem Essen den Magen aufräumt, die Verdauung anregt und dem Völlegefühl vorbeugt.

Ein schöner Mythos, der vor allem von den Herren der Schöpfung ausgiebig praktiziert wird, doch leider nur ein Mythos. Das verdaut gar nichts. Durch den Alkoholgehalt sind Magenregionen lediglich betäubt und entspannt. Gut, wenn es hilft. Heißt also, rechtzeitig nach dem Trinken ins Bett, dann hat man alles richtig gemacht.

Lebenslügen Schokolade

#11 Naschen ist ungesund

Die beste Nachricht zum Schluss: Naschen ist gesund! Da haben uns sämtliche Ärzte und Eltern dieser Welt ganz schön auf den Arm genommen. Na gut, strenggenommen gilt das nicht für alle Süßspeisen, sondern nur für Schokolade. Und noch strenger genommen, nicht für jede. Aber immerhin, je dunkler – also je mehr Kakaopulver in der Schokolade steckt – desto gesünder ist Schokolade, natürlich in Maßen, für den Menschen. Puh, Glück gehabt, und den Eltern eins ausgewischt.