Angst vor der Nadel? – Wir erklären dir den Ablauf der Blutspende

News von Birgit am 25.10.2016

Der Ablauf der Blutspende ist vielen oft nicht ganz klar, deswegen wird bei diesem Thema oft erst einmal das Gesicht verzogen: Warum sollte ich mich freiwillig mit einer Nadel, die miiiiiindestens so dick ist wie eine Regenrinne, malträtieren lassen? Damit du ganz entspannt zu deiner ersten Blutspende gehen kannst, haben wir diese und weitere wichtigen Fragen und Schritte für dich geklärt.

rote Blutkörperchen

Warum soll ich eigentlich Blut spenden?

Blut wächst nun mal nicht auf Bäumen, aber alle brauchen es. Wir alle kommen im Laufe unseres Lebens in Situationen, in denen wir, unsere Familie, Freunde oder Bekannte wegen Unfall oder Krankheit darauf angewiesen sind, dass jemand sein Blut gespendet hat. Blut ist aber ständige Mangelware, so dass zum Teil Operationen sogar verschoben werden müssen, weil nicht genügend Reserven vorrätig sind! Damit also jeder genau dann Blut bekommen kann, wenn er es braucht, stehen wir alle in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass genügend Blutreserven vorhanden sind. Also weg mit den ängstlichen Ausreden und ran an den Arm!

Frauen umarmen sich

Darf ich eigentlich spenden?

Die Grundvoraussetzung für eine Blutspende ist, dass du über 18 Jahre alt bist und über 50 kg wiegst. Diese Gewichtsangabe hängt mit der Blutmenge zusammen. Ganz grob gesagt: Je geringer dein Gewicht, desto geringer auch dein Blutvolumen. Und wenn dein Blutvolumen ohnehin schon gering ist, ist es also höchstwahrscheinlich gesünder für deinen Körper, nicht zu spenden. Ob du Blut spenden darfst oder nicht, entscheidet aber im Endeffekt immer der anwesende Arzt, nachdem er dich untersucht und deinen ausgefüllten Fragebogen (siehe unten) ausgewertet hat.

Vor der Blutspende

Die Vorbereitung auf deine Blutspende beginnt schon am Tag vorher, mindestens 12 Stunden vor dem Spenden soll man nämlich keinen Alkohol mehr trinken. Am Stichtag – und das im wörtlichen Sinne – heißt es dann viel trinken, ausreichend und nicht zu fettig essen.

In der Spendezentrale angekommen gehst du mit deinem Personalausweis zur Anmeldung, wo dein Name und deine Adresse aufgenommen werden.

Dort bekommst du dann einen ausführlichen Fragebogen, der – ganz wichtig! – wahrheitsgemäß beantwortet werden muss. Nur gesundes Blut kann an einen Menschen weitergegeben werden, und mit dem Fragebogen lässt sich feststellen, ob du als Spender geeignet bist. Wenn du dich zum Beispiel zwischen 1980 und 1996 länger als sechs Monate in Großbritannien oder Nordirland aufgehalten hast oder seitdem dort operiert oder eine Bluttransfusion bekommen hast, darfst du überhaupt nicht spenden, weil das Risiko besteht, dass du eine Variante des Creutzfeldt-Jakob-Krankheit übertragen kannst. Wenn du neuen Körperschmuck bekommen hast (wie z.B. Tattoos, Piercings, Permanent-Makeup, Ohrringe, etc.), wirst du erst nach vier Monaten wieder zur Blutspende zugelassen. So ist umgekehrt der Fragebogen auch eine Absicherung für dich, damit die Blutspende keine körperlichen Nachteile für dich bringt. Eine komplette Übersicht und alle Infos findest du auf der Homepage des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuz.

Blutspende Fragebogen

Falls du beim Ausfüllen Schwierigkeiten hast, ist das auch kein Problem: Lass die betreffenden Felder einfach frei und frage den Arzt, der dich vor der Blutspende untersuchen wird.

Bevor das passiert, werden jedoch noch deine Körpertemperatur und dein Hämoglobinwert gemessen. Damit wird festgestellt, ob du vielleicht einen Infekt ausbrütest, welche Blutgruppe du hast, und ob dein Blut auch nach der Spende noch genügend Sauerstoff in deinem Körper transportieren kann. Das wird durch einen kleinen Pieks in den Finger oder in das Ohrläppchen festgestellt.

Bluttest

Bei der Untersuchung durch den Arzt hast du die Möglichkeit, Unklarheiten aus dem Fragebogen zu besprechen, und der Arzt misst deinen Puls und deinen Blutdruck. Er trifft auch die Entscheidung, ob du zur Spende zugelassen wirst, oder ob dein Körper diesmal vielleicht nicht bereit ist. Als letzten Schritt vor der eigentlichen Spende bekommst du deinen persönlichen Spende-Beutel zusammen mit einem Untersuchungsröhrchen.

Fragebogen mit dem Arzt besprechen

Falls du – aus welchen Gründen auch immer – nicht möchtest, dass dein Blut an Patienten weitergegeben wird, kannst du das anonym in Form des vertraulichen Selbstausschlusses mitteilen. Jetzt fragst du dich, “Warum zur Spende gehen und Blut abnehmen lassen, wenn ich nicht möchte, dass es weitergegeben wird?” – auf diese Möglichkeit wird zum Beispiel zurückgegriffen, wenn man zusammen mit Freunden oder Kollegen zum Blutspenden geht und nicht sagen möchte, dass und warum man eigentlich nicht spenden kann.

Was spende ich da eigentlich?

Was genau du spenden möchtest, kannst du selber entscheiden:

Bei einer Vollblutspende wird dein Blut mit all seinen Bestandteilen entnommen, also Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma. Später wird dein Blut zentrifugiert, so dass jeder Teil für sich für verschiedene Patienten verwendet werden kann.

Wenn du möchtest, kannst du auch lediglich Blutplasma spenden. Dabei wird das Plasma noch während der Spende vom restlichen Blut getrennt, das wieder in deinen Körper zurückgeführt wird. Dadurch ist die Belastung für deinen Körper geringer.

Blutspendebeutel

Ablauf der Blutspende

Bei der Blutspende selbst wird dir meistens eine Liege zugewiesen. Hier werden dann nochmal deine Personalien mit dem Namen auf deinem Beutel verglichen, um Verwechslungen auszuschließen. Bei allen medizinischen Instrumenten handelt es sich um desinfiziertes Einwegmaterial. Dann kannst du es dir für die nächsten 10-15 Minuten bequem machen und ca. 500ml deines Blutes tröpfchenweise Ade sagen. Und während du Musik hörst, liest oder dich nett mit der Person neben dir unterhältst, kannst du dir sicher sein, dass du irgendjemandem da draußen einen ganz großen Gefallen tust, indem du hilfst, sein Leben zu retten.

Ein paar Tropfen deines Blutes kommen übrigens in das Untersuchungsröhrchen, damit das Labor dein Blut untersuchen kann, bevor es an einen Patienten geht.

ablauf-der-blutspende-ablauf

Nach der Spende

Nach der Spende bekommst du ein Pflaster, und du kannst dich noch ein bisschen ausruhen. Das Pflaster solltest du am besten noch ein paar Minuten fest andrücken, dann bilden sich auch keine Blutergüsse. Damit du schnell wieder zu Kräften kommst, gibt es jetzt – hurra! – was zu essen! Mit dabei sind oftmals die klassischen Stullen, Obst, Kekse, Kuchen, Tee, Säfte und vieles mehr, so dass sich der Kreislauf wieder stabilisieren kann, falls nötig.

Essen nach der Blutspende

Aufwandsentschädigung

Um möglichst viele Leute zum Blutspenden zu motivieren, bieten viele Spendezentralen Aufwandsentschädigungen an. Dabei kann es sich um Geld handeln, um Gutscheine für Thermen oder Geschäfte, oder um kleine Sachgeschenke.

Oftmals sind leider weder der Gedanke an das Allgemeinwohl noch die Aussicht auf Belohnung genug Anreiz zum Spenden. Wenn ihr also euren ganzen Mut zusammennehmt und Blut spenden geht, dann nehmt doch einfach ein paar Freunde oder Verwandte mit: Ihr seid nicht alleine, es ist lustiger und ihr könnt damit mehreren Leuten helfen, die vielleicht dringend auf Bluttransfusionen angewiesen sind. Online findet ihr zahlreiche Termine zum Blutspenden in eurer Nähe. Also worauf wartet ihr noch – werdet zum Helden, für euch selber, für eure Lieben, für uns alle!