„Hear the Trump(et)!“ – Donald Trumps politische Ziele

News von Fabian am 27.11.2016

Tja, das hätten sich wohl die Wenigsten träumen lassen. Diese Amerikaner haben doch tatsächlich Donald Trump zu ihrem nächsten Präsidenten gewählt. Noch einmal kurz zur Erinnerung: Donald Trump, das ist dieser recht unsympathisch wirkende circa 120jährige Milliardär, mit zweifelhafter Frisur, junger Frau aus noch zweifelhafterem Herkunftsland, der vor allem durch populistische Wahlversprechen auffällt. Besonderes Merkmal: Äußerst selbstbewusstes Auftreten in sämtlichen Medien bei gleichzeitig totaler politischer Ahnungslosigkeit!

Trumps auffälligste Eigenschaften lassen sich einfach zusammenfassen: Vulgär, rassistisch, frauenfeindlich! Die totale Ahnungslosigkeit wurde bereits erwähnt. Wenn man Donald Trump in Bierzeltmanier seine stumpfen Parolen an seine Jünger herausposaunen hört – „Make America great again!“ – glaubt man nicht, dass irgendein klardenkender Mensch diesen Typ ernsthaft wählen könnte. Aber wie gesagt, diese Amerikaner schrecken einfach vor nichts zurück. Dann haben sie ihn auch verdient. Für uns an der Zeit, Donald Trumps politische Ziele einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bild-2_Donald-Trumps-politische-Ziele

Was ist los mit Amerika?

Was sagt die Wahl Trumps zum Präsidenten der USA eigentlich aus? Dumm, dümmer, Amerika?! Man kann kaum glauben, dass sich nach allem, was sich Donald Trump vor und während des Wahlkampfes erlaubt hat, tatsächlich eine Mehrheit der Amerikaner für ihn ausspricht. Er hetzt über Muslime, hält nicht viel von Umweltschutz, beleidigt Frauen und möchte eine Mauer zwischen den USA und Mexiko errichten. Nicht gerade Standpunkte, die einem Sympathiepunkte einbringen, möchte man meinen.

Mit political correctness hat Donald Trump wirklich nicht viel zu tun. So jemanden kann man doch nicht wählen! Doch ganz so einfach ist es nicht. Trump hat geschafft, was ihm der Rest der zivilisierten, liberalen und angeblich politisch korrekten Welt nicht zugetraut hat. Die mondäne westliche und gut situierte Gesellschaft, sowohl in der USA als auch weltweit, hat diesen primitiven Grobschlächter belächelt, wenn sie nicht gerade pikiert oder gar schockiert war von seinen verbalen Entgleisungen, Gesten und Parolen.

Nun ja, die in den Medien sich echauffierenden Politiker, Celebrities und anderen so genannten Meinungsmacher sind nun mal leider nicht die Mehrheit im Lande. Trump erreicht die einfachen Leute, die dermaßen die Schnauze voll haben vom politischen Establishment, dass sie jemanden wählen, der überhaupt keine Ahnung hat von Politik. Und das ist genau Trumps Plus. Der Geschäftsmann wird das Schiff schon schaukeln, denken viele.

Jemand wie Trump muss es niemandem Recht machen. Parteipolitik interessiert ihn nicht. Tatsächlich hat er ja eher trotz der Republikaner gewonnen, so wenige Unterstützer wie er hatte. Und ein Donald Trump hat natürlich auch kein finanzielles Interesse, und muss sich demensprechend auch nicht von Lobbyisten reinreden lassen. Das macht ihn in den Augen vieler Wähler unbestechlich. Trump will laut eigener Aussage angeblich nur Amerika dienen, und da er das offensichtlich völlig selbstlos macht, quasi ohne Aussicht auf „Gewinn“, macht ihn das für Wähler attraktiv.

Donald Trumps politische Ziele

Donald Trump ist groß im Sprüche klopfen und mit seinen Wahlversprechen hat er bei vielen Menschen anscheinend den Nerv der Zeit getroffen. Bei anderen dagegen erzeugen Trumps Aussagen pures Entsetzen. Seine Gegnerschaft ist fast so groß wie die seiner Anhänger. Trump ist der Inbegriff des Schaumschlägers. Die Frage lautet natürlich, was steckt hinter den politischen Versprechen?

Würde es das Wort „Populist“ nicht schon geben, müsste es für Trump extra erfunden werden. Wahlloses Streuen von Plattitüden und Parolen, ohne irgendwelche konkrete Lösungsvorschläge zu liefern. „Make America great again“, „America first“ und ähnliche Aussagen kennt der aufmerksame Zuhörer ja mittlerweile zur Genüge, aber was bedeutet das in der Realität? Wir schauen uns fünf Schwerpunkte von Donald Trumps politischen Zielen einmal genauer an.

  1. Einwanderung

Trump hat tatsächlich mit seinen fremdenfeindlichen und rassistischen Plänen gepunktet. Immigration unqualifizierter Personen in die USA soll quasi unmöglich gemacht werden. Millionen illegaler Einwanderer sollen sofort abgeschoben werden. Zudem will er eine Mauer bauen, damit keine illegalen mexikanischen Einwanderer mehr in die USA kommen. Das Beste, Mexiko soll diese Mauer auch noch selbst finanzieren.

Muslimen soll in Zukunft die Einreise in die USA verwehrt werden. Selbst US-Staatsangehörigen, die islamischen Glaubens sind, soll, wenn sie die USA einmal verlassen haben, die Wiedereinreise verweigert werden – zumindest so lange, „bis geklärt ist, was vor sich geht“. Bisher aufgenommene syrische Flüchtlinge sollen alle wieder ausgewiesen werden.

  1. Klima und Umweltschutz

Trump und Klimawandel bzw. Umweltschutz ist ein ganz spezielles Thema. Der Milliardär erregte Aufsehen, als er verlauten ließ, die globale Erwärmung sei nichts weiter als eine Propagandaerfindung der Chinesen, um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden. Entsprechend möchte er sämtliche internationalen Bündnisse, wie das Übereinkommen von Paris, aufkündigen.

  1. Terrorismus

Der Terrorismus steht in der Liste der politischen Ziele Donald Trumps ganz oben. Besser gesagt, dessen Bekämpfung, und Trump hat auch schon einen Plan: „Wir werden den „Islamischen Staat“ in die Hölle bomben“. Klingt nicht nur einfach, sondern findet auch Zusprecher. Solche Law and Order-Methoden scheinen im Land der Cowboys und Wildwestpioniere gut anzukommen.

Und falls das nicht reichen sollte, plädiert Trump natürlich für eigene Waffen, um sich entsprechend verteidigen zu können. Zudem sollten Moscheen stärker beobachtet werden, „weil dort viel geredet wird“. Und der beste Tipp zum Schluss: Weil man ja weiß, dass sich Terroristen über das Internet verabreden, muss man mit Bill Gates und anderen Leuten „darüber sprechen, dieses Internet möglicherweise in manchen Bereichen dichtzumachen“. He is the man!

Bild-4_Donald-Trumps-politische-Ziele

  1. Außenpolitik und Wirtschaft

Außen- und wirtschaftspolitisch sprüht Trump auch voller Ideen. Atomabkommen mit dem Iran aufkündigen, den Krieg im Irak hätte man nicht so schnell beenden dürfen, enge Zusammenarbeit mit Putin, mit dem er nach eigener Aussage „sehr gut auskommen“ werde, und „großartige Deals“ mit dem Nahen Osten werde die Zukunft mit sich bringen. Rosige Zeiten für die USA.

In der Wirtschaft fährt Donald Trump seine „America first“-Linie. Amerikanische Unternehmen sollen durch hohe Strafzölle und gleichzeitige Steuererleichterungen dazu genötigt werden, ihre ausländischen Produktionsstätten aufzugeben und wieder in die USA zurückzukehren. Amerikanische Arbeiter und amerikanische Produkte sollen die Nutznießer dieser Strategie sein. Ach ja, und Trump will alle Freihandelsabkommen verlassen, weil sie seiner Meinung nach die US-Wirtschaft knebeln.

  1. Steuern

Donald Trumps politische Ziele spiegeln sich auch in seiner Steuerpolitik wider. Er möchte die Geringverdienenden mit niedrigen Steuern belasten, diejenigen, die unter 25.000 Dollar im Jahr verdienen, sogar ganz davon befreien. Dieses Loch im Steuerhaushalt soll dann durch die höheren Profite amerikanischer Unternehmen und Firmen aufgefangen werden, die ebenfalls geringere Steuern zahlen müssen, und dadurch ihre Gewinne erhöhen können. Nette Theorie, wird sich aber kaum umsetzen lassen nach Meinung von Experten.

Ein ganzer Kerl

Donald Trumps politische Ziele sind vorsichtig formuliert zweifelhaft. Man wird sehen müssen, was von den großen Wahlversprechen und Propagandasprüchen tatsächlich umgesetzt wird. Selbst der amerikanische Präsident ist schließlich kein Alleinherrscher, sondern diversen Gesetzen und Gremien verpflichtet, ohne die er nicht regieren kann. Amerikanische Außenpolitik wird seit jeher durch Wirtschaftslobbyisten bestimmt.

Auf jeden Fall scheint Donald Trump beim amerikanischen Volk zumindest einen Versuch gut zu haben, das in ihn gesetzte Vertrauen zu bestätigen. Alle Entgleisungen und primitiven Äußerungen werden ihm verziehen. Die Krönung des Ganzen: Neulich tauchten Tonbänder auf, auf denen Trump in abfälliger Weise über Frauen sprach. Acht Monate nach der Hochzeit mit seiner jetzigen, dritten Frau Monika prahlte er vor einem Moderator damit, wie leicht er aufgrund seiner Macht alle Frauen rumkriegt, und was er so mit ihnen anstelle.

Der Donald ist halt ein ganzer Kerl. Hört sich nach einer echten Bewährungsprobe für eine junge Ehe an, möchte man meinen. Aber weit gefehlt, ausrechnet seine Frau Monika sprang für ihn in die Bresche und äußerte öffentlich, dass es sich beim Tonbandmitschnitt um eine Falle gehandelt haben soll. Na ja, man beißt eben nicht die Hand, die einen füttert…