3. Dezember 2016
Fabian in News

iPhone 7 nicht ans Ohr halten! Die 5 unglaublichsten Fails großer Unternehmen

Willkommen im Kuriositätenkabinett! Man musste es wirklich zweimal lesen: Der US-Konzern Apple – bekannt aus Funk und Fernsehen für eine stattliche Auswahl an Computern, Tablets, Smartphones, MP3-Playern und anderer nützlicher Dinge für den hippen Multimediamenschen von heute – rät seinen Kunden doch tatsächlich, das neue iPhone 7 nicht ans Ohr zu halten. Hä?! Wie soll

Willkommen im Kuriositätenkabinett! Man musste es wirklich zweimal lesen: Der US-Konzern Apple – bekannt aus Funk und Fernsehen für eine stattliche Auswahl an Computern, Tablets, Smartphones, MP3-Playern und anderer nützlicher Dinge für den hippen Multimediamenschen von heute – rät seinen Kunden doch tatsächlich, das neue iPhone 7 nicht ans Ohr zu halten. Hä?! Wie soll man denn bitte telefonieren, ohne sich das Telefon ans Ohr zu halten?

Die Älteren unter uns werden sich erinnern. Ursprünglich wurde das Handy einmal erfunden, um mobil – also schnurlos und ortsunabhängig – telefonieren zu können. Telefonieren! Genau, heutzutage haben viele vergessen, dass man das ja auch mit einem Telefon machen kann. Ging ja auch zugegebenermaßen etwas schnell die letzten Jahre. Aus dem Telefon wurde das Handy und aus diesem das Smartphone. Die wahrscheinlich bahnbrechendste Innovation der letzten 50 Jahre.

iPhone 7

Mit dem Smartphone kann man sich in sozialen Netzwerken tummeln, per Messenger kommunizieren, Musik hören (und machen!), Zeitung lesen, fotografieren, navigieren, Termine planen, Online-Banking, und weiß der Teufel was noch alles. Man muss schmunzelnder Weise an die Worte von Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender der Telekom, aus dem Jahre 1990 denken: „Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft“! Ja ja, die Telekom – ein Unternehmen mit Visionen…

Darum solltet ihr das iPhone 7 nicht ans Ohr halten

Letztendlich ist das Smartphone das ultimative Organisationsmittel und gleichzeitig Mittelpunkt unseres Lebens. Da spielt das Telefonieren tatsächlich gar keine so große Rolle mehr. Wie oft telefoniert man denn am Tag?! Alle anderen Funktionen und Apps werden mit Sicherheit öfter benutzt. Trotzdem mutet es schon etwas skurril an, wenn Apple empfiehlt: „iPhone 7 nicht ans Ohr halten!“

Was genau ist denn an dem iPhone 7 so gefährlich, abgesehen von dem Dreck, den es anzieht? Laut Hersteller sind die SAR-Werte zu hoch. SAR, das ist die spezifische Absorptionsrate hochfrequenter Energie, und die sei beim neuesten Prestigeproduktes aus dem Hause Apple besorgniserregend. Obwohl es keine endgültigen Aussagen über die tatsächliche Gefahr gibt, weil die gesundheitlichen Folgen derartiger Strahlungen wissenschaftlich-medizinisch letztlich nicht nachweisbar sind, drückt Apple auf die Bremse, und rät seinen Kunden deshalb, das iPhone 7 nicht ans Ohr zu halten.

Also eher eine Vorsichtsmaßnahme! Und das ist ja auch gut so. Für die Kunden einerseits und natürlich auch für das Unternehmen. Gerade wenn man Apple heißt, und eines der Aushängeprodukte des Hauses in Gefahr gerät, ein schlechtes Image zu bekommen, sollte man äußerst vorsichtig sein. Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass ähnliche Vorfälle nicht nur den guten Ruf eines Unternehmens schädigen, sondern auch zu empfindlichen Umsatzeinbußen führen können.

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Die fünf unglaublichsten Fails großer Unternehmen

Apple ist gewarnt, hat doch sein größter Konkurrent im Bereich Mobilfunk, Samsung, erst neulich ein ähnliches Waterloo mit dem Galaxy Note 7 erlebt. Horrormeldungen von feuerfangenden Samsung Smartphones regten sicherlich nicht zum Kauf dieses Produktes an, und vor allem der Spott in den Medien suchte seinesgleichen. Aber Apple und Samsung sind nicht die einzigen großen Unternehmen, die aufgrund von Herstellungsfehler in die Kritik gerieten beziehungsweise schlechte Presse bekommen haben. Wir stellen euch die fünf schrägsten Produktionsfehler vor.

  1. Samsung Galaxy Note 7

Wenn für das iPhone 7 nicht ans Ohr halten gilt, aufgrund tendenziell gefährlicher Strahlung, dann trifft das in noch größerem Maße auf das schon erwähnte Galaxy Note 7 zu. Die meisten werden sich noch gut daran erinnern. Vor einige Monaten häuften sich Schlagzeilen über explodierende und brennende Akkus des Smartphones. Was folgte war, neben großem Gelächter in der Presse und den sozialen Netzwerken, ein weltweiter Verkaufsstopp, und seit dem 11. Oktober 2016 ist die Produktion komplett eingestellt und das Galaxy Note 7 damit Geschichte.

  1. Mercedes A-Klasse

Machen wir weiter mit der Mutter aller Herstellungsfehler. Es ist tatsächlich schon eine Weile her, als der Autogigant aus Stuttgart 1997 seine neueste A-Klasse dem so genannten Elchtest unterzog, und zum Gespött, nicht nur in der Autoindustrie und Wirtschaftskreisen, sondern der ganzen Welt wurde.

Der Elchtext ist ein Fahrmanöver, bei dem man Hindernissen ausweichen muss. Bei Geschwindigkeiten zwischen 50 und 80 km/h wird abrupt und ungebremst die Spur gewechselt, um die Fahrstabilität des Autos zu überprüfen. Nun, was soll man sagen, Mercedes neue A-Klasse kippte bei diesem Test einfach um. Übrigens war die gesamte Weltpresse bei dieser Präsentation der neuen A-Klasse versammelt. Das mediale Echo war entsprechend. Man wusste nicht so recht, ob man lachen oder weinen sollte, und das geht vielen heute noch so.

  1. Shell-Umweltskandal

Wir bleiben beim Thema Auto oder besser gesagt Benzin. Noch ein wenig älter als der missratene Elchtest der Mercedes A-Klasse ist der Umweltskandal bei Shell. Shell, eines der größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen der Welt bekam richtig schlechte Presse, als im Jahre 1995 die ausgediente Öllagerungsplattform Brent Spar in der Nähe der Shettland Inseln in der Nordsee versenkt werden sollte.

Greenpeace kriegte Wind von der Sache und besetzte in einer waghalsigen Helikopteraktion die Plattform. Shell ging daraufhin mit Wasserwerfern auf Besetzer und Hubschrauber los. Blöde Idee! Die Szenen gingen um die Welt, und Shell war um einen beträchtlichen Image- und Geldschaden reicher. Shell-Tankstellen hatten teilweise Umsatzeinbrüche von 50 Prozent.

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  1. Siemens-Korruptionsaffäre

Ja ja, das liebe Geld. Man muss gar nicht so weit in die Vergangenheit gehen, um auf einen der größten Bestechungsskandale der Bundesrepublik zu stoßen. Im Jahre 2008 wurde Siemens in Europa und den USA zu einer Gesamtstrafe von fast einer Milliarde Dollar verdonnert. Noch nie hatte ein Dax-Konzern eine höhere Strafe erhalten. Zudem werden mehrere hochrangige Siemensmitarbeiter zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Was war passiert? November 2006 wurden bei einer Razzia von Polizei und Steuerfahndern diverse Büro des Konzerns durchsucht. Dabei fallen Ungereimtheiten auf. Die Lawine kommt ins Rollen. Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder von Siemens werden verhaftet respektive erklären sie ihren Rücktritt. Schmiergeldzahlungen in Höhe von über 400 Millionen Euro werden entlarvt.

  1. Telekom-Bespitzelungsaffäre

Apropos iPhone 7 nicht ans Ohr halten und Ron Sommer. Die Telekom hat ja noch nie mit Kundenfreundlichkeit geglänzt, aber was sich der Telekomkonzern in diesem Fall mit seinen Kunden und sogar den eigenen Mitarbeitern leistete, sprengt das Vorstellungsvermögen. Im Jahre 2008 platzte Telekomgate (in Anlehnung an Watergate!), die Staatsanwaltschaft hatte herausgefunden, dass die Telekom rund 60 ihrer Mitarbeiter illegal überwachte.

Dass ausgerechnet die größte Telefongesellschaft Deutschlands, die Telekom AG, das Post- und Fernmeldegeheimnis verletzt, entbehrt jeglichem Verständnis. Unter den Bespitzelten waren prominente Opfer wie Ver.di-Chef Bsirske und Aufsichtsräte der Telekom selbst. Das Ausmaß der Affäre kam durch einen Spiegel-Artikel an die Öffentlichkeit. Neben schlechter Presse mussten auch einige Telekommitarbeiter Gefängnisstrafen antreten beziehungsweise Geldstrafen zahlen.

Wie man sieht, ist es als Imageberater oder Marketingverantwortlicher von großen Unternehmen nicht immer leicht, den guten Ruf des Hauses zu verteidigen. Selbst die bekanntesten Firmen leisten sich Komplettaussetzer. Viele Unternehmen nehmen selbst strafbare und imageschädigende Praktiken in Kauf, nur um höhere Gewinne zu erzielen. iPhone 7 nicht ans Ohr halten klingt da fast noch harmlos.