30. Dezember 2016
Daniel in News

Jahresrückblick 2016 – welche Ereignisse haben uns bewegt?

Dieses Jahr war sehr ereignisreich und das leider nicht im vorwiegend positiven Sinn: Terroranschläge, ein wütender türkischer Ministerpräsident, der Deutschland erpresst, sowie eine US-Präsidentschaftswahl, über die sicher mehr als genug in den Medien gesagt wurde. Der Jahresrückblick 2016 mit sieben prägnanten Ereignissen im Detail. Großstadt-Dschungel Angeführt wird unser Jahresrückblick 2016 von einem tierisch spektakulären Ereignis: Am

Dieses Jahr war sehr ereignisreich und das leider nicht im vorwiegend positiven Sinn: Terroranschläge, ein wütender türkischer Ministerpräsident, der Deutschland erpresst, sowie eine US-Präsidentschaftswahl, über die sicher mehr als genug in den Medien gesagt wurde. Der Jahresrückblick 2016 mit sieben prägnanten Ereignissen im Detail.

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  1. Großstadt-Dschungel

Angeführt wird unser Jahresrückblick 2016 von einem tierisch spektakulären Ereignis: Am 14. April hat der Schimpanse Cha Cha die Schnauze voll von seinem Leben in Gefangenschaft und büxt kurzerhand aus dem Zoo aus, um sein neues Leben in Freiheit zu beginnen und zu beweisen, dass ein Affe von Welt sich nicht nur im Regenwald, sondern auch im Asphalt-Dschungel zurechtfindet. Stromleitungen oder Lianen, wen interessiert das schon? Über eine Stunde lang hatten sich Tierpfleger des „Yagiyama Zoo“ schon auf die Suche gemacht, als Passanten den Kletter-Profi zufällig auf einem Lichtmast entdeckten, wie der „Telegraph“ berichtet.

Mithilfe einer Hebebühne rückten die Pfleger dem Flüchtigen zu Leibe, der sich allerdings wenig amüsiert zeigte und die Zähne fletschte, statt zu kooperieren. Daraufhin blieb den Helfern nichts Anderes übrig, als Betäubungsmittel einzusetzen, die ChaCha zwar zunächst in noch größere Aufruhr versetzten, allerdings schon bald dafür sorgten, dass seine Kräfte nachließen und er kopfüber in die Tiefe stürzte – dort wartete aber glücklicherweise schon ein aufgespanntes Sprungtuch und fing ihn wohlbehalten auf.

  1. Die Böhmermann-Affäre

Jan Böhmermann trägt in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ ein Gedicht vor, das vom türkischen Ministerpräsident handelt. Und es ist kein Liebes- sondern ein Schmähgedicht. „Sackdoof, feige und verklemmt, ist Erdogan, der Präsident“ diesen folgen 22 so unerfreuliche Zeilen, dass das Landgericht Hamburg sie verboten hat. Erdogan genügt allerdings die Garantie für bloße Unterlassung nicht, weshalb er Anzeige gegen Böhmermann erstattet.

Das folgende politische Kasperletheater stellt die Harmonie zwischen Deutschland und der Türkei auf eine harte Probe. Erdogan lässt nach dem Paragrafen 103 StGB gegen Böhmermann ermitteln, ein Überbleibsel aus Kaiserzeiten, um Majestätsbeleidigungen zu bestrafen. Nach sechs Monaten kam die Mainzer Staatsanwaltschaft dann zu dem Schluss, dass die Vorwürfe nicht berechtigt seien und der Paragraph sogar abgeschafft werden solle: „“Ich freue mich auch, dass die Staatsanwaltschaft Mainz mein juristisches Proseminar ‘Was ist Schmähkritik?’ in den entsprechenden inhaltlichen und zeitlichen Kontext gestellt hat und außerdem zu dem Schluss gekommen ist, dass ich – verkürzt gesagt – ein unseriöser Quatschvogel bin, der beruflich Blödsinn macht„, so Böhmermann dazu. Euphemistisch, aber mindestens wahr – und einen Eintrag in unserem Jahresrückblick 2016 wert.

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  1. Paradies unter der Erde

Auch dieses Jahr erreichten uns wieder dramatische Bilder aus Syrien, schockierende Bilder, die zu Tränen rühren. 2016 ist Aleppo besonders umkämpft und es besteht jeden Moment die Möglichkeit, dass Bomben vom Himmel fallen. Zusätzlich machen Blindgänger die Straßen fast unbegehbar. Viele Kinder haben in ihrem kurzen Leben noch nichts kennengelernt außer Krieg. Um ihrer seelischen Gesundheit wenigstens einen kleinen Beitrag zu leisten, wurde ein unterirdischer Spielclub eingerichtet, in welchem sie Angst und Schrecken wenigstens für ein paar Augenblicke vergessen können.

„Als sie zuerst zu uns kamen, da waren sie in einem sehr schlechten psychologischen Zustand“, sagt der Betreuer Mahmoud Khawatmi gegenüber der ARD. „Sie haben bei nichts mitgemacht. Sie haben nicht gespielt, sie wollten für sich sein und haben sich verlassen gefühlt. Seit sie spielen und sich hier beschäftigen, ist es besser. Sie reden mit Gleichaltrigen und diskutieren mehr miteinander.“

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  1. Unser Lieblingsnachbar im Jahresrückblick 2016

Mai 2016 wurde Jerome Boateng allgemein zum Lieblingsnachbar deklariert, was in unserem Jahresrückblick 2016 nicht unerwähnt bleiben sollte. Diese Auszeichnung verdankt Boateng AfD-Vize Alexander Gauland, der gegenüber der Frankfurter Sonntagszeitung im vertraulichen Rahmen angeblich folgenden Satz vom Stapel gelassen hat: „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Anschließend leugnete er, sich jemals explizit so geäußert zu haben. Was nun stimmt, wissen nur er und der Journalist, der ihn interviewt hatte.

Nachdem die Zeitung das Zitat veröffentlicht hatte, überschlugen sich jedenfalls die Ereignisse und verständlicherweise regnete es empörte Kommentare, und sogar in den eigenen AfD-Reihen werden Kritiker laut. Gauland versucht daraufhin zurückzurudern und behauptet, gar nichts von Boateng Hautfarbe gewusst zu haben. Oliver Bierhoff kommentierte den Vorfall auf souveräne Art: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.“ Gaulands Parteigenosse Sven Petke betrat den Plenarsaal danach im Boateng-Trikot, weil es ihm „peinlich“ sei, mit AfD-Vize Gauland im Parlament zu sitzen.

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  1. Und noch mehr Rassismus im Jahresrückblick 2016

Ieshia Evans wird 2016 zur Ikone der Proteste gegen rassistische Staatsgewalt in den USA, die vorher in Baton Rouge in Lousiana ihren traurigen Höhepunkt erreicht hatte, als der Afro-Amerikaner Alton Sterling aus nächster Nähe von Polizisten erschossen worden war. Einen Tag später erlitt Philando Castile das gleiche Schicksal, als er bei einer Fahrzeugkontrolle seine Papiere hervorholen wollte – und das vor den Augen seiner vierjährigen Tochter. Ieshia, die selber Mutter eines sechsjährigen Jungen ist, nimmt an den Protesten teil und stellt sich den Polizisten schweigend, unbewaffnet und friedlich entgegen, wird aber trotzdem auf der Stelle abgeführt. Auch Präsident Obama zeigt sich besorgt: „Ein Großteil unserer Bevölkerung fühlt sich aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert und das schmerzt. Das sollte uns alle beunruhigen.“

Zwar wurden die Polizisten vom Dienst suspendiert und einer von ihnen wegen Totschlags verurteilt. Allerdings eskalierte die Situation danach endgültig, und weitere Todesopfer waren die Folge. „Ich bin ein Mensch. Ich bin eine Frau. Ich bin eine Mutter.“ Dieser Worte und die heldenhaften Bilder der jungen Frau gingen um die Welt und  haben die Problematik so wenigstens ein wenig im kollektiven Bewusstsein vergegenwärtigt.

Hope
Hope
  1. Der Jahresrückblick 2016 macht auch Hoffnung

Anja Ringgren Lovén trägt das Wort „Hope“ nicht nur in Form eines Tattoos auf ihrer Haut, sie schenkt Hoffnung auch denjenigen, die sie schon längst verloren hatten. Die dänische Entwicklungshelferin war in Nigeria unterwegs, als sie einen kleinen, vollkommen ausgehungerten Jungen auf der Straße findet, der sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Erst nach intensiven Verhandlungen mit dem Dorf-Oberhaupt wird ihr gestattet, dem Kind etwas zu essen und zu trinken zu geben. Die Familie hatte den zweijährigen Jungen verstoßen und dem sicheren Tod auf der Straße überlassen, weil sie ihn für verhext hielt, genau wie die Dorfbewohner. Anja hat mit Spendengeldern ein Kinderheim eingerichtet, um Kindern wie ihm das Leben zu retten.

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  1. Terroranschläge

Zu den erschütterndsten und traurigsten Ereignissen im Jahresrückblick 2016 gehörten für uns sicherlich die Terroranschlägen, die die westliche Welt erschütterten: Bilder aus Brüssel, Ansbach, Istanbul oder Nizza versetzten uns dieses Jahr stärker in Angst und Schrecken als je zuvor. Doch all diese Horrorereignisse bringen auch Helden hervor, wie beispielsweise den 49-jährigen Franck, der die Terrornacht in Nizza miterlebt hat und bereit war, sein Leben zu riskieren, um Hunderte von anderen Menschen zu retten: Wie Tausende Andere auch wollte er am 14. Juli den Nationalfeiertag feiern und an der Promenade das Feuerwerk beobachten. „Ich hatte nicht mal die Zeit, in den Rückspiegel zu schauen“, sagt Franck.

Er wurde auf seinem Motorroller plötzlich von einem LKW in hoher Geschwindigkeit überholt. „Ich habe immer noch die Bilder von Menschen im Kopf, die überall durch die Luft wirbelten“, sagt er. Und: „Ich habe sofort kapiert, was da los ist. Also habe ich beschlossen, Gas zu geben.“ Seine Frau setzte er vorher noch ab. Mit übermenschlicher Anstrengung erreicht er die Fahrerkabine und versucht, den Terroristen aufzuhalten: „Ich habe ihn geschlagen, geschlagen und wieder geschlagen. Mit all meiner Kraft und mit meiner linken Hand, obwohl ich eigentlich Rechtshänder bin.“ Der Fahrer verzieht keine Miene und versucht stattdessen, Frank zu erschießen: „Er zielte auf mich, drückte ab, aber die Waffe funktionierte nicht.“ Erst als er einen harten Schlag mit dem Griff der Pistole auf den Kopf bekommt, fällt er und verletzt sich leicht.