Skurrile Diebstähle: Kaum zu glauben, was Menschen alles klauen!

News von Isabel am 21.11.2016

Wer schon einmal seines Handys, Portemonnaies oder sogar Autos bestohlen wurde, weiß wie das nervt. Er fällt aber in die Kategorie: normal, nichts Neues. Ganz anders sieht das allerdings bei den folgenden sechs skurrilen Diebstählen aus. Bei der Beute, die Diebe in diesen Fällen mitgehen ließen, machte selbst die Polizei große Augen – und fragte sich wohl auch das ein oder andere Mal: Was zur Hölle wollen die damit?

(Foto: Facebook)
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Serges Partynacht mit den Jungs

Ist das Diebstahl, Kidnapping oder einfach nur eine fette Party unter Freunden? Fünf betrunkene Jungs aus der französischen Weinstadt Bordeaux „spielten“ eigenen Aussagen zufolge mit den Tieren eines geschlossenen Zirkus‘. Als sie diesen im November 2013 wieder verließen, waren sie auf einmal zu sechst. Denn sie hatten Serge – ein Lama – im Schlepptau.

(Foto: Facebook)
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Gegenüber dem Fernsehsender BFM TV sagte einer der Beteiligten später, dass es den Jungs eigentlich eine Herzensangelegenheit war ein Zebra mitzunehmen, doch das störrische Biest wollte sich partout nicht vom Fleck bewegen. Serge hingegen, schien etwas Abwechslung gut zu tun. Er stiefelte brav hinter den Jungs her. Die führten das Lama wie einen Hund an der Leine durch die französische Stadt, machten Selfies und stiegen schlussendlich in die Straßenbahn! Die machte Serge kurzerhand zu seinem Catwalk und stolzierte darin auf und ab. Das wurde den anderen Passiergieren dann aber doch zu viel. Sie beschwerten sich über den tierischen Fahrgast bei einem Fahrscheinkontrolleur. Der beendete den Lama-Männerabend und die Polizei kassierte die fünf Lama-Diebe ein. Die Jungs erwartete jedoch keine Strafe und Serge konnte trotz Partynacht am nächsten Abend problemlos seinem Job nachgehen.

Ihre Fotos posteten die fünf Jungs auf einer eigenen Facebook-Seite und wurden zum viralen Hit.

„Ich bin Jack Sparrow“

Nahe der englischen Stadt Dartmouth wurde eine 51-jährige Britin nach dem zweitägigen Konsum von Alkohol und Halluzinogen „etwas“ übermütig. Sie klaute eine zweistöckige, knapp 14 Meter lange Fähre für 100 Personen. Wie? Die Frau machte einfach die Seile los, mit denen das Boot am Steg befestigt war. Ihrer eigenen Angabe zufolge, weil sie immer darüber gestolpert war. Polizisten konnten das abtreibende Boot mit der volltrunkenen Diebin an Bord noch den Fluss Dart hinuntertreiben sehen – und hören. Denn die selbsterkorene Kapitänin machte sich lautstark bemerkbar, schrie: „Ich bin Jack Sparrow, ich bin ein Pirat!“. Den spielte sie solange bis das Boot in zwei weitere Boote crashte und die Polizei die Boot-Scooter-Partie beenden konnte. Bei ihrer Festnahme sagte sie „Wir wären bis nach St. Tropez gekommen, wenn wir nicht gefasst worden wären!“

(Foto: Screenshot/Pirates of the Carribean)
(Foto: Screenshot/Pirates of the Carribean)

30 Polizisten, die Küstenwache, ein Rettungsboot und weitere Rettungskräfte beschäftigten die Boot-Diebin und ihr Komplize, der zuvor einen Sanitäter angriff. Während er allerdings mit einem 100 Pfund-Bußgeld davonkam, musste die Frau 122 Tage ins Gefängnis und für den 1500 Pfund-Schaden am Boot aufkommen.

Skurrile Diebstähle, Kategorie ultra eklig: Organisierte Gammeltorten-Mafia

Am 7. Januar feiern orthodoxe Christen Weihnachten. Da dem Fest eine 40-tägige Fastenzeit vorausgeht, wird an dem Tag traditionell jede Menge gegessen. Der Diebstahl am 4. Januar 2015 in der serbischen Stadt Kragujevac war daher an Grausamkeit kaum zu überbieten! Von einer Müllkippe klaute eine fiese Gammeltorten-Bande sage und schreibe 13,5 Tonnen alte Torte, um sie in Umlauf zu bringen und somit gewinnbringend zu verkaufen. Das sind 18.432 (!!!) Stück. Torten können in der Zeit rund um das Weihnachtsfest in Serbien zwischen 45 Cent und 1,80 Euro kosten. Bei über 18.000 Gammeltorten lohnt sich das durchaus. Die Bande soll sie direkt nach dem Abladen mit Lastwagen der Müllabfuhr abtransportiert haben.

(Foto: Top One/Shutterstock)
(Foto: Top One/Shutterstock)

Warum überhaupt so viele Torten auf dem Müll landen? In der örtlichen Kuchenmanufaktur fielen zuvor die Kühlräume aus – Zufall oder abgekartetes Spiel? Bis heute scheint der Diebstahl nicht aufgeklärt worden sein. Die örtliche Polizei sprach jedoch wenige Tage danach von „organisierter Kriminalität“ und zog zunächst den Direktor der Stadtreinigung zur Rechenschaft. Auch mehrere Mitarbeiter der Mülldeponie wurden suspendiert bzw. verwarnt, denn erst nach zehn Tagen bemerkte man den Diebstahl.

Vom Erdboden verschluckt

Ruft ein Mann bei der Polizei an und sagt, sein Haus ist weg… Was würdet ihr denken? Sicherlich nicht, dass der arme Mann bestohlen wurde! Der rumänischen Polizei ging es ähnlich, als der 40-jährige Andy Pascali im Sommer 2014 den Notruf wählte. Doch schon kurze Zeit später war klar: Der Mann, der die meiste Zeit in der Hauptstadt Bukarest lebt, wurde seines Ferienhauses in der kleinen Provinzstadt Braila beraubt! Das kleine Anwesen erbte Pascali von seinen Eltern und ließ es zu einem schönen Ferienhaus samt Springbrunnen im Garten umbauen. Doch als er zum Urlaub in der Region ankam, fand er an der Stelle seines Hauses nur ein Maisfeld.

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Nach einiger Überzeugungsarbeit konnte der 40-Jährige auch die Polizisten davon überzeugen, dass sein Haus wirklich wie vom Erdboden verschwunden war und siehe da. Die Ermittlungen ergaben, dass tatsächlich jede Kleinigkeit des Hauses geklaut wurde – vom Springbrunnen, über den Gartenzaun bis hin zum Gemäuer. Haben die Nachbarn nichts gesehen, fragt man sich… Doch haben sie. Die Abtragung des Hauses dauerte mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen. Doch die Nachbarn hinterfragten den Diebstahl nicht, schlugen sogar noch Kapital aus der Misere des ehemaligen Besitzers. Sie legten blitzschnell ein Maisfeld an.

Nicht, dass sie nicht genug davon hätten

Die Weltausstellung Expo im Jahr 2000 in Hannover stand für die Vereinigten Arabischen Emirate unter keinem guten Stern. Gleich zweimal fiel das kleine Wüstenland Dieben zum Opfer.

Schon zu Beginn der Bauarbeiten am Pavillon des Landes hatten Diebe zugeschlagen. Sie brachen den eingemauerten Grundstein des temporären Gebäudes auf und stahlen die darin befindlichen Rohre. Als der erste Schreck über den Diebstahl überwunden war, folgte wenige Wochen später der nächste, weit größere Schock. Wieder schlugen Diebe zu – warum und wie bleibt ein Rätsel! Denn sie klauten Wüstensand. Nicht, dass die Vereinigten Arabischen Emirate nicht ausreichend davon hätte, aber diesen ließ das Land extra nach Deutschland einfliegen, um in ihrem liebevoll gestalteten Wüstenschloss für das passende Ambiente zu sorgen.

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Die Diebe stahlen insgesamt 600 Säcke Sand, die nahe der Expo-Baustelle gelagert wurden. Das sind 20 Tonnen! Wie sie den Sand abtransportierten und wofür die Diebe ihn brauchten, blieb unklar.

Skurrile Diebstähle, Kategorie: Durchaus nachvollziehbar

Vielleicht würden einige diesen Beutezug als einen skurrilen Diebstahl bezeichnen, andere wiederum sehen ihn vielleicht als einfache Versorgung mit Grundnahrungsmittel und wiederum andere fragen sich, warum sie selbst noch nicht auf die Idee gekommen sind. Wir jedenfalls hätten jede Menge Verwendung für das ein oder andere Fässchen Bier!

Vor dem Fußball-WM-Finale im Jahr 2014 räumten Unbekannte eine Lagerhalle in Krefeld aus und staubten über einen Zeitraum von mehreren Tagen insgesamt 300.000 Liter Bier ab. Das entspricht einer Menge von etwa 15 LKW-Ladungen voll beladen mit Bier-Paletten. Die Diebe hebelten zunächst das Gartentor auf und versuchten über die Rückseite des Gebäudes einzudringen. Als das misslang, entschlossen sie sich kurzerhand für die Vordertür. Durch einen Bürotrakt gelangten sie in die Lagerhalle. Von dort transportierten die Täter das Bier ab. Sie hatten sogar Zeugen beim Abtransport der alkoholischen Ware, doch für die sah der Diebstahl aus, wie eine normale logistische Maßnahme.

(Foto: Iakov Filimonov/Shutterstock)
(Foto: Iakov Filimonov/Shutterstock)

Durch die späteren detaillierten Zeugenaussagen konnten die Ermittler die riesige Beute nach wenigen Tagen in einem Versteck in Rheinland-Pfalz finden – auf den ersten Blick unversehrt und vollständig.