Mittwochfrüh soll Schluss sein mit Streiks an TXL und SXF

News von Daniel am 14.03.2017

Der Betrieb an den Flughäfen Tegel und Schönefeld steht momentan so gut wie still. Gestern fielen bereits fast alle Flüge aus und auch heute werden nur sehr wenige Gäste ihr Ziel erreichen. Laut aktueller Meldungen ist Mittwochfrüh erst einmal Schluss damit. Allerdings drohen jetzt unangekündigte Streiks.

Der Streik der Bodenverkehrsdienste an den Berliner Flughäfen hatte zuvor länger gedauert, als erwartet. Statt am Dienstagmorgen um 5 Uhr wird der Ausstand nun Mittwochfrüh enden. „Wenn morgen wieder 99 Prozent der 2.000 Beschäftigten der Bodendienste in den Streik treten, werden nach meiner Einschätzung auch am Dienstag fast alle Flüge ausfallen“, erklärte Verdi-Sprecher Andres Splanemann.

Durch den Streikabbruch werden Passagiere gefährdet

„Wir haben uns zu dieser Streikpause entschlossen, um den Arbeitgebern eine weitere Nachdenkpause zu gewähren”, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Enrico Rümker. Im gleichen Atemzug drohte er mit neuen, unangekündigten Streiks, da Ryanair sich in Schönefeld über den Streik hinwegsetzte. „Dazu hat die Fluggesellschaft eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen, das jetzt ohne Sicherheitsüberprüfung mit schnell ausgestellten Tagesausweisen auf dem Schönefelder Vorfeld tätig ist“, so Rümker. „Auch der Flughafen ist in der Pflicht, dieses Treiben zu verhindern, weil einmal die Sicherheit der Passagiere gefährdet wird und andererseits der Tarifkonflikt eskaliert“.

Streik-der-Bodenverkehrsdienste (2)

Tegel- und Schönefeld Streik geht trotz Abbruch heute noch in die nächste Runde

Gestern wurden 465 An- und Abflüge in Tegel und 195 in Schönefeld gestrichen. Heute werden weitere 460, beziehungsweise 163 Zusätzliche beim Schönefeld Streik dazukommen. Laut Flughafen-Sprecher Daniel Tolksdorf werden sich diese Zahlen aber noch leicht ändern. Passagieren wird empfohlen, sich vorab bei ihrer Reisegesellschaft über ihren Flug zu informieren.

Welche Rechte habe ich als Fluggast beim Tegel- und Schönefeld Streik?

  • Bei Ausfall des Fluges oder einer Verzögerung um mehr als fünf Stunden besteht die Möglichkeit einer Preiserstattung oder eine alternative Transportmöglichkeit zum Ziel (Air Berlin und Lufthansa bieten innerhalb Deutschlands Umbuchungen auf die Bahn an)
  • Wer auf alle Fälle fliegen will, kann auf einen späteren Flug bestehen.

Wer ersetzt mir den Schaden?

  • Fallen ganze Urlaubstage weg, kann der Reisepreis entsprechend gemindert werden.
  • Bei einer Kurzreise können Urlauber auch ganz von der Reise zurücktreten und ihr Geld zurückfordern.
  • Einen Schadensersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es nicht.

Streik-der-Bodenverkehrsdienste-3

Welche Kosten übernehmen die Fluggesellschaften beim Schönefeld- und Tegel Streik?

  • Bei Annullierung oder deutlicher Verspätung muss die Fluggesellschaft für Verpflegung oder Übernachtungen im Hotel aufkommen sowie den Passagieren zwei kostenlose Telefonate ermöglichen, unabhängig davon ob es sich nur um einen Streik der der Bodenverkehrsdienste handelt, oder die Fluggesellschaften direkt verantwortlich sind.
  • Nach zwei Stunden Wartezeit wird eine Betreuung für Flüge bis zu 1.500 Kilometer gewährt, nach drei Stunden für eine Strecke von 1.500 bis 3500 Kilometer und nach vier Stunden bei einer Distanz von mehr als 3.500 Kilometern.

Wer setzt sich bei einem Streik der Bodenverkehrsdienste für meine Rechte ein?

  • Die Umbuchung bei Ausfall oder Verspätung erfolgt direkt am Flughafenschalter der jeweiligen Gesellschaft.
  • Bei allen Geldforderungen, ist in der Regel ein schriftlicher Antrag erforderlich.
  • Der Verbraucherschutz rät dazu, den Fall so präzise wie möglich zu schildern und vor allem zu erwähnen, wann man über den Streik informiert wurde.
  • Die richtigen Ansprechpartner bei Fragen rund um Fluggastrechte sind Verbraucherzentralen und das Luftfahrt-Bundesamt.
  • Bei einer Ablehnung der Forderungen kann man sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) wenden.