Das sind die 7 verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt

News von Isabel am 07.11.2016

Hach, Wohnen kann so schön sein – vor allem, wenn die Umgebung passt und die Nachbarn nett sind. Zugegeben, das mit den Nachbarn kann man sich nur selten aussuchen und dennoch gibt es den ein oder anderen Kniff, um die potenziellen Nachbarn zumindest einzuschränken – an den richtigen Ort ziehen zum Beispiel. Sun-City wäre so ein Ort. Dort, mitten in Arizona, müssen Rentner sich nicht täglich mit der wilden Jugend rumschlagen, sondern können ungestört auf den Putz hauen. In China hingegen müssen sich kleinwüchsige Menschen nie wieder mit zu hohen Stufen und Schränken rumärgern, und im peruanischen Titicacasee kann man nur hoffen, dass der blöde Nachbar nicht ausgerechnet auf derselben Mini-Schilfinsel wohnt. Zu den 8 verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt zählen aber nicht nur die offensichtlich skurrilen, sondern auch welche für Normalbürger, die den besonderen Twist haben. Und die sind gar nicht so weit weg…

Habitat 67
(Foto: meunierd/Shutterstock)

Platz 7: Tuschkastensiedlung/Gartenstadt Falkenberg in Berlin-Bohnsdorf

Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick versteckt sich in einer auf den ersten Blick recht klassischen Wohnsiedlung ein UNESCO Weltkulturerbe mit über 120 Wohnungen. Nach dem Vorbild englischer Reihenhäuser sollte der Architekt Bruno Taut 1912 eine Siedlung mit bis zu 1500 Wohnungen planen. Für so viele reichte das Geld dann doch nicht. Was Taut aber schaffte, war der Siedlung ihren ganz persönlichen Charme zu geben. Hingegen des vorherrschenden grauen und eintönigen architektonischen Gestaltungsstils von John Ruskin machte Taut seine Gartenstadt Falkenberg bunt!

Tuschkastensiedlung
(Foto: stockfotoart/Shutterstock)

Jedes Haus ist farblich anders gestaltet. So bekommt die Wohnsiedlung im Südosten Berlins einen einzigartigen gestalterischen Look, der zwar im Vergleich zu den wirklich verrückten Wohnsiedlungen der Welt eher wie ein zahmes Kätzchen daherkommt, aber dennoch einiges zu bieten hat.

Platz 6: Hufeisensiedlung in Berlin-Britz

Hier ist der Name Programm. Die ebenfalls von Bruno Taut entworfene Wohnsiedlung in Berlin-Britz wurde zwischen 1925 und 1933 errichtet und bekam schlussendlich 2008 den Status UNESCO Weltkulturerbe verliehen. Besonders ist das namensgebende Hufeisen, das dem Hauptgebäudekomplex seine Form verleiht und in der Mitte ausreichend Platz für Naherholung lässt. In der Mitte des Hufeisens befindet sich neben einem kleinen Teich auch ein Park. Wie der Architekt schon zuvor bei der Tuschkastensiedlung bewiesen hat, ist Farbe genau sein Ding. Deshalb verpasste er seiner verrückten Wohnsiedlung auch gleich noch den ein oder anderen Farbkleks in Form von bunten Fassaden und Türen.

Hufeisensiedlung
(Foto: Google Maps)

Platz 5: Habitat 67, Montreal (Kanada)

Wer eine schlechte Orientierung hat, sollte sich kurz noch mit Kompass, Karte und gutem GPS-Signal bewaffnen, wahlweise auch mit Leuchtpistole und Trillerpfeife. Denn im Habit 67 warten 354 Quader aus Sichtbeton für 700 Bewohner in 158 Wohneinheiten. Mit dem Wohnkomplex, direkt am Sankt-Lorenz-Strom im kanadischen Montreal, errichtete Architekt Moshe Safdie zur Weltausstellung Expo 1967 eine der verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt. Die verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt_Habitat 67_Adwo_ShutterstockWarum? Er stapelte 5 x 11 x 3 Meter große und 85 Tonnen schwere Beton-Quader scheinbar wahllos übereinander und plante das Gebäude mit seiner brutalen Architektur als krassen Kontrast zum historischen Hafen Montreals.

Mittlerweile beinhaltet die Wohnsiedlung moderne Wohnungen zwischen 54 und 153 Quadratmetern. Das Beste an der Struktur sind aber eindeutig die vielen Übersätze, die durch das wirre Baukastenprinzip entstehen – heißt für die Bewohner: 20 bis 90 Quadratmeter große Terrassen und das in vielen Fällen mit Wasserblick!

Platz 4: Schwimmende Schilfinseln, Puno/Titicacasee (Peru)

Zugegeben, bis jetzt waren die Wohnsiedlungen, die wir euch gezeigt haben, eher so mittel verrückt, aber wir brauchen ja noch etwas Luft nach oben. Fangen wir doch gleich einmal auf über 3000 Metern Höhe an, im Titicacasee, dem größte See Südamerikas. Dort, im peruanischen Puno, lebt man nicht etwa am Ufer des Sees, nein, man lebt auf dem See. Dazu bauen sich die Nachfahren der Inkas, deren Reich rund um den See entstanden sein soll, schwimmende Inseln aus Schilf. Sie binden einfach mehrere Schilf-Wurzelblöcke aneinander. Nach etwa einem Monat sind die miteinander verwachsen. Dann kommt noch einmal eine zwei Meter dicke Schilf-Schichte drauf, so dass die ganze Insel noch einmal einen Meter ins Wasser sinkt – fertig.

 

Fault das nicht? Doch! Und genau das braucht die Insel. Denn durch das Faulen entstehen Gase, die die Insel an der Wasseroberfläche halten. So kann eine Schilf-Insel auch Mal 500 Quadratmeter groß sein und gleich mehrere Schilfhäuser beherbergen. Wenn allerdings die Dächer der Häuser von zu viel Regen verrotten, ist das weniger gut. Also müssen die Bewohner alle sechs Monate die Dächer ihrer Häuser erneuern.

Platz 3: Wohnsiedlung für Kleinwüchsige, Kunming (China)

Ein ganzes Reich nur für Personen, die kleiner sind als 1,30 Meter? Das kann es nur in China geben. Tatsächlich ist die Wohnsiedlung für Kleinwüchsige in Kunming die einzige ihrer Art weltweit. Wenn man die spitzen Lehmhütten mit ihren kleinen Balkons aber so sieht, vermutet man eher einen schlechten Scherz als nettes Wohnen. Die Siedlung ist nämlich Teil eines Freizeitparks. Für die kleinen Bewohner bedeutet das: jeden Tag um 15 Uhr Märchenkostüme anziehen und schauspielern für Besucher. Aber auch, wenn es sich bei den Bewohnern der Kleinwüchsigen-Siedlung um Schauspieler handelt, leben sie gemeinsam in einer Siedlung am Stadtrand, wo ebenfalls alles auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und ihnen den Alltag erleichtert: Die Betten sind kürzer als gewöhnliche, die Stufen sind kleiner, und auch Stühle und Tische gibt es im Miniaturformat.

Kunming
(Foto: Screenshot Galileo)

Platz 2: Sun-City, Arizona (USA)

Sun-City ist das Rentnerparadies unter den verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt! Mit einem Altersdurchschnitt von über 70 Jahren und 40 000 Einwohnern ist die Wohnsiedlung zwar ein kompletter Ort, aber dennoch sehr übersichtlich. Häuser und Straßen sind kreisförmig um sieben Kulturzentren angeordnet. Die Straßenführung ist einfach, Bordsteine sind abgeflacht und Häuser ohne Treppen, ebenerdig gebaut. Die Stadt wird von den Rentnern selbst verwaltet. Schon für schlappe 120 000 Euro kann man sich ein Häuschen in der Oldie-Stadt sichern – einzige Voraussetzung: Man muss im Rentenalter sein. Gegen eine Gebühr von 330 Euro pro Monat können die Bewohner die sieben Freizeitzentren in der Stadt nutzen und wer mal seine Enkel zu Besuch haben möchte, darf das auch – nur nicht länger als drei Monate. So viel junge Energie ist dann wohl doch zu viel.

Sun City
(Foto: Tim Roberts Photography/Shutterstock)

Platz 1 der verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt: Cameron Airpark in Kalifornien (USA)

Und auch, wenn das Rentner-Paradies schon nah am Wahnsinn dran ist, fehlt doch das kleine Fünkchen Übermut, um die Liste der verrücktesten Wohnsiedlungen der Welt anzuführen. Nichts ist irrer als der Cameron Airpark – oder könnt ihr euch vorstellen, mit eurem Flugzeug mal eben Brötchen holen zu fliegen, und diese dann mit dem Flieger bis vor die Haustür zu rollen?

 

In dem kleinen Ort in Kalifornien gibt es etwa 120 Haushalte – vor fast jedem parkt ein kleiner Flieger. Autos gibt es zwar auch, aber die sind in der Unterzahl. Direkt von der Garage am Haus aus kann man in seinem Flugzeug starten, um Freunde zu besuchen, zum Shopping oder zur Arbeit zu fliegen. Innerhalb des kleinen Städtchens muss man sich sowohl im Auto als auch im rollenden Flieger an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, ab der Stadtgrenze wird geflogen. Die Verkehrsregeln sind übrigens einfach: Flugzeuge haben immer Vorfahrt vor Autos.