Vulgär, rassistisch, rückständig – wählen Sie Donald Trump!

News von Fabian am 08.03.2016

AN!

einen Wahlsieg von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten glaubt doch niemand ernsthaft, oder? Zumindest für uns Alteuropäer klingt die ganze Nummer wie ein schlechter Scherz, ein Marketing-Gag nach dem Motto ein Milliardär vertreibt sich die Langeweile mit Politikspielchen. Letztendlich können die Amerikaner doch nicht wirklich so dumm sein und diesen Unsympathikus wählen? Und tatsächlich wird Donald Trump seit dem Bekanntwerden seiner Kandidatur von vielen Prominenten und weiten Teilen der Öffentlichkeit in den USA zum absoluten No-go abgestempelt. In TV-Shows und den sozialen Medien lanciert er zum Gespött und es gibt unzählige Sprüche, Fotos und Geschichten, die seine offensichtliche, unterirdische Persönlichkeit untermalen. Donald Trump wird niedergemacht, als Lügner bezeichnet und man hält ihm seine unverschämten und verletzenden Aussagen vor. Und zu Recht! Dieser Typ ist ein Vollpfosten. Wenn man ihm zuhört, läuft es einem kalt den Rücken herunter. Er ist vulgär, frauenfeindlich, rassistisch und von politischen Inhalten so weit entfernt wie Nordkorea von der Einhaltung der Menschenrechte. Stattdessen brüstet er sich im TV mit der vermeintlichen Größe seines Geschlechtsteils. Ich weiß gar nicht, ob ich Mitleid haben soll mit so viel Dummheit, mich aufregen oder einfach nur kotzen. Donald Trump ist augenscheinlich der Untergang aller zivilisatorisch-gesellschaftlichen Werte, die man sich nur vorstellen kann, bei vollem Bewusstsein wird den doch niemand wählen! Möchte man meinen, aber inwieweit spiegeln diese ablehnenden Reaktionen tatsächlich die Wirklichkeit wider?

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Die öffentliche Meinung in den USA wird größtenteils von Prominenten und den Reichen, Intellektuellen und Mächtigen an Amerikas Ost- und Westküsten artikuliert. In den Medien werden entsprechend deren Standpunkte dargestellt und wiedergegeben. Dabei wird gerne vergessen, dass das nicht die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung ist, und damit alles andere als repräsentativ. Zwischen den liberalen Küsten der USA liegt die unendliche Weite des amerikanischen Westens. Cowboyhüte, religiöser Fanatismus und die Überlegenheit des weißen Mannes charakterisieren die politischen Überzeugungen der dortigen Menschen. Diese rund 100 Millionen Menschen bedeuten eine kritische Wählermasse, für welche die politischen Überzeugungen eines Donald Trump überhaupt nicht abwegig klingen. Wenn der 69jährige Milliardär dort beispielsweise seine Vorstellungen über Ehe, Religion, Muslime und den american way of life propagiert, findet er interessierte Zuhörer. Die Parole „Make America great again!“ spricht vielen aus der Seele. Es ist die alte Leier. Diese Cowboys des mittleren Westen entstammen sozial schwachen und bildungsfernen Milieus und sehen sich als Opfer des Systems. Sie suchen naturgemäß die Gründe dafür bei anderen, und Donald Trump präsentiert ihnen die vermeintlich Schuldigen. Das sind Arbeitslose, Muslime, Schwarze, Mexikaner, Homosexuelle und natürlich diese weichgespülten Demokraten mit ihren laschen Gesetzen. So wirbt er damit, die von Obama eingeführte Krankenversicherung und andere soziale Gesetze rückgängig machen zu wollen, wenn er Präsident ist.

Bei Donald Trump herrscht noch die gute alte Zeit. Weißer Mann und weiße Frau, er ernährt die Familie, sie kümmert sich um die Kinder, sonntags geht es in die Kirche und falls jemand der heimatlichen Ranch zu nahe kommt, holt Daddy die Doppelläufige aus dem Schrank. Männer wie Trump haben Amerika einst groß gemacht, davon ist zumindest er überzeugt, und diese Werte vermittelt er seinen Wählern. Was bei uns nur Kopfschütteln erzeugt, könnte den US-Wahlkampf entscheiden, denn Donald Trump hat Erfolg. Er gewinnt in vielen Staaten Vorwahlen und verweist die Konkurrenten auf die Plätze. Was die Menschen in ihm sehen, ist mir schleierhaft. Genauso geheimnisvoll bleibt, was seine 25 Jahre jüngere, äußerst attraktive Gattin Melanie in die Arme dieses fleischgewordenen Frauenalbtraums getrieben hat. Vielleicht hat Trump ja wenigstens bei den Aussagen zu seinem besten Stück ausnahmsweise die Wahrheit gesagt. Weitere Erklärungen fallen mir momentan jedenfalls nicht ein.