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In-Ear-Kopfhörer im Test!

 3. Juli 2018
Katrin in Shopping
Wir haben für euch getestet. Testsieger unter den In-Ear-Köpfhörern unter 50€ ist der Philips TX2. Sein ausgefallenes Design und der kristallklare Klang mit genug Bass haben uns überzeugt. Zum Preis von 39,90€ (Stand: Mai 2016) hat uns vor allem auch die hochwertige Verarbeitung positiv überrascht. Die 13,5 mm großen Treiber werden nie unbequem und sorgen doch für einen kraftvollen Sound. Das V-förmige platte Kabel kann natürlich nicht hundertprozentig dafür sorgen, dass es sich verheddert, beugt dem aber erstaunlich gut vor. Das ins Kabel integrierte Mikrofon ermöglicht Telefonunterhaltungen (per Knopfdruck können Anrufe angenommen bzw. die Musik wieder aufgenommen werden), wir müssen leider auf einen Lautstärkeregler verzichten. Ein Etui zum Verstauen hätte gut in das Paket gepasst, aber auch ohne ist der TX2 unser bester In-Ear-Kopfhörer für weniger als 50€.

Jeder kennt es: Wir kaufen uns ein neues Smartphone, sind beglückt über den Funktionsumfang und die Schönheit des Gerätes, doch dann wollen wir das erste Mal Musik mit den mitgelieferten In-Ear-Kopfhörern hören. Ein Grauen. Doch wohin sollen wir umsteigen? Bei dem großen Angebot am Markt ist es einfach, den Überblick zu verlieren. Wer will, kann 200€ für solche Kopfhörer hinlegen, wer nicht, kann auch 3€ für das Wegwerf-Pendant bezahlen. Wenn ihr aber die goldene Mitte sucht, vernünftige Soundqualität zum bezahlbaren Preis, haben wir hier für euch die vier vielversprechendsten In-Ear-Kopfhörer unter 50€ für euch getestet. Wir haben auf den Klang geachtet, die Verarbeitung, den Tragekomfort und die Tauglichkeit für den mobilen Einsatz. Schlussendlich war der Philips TX2 in fast jedem Punkt der Sieger. Gerade die Soundqualität und die Verarbeitung haben unsere Münder offen stehen lassen. Er ist zwar der teuerste Ohrhörer im Test, aber auf jeden Fall sein Geld wert.

Gibt es aktuell zu guten Preisen bei Saturn oder Mediamarkt.

Immer schön lässig bleiben. Copyright Shutterstock

Das Testfeld

Wir haben vier In-Ear-Kopfhörer unter 50€ getestet und sie von allen Seiten eingehend beleuchtet. Der Philips TX2 hat die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen, auch wenn ihm ein Lautstärkeregler und Zubehör fehlt. Der Sennheiser MM 30i fürs iPhone ist ein Dauerbrenner und für den mobilen Gebrauch prädestiniert, genau wie sein Bruder für Android-Smartphones, der Sennheiser MM30G. Der Beyerdynamic DTX 72 iE hört sich genial an, während der Sony MDR-EX450AP eher durch die Ausstattung punktet. Zum Mitschreiben, hier unsere Testkandidaten:

  • Philips TX2
  • Sennheiser MM 30i/G
  • Beyerdynamic DTX 72 iE
  • Sony MDR-EX450AP

Unsere Kriterien

Aufgrund des riesigen Marktes für In-Ear-Kopfhörer, gerade für unter 50€, mussten wir im Vorfeld ordentlich aussortieren. Es gibt wirklich viele gute Ohrhörer in diesem Preissegment. Auch eher unbekannte Hersteller wie Brainwavz, Shure oder Final möchten wir deshalb hier nennen. Letztendlich waren aber neben dem Klang und der Verarbeitung wie Smartphone-Kompatibilität am wichtigsten, sodass sich die oben genannten Ohrhörer in die engere Wahl schieben konnten. Wichtig waren uns hauptsächlich folgende Punkte:

  • Ausgewogener Klang
  • Druckvoller, aber nicht zu dominanter Bass
  • Wertige Verarbeitung
  • Smartphone-Anbindung (Mikrofon, Lautstärkeregler)
  • Üppiger Lieferumfang
  • Preis unter 50€

Philips TX2 – Unser Testsieger für unter 50€

Momentan ist der Philips TX2 für einen Preis von 39,90€ (Stand: Mai 2016) zu haben. Äußerlich auf jeden Fall wird er seinem Preis gerecht: Goldene Details sorgen für einen edlen Retro-Look, gerade in Kombination mit dem weißen Modell, den man eigentlich nur in einem viel teuereren Produkt vermuten würde. Klanglich schwimmt der TX2 auf einer Wellenlänge mit den viel teureren Ohrhörern aus dem Premium-Segment. Dafür sorgt die hybride Bauform, die Tragekomfort und Klangqualität perfekt miteinander vereint. Unter der Haube ist ein mit 13,5 mm im Vergleich recht großer Treiber mit Neodym-Magneten verbaut, der aber für einen bestechend klaren Sound mit trotzdem klaren Bässen sorgt. Trotzdem ist der TX2 angenehm zu tragen, was hauptsächlich an den leicht versetzt angebrachten, ergonomisch geformten Ohreinsätzen liegt. Die ovalen Schallröhren runden die souveräne Klangtechnologie ab.

Copyright Philips

Egal, welche Musikrichtung, jede Musik hört sich hervorragend an, sodass man kaum glauben möchte, nur einen In-Ear-Kopfhörer am Ohr zu haben. Höhen, Mitten und Tiefen sind klar und ausdifferenziert, der Bass treibt, aber übertreibt nicht, sodass wir ein sehr zufriedenstellendes Klangbild erhalten. Als Extra schirmen die isolierenden Ohrkappen Umgebungsgeräusche ab. Wenn wir uns doch über etwas beklagen müssten (was wir aber eigentlich gar nicht wollen), würden wir den in Extremsituationen ein wenig zu schwachen Bass und die bei hohen Lautstärken leicht übersteuerten Höhen nennen. Aber das wollen wir ja eigentlich gar nicht. Deswegen sagen wir es nochmal: Der Philips TX2 hat den besten Klang im Testfeld, wesentlich besser auch als die noch hochpreisigere Konkurrenz.

Ein edles Gefühl hinterlassen das flache Kabel und der abgewinkelte 3,5 mm Klinkenstecker. Per Knopfdruck können wir Anrufe entgegennehmen, die Musikwiedergabe starten und stoppen, sowie Titel wechseln. Der fehlende Lautstärkeregler ist das einzige Manko. Drei verschiedene Größen von Ohrkappen liegen dem TX2 bei, sodass jedes Tierchen alsbald sein Pläsierchen erhalten sollte.

Sennheiser MM 30i/G – Dauerbrenner für wenig Geld

Etwas länger gibt es den Sennheiser MM 30i/G jetzt zwar schon, das merkt man dem rüstigen Produkt der deutschen Traditionsschmiede aber nicht an. Es besticht durch hervorragenden Klang und lässt uns die Wahl zwischen zwei Modellen: Der MM 30i ist mit dem iPhone und anderen Apple-Geräten kompatibel, wohingegen der MM 30G für die Galaxy-Reihe von Samsung optimiert ist, aber auch mit allen anderen Android- und sogar Windows Phones funktioniert. Ein Mikrofon ist integriert, genauso wie drei Knöpfe für das Annehmen von Anrufen, die Musikwiedergabe und das Wechseln der Titel. Auch ein Lautstärkeregler kommt mit, sodass wir das Smartphone nicht lästig aus der Tasche kramen müssen, wenn uns der überlaute Death-Metal-Track um die Ohren schlackert.

Copyright Sennheiser

Der Klang ist ausgewogen, genauso wie der Bass, der auch hier nicht zu viel gibt. Minuspunkte ist allerdings die etwas kleinere Ausdifferenziertheit des Klangs im Vergleich zum Philips TX2. Der Sennheiser ist solide verarbeitet, wirkt aber etwas filigraner als der TX2. Das Kabel scheint auf Dauer etwas mürbe zu werden, wir glauben, dass es on the long run leicht kaputt geht. Für rund 34€ (Stand: Mai 2016) ist dieser Ohrhörer allerdings unser Preis/Leistungs-Testsieger. Für ein paar Heller mehr kann sich der oder die interessierte Leser_in auch mit der Nachfolgegeneration vergnügen, beispielsweise dem Sennheiser CX 3.00, muss hier aber auf Headset- und Musiksteuerungsfunktionen verzichten.

Beyerdynamic DTX 72 iE – großer Klang, kleine Mobilität

Aus dem schönen Heilbronn, aus der Audio-Schmiede Beyerdynamic stammt der dritte Ohrhöhrer in unserem Testfeld. Seit 90 Jahren werden hier schon Audio-Produkte hergestellt, aber erst vor einem Jahr bekam die populäre DTX/MMX-Serie ein Update, jene Produktreihe, für die sich Einsteiger, Premium-Hörer und Audiophile gleichermaßen begeistern können. Der Beyerdynamic DTX 72 iE ist ein eindeutiger Premium-Kopfhörer (Preis: rund 50€, Stand: Mai 2016) und begeisterte uns durch seinen einzigartigen, glasklaren, ausdifferenzierten Klang. Die Höhen und Mitten kommen sehr präzise daher, während die Bässe sich zurücknehmen. Ob man das mag, ist eine Entscheidung der persönlichen Präferenz: Jazz, Klassik und Pop sind ein Erlebnis mit diesen Ohrhörern, wenn man basslastige Musik bevorzugt, sollte man auf jeden Fall zuerst probehören.

Copyright Beyerdynamic

Leider kommt der Beyerdynamic DTX 72 iE gänzlich ohne Bedienelement am Kabel daher. Wem also besonders wichtig ist, die Lautstärke über das Kabel regeln zu können, kann zum eine Klasse darunter liegenden, 10€ günstigeren MMX 41 iE oder eine Klasse nach oben greifen, nämlich zum 35€ teureren MMX 102 iE. Sonst ist der Lieferumfang beeindruckend: drei verschiedene Größen von Ohrkappen liegen bei, genauso wie ein Kabelclip zur Befestigung an der Kleidung und ein Etui mit Schnappverschluss. Außerdem ist es möglich, bei Beyerdynamic einen Gutschein in Höhe von 120€ zu erwerben, der in einer Hörgeräte-Filiale von KIND für eine individuelle Anpassung der Ohrlappen eingelöst werden kann. Ein teurer Spaß zwar, aber ein schönes Angebot für Menschen, die chronische Probleme mit der Passform von mitgelieferten Ohrkappen haben.

Sony MDR-EX450AP - Let the Bass kick!

Sony ist eine Top-Adresse, wenn es um Kopfhörer geht, und das beweist der japanische Hersteller auch mit dieser, seit April 2014 erhältlichen MDR Ex-Serie. Spitzenfeatures sind die hochwertige Verarbeitung und der satte Klang. Das Top-Modell, der Sony MDR-EX650AP kostet jetzt etwa 50€, für unter 50€ findet sich der kleine Bruder MDR-EX450AP (31€, Stand: Mai 2016), der im schicken Grau (MDR-EX450APH) oder reinen Weiß (MDR-EX450APW) daher kommt. Für noch ein paar Euro weniger bekommt ihr den Kopfhörer ohne ein Mikrofon, wozu wir aber aufgrund der geringen Ersparnis nicht raten würden. Manche Amazon-Kunden berichten, dass die Sprachqualität des Mikros zu wünschen übrig lässt, im Endeffekt solltet ihr also selbst entscheiden, ob ihr es braucht oder nicht.

Copyright Sony

Im Klang ist der MDR-EX450AP wie die meisten Sony-Modelle etwas mehr auf dem Bassfuß unterwegs, also eine tolle Alternative zum Beyerdynamic-Modell. Wer am liebsten Hip Hop oder technoideren Klangkunstwerken lauscht, sollte hier absolut glücklich werden. Der 12 mm große Treiber liegt in einem massiven Messinggehäuse versteckt, der diesem Produkt ein wertiges Gefühl verleiht. Leider reibt sich das Sony-Logo mit der Zeit ab, was der Wertigkeit leider etwas Abbruch tut. Das geriffelte Kabel ist schöne und effektive Kabelsalat-Prophylaxe, ein sehr nützliches Feature. Alles in allem ist der Sony MDR-EX450AP ein vernünftiger und mobil einsetzbarer In-Ear-Kopfhörer, dessen Klang aber die Klarheit seiner Konkurrenten vermissen lässt.

Alternativen

Wie oben angedeutet, ist das Feld riesig, daher gibt es viele Alternativen zu diesen vier In-Ear-Kopfhörern unter 50€. Wenn ihr euch für einen Kopfhörer entscheidet, ist eure Lieblingsmusik der springende Punkt, denn die unterschiedlichen Modelle haben verschiedene Klangfarben, während nur wenige - gerade zu diesem Preis - Allround-Qualitäten besitzen.

Außerdem solltet ihr wissen, wie wichtig euch Tragekomfort ist und in welchen Situationen ihr euren Kopfhörer am ehesten einsetzt. Seid ihr diejenigen, die mit dem Smartphone Musik hören oder mit dem MP3-Player, hört ihr sie eher zum Sport oder auf dem Weg zur Uni/zur Arbeit? Die durch In-Ear-Kopfhörer gewonnene Mobilität fällt oft einem geringen Tragekomfort zum Opfer. Im Endeffekt solltet ihr also in Frage kommende Modelle probezuhören bzw -tragen. Außer den Kandidaten in unserem Test möchten wir daher noch folgende Modelle kurz vorstellen:

  • Final Audio Design Adagio II – okayer Klang und vernünftiger Bass, sehen aber durch das Plastik-Finish etwas billig aus.
  • House of Marley Smile Jamaica – sehr schick, guter Klang. Nur die Verarbeitung ist nicht wirklich ausreichend.
  • JBL J22 – schöner Klang und ein tolles Design, aber durch die Schwere des Kabels rutschen die In-Ear-Kopfhörer sehr leicht aus den Ohren.
  • Philips SHE9000 – kostet etwa die Hälfte vom TX2, aber wer auch mit etwas weniger gutem Sound klarkommt, sollte lauschen gehen.
  • AKG Q 350 – Herausragender Klang - wie immer bei AKG - aber Tragekomfort und Verarbeitung könnten besser sein.

Fazit

Wir finden, dass der Philips TX2 der eindeutig beste In-Ear-Kopfhörer unter 50€ ist. Designtechnisch angelehnt an den Premium-Kopfhörer Fidelio S2 ist er aber deutlich günstiger. In den kriegsentscheidenden Punkten überzeugt der TX2: Hervorragender Klang, der Hip Hop, Rock oder Electro gleichermaßen ausgewogen und kraftvoll wiedergibt. Der Bass ist vorhanden, überlagert aber die detaillierten Höhen, Mitten und Tiefen nicht. Der TX2 ist also ein wahres Allround-Talent. Das Finish mit goldenen Details wirkt sehr retro und Gatsby-mäßig, was für manchen vielleicht etwas überkandidelt sein kann.

Durch das flache Kabel wird Salat vorgebeugt, obwohl eine Riffelung wie beim Sony MDR-EX450AP oder House of Marley Smile Jamaica noch effektiver gewesen wäre. Das integrierte Mikrofon lässt uns mit dem holländischen Top-Produkt auch telefonieren und unsere Musikwiedergabe steuern. Dazu fühlt er sich auch einfach gut an. Der Philips TX2 ist der beste In-Ear-Kopfhörer unter 50€.