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Mission Impossible: Schöner Fahrradhelm. Oder doch nicht?

 3. Juli 2018
Katrin in Shopping
Zack, ehe wir uns versehen, ist endlich wieder Sommer. Die Sonne scheint, sogar der griesgrämige Spätibesitzer von unten an der Ecke lächelt manchmal. Alles macht mehr Spaß, weil wir es draußen machen. Am Liebsten bewegen wir uns auch draußen von A nach B. Mit dem Fahrrad. Und dann kommt ein Thema, was uns immer etwas zwickt: der Fahrradhelm. Daher unser Fahrradhelm Test.

Ein Helm mindert die Verletzungs­risiken bei Fahr­rad­unfällen erheblich. Das bestätigen alle Studien. Wissen wir doch schon längst! Nur bei 10 Prozent der Unfälle ist der Kopf beteiligt - aber wenn, dann so richtig! Helmträger*innen hatten deshalb trotz anderer Verletzungen wegen ihres Kopfschutzes keine schweren Kopfverletzungen mit bleibenden Schäden. Und trotzdem tragen die meisten Fahrradfahrer*innen keinen Helm...

Mal kurz reflektieren: Trägst du einen? Deine Freund*innen? Mh, also das letzte Mal, als ich mit einem Helm in Kontakt geriet war als kleines Mädchen, als meine Mutter mir einen Rosa-Samt-Fahrradhelm auf den winzigen Kopf stülpte. Als ich dann ein paar Jahre älter wurde, war ich viel zu cool für nen Helm. Und auch jetzt immer noch ganz cool und zu bedacht um meine Frisur, um einen lebensrettenden Helm zu tragen… Ja - ich merke es selbst.

Die Geschichte vom hässlichen Entlein… oder: Der Fahrradhelm

Nun ja - teilweise stimmt das. Viele Helme sitzen nicht richtig und bieten deshalb nicht ausreichend Schutz - deshalb am besten Anprobieren und bei Druckstellen zurückschicken. Und die meisten Helme, die meine Augen im Straßenverkehr, oder bei der Tour de France auf der Mattscheibe erblicken, scheinen tatsächlich sehr praktikabel und bestimmt total sicher - sie sehen sehr aerodynamisch aus... Also total hässlich.

Aber HALT! Wir wären nicht das Pony, wenn wir nicht auch in einem der most unfashionable Bekleidungs-Bereichen ein paar echte Augenweiden hervorzaubern könnten.
Und die sind auch noch sicher! Ok ok, ganz ruhig in eine Tüte atmen. Und am besten nochmal die Brillen putzen, weil jetzt ein paar richtig schicke Fahrradhelme auf euch warten! Und ab aus Drahtpony - äh, Drahtesel!

Breaking: Ja, es gibt schöne Fahrradhelme!

Und wir haben sie gefunden! So stylish können Helme sein:

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© BikePretty.com

Let’s get technical

Eine wichtige Frage ist die Bauart des Helmes. Du musst dir zuerst überlegen, ob du gemütlich radelst oder dir jeden Morgen ein Rennen mit der Straßenbahn gibst. Bist du der letztere Typ: Sorry, aber so ganz ohne Aerodynamik und Lüftungsschlitze wird es nicht gehen, weil dein Kopf gut belüftet werden sollte (außer du magst Schwitz-Köpfchen). Die anderen von uns, die sich ganz normal auf das Hollandrad schwingen und tief einatmend am Blumenbeet vorbeifahren können mehr Wert auf Aussehen legen. Du willst jetzt endlich die schönen Helme sehen? So wie du wünschst:

Die Klassische Schönheit unter den Helmen

Dieser Helm ist eine klassische Schönheit: Sehr schlicht und super praktisch passt er für die, die ganz relaxt zum Park fahren und nicht auf ihren Stil pfeifen. Der Helm ist von Bike Pretty, einer Firma in den U.S.A. die auch mit UPS nach Deutschland verschickt - die Steuern müssen leider von euch selbst übernommen werden. Trotzdem lockt der Yakkay Paris Oilskin-Helm von amazon mit seinem leichten Gewicht und einem atmungsaktiven Bezug, der Radfahren nicht nur sicher, sondern auch stylish macht. Der Yakkay ist laut Website der Helm mit den meisten Auszeichnungen und erfüllt alle europäischen Standards nach EN 1078. Der Preis von 125 Euro schmerzt ein wenig, aber dafür tut es beim nächsten (hoffentlich höchstens in Gedanken stattfindenden) Unfall nicht so weh. Was ihr für den Preis bekommt ist der preisgekrönte Yakkay-Helm und einen schwarzen schicken Bezug.

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© Bloggerin Garance Dore trägt den Oilskin Helm auf www.garancedore.com

Ausflug im Park

Wer jedoch woanders einen Yakkay-Helm kauft oder einen zweiten Bezug für seinen Helm haben will, der kann auch einfach nur den Bezug kaufen. Für Sonntagsausflüge, Fahrradtouren am Meer oder einem ersten Date im Park eignet sich der Straw Hat-Helm (-bezug) hervorragend. Wenn van Gogh Fahrradhelme gemalt hätte - es wäre immer nur dieser gewesen. Auch hier ist der Preis recht saftig mit 165 Euro, aber ich bin schockverliebt. So viele Picknicks mache ich gar nicht, dass ich den Helm so oft anziehen könnte, wie ich wollte! Nach derzeitigem Recherche-Stand leider nur in den USA zu haben... (Stand März 2017).

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© BikePretty.com

Der „Helmige“

Für die sportlichen unter euch gibt es auch eine etwas schlichtere, „helmigere“ Variante: Der Cratoni C-Loom, den es bei amazon schon ab 75 Euro gibt. Er bietet sicheren Unfallschutz und sitzt bequem, hier fehlen - wie auch bei den beiden vorigen - jedoch Reflektoren (für die Nacht) und eine mehr als befriedigende Belüftung. Beim ADAC Fahrradtest schneidet er trotzdem gut mit einer 2,3 ab und liegt damit auf dem 5. von 12 Plätzen. Und bei weiteren Recherchen ergibt sich: Es scheint doch integrierte Reflektoren auf der Rückseite des Helmes zu geben - so seid ihr auch spät abends mit dem Fahrrad sicher unterwegs. Mit diesem Faktor rutscht der schöne und sichere Helm ganz sicher höher als nur Platz 5!

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© amazon.de

Abwechslung pur

Wenn du viel Abwechslung willst, ist der Nutcase Gen3 eventuell etwas, derzeit zu erwerben bei Sportscheck und Co: Dieser Fahrrad- und Skate-Helm kommt in unheimlich vielen Farben und Mustern daher. Egal ob weiß, schwarz, grün, mit Kuhflecken, Pünktchen oder Blumen - für jede*n ist hier etwas dabei. Der Helm kommt als eine robuste Hartschale und wenige Luftkanäle, 360° Reflektoren und einem sicheren Magnetverschluss, für den sich tollpatschige Erwachsene oder Kinder bedanken werden. Die Helme besitzen ein Visier und wenn er richtig sitzt, schützt er deinen Kopf - ganz nach dem Slogan: „I love my brain“. Und Stiftung Warentest loves den Nutcase und vergibt eine 2,5.

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© amazon.de

Der Airbag

Für die, die Partout keinen Helm aufsetzen: Der 300 Euro teure Hövding bei Radwelt ist die neueste Erfindung aus Schweden. Umgelegt wie ein Schal wird der Stoff durch Sensoren einen Sturz registrieren und einen Airbag öffnen, der deinen Kopf schützt. Wer das Geld hat…

Der Testsieger

Puh, also so ganz richtig schön ist er nicht - aber der I-VO CC von Uvex weiß durch seine inneren Werte zu überzeugen. Wer wirklich viel Fahrrad fährt oder gefährliche, autobefahrene Strecken nicht meiden kann sollte eventuell etwas mehr Priorität in Praktikabilität legen. Den Helm gibt es bei Zalando ab 60€ und ist der Kauftipp des Fachmagazins „Mountainbike“ und bekommt Bestnoten bei Stiftung-Warentest. Er passt sich an fast jede Kopfform an, ist sehr leicht und bietet hervorragenden Unfallschutz. Ein unspektakulär aussehender Helm, der dir für den schlimmsten Fall Sicherheit bietet.