Haha has killed lol – Netzjargon im Wandel

Sparen von Daniel am 25.02.2017

Das Mitteilungsbedürfnis im Zeitalter der sozialen Medien kennt keine Grenzen: Jeder hat permanent etwas zu melden, egal zu welcher Uhrzeit oder an welchem Ort der Welt er sich befindet. Bei Facebook tauschen sich mittlerweile über eine Milliarde Menschen rund um die Uhr über existentielle Themen wie ihr Mittagessen aus, bei WhatsApp wandern stündlich 40 Millionen Nachrichten von einem Handy zum anderen. Mit besonderer Vorliebe bedient man sich im Netzjargon Smileys, Symbolen und spezieller Buchstabenabkürzungen – das Internet hat seine eigene Sprache entwickelt.

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Plötzlich findet es jeder cool zu schreiben. Bei einer so großen, kollektiven Begeisterung sind das natürlich auch jene, die sich für die genormte Schriftsprache überhaupt nicht interessieren, sich aber trotzdem kreativ ausleben wollen. Das hat beispielsweise zur Folge, dass Liebesbekundungen nicht mehr anhand des am schwersten zu veräußernden Satzes der Welt bekundet werden, sondern im Netzjargon jetzt so aussehen: <3. Desweiteren wird grundsätzlich klein geschrieben, abgekürzt und sich für ein informatives Update mal schnell einer Präposition entledigt: „ich geh kino. du so?“

Netzjargon wird schon lange erforscht

Wer sich jetzt Sorgen darüber macht, Sprache möge durch dieses Verhalten generell den Bach runter gehen, dem sei beruhigenderweise gesagt, dass Linguisten in aller Welt schon seit Ende des letzten Jahrtausends dabei sind, die Entwicklung des skurrilen Geschreibsels zu untersuchen. Gegenstand der Sprachforschung war dabei so ziemlich alles, von der Semantik über Zeitform und bishin zur Rechtschreibung des Netzjargon.

Nonverbale Kommunikation wird ersetzt

Warum sind zwinkernde Gesichter im Internet notwendig, die aus Punkt, Komma und Strich bestehen, wenn man doch Jahrhunderte lang in der Literatur auch auf sie verzichten konnte? Was bringen sogenannte Inflektive wie *seufz* oder *schmunzel*? „Eine Zeit lang ging man davon aus, dass in der Chatkommunikation im Gegensatz zum mündlichen Gespräch etwas fehlt“, erläutert Georg Albert von der Universität Landau die naheliegendste Vermutung, „und dass diese fehlende Verständigungsebene von den Nutzern unter anderem mit Emoticons aufgefüllt werden müsse.“ Heute, im Zeitalter von Facebook-Stickern, die wie unlängst im Falle der Trash Dove, massive Hypes auslösen können, wissen wir, dass die Sache doch etwas komplizierter ist. Der Netzjargon führt ein Eigenleben.

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Netzjargon dient vor allem der Geschwindigkeit

Ebenfalls auf der Hand liegt selbstverständlich der Erklärungsansatz der Zeitersparnis. Konsequent klein zu schreiben und Buchstaben oder sogar Wörter wegzulassen, geht einfach schneller – gerade beim schnellen Wortwechsel mit mehreren Personen im Chatroom durchaus nachvollziehbar. Insbesondere bei Leuten, die im Bedienen einer Tastatur nicht perfekt routiniert sind, macht das alles Sinn, erst recht bei kleinen Handy-Tastaturen. Ein „afk“, anstelle von „Away from keyboard“, wenn man sich eben mal schnell um den Kochtopf kümmern möchte, ist durchaus als praktikabel zu erachten. Wenn es an der Tür klingelt, möchte auch niemand Romane schreiben, und greift eher zu einem „brb“, was gleichbedeutend mit „be right back“ ist. Es ist nicht so, dass Abkürzungen im Netzjargon jeglicher Daseinsberechtigung entbehren würden.

ROFL, du hast IMHO voll den AKÜFI

Die Obsession, im Internet alles abzukürzen, hat aber nicht nur funktionelle Gründe. Es gibt sogar einen eigenen Begriff für dieses Verhalten: AKÜFI – Abkürzungsfimmel. Eigentlich wird auf sämtlichen Kanälen sozialer Medien vorwiegend durch kryptische Kurzformen kommuniziert. „LOL“, „ROFL“ und „IMHO“ kennt mittlerweile jeder. Ob Twitter, Chats, Facebook oder irgendeine andere virtuelle Form der Kommunikation, es ist mehr als üblich, Dinge nicht auszuschreiben, sondern immer nur den Anfangsbuchstaben eines Wortes zu verwenden, aber nicht in allen Fällen macht der Netzjargon tatsächlich Sinn.

Alter, der Film war voll bae

Ein besonders obskures Beispiel des Netzjargon ist die Chat-Abkürzung „Bae“, die wörtlich genommen „before anyone else“ bedeutet, aber durchaus einfach durch „Baby“ oder „Babe“ ersetzt werden könnte, was sowieso als das offizielle, sinngemäße Synonym gilt und nicht wesentlich länger oder komplizierter ist. Generell ist diese Abkürzung auf alle Fälle positiv belegt und man darf sich freuen, wenn man in einem Chat so genannt wird. Verwendet wird es sowohl für enge Freunde, als auch für die Liebsten. Sogar für Sachen, wie Filme wird der Ausdruck des Netzjargon verwendet, wenn man beispielsweise einen Film gut fand, dann war der auch „bae“.

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Rolling on the floor laughing

Es stellt sich zudem die Frage, warum man Lachen im Netzjargon überhaupt durch Abkürzungen zum Ausdruck bringen muss, statt zum Beispiel durch die von Beginn an aus den Comics bekannte Lautschrift „Haha“, die übrigens inzwischen wieder deutlich auf dem Vormarsch ist. Es würde sicher niemand behaupten wollen, ein „rofl“, welches sozusagen der hysterische Bruder des „lol“ ist und „Rolling on the floor laughing“ bedeutet, sei schneller getippt.

Boykott des Hypes ist der neue Hype

Ein weiterer Grund dafür, dass inflationär benutzte Internetcodes im Netzjargon nach einiger Zeit durch deren Boykott abgelöst werden ist, ist ganz einfach der Fakt, dass man sich anfängt, blöd dabei vorzukommen. Das überlässt man dann lieber dem Klientel, welches die Jugendwörter des Jahres in so hoher Frequenz in ihren Sprachgebrauch integriert, als ginge es um Suchmaschinenoptimierung. Hier begegnet man mitunter auch dem befremdlichen Phänomen, dass im realen, alltäglichen Sprachgebrauch „lol“ gesagt wird. Und das ganz ohne zu Lachen, was gewissermaßen ein Paradoxon darstellt, wenn man bedenkt, dass die Abkürzung für „Laughing out loud“ steht.

Zurück zu den Wurzeln

Lautmalerei, wie „Hihi“ oder „Haha“ beginnt sich also durchzusetzen, und wird intuitiv benutzt, um sich von Nerds und YOLOs abzugrenzen, die alles „fly“ finden, sich aber trotzdem regelmäßig „hart gönnen“, weil sie sich insgheim fragen: „Was ist das für 1 Life?“ Wie so oft löst ein Retro-Trend einen vorangegangenen Hype im Netzjargon ab, der sein Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Facebookgruppen wie „Haha has killed LOL“, „LOL is outdated“ oder „Why LOL is on the verge of extinction“ machen diese Entwicklung deutlich.

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Netzjargon wird nicht aussterben

Bei immer schneller werdendem Internet und ständig neuen Dateiformaten wäre eine logische Entwicklung hin zur Natürlichkeit und zurück zu den Wurzeln das Verschicken kurzer Voicesamples oder GIFs mit Sound. Letztendlich wird sowieso alles in Richtung Bewegtbild und Video-Chat mit Tonübertragung gehen, bis wir dann tatsächlich irgendwann in Hologramm-Form bei unseren Kumpels im Wohnzimmer sitzen.

DSL nicht jederzeit verfügbar

Die schriftliche Kommunikation über klassische Chats und Messenger wird aber aufgrund der verschiedenen Geräte und der unterschiedlichen Verfügbarkeit entsprechender Internetgeschwindigkeit noch lange nicht aussterben, der Netzjargon also genausowenig. Bis weltweit flächendeckend schnelles DSL vorhanden ist, kann noch einige Zeit ins Land gehen.

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So vong schnell her

Um einen passenden DSL-Tarif ausfindig zu machen, hilft ein umfassender DSL Vergleich. Ein Vergleich wie man ihn zum Beispiel bei Sparhandy findet. Doch für welchen Tarif sollten Sie sich bei einem DSL Vergleich entscheiden? „Hier spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.“, so der Experte von Sparhandy. „Ein Kunde der viel über Whatts App chattet benötigt eine schnelle und stabile DSL Leitung.“, so der Experte weiter.

Ein ganz neues Surf-Erlebnis

Der größter Vorteil einer schnellen Verbindung ist vor allem die wesentliche höhere Upload-Geschwindigkeit. Im Falle von DSL können Daten mit bis zu 1 024 kBit/s hochgeladen werden, im Falle von V-DSL sogar mit 10 MBit/s, was der zehnfachen Geschwindigkeit entspricht. Die Vorteile sind breitgefächert und erstrecken sich auf viele interessante Gebiete. Beispielsweise verbinden sich viele Dienste inzwischen automatisch mit Cloud-Diensten im Internet, um Daten automatisch zu sichern und zwischen verschiedenen Geräten zu synchronisieren. Bei regelmäßigen Backups der ganzen Medienbibliothek bringt ein schneller Upload auf alle Fälle eine deutlich spürbare Verbesserung.

Facebook mag große Datenmengen

Ob ihr eure Musik auf allen Geräten hören wollt, Daten über Dropbox mit euren Kollegen tauschen wollt, Bilder auf Flickr hochladen oder eigene Videos auf YouTube stellen wollt. Auch die sozialen Netzwerke bedienen sich zunehmend datenintensiver Inhalte und bewegter Bilder, die hochgeladen und geteilt werden, weshalb auch hier ein schneller Upload immer öfter erfreulich ist.