15. Januar 2017
Daniel in Sparen

Die Qual der Wahl beim Reisen – Unser Verkehrsmittelvergleich schafft Abhilfe

Wenn euch das Reisefieber packt und ihr euch dafür entscheidet, eure sieben Sachen zu packen und schnell irgendwo hin zu düsen, steht ihr meistens vor der Qual der Wahl. Und das nicht nur, wenn es um das richtige Reiseziel geht. Flüge wurden in den letzten Jahrzehnten immer billiger, Fernbusreisen bekommt man förmlich nachgeworfen und auch

Wenn euch das Reisefieber packt und ihr euch dafür entscheidet, eure sieben Sachen zu packen und schnell irgendwo hin zu düsen, steht ihr meistens vor der Qual der Wahl. Und das nicht nur, wenn es um das richtige Reiseziel geht. Flüge wurden in den letzten Jahrzehnten immer billiger, Fernbusreisen bekommt man förmlich nachgeworfen und auch bei der deutschen Bahn scheint man langsam umzudenken. Lest unseren Verkehrsmittelvergleich, um ein wenig Überblick zu gewinnen.

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Die Deutsche Bahn wird zukunftstauglich und kundenfreundlicher. Den Anfang machte unlängst freies WLAN für alle. Ein Angebot, das die Konkurrenz der Fernbusbetriebe schon seit geraumer Zeit als selbstverständliches Gimmick anbietet. Erst seit 2013 dürfen Fernbusse Fahrgäste innerhalb Deutschlands befördern, anstatt nur ins Ausland. Schon nach dieser relativ kurzen Zeit erfreut sich diese kostengünstige Alternative zu Flugzeug und Bahn großer Beliebtheit. 2016 kaufte Marktführer Flixbus nach MeinFernbus den zweiten großen Konkurrenten Postbus auf. Der Preis der Fernbusse ist unschlagbar günstig, dafür muss man ein wenig mehr Zeit mitbringen.

Umweltfreundlichkeit

Auch wenn man sich eingestehen muss, dass man auf diesen doch sehr wichtigen Faktor erst zu allerletzt achtet, sollte man den Aspekt in einem Verkehrsmittelvergleich nicht außer Acht lassen, zumal die Unterschiede gerade zwischen Flugzeug und Bahn exorbitant sind. In der alltäglichen Praxis werden aber zunächst Fahrzeit, Preis, Komfort, Fensterplatz und Laptopsteckdose in die Entscheidung einbezogen. Zwar legt mehr als die Hälfte der deutschen Touristen laut der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) Wert auf nachhaltigen Urlaub, allerdings steigt die Zahl der Kurzurlaube und Städtereisen statistisch gesehen an, was auch eine erhöhten Schadstoff-Ausstoß nach sich zieht.

Das beliebteste Verkehrsmittel ist laut Deutschem Reiseverband (DRV) das Auto, dicht gefolgt vom noch schädlicheren Flugzeug. Die Bahn belegt gemeinsam mit dem Bus weit abgeschlagen den letzten Platz. Der Klimaschutzorganisation Atmosfair zufolge dürfte jeder Mensch jährlich nur 2,3 Tonnen CO₂ ausstoßen, um eine Erderwärmung von über 2 Grad bis zum Jahr 2050 zu vermeiden. Mit dieser Menge käme ein Flugzeug gerade einmal über den Atlantik. Mit dem Bus könnte man dagegen dreimal von Alaska nach Feuerland fahren. Überraschenderweise haben Busse einen geringeren CO₂-Ausstoß pro Fahrgast als Züge und sind somit das umweltfreundlichste Verkehrsmittel.

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Reisedauer

Ein weiterer relevanter Aspekt im Verkehrsmittelvergleich ist die Fahrzeit. Die Deutschen sind verwöhnt, was das Thema Reisen betrifft. Während rote Ampeln im Straßenverkehr zur Tagesordnung gehören und auch auf Busreisen Baustellen verziehen werden, rufen Zugverspätungen in der Höhe von Minuten schon mehr als Unmut hervor. Das liegt aber nur daran, dass die Konkurrenten in der Bilanz nicht ansatzweise mithalten können, wenn es um Pünktlichkeit und Geschwindigkeit geht. Im PKW kann man notfalls vom Kurs abweichen, um Verkehrsbeeinträchtigungen zu umfahren, die im Linienverkehr organisierten Fernbusse können das meist nicht.

Von München nach Berlin braucht die Bahn etwa sechs Stunden, während man mit dem Bus zwischen sieben und zwanzig Stunden gemütlich vor sich hin gondelt. Günstige Verkehrsverhältnisse vorausgesetzt. Die großen Schwankungen bei den Verbindungen kommen dadurch zustande, dass die Fernbusse ihre Ziele in den seltensten Fällen direkt anfahren, sondern in den meisten Fällen über gewaltige Umwege gehen. Mit der Mitfahrgelegenheit oder dem Auto ist man in sechs bis sieben Stunden am Ziel, wenn alles gut läuft. Mit dem Flieger düst man in einer Stunde quer durchs Land (z.B. von Berlin nach Köln für 10€ pro Strecke), allerdings muss man mit Anfahrt zum Flughafen und Wartezeit eher mit drei bis vier Stunden rechnen. Während die Fernbusse durchschnittlich mit 78 km/h und die Autos der Fahrgemeinschaften mit 106 km/h durch die Landschaft trudeln, bringt es der Schienenverkehr im Mittel auf 116 km/h. Im Falle des ICE mit Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 300 km/h.

Verkehrsmittelvergleich

Der Preis im Verkehrsmittelvergleich

Die Bahn wirbt mit sensationellen Preisen, allerdings kommt man so gut wie nie in deren Genuss, es sei denn, man bucht Wochen im Voraus. Für spontan Reiselustige klingen 19€ für ein Ticket quer durch Deutschland nicht nur zu schön, um wahr zu sein. Wer morgen spontan von München nach Berlin fahren will, zahlt mindestens 130€. Mit dem Flixbus ist man ab 25€ dabei, beim Onlineportal blablacar.de zahlt man durchschnittlich 30€.
Einen Flug bekommt man ab etwa 70€.

Auch bezüglich Privatsphäre werden in unserem Verkehrsmittelvergleich große Unterschiede deutlich, wobei hier alles weitestgehend eine Frage eures Geschmacks ist. Für absolut unkommunikativ veranlagte Naturelle ist es womöglich unangenehm, mit mehreren fremden Menschen viel Zeit auf engstem Raum zu verbringen, da sich der ein oder andere Smalltalk nicht vermeiden lässt. In allen anderen Transportmitteln ist dagegen eine komplett anonyme Reise möglich. Da soziale Kontakte auf Reisen für andere wiederum ein angenehmer Nebeneffekt sein können, hat sich blablacar.de darauf spezialisiert, Menschen mit ähnlichen Interessen auf ihren Fahrten zusammenzuführen.

In Sachen Komfort versuchen sich die großen Verkehrsmittel aneinander anzupassen, das schon erwähnte kostenlose WLAN der Bahn gehört schon lange zum Standardrepertoire der Fernbusse, ist aber im Flugzeug aus technischen Gründen ein Ding der Unmöglichkeit. Snacks und Getränke werden überall angeboten, bei der Beinfreiheit hat die Bahn die Nase vorn. Sitzplatzgarantie bietet die Bahn als einziges Transportmittel nur gegen Aufpreis. Ein Nachteil der günstigen Mitfahrgelegenheit ist die relativ komplizierte Organisation, da man sich doch recht individuell mit dem Fahrer absprechen muss, was wiederum Potential für Vorteile bezüglich Abholung und Ausstieg birgt. Bahnhöfe liegen meistens recht zentral, während Bushaltestellen und vor allem Flughäfen oft in Randbezirken angesiedelt sind. Eure eigenen Prioritäten und Vorlieben kennt ihr selbst am besten – Leider ist ein Verkehrsmittel, das sowohl supergünstig sowie flexibel als auch schnell wie der Wind ist, auch im Jahre 2017 noch Zukunftsmusik.