100% mehr Netflix im neuen Jahr

Unterhaltung von Christian am 09.12.2015

AN!gekündigt: Wir haben über Netflix’ Superhelden berichtet, Amazons neues Serien-Flagschiff vorgestellt und YouTubes Streaming-Offensive beleuchtet. Doch das gegenseitige Hochschaukeln der Video-On-Demand-Giganten hat gerade erst begonnen. Heute ist mal wieder Netflix an der Reihe: Auf der UBS Media Conference in New York erläuterte Ted Sarandos, Chief Content Officer von Netflix, die Zukunftspläne des Streamingdienstes. Diese beinhalten für 2016 doppelt so viele Eigenproduktionen wie im Vorjahr – und das nur bei den Serien.

Netflix Chief Content Officer Ted Sarandos
Netflix Chief Content Officer Ted Sarandos

31 neue Netflix Serien 2016

Mittlerweile dürfte es jeder mitbekommen haben: Serien sind das große Ding, kombinieren filmisches Erzählen mit dem langfristigen Genuss vieler Episoden und Staffeln. Mit „House of Cards“ startete Netflix den erfolgreiche Trend selbstproduzierter Serien: Unabhängig von großen Studios oder Werbeeinnahmen, einzig und allein dem Geschmack der Abonnenten verpflichtet. 2015 flimmerten erfolgreiche neue Shows wie „Narcos“ und „Daredevil“ über die Bildschirme – nur zwei von insgesamt 16 neuen Serien. 2016 wird diese Zahl nicht nur getoppt, sondern quasi verdoppelt. Ganze 31 neue Netflix Serien sollen im Laufe des nächsten Jahres anlaufen. Um die Masse allein soll es dabei natürlich nicht gehen: „This is quality stuff“, so Ted Sarandos. Wenn man sich das durchschnittliche Niveau der jüngsten Netflix Produktionen anschaut, erscheint diese Ankündigung keinesfalls überheblich.

Internationale Formate in 200 Ländern

Bei diesen 31 Produktionen reden wir nur über „Drama Series“, also über klassische abendfüllende Serienformate. Laut Sarandos ist jedoch weit mehr in der Pipeline. In Zahlen: 10 Filme, 12 Dokumentationen, 30 Kindersendungen und 10 Stand-Up-Comedy-Specials. Netflix’ erster Langfilm „Beasts Of No Nation“ feierte vor einigen Monaten Premiere und kam bei Kritikern wie Usern gut an. Besonders auf die Netflix Filme darf man also gespannt sein. Was zudem auffällt, ist die Internationalität vieler Projekte. „Narcos“ spielt in Kolumbien, ist zu 85 % auf Spanisch gedreht, wird von einer französischen Firma produziert – und ist am beliebtesten in Deutschland. Dieser Trend geht 2016 weiter: In „Marseille“, der ersten französischen Netflix-Serie, tritt Gerard Depardieu als alternder Bürgermeister zum Wahlkampf an. Die italienischen Produktion „Suburra“ verwebt Mafia, Vatikan, Drogenhandel und Prostitution. Dieses „globale Produzieren“ macht die Serien nicht nur authentischer und besser, es ist auch ein Schlüssel für die internationale Vermarktung. In 200 Ländern soll Netflix 2016 an den Start gehen, darunter ganz unterschiedliche Märkte wie Spanien, China und Neuseeland.

Netflix Serien "Marseille" und "Suburra"
Netflix Serien „Marseille“ und „Suburra“

Und wer guckt noch Fernsehen?

Bei dem rasant expandierenden Angebot von Netflix und Co darf man diese Frage stellen. Der Wandel der Sehgewohnheiten ist jedenfalls nicht aufzuhalten. Nachrichtensendungen, aktuelle Magazine und Sport sind drei Felder, in denen das Fernsehen die Macht hat – noch. Doch auch hier lässt Sarandos bereits eine Idee durchblicken: Eine eigene, von Netflix organisierte Sportliga wäre „interessant“. Die TV Sender dieser Welt werden sich etwas einfallen lassen müssen, was über die normale Mediathek hinausgeht.