Der Bachelor 2017. Die 7. Staffel – und es wird nicht besser. Versprochen!

Unterhaltung von Fabian am 21.01.2017

Ab dem 1. Februar heißt es wieder: „Nimmst Du diese Rose an?“ Bei RTL geht der Bachelor wieder auf Sendung und damit eines der übelsten TV-Formate aller Zeiten. Ach so, ich sollte die ahnungslosen Leser vielleicht vorwarnen. Dies wird ein Verriss, es werden schlimme Wörter fallen, und auch als potentielle Zuschauer von „Der Bachelor 2017“ werdet ihr nicht gut dabei wegkommen. Wer also zu zart besaitet ist, sollte sich diesen Beitrag vielleicht schenken. Alle anderen sind herzlich willkommen zur grausamen Wahrheit über die widerlichste TV-Show im deutschen Fernsehen.

Für diejenigen, die vielleicht nicht wissen, um was es sich beim Bachelor handelt, hier eine kurze Zusammenfassung: Bachelor ist Englisch für Junggeselle. Dieser Junggeselle ist auf der Suche nach der Frau seines Lebens. Nach dem Prinzip, wer kriegt das Alphamännchen, streitet eine Horde zweifelhafter weiblicher Kandidatinnen um die Gunst des Bachelors. Wer sich nicht richtig ins Zeug legt, und vollen Körpereinsatz gibt, den schickt er nach Hause. Die letzte Dame könnte dann theoretisch die Glückliche und somit Zukünftige sein. Das Konzept ist einfach, die Erfolgsquote gleich Null. In den bisherigen sechs Staffeln hat noch kein Bachelor seine Traumfrau gefunden. Mal sehen, wie es dem Bachelor 2017 ergeht.

Der Bachelor

Dabei fängt alles immer so schön an. Es werden rund 20 attraktive Frauen zusammen mit dem Bachelor irgendwo in südlichen Gefilden in eine Art Villa gesperrt, um sich dort näherzukommen. In Form von Einzel- oder Gruppendates lernt man sich bei Schampus und Sonnenschein kennen und lieben. Na ja, heiße Liebesnächte unter exotischem Nachthimmel sind eher selten, aber ein wenig fummeln ist in der Regel schon drin. So ziehen die Tage mehr oder weniger spektakulär ins Land, werden von Kameras aufgezeichnet – das Miteinander der Kandidaten wirkt dabei wahnsinnig natürlich! – und am Ende einer jeden TV-Ausstrahlung folgt die sogenannte „Nacht der Rosen“, die Nacht der Entscheidungen! Ein Highlight der ganz besonderen Art.

Nach quälend langen Entscheidungsprozessen, die in elend langen Kamerafrequenzen festgehalten werden, wählt der Bachelor hierbei die Damen aus, die er weiterhin unter TV-Anleitung begrapschen möchte. Er haucht ihnen die Frage „Nimmst Du diese Rose an?“ entgegen und überreicht dabei eine Rose. Die Auserwählten nehmen natürlich alle an, sind tief gerührt und können ihre Emotionen nur selten zurückhalten. Diejenigen, die keine Rose erhalten haben, müssen Love Island verlassen und dürfen zurück an ihre Servicekassen in Wanne-Eickel.

Der Bachelor 2017

Der Bachelor 2017 – Die Kandidaten

Wobei wir bei den Kandidaten wären. Wer denkt, die Auswahl der Dschungelcamp-Kandidaten war schon der tiefstmöglichste Griff ins Klo, den belehrt RTL eines Besseren. Was gibt es über den Bachelor selbst zu sagen? Bei ihm handelt es sich meist um einen smarten, beruflich erfolgreichen, jungen Mann um die 30, der nach einer Reihe unglücklicher Beziehungen endlich seine Traumfrau finden möchte. Typ Surferboy mit Uniabschluss. Viele modeln natürlich nebenher. Der Bachelor 2017 reiht sich da gut ein.

Die Kandidatinnen, und damit bleibt sich auch der Bachelor 2017 treu, fallen in der Regel nicht durch Intelligenz oder anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten auf, sondern durch ihr offenherziges und einfältiges Gemüt. Die meisten sind Models, was immer das auf diesem Niveau bedeuten mag. Jede Zweite hat schon nackt posiert, wie man das halt so macht als junge, karrierebewusste Frau. Die meisten arbeiten als Parfümerie-Fachverkäuferin, Zahnarzthelferin, Kosmetikerin oder Bürokauffrau. Ab und zu sorgt RTL auch mal dafür, dass die ein oder andere Studentin in diesem erlauchten Kreis auftaucht, damit zumindest einige dabei sind, die einen zusammenhängenden Satz formulieren können.

Für die Damenwelt ist die Sendung wahrlich kein Ruhmesblatt. Schöne, junge Frauen machen quasi alles mit, um irgendwie die Aufmerksamkeit dieses Lackaffen zu ergattern. Sie zicken rum, ziehen ihre nuttigsten Outfits an und stecken ihrem Objekt der Begierde bei Gelegenheit sofort die Zunge in den Hals. Der Bachelor genießt die Rolle des Hahns im Korb und nimmt mit, was er kriegen kann.

Reality Show der Bachelor

Der Bachelor 2017 – Niveau ist keine Hautcreme

Das Ergebnis ist eine TV-Show, die ihresgleichen sucht. Klar, RTL ist berüchtigt für sein Unterschichtenfernsehen. Dschungelcamp, Bauer sucht Frau, Superstars und nackte Z-Promis auf einsamen Inseln passen perfekt in das Profil eines der übelsten Fernsehkanäle Deutschlands. Doch der Bachelor ist tatsächlich noch eine Steigerung des schlechten Geschmacks. Man kommt sich vor, wie auf einem Viehmarkt für Menschen. Fleischbeschau auf niedrigstem Niveau. Fremdschämen vorprogrammiert.

Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb einst über die Kandidatinnen der „verkommensten TV-Sendung seit Menschengedenken“, die Frauen seien „ultra-devot“ und „mäuschenhaft“. Eine SPD-Politikerin fühlte sich beim Schauen des Bachelors gar an einen „Kamelhandel“ erinnert. Und selbst Udo Jürgens, der nun wirklich kein Kind von Traurigkeit war, sagte dazu: „Ich finde es billig und nuttig, wenn 25 Frauen um einen Mann buhlen“.

Wir kennen das alle. Man sitzt vorm Fernseher, und denkt, wo haben die nur solche Asis her?

Willkommen beim Bachelor 2017! Ein erster Blick auf die Kandidaten zerstört auch diesmal jegliche Hoffnung auf ein gewisses Niveau. Der Bachelor 2017 heißt Sebastian Pannek, 30 Jahre alt, ist mit der Turnerin Magdalena Brzeska verwandt, und natürlich Model. In seiner Freizeit postet er gerne Selfies bei Instagram. Wer wird da nicht schwach?!

Die Damen, die sich um ihn streiten werden, erfüllen alle Bachelorkriterien. Das ist zum Beispiel Tina, 24 Jahre, Visagistin, und sie liebt Schokolade. Na, das sind doch super Voraussetzungen. Dann ist da noch Fabienne. Fabienne hat Tattoos und war schon im Playboy zu bewundern. Damit ist sie natürlich prädestiniert für den Job der Bachelorkandidatin. Dasselbe gilt für Viola, aktuelle Miss München und Friseurin. Und auch sonst dominieren wieder einmal Kosmetikerinnen und Hobbymodels das Gesamtklassement.

Trotz ihres erschreckend niedrigen Niveaus hat dieses unterirdische TV-Format relativ hohe Einschaltquoten. Über vier Millionen Zuschauer sahen im Schnitt die letzte Staffel, und es ist zu erwarten, dass der Bachelor 2017 ähnlich großen Zuspruch erhalten wird. Woran liegt das – verblöden wir einfach völlig und ziehen uns jeden Schrott rein? Wahrscheinlich ist es dasselbe Phänomen wie bei einem Verkehrsunfall: Man will eigentlich gar nicht hinschauen, weil es so schrecklich und eklig ist, und doch muss man immer wieder gucken.