Filme, die durch den Magen gehen

Unterhaltung von Michaela am 24.08.2016

Food Filme sind zwar kein eigenes Genre, kommen aber in allen Genres – von der Komödie über den Thriller bis zum Dokumentarfilm – vor. In den letzten Jahren haben sich Filmfestivals auf der ganzen Welt mit dem Thema Essen beschäftigt und dem Food Film ein Forum geschaffen.

So ist seit fast 10 Jahren das „Kulinarische Kino“ fester Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Im Oktober feiert das „The Food Film Festival“ in New York sein 10jähriges Bestehen. Im Kanadischen Devour startet im November das sechste „Devour! The Food Film“ und auch in Münster findet im Oktober zum zweiten Mal das „Food-Filmfestival“ statt. Das FoodCine.ma, Südost Asiens Food Film Festival, hatte im April diesen Jahres in Singapur Premiere.

Wir haben einige Food Filme rund um das Thema Kochen, Essen und das Leben zusammengestellt.

  • Babettes Fest

    (Dänemark 1988)Babettes Fest
    Die leidenschaftliche und renommierte Köchin Babette (Stéphane Audran) verschlägt es im 19. Jahrhundert aus Paris in einen puritanischen dänischen Küstenort, dessen Bewohner weltlichen Genüssen weitgehend abgeschworen haben. Die beiden frommen Schwestern Martine (Brigitte Federspiel) und Philippa (Bodil Kjer) stellen sie als Haushälterin ein. Als Babette in der Lotterie gewinnt, bittet sie die Schwestern, ein Festessen ausrichten zu dürfen. Sie investiert die gesamte Summe in französische Delikatessen und bereitet den Gemeindemitgliedern ein kulinarisches Fest. Überwältigt ob des sinnlichen Genusses öffnen sie ihre Herzen. Gabriel Axels verfilmte Karen Blixens Novelle, die als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

  • Chocolat –Ein kleiner Biss genügt

    (UK/USA 2000)Chocolat
    In einem sehr konservativen französischen Provinzstädtchen schlägt Vianne Rochert (Juliette Binoche) mit ihrer Tochter Anouk (Victoire Thivisol) auf und mietet eine leerstehende Patisserie. Zunächst skeptisch beäugt von ihren Nachbarn, eröffnet sie eine Chocolaterie. Von ihrer Mutter, die als Nomadin in Mexico gelebt hat, hat sie die verführerische Kombination von naturbelassenem Kakao mit einer Prise Chillipfeffer erlernt. Nicht nur die außergewöhnlichen Schokoladenvariationen, auch ihr ungewöhnlicher Lebenswandel ist für die Dorfbewohner eine Herausforderung – vor allem als die allein erziehende Mutter mit dem Zigeuner Roux (Johnny Depp) anbandelt. Doch ein großes Schokoladenfest erweckt bei den Bewohnern vergessene Lebenslust, und sie verfallen den süßen Verführungskünsten Viannes. Lasse Hallströms Film erhielt fünf Oscar-Nominierungen.

  • Madame Mallory und der Duft von Curry

    (Indien/USA) 2014Madame Mallory
    In einer französischen Kleinstadt lässt sich die Familie Kadam aus Indien nieder. Nach dem Tod der Mutter wurden sie aus der Heimat vertrieben. Da Sohn Hassan (Manish Dayal) eine große Leidenschaft und ein außergewöhnliches Talent fürs Kochen hat, eröffnen sie ein indisches Restaurant. Das Maison Mumbai soll den Einwohnern des Ortes die exotische Welt der Gewürze und Reisgerichte näherbringen – sehr zum Missfallen von Madame Mallory (Helen Mirren), die ein Sternerestaurant der klassischen französischen Küche auf der anderen Straßenseite betreibt. Sie startet auf den lokalen Märkten einen Kleinkrieg gegen die indischen Eindringlinge. Als am Nationalfeiertag das indische Restaurant in einem fremdenfeindlichen Akt von Brandbomben getroffen und Hassan dabei verletzt wird, beendet Madame Mallory den Streit und stellt Hassan als Koch ein. Der erkocht den zweiten Stern für ihr Restaurant. Auch dieser Film von Lasse Hallström basiert auf einer Romanvorlage.

  • Julie & Julia

    (USA) 2009Julie & Julia
    Julia Child (Meryl Streep) kommt Ende der vierziger Jahre mit ihrem Mann, einem US Botschafter, nach Paris, erlernt aus Langeweile das Kochen und schreibt ein Kochbuch, das mit seinen 700 Rezepten zunächst von allen Verlagen abgelehnt wird. Erst als eine Lektorin das Buch in die Hände bekommt und die Rezepte nachkocht, kommt es zur Veröffentlichung – das Werk wird zum Kochbuch-Klassiker. Mehr als 50 Jahre später beschließt Julie (Amy Adams), die mit ihrem Leben und Beruf unglücklich ist, eher aus Frust, die unzähligen Rezepte des Kochbuchs innerhalb eines Jahres nachzukochen und darüber in einem Blog zu berichten. Immer mehr Menschen lesen ihren Blog und sind begeistert, auch die Presse wird auf die junge Frau aufmerksam. So wird auch der Blog ein riesiger Erfolg. Nora Ephron verfilmte die Geschichte über die Parallelen in der Biografie zweier Frauen, die mit ihrer Koch-Leidenschaft ihr Leben veränderten.

  • Oma & Bella

    (USA/ Deutschland) 2012Oma & Bella
    Die besten Freundinnen Bella und Regina sind Jahrgang 1923 und 1927. Nachdem ihre Männer gestorben sind, sind sie vor fünf Jahren in einer Wohnung in Berlin Charlottenburg zusammengezogen. Die beiden verbindet ein außergewöhnliches Schicksal und die Liebe zum Kochen.
    Kochen bedeutet für beide ein Stück Zuhause und Erinnerung an eine glückliche Kindheit, die durch die Nazis brutal beendet wurde. Der Dokumentarfilm von Alexa Karolinski zeigt ihre Oma und deren Freundin Bella beim Einkaufen, beim Friseur, beim Kartenspiel, aber vor allem in der Küche. Sie schnippeln Gemüse, rasieren das Suppenhuhn, bevor es in den Topf kommt, und bereiten ihre famose Hühnersuppe, das „jüdische Penicillin“, zu. Dabei erzählen die beiden aus Vilnius und Katowice stammenden Frauen von ihrer Kindheit, ihrem Überleben der Ghettos und Lager, ihren Männern und dem Leben nach dem Krieg in Berlin. „Oma & Bella“ ist eine Hommage an alle jüdischen Großmütter und an die jiddische Küche.

  • Bella Martha

    (Deutschland) 2001Bella Martha
    Martha (Martina Gedeck) ist Küchenchefin in einem französischen Gourmet-Tempel. Als ihre Schwester bei einem Autounfall stirbt, muss sie sich um ihre kleine Nichte Lina kümmern. Martha ist zwar eine Künstlerin am Herd, mit Alltäglichem aber heillos überfordert. Und ganz besonders mit kleinen Mädchen, die aus Kummer nicht essen wollen – zumindest nicht ihre raffinierten französischen Gerichte.  Als zu ihrer Unterstützung der italienische Koch Mario (Sergio Castellitto) eingestellt wird, ist Martha zunächst verunsichert. Lina hingegen liebt Marios italienische Küche, und auch Martha fühlt sich nach und nach nicht nur zu seinen Kochkünsten hingezogen. Eine melancholische Komödie von Sandra Nettelbeck, die Appetit auf das Essen, die Liebe und das Leben macht. 2007 entstand das amerikanische Remake „Rezept zum Verlieben“ mit Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart.

  • Kiss the Cook: So schmeckt das Leben

    (USA) 2014Kiss the Cook
    Carl Casper (John Faverau), Chef de Cuisine eines Feinschmeckerlokals in Los Angeles, hat die ewigen Einmischungen seines Chefs Riva (Dustin Hoffman) satt. Als der Restaurantkritiker Michel (Oliver Platt) eine vernichtende Kritik schreibt, kündigt Carl. Mit seinem Sohn Percy (Emjay Anthony) und seiner Ex-Frau Inez (Sofia Veraga) geht er nach Miami. Von seinem Freund Marvin (Robert Downey Jr.) erhält er einen alten Imbisswagen, den er mit Hilfe seines Souschefs Martin (John Leguizamo) in die feinste fahrende Küche verwandelt. Mit Martin und seinem Sohn macht er sich auf einen Roadtrip zurück nach L.A. Sein Food-Truck wird zum Hit. Dem „Iron Man“ Regisseur John Favreau, der das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielt, ist eine köstliche kulinarische Komödie gelungen, die das Thema Street Food auf charmante Weise darstellt.