7 Werbespots zu Weihnachten – so macht Vorfreude Spaß

Unterhaltung von Isabel am 02.12.2016

Wenn Werbung immer so aussehen würde, fänden wir es fast okay, dass sie uns im Fernsehen so überschwemmt. Jährlich am Ende des Jahres schmeißen große Firmen noch einmal ordentlich Budget raus, um Werbespots zu Weihnachten zu produzieren, die Geschichten erzählen, gesellschaftskritische Probleme angehen, emotional Wachrütteln und im Idealfall die Marke als viralen Hit um die Welt tragen.

(Foto: Youtube H&M)
(Foto: Youtube H&M)

Seit 2015 liefern auch deutsche Marken top Werbespots zu Weihnachten

International gehört Coca-Cola mit seinen Trucks und einem zwinkernden Santa zu den Altmeistern der Weihnachtsspots. Apple und H&M lassen sich aber auch nicht lumpen und hauen vor allem dieses Jahr richtig einen raus!

Und auch, wenn es keiner so richtig glauben mag, können deutsche Marken sehr wohl mithalten – zumindest seit 2015, als der traurige Opa von Edeka zum viralen Hit wurde. Gemeinsam mit der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt schaffte es die Supermarktkette 2015 mit ihrem Clip #Heimkommen auf 52 Millionen Youtube-Klicks! Jede Menge feuchte Augen später, steht Weihnachten 2016 schon vor der Tür und damit auch neue emotionale Werbespots zu Weihnachten, die den eigentlichen Gedanken des Fests in den Vordergrund rücken.

  • Edeka verschenkt Zeit zu Weihnachten… und Nazisymbole?

Nach #Heimkommen folgt 2016 #Zeitschenken. Während die Supermarktkette 2015 mit einem zum Weihnachtsfest allein gelassenen Opa den emotionalen Nerv der Menschen traf, läuft es dieses Jahr etwas schleppender. Das liegt allerdings nicht am Film selbst, sondern an zwei Autokennzeichen, die für Furore sorgen. Aber erstmal zum wirklich schönen Werbespot, der uns daran erinnern soll, dass es vor allem darum geht, Zeit miteinander zu verbringen.

 

Unter dem eigens für den Spot kreierten Hashtag #Zeitschenken findet sich aber vor allem Kritik… an zwei Nummernschildern! Diese zeigen MU-SS 420 und SO-LL 3849. „Bei dem Autokennzeichen ‘MU-SS’ handelt es sich um ein Fantasiekennzeichen, angelehnt an den Titelsong in unserem Spot. Wir bedauern es, wenn hier ein falscher Eindruck erweckt wurde. Dies lag keinesfalls in unserer Absicht“, erklärte Gernot Kasel, Abteilungsleiter Mitarbeiter- und Medienkommunikation bei Edeka gegenüber Horizont.

Extremismusexperten sehen in den Nummernschildern aber eine nicht vertretbare Nazi-Symbolik, denn die Buchstaben „SS“ sind als Nummernschild in Deutschland wegen der Parallele zur NS-Zeit verboten. Hinzu kommt die Zahl 420 am Ende – eine Anlehnung an den Geburtstag Hitlers am 20.4.? Bei der Zahl 84 soll es sich angeblich um einen Code für „Heil Deutschland“ handeln. Weil „H“ der achte und „D“ der vierte Buchstabe im Alphabet ist.

Aha. Wir glauben noch nicht so richtig an eine Nazi-Verschwörung seitens Edekas und finden den Weihnachts-Werbespot 2016 trotzdem schön.

  • Otto erzählt animierte Geschichte im Werbespot 2016

Auch Otto weiß, worauf es an Weihnachten, aber auch das ganze Jahr über ankommt! Zeit! In der Kurzgeschichte des Versandhandels spielt eine dreiköpfige Familie die Hauptrolle. Der Zuschauer begleitet die animierten Figuren futuristisch durch ein stressiges Jahr in ihrem Leben. Ihr Alltag führt sie immer wieder aneinander vorbei, bis sie schlussendlich zusammenfinden. Die Botschaft: „Schenke das Wertvollste, das du hast. Zeit“.

 

Nicht ganz so emotional wie die letztjährige Kampagne #weihnachtenistindir, in der ein Postbote einen vor vielen Jahren verloren gegangen Brief eines kleinen Jungen an seinen toten Opa im Himmel findet. Kurzerhand entschließt er sich, dem Jungen, der jetzt ein erwachsener Mann ist, seinen damaligen Wunsch zu erfüllen und stellt ihm ein Fahrrad mit einer Botschaft des verstorbene Opas vor die Tür. Hach. Schluchz.

  • Penny vereint Familien zu Weihnachten 2016

Wie feiern eigentlich Oma und Opa Weihnachten, wenn die Kinder mit den Enkeln auf einem anderen Kontinent leben? Penny zeigt das in seinem herzergreifenden Werbespot zu Weihnachten mit der schönsten aller Überraschungen.

Der Discounter hat gleich mehrere Clips in petto, in denen Familien zusammengeführt werden, um Zeit miteinander zu verbringen. Die wunderschönen Geschichten hinter den einzelnen Clips sind Wünsche realer Personen – ein Gewinnspiel, an dem jeder teilnehmen kann. Mit etwas Glück erfüllt Penny auch euer „Weihnachtswunder“.

  • #SantaClara: Lidl holt die Gender-Keule raus

Eines muss man den deutschen Lebensmittelhändlern lassen: Werbespots zu Weihnachten können sie! Nach Edeka und Penny will neuerdings auch Discounter Lidl mitspielen. Das macht er ziemlich überraschend auf extrem lässige und coole Art und Weise! Schon seit zwei Jahren poliert der Discounter mit pfiffigen Social Media Kampagnen und schickeren Ladenflächen sein Image auf, und drängt mehr und mehr von der Unter- in die Mittelschicht. Deswegen hat Lidl einen Werbespot produziert, der es mit jeder internationalen Kaufhauskette aufnehmen kann und gleichzeitig auch noch ein mutiges Thema angeht! Gender!

So wirft der Weihnachtsclip von Lidl unter anderem die Frage auf, warum der Weihnachtsmann eigentlich immer ein Mann sein muss und hebt hervor, dass es starke Frauen sind, die den Trubel rund ums Fest meistern.

 

In Beyoncé ähnlicher Anmutung lässt die deutsche Marke die junge Hamburger Künstlerin mit britischen Wurzeln, Emily Roberts, den Song schmettern und auch performen. Und wie sollte es anders sein, gibt es auch einen eigenen etwas provokativen Hashtag: #SantaClara.

  • H&M holt Wes Anderson für seinen Werbespot zu Weihnachten

    International hat dieses Jahr ganz klar die schwedische Modekette H&M das Rennen gemacht! Die Marke hat sich niemand geringeren als Wes Anderson geangelt, um einen Weihnachts-Werbespot der Superlative abzuliefern. Den Regisseur kennt spätestens seit Grand Budapest Hotel wirklich jeder. Und als ob das noch nicht reichen würde, erzählt er seine Kurzgeschichte in seinem unverkennbaren Stil mit Adrien Brody („Der Pianist“) als Protagonisten!

     

    In dem vierminütigen Weihnachtsclip mimt Brody einen Schaffner, der seinen Passagieren aufgrund eines Schneesturms eine Zugverspätung von 11 ½ Stunden verkünden muss. Das heißt für alle Anwesenden: kein Weihnachtsfest mit der Familie, sondern im Zug. Kurzerhand organisiert der Schaffner eine Feier im Zug.

    Der Kurzfilm „Come together“ liefert – ganz ähnlich dem Leben selbst – bittere, sentimentale, traurige und komische Momente, ohne dabei zu sehr auf die Tränendrüse zur drücken. Grandios. Eben Wes Anderson.

  • Apple macht selbst Frankenstein liebenswert

Apple ist sonst immer so unfassbar cool, lässt einen Weltstar nach dem nächsten irgendwelche witzigen Sachen machen oder glänzt mit moderner Eleganz. Ganz anders gehen sie ihren Werbespot zu Weihnachten an. Okay, Frankenstein ist sozusagen auch ein Weltstar, nur singen kann er nicht so richtig. Und leider ist er auch nicht gerade optisch ein Justin Bieber. Aber immerhin: „Frankie“, wie er im Titel des Weihnachtsclips heißt, ist liebenswert und sing den anderen Bewohnern der Stadt ein Ständchen. Die beäugen ihn zunächst skeptisch, bis ein kleiner Junge dem großen Mann zu Hilfe eilt. Apples Botschaft „Open your heart to everyone“.

  • Coca-Cola ruht sich auf alten Lorbeeren aus

Der diesjährige Coca-Cola Werbespot zu Weihnachten ist klassisch, wie jedes Jahr und hat dennoch für einen kleinen Skandal gesorgt. Eigentlich kann man nichts falsch machen, wenn man immer die gleiche Masche fährt, doch am Ende des Clips änderte der Limo-Riese ein kleines Detail.

 

Der Junge, der sich seinen Weg durch die Menge zu den Coca-Cola-Trucks bahnt, kann dem Truck nur noch hinterher gucken. Eigentlich wie immer, doch normalerweise zwinkert Santa ihm dann vom Lastwagen aus zu. Ein Detail, das offenbar vielen Weihnachtstruck-Fans verdammt viel bedeutet. Die beschwerten sich in sozialen Netzwerken.

Und wenn Coca-Cola die Frechheit besitzt, dieses kleine Detail zu ändern, dann könnt ihr auch ein kleines Detail im Umgang mit dem koffeinhaltigen Getränk ändern. Wie wäre es denn zum Beispiel mal, die Limo nicht zu trinken, sondern Coca-Cola als Haushaltsmittel zu verwenden? Ha! Nehmt das, ihr fiesen Werbemacher.