Bildungsratgeber Bremen: Besonderheiten und Vergünstigungen


Im Bereich Bildung landete Bremen meist im hinteren Feld, zumindest nach der Pisa Studie, dem Deutschen Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung oder dem Bildungsmonitor des Instituts für Wirtschaft (IW). Aus diesem Grund wurde das staatliche Schulsystem im Jahr 2010 streng reformiert. Bildung sollte jedoch nicht nur in der Hand der Schulen liegen. Es ist unter anderem auch die Aufgabe der Eltern ihr Kind mit außerschulischen Bildungsangeboten vertraut zu machen und so gut wie möglich zu fördern. Dabei können Geringverdiener auf vielfältige Fördermöglichkeiten zurückgreifen, damit trotz geringen Einkommens nur an den richtigen Stellen gespart wird.

Allen Studien zum Trotz befinden sich die Bremer bei der Nutzung des Internets sowie bei dem Besuch von Bibliotheken und Museen weit vorne. Die Stärken der Hafenstadt liegen eindeutig in den Bereichen der Akademisierung sowie der beruflichen Bildung.

Aktuelle Insider Tipps verraten, wie im Bereich Bildung an den richtigen Stellen gespart werden kann. Sei es im Bereich Kinderbetreuung, der Unterstützung bei Aus- sowie Weiterbildung oder Fördermöglichkeiten während Schule oder Studium, die folgenden Bremen Tipps zeigen, wie mit geringem finanziellen Einkommen trotzdem viel erreicht werden kann.

1. Kinderbetreuung

Kinder, die drei Jahre alt werden, haben das Recht auf einen Kindergartenplatz bis sie die Schule beginnen. Im Bereich der Kinderbetreuung leisten sowohl städtische als auch private Einrichtungen einen öffentlichen Beitrag zur Erziehung sowie Familien- und Kinderbildung. Durch einen frühen Bildungszugang können erste Grundlagen geschaffen werden, auf denen man verschiedene Kompetenzen aufbauen kann.

Das Kindergartenjahr beginnt üblicherweise am 1. August. Anmeldungen für einen Kinderbetreuungsplatz sollten jedoch bereits Mitte Januar gestellt werden. Mindestens drei Monate vor dem Aufnahmedatum muss jedoch spätestens die Anmeldung erfolgen.

Städtische Kindertagesstätten – KiTa Bremen

Es gibt insgesamt 67 städtische Kindertagesstätten sowie 11 Spielhäuser der KiTa Bremen (Stand: Juni 2012). Somit können in allen Stadtteilen entsprechende Betreuungsangebote gefunden werden. Etwa 1500 Mitarbeiter sind für die Betreuung der insgesamt 8000 angemeldeten Kinder zuständig, wobei stets dieselben Maßstäbe und Werte vermittelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei beispielsweise die gesunde Ernährung. Dafür arbeitet die KiTa Bremen eng mit dem Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, kurz BIPS, zusammen, damit den Kindern die wichtigsten Grundlagen im Bereich Ernährung vermittelt werden. Für die Aufnahme in die KiTa Bremen ist es notwendig, einen Antrag auf einen Kindertagesstättenplatz einzureichen. Dieser ist auf der offiziellen Webseite der KiTa Bremen verfügbar. Falls die Anzahl der Antragsteller größer als die Zahl der zu vergebenen Kitaplätze ist, wird nach sozialen und pädagogischen Gesichtspunkten über einen Betreuungsplatz entschieden.

Kindergarten-Pass Bremen

Alle Kinder, die ihren Hauptwohnsitz in Bremen haben und im Januar mindestens drei Jahre zuvor geboren wurden, erhalten vom Amt für Soziale Dienste Bremen einen Kindergarten-Pass, der als eine Art Eintrittskarte für den Kindergarten angesehen werden kann. Für die Aufnahme wird dieser Pass seit dem Jahr 2004 benötigt. Er sollte zur Anmeldung in den Kindergarten mitgebracht werden.

Kinderbetreuungs-Kompass

Der Kinderbetreuungs-Kompass, kurz KiBeKo, bietet verschiedene Informationen in den Gebieten Betreuung, Erziehung sowie Bildung. Es ist möglich Einrichtungen zur Betreuung einzusehen und, falls gewünscht, auch zu kontaktieren sowie das Kind online anzumelden sowie einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren. Einrichtungsbezogene Informationen gibt es auf www.kinderbetreuungskompass.de in den Bereichen:

  • Kleinkindgruppen
  • Krippen
  • Kindergärten
  • Betreuungsangeboten für Schulkinder
  • Großtagespflegestellen, die zwischen 5 und 10 Kindern betreuen

Kostenübernahme vom Jugendamt

Ist eine passende Kinderbetreuungsstätte gefunden und hat das Kind auch einen Betreuungsplatz erhalten, kann man mit Hilfe des unterschriebenen Betreuungsvertrages einen Antrag auf Kostenübernahme beim Jugendamt stellen. Viele Faktoren entscheiden, ob die Kosten für einen Kindergartenplatz komplett, teilweise oder überhaupt nicht übernommen werden. Entscheidend ist beispielsweise das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben. Liegt der Endbetrag unter dem vorgesehenen Satz, werden die Kosten vom Amt vollständig getragen. Wichtig für die Antragsstellung ist unter anderem die Vorlage des aktuellen Mietvertrages sowie der Hartz-IV-Bescheinigung.

Es ist üblich, dass die Verpflegungskosten nicht vollständig vom Jugendamt übernommen werden. Meist liegen die Essenskosten über dem Betrag, der zu Hause für die Mittagsverpflegung ausgegeben werden würde. Meist müssen Familien und Alleinerziehende den Differenzbetrag selbst tragen.

PiB – Pflegekinder in Bremen

Pflegekinder in Bremen (PiB) ist eine gemeinnützige GmbH, die verschiedene Informationen über Betreuungs- sowie Finanzierungsmöglichkeiten für Eltern bereitstellt. Neben Kindertagespflege gibt es die Möglichkeit sich über verschiedene Formen der familienorientierten Pflege zu erkundigen:

  • Vollzeitpflege
  • Kindertagespflege
  • Kinder im Exil
  • Übergangspflege
  • Kurzzeitpflege
  • Patenschaften
  • Pflegeelternschule

Im Bereich der Tagespflege können Eltern und Alleinerziehende das Betreuungsangebot für Kinder bis zu 14 Jahren nutzen, um Familie sowie Beruf oder Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Vorrangig gibt es jedoch Angebote für Kinder bis zu drei Jahren. Unter folgendem Kontakt erhält man weiterführende Informationen:

PiB gGmbH
Bahnhofstraße 28-31
28195 Bremen
Tel.: 0421 / 9588200
Fax: 0421 / 958820-45
E-Mail: [email protected]

Oma-Opa-Hilfsdienst

Bereits im Jahre 1981 gründete Elfriede Schumacher den Oma-Opa-Hilfsdienst, um in Not geratene Familien auf einfache und unbürokratische Weise zu unterstützen. Die Gründerin erhielt für ihr Engagement 1996 sogar das Bundesverdienstkreuz. Nach 25 Jahren übernahm ihre Tochter Jutta Schmidt den Oma-Opa-Hilfsdienst und ist auch heutzutage Ansprechpartner für Familien und Alleinerziehende.

Gegen einen geringen Betrag werden kompetente Omas und Opas vermittelt, die beruflich und privat Erfahrungen mit Kindererziehung sammeln konnten. Doch nicht nur in diesen Bereichen kann der Hilfsdienst angefordert werden. Er deckt verschieden Gebiete ab:

  • Kinderbetreuung
  • Seniorenbetreuung
  • Tierbetreuung
  • Hausbetreuung

Der Oma-Opa-Hilfsdienst kann über folgenden Kontakt erreicht werden:

OMA-OPA-HILFSDIENST
Buntentorsteinweg 97
28201 Bremen
Tel.: 0421 – 53 01 53
Fax: 0421 – 4 33 56 98
E-Mail: [email protected]

Verbund Bremer Kindergruppen e.V.

Der Verbund Bremer Kindergruppen e.V. bietet selbstorganisierten Kindergruppen eine Anlaufstelle, die zum einen als Interessenvertretung und zum anderen als Beratungsstelle sowie Unterstützung agiert. Der eingetragene Verein setzt sich für verschiedene Belange in Bezug auf die Unterstützung bei der Kinderbetreuung ein:

  • Für die Eltern, die eine Kindergruppe für ihr Kind suchen
  • Für die stadtteilbezogene Einrichtung und Bildung von Kindergruppen
  • Für die finanzielle Unterstützung der Kindergruppen
  • Für die öffentliche Förderung der Kleinstkindspädagogik

Die Kindergruppen werden von den Eltern selbst gegründet und organisiert. Sie fungieren als eigenständige Vereine und mieten Räumlichkeiten an, damit die eingestellten Fachkräfte die Kinder betreuen. Dabei werden die Konzepte selbst entwickelt und auf die Bedürfnisse der Kinder und Eltern angepasst. Auf Antrag erhalten diese Gruppen Fördergelder von der Senatorin für Soziales. Unter folgender Kontaktadresse kann man sich über aktuelle Betreuungsangebote informieren:

Verbund Bremer Kindergruppen e.V.
Lahnstr. 17-19
28199 Bremen
Tel.: 0421 – 50 26 63
Fax: 0421 – 59 24 37

Kindertageseinrichtungen der katholischen und evangelischen Kirche in Bremen

Die evangelische und katholische Kirche bietet verschiedene Kinderbetreuungsangebote für Familien und Alleinerziehende an. Der katholische Gemeindeverband unterhält derzeit insgesamt zehn Kindertagesstätten, die sich nach den Grundsätzen pädagogischer und persönlicher Kompetenz sowie religiösen Engagements richten. Der Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Bremen fördert derzeit etwa 75 Kindertagesstätten und Betreuungseinrichtungen, die sich über alle Stadtteile Bremens verteilen. Anmeldungen können für das folgende Kindergartenjahr im Januar vorgenommen werden, wobei die Betreuung im August beginnt. Auf der offiziellen Webseite des Landesverbandes kann ein Beitragsrechner Aufschluss über die Höhe des zu zahlenden Betrags geben. Er richtet sich nach Haushalts-Jahreseinkommen und Familiensituation.

2. Familien Tipps für Bildungsangebote in Bremen

Welche Unterstützung können Kinder und Schüler im Bereich Bildung erhalten? Und wo findet man spezielle Vergünstigungen für Bremer Bildungsangebote? Nicht nur auf diesem Fachgebiet, sondern auch bei Kunst und Kultur bietet Bremen Sparpotenzial. Schön, wenn man an den richtigen Stellen sparen kann und mit Ermäßigungen somit trotzdem eine große Bandbreite an Veranstaltungen besuchen kann.

Schulförderung e.V.

Der seit 1996 tätige gemeinnützige Bremer Schulförderung e.V. (Hillmanplatz 6, 28195 Bremen) setzt sich für eine kompetente Hausaufgaben- und Nachhilfebetreuung für Kinder und Jugendlichen der 3. bis 13. Klassen ein. Darüber hinaus haben ausländische Studierende die Möglichkeit Intensivkurse in Deutsch als Fremdsprache zu belegen, um in Anschluss die TestDAF-Prüfung abzulegen. Des Weiteren fördert der Verein soziale und kulturelle Veranstaltungen.

Bremer Ehrenamtskarte

Ehrenamtlich tätige Menschen können seit Ende des Jahres 2010 eine Ehrenamtskarte erhalten, die sowohl in Bremen als auch in Niedersachsen genutzt werden kann. Inhaber haben die Möglichkeit bis zu 50 Prozent bei Eintrittspreisen für öffentliche sowie private Einrichtungen zu sparen. Alle Partner, welche die Bremer Ehrenamtskarte akzeptieren, sind im Eingangsbereich oder an der Kasse mit einem entsprechenden Aufkleber markiert.

Wer eine Bremer Ehrenamtskarte beantragen möchte, sollte:

  • Mindestens 18 Jahre alt sein
  • Mindestens 5 Stunden in der Woche und 250 Stunden im Jahr eine gemeinnützige sowie freiwillige Tätigkeit ausüben
  • Die Tätigkeit bereits seit mindestens drei Jahren ausüben
  • Das Engagement nicht vergütet bekommen

Die Karte gilt insgesamt drei Jahre und kann auf Antrag auch verlängert werden. Sie ist personenbezogen und bei der Bremer Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales im Referat für Bürgerengagement erhältlich.

3. Sparen bei Ausbildung, Weiterbildung und Beruf

Eine kompetente Ausbildung und fachbezogene Weiterbildungen sind für ein erfolgreiches Berufsleben von großer Bedeutung. Neben der Volkshochschule und der Zentrale für politische Bildung bieten verschiedene Institutionen eine Vielzahl von Bildungs- sowie Fortbildungsangeboten an, die Azubis, Studierende und Berufstätige voranbringen.

KammerCard der Arbeitnehmerkammer Bremen

Eine deutschlandweit besondere Institution stellt die Arbeitnehmerkammer Bremen dar. Dieser gehören alle Auszubildende, Minijobber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitner an, die im Bundesland Bremen einer abhängigen Beschäftigung nachgehen, ebenso Arbeitssuchende, deren letzer Arbeitsplatz ebenfalls im Land Bremen gemeldet war. Für die Mitgliedschaft zahlen sie 0,15 Prozent ihres monatlichen Bruttolohnes als Beitrag (Stand: Juli 2012).

Als Institution des öffentlichen Rechts setzt sich die Arbeitnehmerkammer Bremen zum einen für die Interessen ihrer Mitglieder ein, zum anderen bietet sie eine in eigenen Einrichtungen sowie in Kooperation mit Partnern eine Reihe von sozialkulturellen und weiterbildenden Veranstaltungen an. Wer als Mitglied die kostenfreie KammerCard beantragt, kann diese Bildungsangebote zu vergünstigen Preisen in Anspruch nehmen.

Folgende Ermäßigungen stehen Inhabern der jeweils für 2 Jahre gültigen KammerCard zur Verfügung:

  • ermäßigte Teilnahmegebühr an Weiterbildungsveranstaltungen der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitskammer (www.wisoak.de)
  • 10 Prozent Rabatt auf die BibCard der Stadtbibliothek Bremen
  • ermäßigter Eintritt für kulturelle Veranstaltungen und Workshops in folgenden Kultureinrichtungen:
    • Kultursaal der Arbeitnehmerkammer,
    • Kulturwerkstatt westend,
    • Capitol (Bremerhaven)

Die aktuellen Veranstaltungen finden Interessierte unter: www.arbeitnehmerkammer.de/veranstaltungen/

  • ermäßigter Eintritt bei Kooperationspartnern wie der Kunsthalle Bremen und dem Wilhelm-Wagenfeld-Haus
  • kostenfreies Abo des Bremer Arbeitnehmer Magazin (BAM)

VHS Bremen

Die Volkshochschule Bremen bietet Kurse zu ermäßigten Preisen für:

  • Sozialhilfe-Empfänger
  • Auszubildende, Schüler und Studierende bis 33 Jahre
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Arbeitslose
  • Schwerbehinderte (ab 50 Prozent Behinderungsgrad)

Gegen Vorlage des entsprechenden Ausweises können verschiedene Kurse zu günstigeren Preisen besucht werden. Der Anspruch auf eine geringere Kursgebühr muss jedoch während der Anmeldung geltend gemacht werden, da eine rückwirkende Erstattung nicht möglich ist. In bestimmten wirtschaftlichen Härtefällen kann außerdem ein Antrag auf Gebührenerlass gestellt werden. Anträge sind in allen Geschäftsstellen erhältlich.

Restplatzbörse für ALG II- und Sozialhilfeempfänger

Die Volkshochschule Bremen bietet für all jene, die selbst die Ermäßigungen finanziell nicht tragen können, eine Restplatzbörse an, in der Veranstaltungen zwei Tage vor Beginn ausgeschrieben werden. Die Kurse gibt es bei dieser Börse für nur 20 Prozent des vollen Gebührensatzes. Davon ausgenommen sind die Kurse im Bereich Deutsch als Fremdsprache sowie berufliche Lehrgänge.

Landeszentrale für politische Bildung Bremen

Staatsbürger aus Bremen und Bremerhaven sollen sich ihrer Rolle in Staat und Gesellschaft bewusst werden, damit sie aktiv mitwirken und auch Verbesserungen einbringen können. Dies ist das primäre Ziel der Landeszentrale für politische Bildung Bremen. Dabei soll Bildung nicht auf der Schulbank erworben werden. Die LzpB veranstaltet regelmäßige Ausflüge und Projekte, die vor allem Schüler und Schülerinnen näher an die Geschichte Deutschlands und verschiedene Systeme heranführen. Vermittelt werden dabei demokratische Werte sowie die Kompetenz solidarisch zu handeln.

Bürgerschaftliche Handlungskompetenzen können einzig und allein durch die Zusammenarbeit von Staat und Gesellschaft aktiviert werden. Aus diesem Grund gibt es interessante und vielfältige Projekte:

  • Besuche von Gedenkstätten (z.B. KZ-Gedenkstätten und Kriegsgefangenenlager)
  • Projekt Demokratieführerschein (für alle, die in ihrer Stadt mitentscheiden wollen)
  • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
  • Europa für Jugendliche
  • Bremer Jugendpreis (2012 unter dem Motto Dem Hass keine Chance)

Gegen eine geringe Gebühr können vor allem Schulklassen oder Schüler allgemein an zahlreichen Projekten mitwirken und seine Kompetenzen im Bereich der politischen Bildung weiter ausbauen. Die Landeszentrale für politische Bildung Bremen ist unter folgendem Kontakt erreichbar:

Landeszentrale für politische Bildung
Osterdeich 6
28203 Bremen
Tel.: 0421 – 361 – 2922
Fax: 0421 – 361 – 4453
E-Mail: [email protected]

Initiative Komm, mach MINT

Komm, mach MINT ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel dieses nationalen Paktes ist die Förderung von Frauen in MINT-Berufen, das bedeutet in Berufen der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Informatik. Aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels wird in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen sowie mit der Freien Hansestadt Bremen versucht, vor allem Schülerinnen für ein Studium mit naturwissenschaftlich-technischem Profil zu begeistern und deren Karriere in den MINT-Fächern zu fördern. Hochschulabsolventinnen haben die Möglichkeit in technischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Karriere zu beginnen.

4. Förderungsmöglichkeiten im Überblick

Im Bereich Bildung werden durch Bund und Länder verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung gestellt, die für Ausbildung, Studium oder Weiterbildung gelten. Die Bremen betreffenden Optionen sollen unter diesem Punkt vorgestellt werden.

Bildungsurlaub

Eine Weiterbildungsveranstaltung, die nach dem Bremer Bildungsurlaubsgesetz anerkannt ist, wird als Bildungsurlaub bezeichnet. Ist man bei einem Bremer Arbeitgeber beschäftigt, ist er also verpflichtet das Arbeitsgeld für die Dauer des Bildungsurlaubs fortzuzahlen. In zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren haben an fünf Tagen in der Woche regelmäßig arbeitende Arbeitnehmer den Anspruch auf zehn Tage Bildungsurlaub. Der Bildungsurlaub kann frühestens sechs Monate nach Beschäftigungsbeginn eingereicht werden. Die Stadt Bremen erkennt bereits eine eintägige Weiterbildungsveranstaltung als Bildungsurlaub an. Bei einem Tag müssen mindestens acht Unterrichtsstunden (à 45 Minuten) absolviert werden. Bei Veranstaltungen über mehrere Tage muss das Unterrichtspensum durchschnittlich sechs Stunden betragen.

In Bremen gibt es verschiedene Bildungsträger, die nach dem BremBUG anerkannte Weiterbildungsveranstaltungen anbieten:

  • die Volkshochschulen Bremen und Bremerhaven (Faulenstr. 69, 28195 Bremen; Lloyd Straße 15, 27568 Bremerhaven)
  • die Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen (Bertha-von-Suttner-Straße 17, 28207 Bremen (Hastedt))
  • das Berufsfortbildungswerk des DGB (Beim Sattelhof 14, 28309 Bremen)
  • das Bildungswerk der evangelischen Kirche (Hollerallee 75, 28209 Bremen)
  • das Bildungswerk der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V. (Schillerstr. 10, 28195 Bremen)
  • die HandWERK gGmbH (Schongauer Str. 2, 28219 Bremen)

Bremer Weiterbildungsscheck

Der Bremer Weiterbildungsscheck fördert die berufliche Weiterbildung von Arbeitnehmnern und Arbeitssuchenden, die im Land Bremen wohnen und arbeiten und deren zu versteuerndes Einkommen die Grenze von 25.600 Euro pro Jahr (Einzelpersonen) bzw. 51.200 Euro pro Jahr (Paare) nicht übersteigt.

Um diese finanzielle Unterstützung erhalten zu können, müssen Interessierte zunächst die kostenfreien Beratungsstellen der Arbeitnehmerkammer bzw. der Handelskammer Bremen aufsuchen. Hier werden dann in einem persönlichen Gespräch ihre berufliche Qualifikationen und Erfahrungen analysiert und geschaut, welche spezifischen Weiterbildungsmaßnahmen für ihre beruflichen Zukunftspläne als sinnvoll erscheinen.

Einen Weiterbildungsscheck können Einwohner des Landes Bremen einmal pro Kalenderjahr beantragen. Auf diesem werden drei Kursangebote für die berufliche Weiterbildung vermerkt, aus denen sich der Inhaber eines aussuchen kann.

Nachdem der Weiterbildungsscheck ausgestellt wurde, kann der Inhaber innerhalb der nächsten sechs Monate den gewünschten Weiterbildungskurs buchen. Bei Vorlage des Schecks erhält er dann vom Kursanbieter 50 Prozent Rabatt auf die Teilnahmegebühr, wobei ihm maximal eine Ermäßigung im Wert von 500 Euro zusteht. Für diejenigen, die über keinen Berufsabschluss verfügen, wird die Kursgebühr sogar um 70 Prozent reduziert (ebenfalls bis zur 500-Euro-Obergrenze).

Weitere Details zum Bremer Weiterbildungsscheck finden Interessierte unter: bremen.de/weiter-mit-bildung-und-beratung-26456200.

Bildungsprämie

Seit Dezember 2008 haben Geringverdiener die Möglichkeit 50 Prozent der Kursgebühren eines Lehrgangs oder Seminars erstattet zu bekommen. Voraussetzung dabei ist jedoch, dass sich diese Fortbildung auf das berufsspezifische Feld bezieht. Auf diese Weise können bis zu 500 Euro vom Staat übernommen werden. Wer erwerbstätig ist und ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von unter 20.000 Euro nachweisen kann (bei gemeinsam Veranlagten sind es 40.000 Euro), hat Anspruch auf die Bildungsprämie. Dieses Angebot gilt außerdem für Berufsrückkehrer sowie Mütter und Väter in Elternzeit.

Und so geht’s:

Nach einem Beratungsgespräch, bei dem das Weiterbildungsziel ermittelt und geprüft wird, erhält man den Bildungsgutschein. Dieser bestätigt, dass das Ziel der Weiterbildung für das Berufsfeld relevant ist. Vor Beginn der Kurse wird der Gutschein angegeben, wobei man nur 50 Prozent des Gesamtbetrages bezahlen muss. Es sollte jedoch immer daran gedacht werden, dass zuerst die Beratung kommt und erst anschließend die Anmeldung efolgt. In Bremen werden die Beratungen von der Bremer Volkshochschule und der VHS Bremerhaven durchgeführt.

BAföG – Nicht nur für Studenten

Neben Studenten können all jene BAföG beantragen, die Schüler in Haupt- oder Realschulen, Gymnasien und Fachschulen sind und aufgrund von Ausbildung bei den Eltern ausziehen müssen. Darüber hinaus wird auch das Wiederholen von Schulabschlüssen an Kollegs und Abendschulen gefördert.

Die Unterstützung der Studierenden aller Bremer Hochschulen wird durch das Studentenwerk Bremen koordiniert und bearbeitet. Um BAföG zu beantragen, muss hier ein Antrag eingereicht werden. Die Formblätter dafür befinden sich auf der Ebene 0 des Studentenhauses. Des Weiteren sind sie bei den SachbearbeiterInnen, allgemeinen Studentenausschüssen und im Internet erhältlich. Die benötigten Formblätter sind folgende:

  • Formblatt 1 mit Anlage A (Informationen über schulischen und beruflichen Werdegang)
  • Formblatt 2 (Bescheinigung nach §9 BAföG)
  • Formblatt 3 (Einkommenserklärung der Eltern oder des Ehegatten) mit Nachweisen über das Einkommen, beispielsweise in Form des Steuerbescheides
  • ggf. Mietvertrag
  • ggf. Kranken- und Pflegeversicherungsbescheinigungen

Bildungspaket, Schulbasispaket und zusätzliche Leistungen

Seit April 2011 können Kinder und Jugendliche zusätzliche Leistungen durch das Bildungspaket erhalten. Darüber hinaus können all jene, die Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II haben, mit zusätzlicher Unterstützung durch das Jobcenter rechnen. Eltern, die entweder Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten, haben die Möglichkeit einen Antrag auf Schulbedarf bei den Stellen für Bildungs- und Teilhabeleistungen einzureichen. Für jedes Kind im Alter von 6 bis 16 Jahren können jährlich 100 Euro (70 Euro am 1. August, 30 Euro am 1. Februar) beansprucht werden. Auf diese Weise kaufen Familien, bei denen der Geldbeutel geschont werden muss, Schreib- und Rechenmaterial sowie Bastel- und Malwerkzeug für den Schulunterricht günstig. Diese Unterstützung gehört zu dem Bildungs- und Teilhabepaket, welches zu Beginn des Jahres 2011 eingeführt wurde. Neben dieser Schulbedarfsförderung werden außerdem weitere Leistungen im Bereich Bildung übernommen:

  • Schul- und Kitaausflüge (eintägig)
  • Klassen- und Kitafahrten (mehrtägig)
  • Beförderung von Schülern zur Schule
  • Lernförderungen und Nachhilfe
  • Zuschuss für die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen
  • Kulturelle oder soziale Veranstaltungen in Vereinen oder Musikschulen (10 Euro pro Monat)

Stipendien für ein Studium in Bremen

Wer in Deutschland studieren möchte, findet zahlreiche Stipendienangebote und Fördermöglichkeiten – egal ob ausländischer Studierender oder Deutscher. Günstiges Studienmaterial kann auch online erhalten werden. Auf gutscheinpony.de gibt es beispielsweise einen Thalia Gutschein, mit dem einige Euros für Studienbücher und anderes Material gespart werden können. Die folgenden Tipps geben einen Überblick über die wichtigsten Programme, um vorrangig in Bremen zu studieren und dabei nicht tief in das bereits kleine Studienportemonnaie greifen zu müssen.

Das Deutschlandstipendium der Universität Bremen

Seit Ende des Jahres 2011 vergibt die Universität Bremen Deutschlandstipendien in Höhe von jeweils 300 Euro monatlich. Es sollen Studierende gefördert werden, die aufgrund ausgezeichneter Leistungen und durch soziales oder gesellschaftliches Engagement über ein großes Potential verfügen. Neben Werdegang und Verdienste werden darüber hinaus auch soziale, persönliche sowie familiäre Hintergründe berücksichtigt. All jene können sich für ein Deutschlandstipendium bewerben, die:

  1. an der Universität Bremen in der Regelstudienzeit studieren oder
  2. eine Bestätigung für die Aufnahme eines Studiums mit den Abschlüssen Bachelor, Master sowie juristisches Staatsexamen besitzen.

Ein großer Vorteil des Stipendiums ist die Unabhängigkeit vom BAföG und der allgemeinen Einkommenssituation. Im Mittelpunkt stehen alleinig Begabung sowie universitäre und soziale Leistungen.

Brede Stiftung zur Förderung von Erziehung, Ausbildung und Wissenschaft

Studenten ingenieurswissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Studiengänge haben die Möglichkeit ein Stipendium der Brede Stiftung zu erhalten. Die Bewerber sollten im Rahmen dieser Förderung vorrangig in Bremen immatrikuliert sein. Natürlich stehen auch hier exzellente Leistungen im Vordergrund:

  • ausgezeichnete schulische oder universitäre Leistungen, vorzugsweise an einer Bremer Einrichtung
  • soziale Kriterien
  • internationaler Weitblick durch Sprachkompetenzen sowie Auslandsaufenthalte
  • soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement
  • formale Kriterien in Bezug auf die Bewerbung

Die Bewerbung kann bei der Brede Stiftung grundsätzlich zwei Mal eingereicht werden (bis 1. März im Frühjahr und bis 1. September im Herbst).

Darlehen und Bildungskredit

Wer durch ein Stipendium oder BAföG nicht gefördert wird oder zusätzliche finanzielle Mittel benötigt, hat die Möglichkeit verschiedene Kredite und Darlehen zu beantragen. Dabei gibt es diverse Institutionen, die solche Finanzhilfen zur Verfügung stellen:

  • Bildungskredit der Bundesregierung: Studierende, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Ausbildungsphase befinden, können zinsgünstige und individuell anpassbare Kredite beantragen, die sich nicht nach Vermögen oder Einkommen richten.
  • Sparkasse Bremen: Die Bremer Sparkasse bietet einen Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an, damit Studium, Hausarbeiten und Klausuren im Mittelpunkt stehen; nicht das Arbeiten.

Die Vorteile bezüglich des Kredites im Leistungsangebot der Bremer Sparkasse sind folgende:

  • kann ergänzend zum BAföG genutzt werden
  • keine Sicherheiten werden verlangt
  • Kredit ist unabhängig von anderen Einkünften
  • flexible Rückzahlung möglich