Bildung in Hamburg: Initiativen und Förderungsmöglichkeiten


In den Bildungsstudien der vergangenen Jahre erhielt die Freie und Hansestadt Hamburg zunächst zwar schlechte Bewertungen, doch konnten sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb von 10 Jahren deutlich verbessern und in internationalen und nationalen Vergleichsstudien wie PISA, IGLU oder dem Deutschen Lernatlas Durchschnitts-Werte erielen.

Die vom Institut der deutschen Wirtschaft durchgeführte Bildungsmonitor Studie aus dem Jahr 2011 sieht allerdings Hamburg nach wie vor im Hintertreffen: Platz 14 lautet das Urteil auf Grund der vergleichsweise hohen Bildungsarmut, der mangelnden Forschungsorientierung und der geringen Förderung der Ausbildung in MINT-Fächern. Stärken attestiert die Bildungsmonitor Studie dem Hamburger Bildungssystem allerdings in den Bereichen Integration und Akademisierung.

Somit hat die Hansestadt Hamburg viele gute Gründe die Bildungschancen ihrer Bürgerinnen und Bürger von klein auf weiterhin mit vielfältigen Initiativen und Projekten zu verbessern. Unterstützt wird sie hierbei von einer Reihe weiterer öffentlicher und privater Institutionen und Bildungseinrichtungen. Lest auf dieser Seite mehr über:

1. Kinderbetreuung in Hamburg

Anspruch auf Kinderbetreuung für Zweijährige

Eltern von zweijährigen Kindern haben ab dem 1. August 2012 einen Rechtsanspruch auf eine Kindertagesbetreuung, die ihre Kleinen für fünf Stunden pro Tag bzw. 25 Stunden pro Woche umsorgt. Dieses Angebot gilt sowohl für berufstätige, als auch für nicht-berufstätige Eltern. Daneben besteht nach wie vor die Möglichkeit, sein Kind für vier Stunden täglich bzw. 20 Stunden wöchentlich in die Obhut einer Hamburger Kindertagesstätte zu geben. Welche dieser beiden Betreuungsvarianten von welcher Kindertagesstätte angeboten wird, erfahren Eltern über die Datenbank des Kita-Informationssystems Hamburg.

Hamburger KiTa-Gutschein

Eltern können bei den gewünschten KiTa-Einrichtungen nach freien Plätzen fragen. Sechs Monate vor dem Eintritt in den Kindergarten, meist zum 1. August, müssen die Eltern einen KiTa-Gutschein beantragen. Die Formulare hierfür erhalten sie über die Homepage der Stadt oder vom zuständigen Bezirksamt.

Der KiTa-Gutschein gilt bei einer Bewilligung für jeweils ein Jahr und bedeutet für die Eltern einen deutlich ermäßigten Beitrag für die Betreuung ihrer Kinder. Statt 1.050 Euro pro Monat zahlen sie für eine Fünf-Stunden-Tagesbetreuung – abhängig von ihrem Einkommen – einen Elternbeitrag zwischen 27 und 192 Euro. Das Vorschuljahr ist zudem grundsätzlich beitragsfrei. Welcher Elternbeitrag voraussichtlich gezahlt werden muss, können Interessierte mit Hilfe des KiTa-Beitragsrechners in Erfahrung bringen.

Kindertagespflege in Hamburg

Eine weitere Alternative stellt die Kindertagespflege dar. Die geprüften Tagesmütter und -väter dürfen jeweils bis zu 5 Kinder betreuen, entweder im Haushalt der Eltern oder in ihrem eigenen. Eine Tagespflege ist besonders für Berufstätige interessant, die längere und flexiblere Betreuungszeiten für ihr Kind wünschen.

Die Kostenbeteiligung für 11 bis 20 Wochenstunden beträgt beispielsweise – je nach Einkommen der Eltern – 20 bis 143 Euro, bei 20 bis 25 Betreuungsstunden pro Woche sind es 23 bis 177 Euro usw. (Stand: Juli 2012). Eine geeignete Tagesmutter finden Eltern für ihr Kind über die Tagespflegebörse ihres Bezirksamtes (Abteilung Kindertagesbetreuung), welche sie zugleich umfassend zu weiteren Fragen berät. Hier reichen Sie auch den Antrag auf Förderung in Kindertagespflege sowie alle notwendigen Unterlagen ein. Auch der Verein Hamburger Tagesmütter und -väter e.V. steht Eltern mit Rat und Tat zur Seite.

Oma-Hilfsdienst des Jung & Alt e.V.

In „Betreuungsnotfällen“, sei es durch plötzliche Erkrankung, einem Vorstellungsgespräch oder Urlaub der Tagesmutter, können sich die Eltern ebenfalls an die Hamburger KiTa-Einrichtungen bzw. Tagespflegepersonen wenden. Die Betreuung in Notfallsituationen muss allerdings vollständig aus eigener Tasche gezahlt werden.

Eine Alternative hierzu stellt der Hamburger Jung & Alt e.V. mit dem Oma-Hilfsdienst zur Verfügung. Der Verein vermittelt Eltern an ehrenamtlich tätige Seniorinnen, die ihre Kinder kurzzeitig betreuen. Voraussetzung ist, dass sich die Eltern beim Verein anmelden sowie eine Aufnahmegebühr in Höhe von 30 Euro und einen Monatsbeitrag in Höhe von 25 Euro zahlen, wobei der Vertrag quartalsweise kündbar ist. Der monatliche Mitgliedsbeitrag muss allerdings auch dann erbracht werden, wenn die Vermittlungsdienste vom Jung & Alt e.V. nicht in Anspruch genommen werden.

Wenn Eltern eine Seniorin für die Betreuung ihrer Kinder beauftragen, verpflichten sie sich dazu, die Dame während dieser Zeit zu verpflegen und die Fahrtkosten zu übernehmen bzw. sie abzuholen und abends wieder nach Hause zu bringen. Als Ausdruck für die Wertschätzung ihrer Dienste erhalten die Seniorinnen außerdem ein kleines Dankeschön von den Eltern.

2. Förderung und Unterstützung für die Schulische Bildung

Kostenfreie Lernförderung an den Schulen

Als erstes und bisher einziges Bundesland hat Hamburg an allen Schulformen und für alle Jahrgangsstufen die Möglichkeit einer kostenfreien Lernförderung etabliert. Laut einer aktuellen Studie bieten 93 Prozent der Hamburger Schulen kostenlose Nachhilfestunden an, an denen im Jahr 2012 insgesamt 19.676 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Eine Belegung mehrerer Förderkurse ist möglich.

Offene Schularbeitenhilfe im Kulturzentrum Fabrik

Das Kultur- und Kommunikationszentrum Fabrik (Barnerstraße 36, Altona) bietet Kindern und Jugendlichen von Montag bis Donnerstag, jeweils von 15 bis 18 Uhr, Hilfe beim Erledigen von Hausaufgaben sowie für die Vor- und Nachbearbeitung von Referaten und Klausuren an.

Zusätzlich werden auch die Fähigkeiten der Kinder im Sprechen, Lesen und Schreibenmittels geeigneter Spiele und Freizeitangebote gefördert, welche zugleich die sozialen Fähigkeiten und das Konzentrationsvermögen der Kinder stärken. Dieses Angebot der Fabrik steht allen offen und ist obendrein kostenfrei.

Hamburger Bildungspaket

Das Hamburger Bildungspaket stellt Eltern mit Kindern eine Vielzahl finanzieller Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung. Vollständig übernommen werden etwa die Kosten für

  • den täglichen Weg zur Schule (Antrag muss in der Schule eingereicht werden),
  • das Mittagessen in der Schule (Antrag muss in der Schule eingereicht werden),
  • Nachhilfestunden (Antrag muss in der Schule eingereicht werden) sowie für
  • Schulausflüge und mehrtägige Klassenfahrten (Bescheinigung durch die Schule auf Kostenbestätigungsformular).

Außerdem erhalten die Eltern für den Schulbedarf ihrer Kinder pro Jahr 100 Euro sowie 10 Euro monatlich, wenn ihr Kind regelmäßig eine sportliche bzw. kulturelle Freizeitaktivität bei einem anerkannten Anbieter betreibt. Beides muss bei der zuständigen Dienststelle (Jobcenter oder Soziales Dienstleistungszentrum bzw. Fachamt für Grundsicherung und Soziales im Bezirksamt) beantragt werden. Detaillierte Informationen zum Hamburger Bildungs- und Teilhabepaket erhalten Interessierte über www.hamburg.de/bildungspaket.

Kostenfreie Beratung rund um Schule und Bildung

SchulinformationsZentrum

Das SchulinformationsZentrum (Hamburger Straße 125 a) steht insbesondere denjenigen beratend zur Seite, die einen Haupt- bzw. Realschulabschluss in der Tasche haben und nun nach einem höheren Schulabschluss streben. Weiterhin können sich Ausländer an das Hamburger SIZ wenden, um ihre im Heimatland erworbenen Schul- und Berufsausschlüsse bewerten zu lassen und sich über das Hamburger Schulsystem zu informieren. Schließlich steht das SIZ auch für engagierte Schüler- und Elternvertretungen offen, die mit neuen Ideen und Projekten ihre Schule mitgestalten wollen.

Hamburger Bildungsserver

Eine weitere hilfreiche Informationsquelle für diejenigen, die sich intensiver Gedanken um ihre berufliche Zukunft machen, stellt der Hamburger Bildungsserver dar. Entsprechend der unterschiedlichen Entwicklungs- und Bildungsphasen finden Interessierte hier weiterführende Informationen über

  • die Hamburger Schulen, Fächer und Schulabschlüsse
  • Bildungswege und Berufsorientierung
  • Hochschulbildung
  • Berufliche Weiterbildung

REBUS

Läuft es in der Schule nicht mehr rund, erfahren Schüler sowie ihre Eltern und Lehrer bei einer der 14 unabhängigen Regionalen Beratungs- und Unterstützungsstellen (REBUS) konstruktive Hilfe, sei es im Falle von Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten, Schulverweigerung, Mobbing oder anderen Krisensituationen. Die Anschriften der REBUS Stellen sowie weiterführende Informationen finden Interessierte unter http://www.hamburg.de/rebus/.

Hamburger Berufsbildungsatlas

Wer mit oder ohne Schulabschluss Schwierigkeiten hat, eine Ausbildung zu finden, oder aus anderen Gründen keinen Fuß im Berufsleben fassen kann, dem stehen immer noch einige Türen offen. So informiert der Hamburger Berufsbildungsatlas unter www.IchBlickDurch.de darüber, welche unterschiedlichen Projekte und Initiativen in Hamburg jungen Erwachsenen hilfreiche Unterstützung und geeignete Lernmöglichkeiten bieten.

Hamburger Jugendinformationszentrum

Im Infoladen des Jugendinformationszentrums (Dammtorwall 1) finden Jugendliche vielfältige Anregungen für ihre Fragen zu Ausbildung, Beruf, Studium, Politik, Umwelt, Gesundheit und vielen anderen Themen. Hierfür stellt der Infoladen eine umfangreiche Sammlung an informativen Publikationen zur Verfügung, die kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Darüber hinaus erfahren Interessierte, wer für welche ihrer Fragen der richtige Ansprechpartner ist oder an welche Institutionen sie sich mit ihren Zukunftsplänen am besten wenden. Außerdem erstellt das Jugendinformationszentrum Hamburg regelmäßig einen Kalender, der über die aktuellen Veranstaltungen von Hamburger Institutionen und Jugendeinrichtungen informiert. Detaillierte Informationen lesen Interessierte auf der Homepage des JIZ www.Jugendserver-Hamburg.de.

Talent Day Medien + IT

Der Service Digitale Arbeit, ein Projekt der KWB – Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V., veranstaltet in Kooperation mit ansässigen Firmen den jährlich stattfindenden Talent Day Medien + IT, bei denen Schülerinnen und Schüler einen realistischen Eindruck von den beruflichen Tätigkeiten in der Medienbranche gewinnen. Hierzu werden sie – in diesem Jahr am 24. Oktober 2012 – verschiedene Unternehmen besuchen und ihren Angestellten über die Schulter schauen können. Die Anmeldung sowie die Buchung von Terminen bei bis zu zwei Unternehmen ist unter www.talent-day-hamburg.de möglich.

Wirtschaftswissen für Schülerinnen und Schüler

wigy e.V. – Wirtschaft verstehen

Wenn es um die Vermittlung von Wirtschaftswissen geht, können Schulen auf die Bildungsangebote und Unterrichtsmaterialien von Wirtschaft verstehen,einem Bildungsprogramm des wigy e.V., zurückgreifen. Eine kostenfreie Registrierung ermöglicht die Handelskammer Hamburg unter http://www.hk24.de/aus_und_weiterbildung/schule/wigy/. Mehr Informationen über den bundesweit aktiven Verein und seine Bildungsinitiative erfahren Interessierte unter www.wigy.de.

Junge Akademie der Handelskammer Hamburg

Die Junge Akademie der Handelskammer Hamburg vermittelt Schülerinnen und Schülern sowie Auszubildenden grundlegende Wirtschaftskenntnisse. Ziel der Lernangebotes ist es, das Wirtschaftssystem der BRD im Allgemeinen wie der Freien und Hansestadt Hamburg im Besonderen zu verstehen. Neben Betriebs- und Volkswirtschaftslehre werden außerdem kommunikative Fähigkeiten gestärkt sowie Kenntnisse im Projektmanagement, in den rechtlichen Grundlagen und den ethischen Grundsätzen für unternehmerisches Handeln vermittelt.

Der Unterricht findet alle zwei Wochen an insgesamt 36 Samstagen mit je 6 Unterrichtsstunden in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg statt. Die Bewerbungsfrist für die nächste Ausbildungsperiode von 2013 bis 2015 endet am 31. Mai 2013. Die Teilnehmer zahlen einen monatlichen Beitrag von 50 Euro, auf Antrag kann unter Umständen auch eine Befreiung von der Teilnehmergebühr erfolgen.

3. Förderung und Unterstützung für die berufliche Aus- und Weiterbildung

Finanzielle Unterstützung für Auszubildende

Berufsausbildungsbeihilfe

Wer als Jugendlicher bei seinen Eltern aus- und eine eigene Wohnung bezieht, um eine berufliche Ausbildung absolvieren zu können, der hat Anspruch auf eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Beantragt werden kann diese außerdem von Teilnehmern an berufsvorbereitenden Maßnahmen sowie von denjenigen, die Prüfungsvorbereitungskurse für den nachträglichen Erwerb eines erweiterten Hauptschulabschlusses besuchen.

Die notwendigen Antragsformulare werden bei der zuständigen Agentur für Arbeit eingereicht. Die Höhe der finanzielle Unterstützung richtet sich nach dem Bedarf und den anzurechnenden Einkommen des Auszubildenden und der Eltern. Zu beachten ist, dass die Berufsausbildungsbeihilfe rückwirkend nur ab dem Monat der Antragstellung gewährt wird. Weitere Hinweise, einen BAB-Rechner sowie die nötigen Antragsformulare finden Interessierte unter www.arbeitsagentur.de/nn_26036/Navigation/zentral/Buerger/Ausbildung/Finanzielle-Hilfen/BAB/BAB-Nav.html.

Förderung Jugendlicher in Berufsausbildung

Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) beauftragte die Lawaetz-Stiftung damit, die Richtlinie zur verstärkten Förderung von Jugendlichen in Berufsausbildung umzusetzen. Mit dieser Richtlinie unterstützt die Freie und Hansestadt Hamburg Jugendliche, die ihre berufliche Ausbildung auf Grund finanzieller Schwierigkeiten vorzeitig abbrechen müssten.

Jeder Jugendliche, der an einer berufsvorbereitenden Maßnahme teilnimmt, sich in einer Berufsausbildung befindet oder an einer Berufsfachschule einen vollqualifizierenden Abschluss anstrebt, kann bei der Lawaetz-Stiftung einen entsprechenden Förderantrag stellen. Vorausgesetzt wird, dass der Antragsteller Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) hat und bereits vor Ausbildungsbeginn nicht mehr bei den Eltern wohnte und einen eigenen Haushalt führt.

Wird der Antrag bewilligt, können Jugendliche mit bis zu 160 Euro monatlich gefördert werden, ohne dass sie diese finanzielle Unterstützung später zurückzahlen müssen. Weitere Informationen über einzureichende Unterlagen und den zuständigen Ansprechpartner lesen Interessierte auf der Seite http://lawaetz.de/jugendlicheinberufsausbildung.html.

Weiterbildungsstipendium

Für ein Weiterbildungsstipendium können sich alle Jugendlichen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres bewerben, die die Abschlussprüfungen ihrer Berufsausbildung mit mindestens 87 Punkten bzw. einer Durchschnittsnote von mindestens 1,9 absolvieren haben. Auch diejenigen, die in überregionalen Leistungswettbewerben ihrer Berufsgruppe als Sieger hervorgingen, können sich um eines der begehrten Stipendien bewerben. Die Bewerbung werden bei der zuständigen Handelskammer bzw. Handwerkskammer Hamburg eingereicht, bei der das Ausbildungsverhältnis gemeldet war.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte Weiterbildungsstipendium wird für drei aufeinander folgende Kalenderjahre in einer Gesamthöhe von bis zu 6.000 Euro ausgezahlt und steht den Berufsstartern ausschließlich für ihre berufliche Weiterbildung zur Verfügung. Die Gelder dürfen sowohl für fachspezifische, als auch allgemein berufliche Zusatzqualifizierungen verwendet werden. Detaillierte Informationen bietet Interessierten die Seite www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium.html sowie der zuständige Ansprechpartner der Kammer, bei der das Ausbildungsverhältnis eingetragen war.

Das Neue BAföG

Eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hilft längst nicht mehr nur Studierenden an höheren Akademien, Fach- und Hochschulen, sondern auch Schülerinnen und Schüler an

  • allgemeinbildenden Schulen (ab Klasse 10), vorausgesetzt, sie wohnen auf Grund der zu großen Entfernung zur Schule nicht mehr bei ihren Eltern
  • Berufsfachschulen
  • Fach- und Fachoberschulen
  • Abendschulen, an denen der Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder das Abitur erworben wird
  • Berufsaufbauschulen und Kollegs

Voraussetzung für den Erhalt von BAföG ist, dass sie das 30. Lebensjahr bzw. bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben. Beantragt werden kann das BAföG beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Hierzu wenden sich

  • Studierende an das Studentenwerk ihrer Hochschule,
  • die Teilnehmer einer Abendschule an die Verwaltung des Bezirks bzw. der Stadt, in dem die Ausbildungsstätte ansässig ist, und
  • Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen an die Verwaltung der Stadt bzw. des Landkreises, in der/dem ihre Eltern wohnen.

Im Falle einer Bewilligung müssen Schülerinnen und Schüler das BAföG später nicht zurückzahlen. Studierende an höheren Fach- und Hochschulen hingegen erhalten die Förderung jeweils zu 50 Prozent als zinsgünstiges Darlehen und nicht-zurückzuzahlenden Zuschuss.

Der Förderungsbetrag wird individuell berechnet, wobei u.a. eigene Einkünfte und das Einkommen der Eltern berücksichtigt wird. Schülerinnen und Schüler, die nicht bei ihren Eltern wohnen, um eine allgemeinbildende Schule besuchen zu können, unterstützt der Staat mit bis zu 538 Euro. Weiterhin beläuft sich der Förderungshöchstsatz für

  • Berufsfachschüler auf bis zu 538 Euro pro Monat,
  • Teilnehmer an einer Abendschule bzw. Berufsaufbau- und Fachoberschule auf bis zu 616 Euro monatlich und für
  • Studierende auf bis zu 670 Euro monatlich.

Haben Antragsteller bereits eigene Kinder, erhalten sie monatlich zusätzlich 113 Euro, für das erste Kind und 85 Euro für jedes weitere Kind. Detaillierte Informationen zum Neuen BAföG finden Interessierte auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter www.bafoeg.bmbf.de/de/372.php.

Fördermöglichkeiten für die berufliche Weiterbildung

Hamburger Weiterbildungsdatenbank

Lebenslanges Lernen fördert nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern verbessert langfristig auch die beruflichen Chancen. Ein breit gefächertes Angebot an Seminaren, Workshops und Vorträgen stellen hierfür die öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen Hamburgs zur Auswahl. Gleich ob es um die Verbesserung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse, sozialen Kompetenzen oder der Vertiefung fachspezifischer Kenntnisse geht, fündig werden Hamburgerinnen und Hamburger etwa auf den Seiten der Hamburger Weiterbildungsdatenbank Hamburg.Kursportal.info.

Hamburger Volkshochschule

Die Hamburger Volkshochschule bietet wissbegierigen Bürgerinnen und Bürger von jungen Jahren bis ins hohe Alter attraktive Kursangebote zu vielfältigen Themenfeldern. Zu jedem noch so spezifischen Interessengebiet gibt es unter www.vhs-hamburg.de die passenden VHS-Kurse, welche Grundlagenkenntnisse aufbauen, auffrischen oder gezielt erweitern.

Damit die Bildungsangebote der Hamburger Volkshochschule möglichst vielen Einwohnern zugänglich sind, erhalten einige Personengruppen Vergünstigungen von teilweise bis zu 100 Prozent. Folgende Ermäßigungen erhalten Hamburgerinnen und Hamburger auf das Entgelt aller gebuchten Kurse:

  • 50 Prozent – Schüler, Auszubildende, Studierende sowie Teilnehmende an einem Freiwilligen (Sozialen bzw. Ökologischen) Jahr
  • 25 Prozent – Empfänger von Arbeitslosengeld I, Wohngeld und Existenzgründerzuschuss sowie Au-Pairs und Eltern, die den Mindestelternbeitrag für die KiTa-Betreuung ihres Kindes zahlen
  • 25 Prozent – schwerbehinderte Menschen (Grad der Behinderung mindestens 50 Prozent)
  • 10 Prozent – Rentner, Pensionäre sowie Personen, die das 65. Lebensjahr vollendet haben

Empfänger von Arbeitslosengeld-II und Sozialhilfe sowie – bei Bewilligung des Antrags – Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen zahlen für einen Kurs pro Semester lediglich das Mindestentgelt in Höhe von 25 Euro bzw. 50 Euro (bei mehr als 29 Unterrichtsstunden). Für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen, die einen Kurs zwecks ihrer beruflichen Weiterbildung während ihres Bildungsurlaubs absolvieren, beträgt das Mindestentgelt 75 Euro. Handelt es sich um Alphabetisierungskurse (Grundbildung, Deutsch als Fremdsprache), so sind sie für diesen Personenkreis sogar kostenfrei.

Bildungsurlaub

Laut dem Hamburger Bildungsurlaubsgesetz haben Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis seit mindestens sechs Monaten besteht, innerhalb von zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren Anspruch auf 10 arbeitsfreie Tage, die ihnen für die

  • berufliche Weiterbildung
  • politische Bildung oder für
  • Bildungsmaßnahmen, die auf die Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit vorbereiten,

zur Verfügung stehen. Voraussetzung ist, dass die gewählten Bildungsveranstaltungen von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung anerkannt wurden. Die Teilnahme an solchen Bildungsmaßnahmen gibt der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber mindestens sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung bekannt. Dieser wiederum ist dazu verpflichtet, für die freigestellten Tage das Arbeitsentgelt weiter zu zahlen.

Die zehn Tage Bildungsurlaub dürfen nicht auf die gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubstage angerechnet werden. Sind einem Arbeitnehmer die zehn Tage Bildungsurlaub innerhalb der zwei Kalenderjahre vom Arbeitgeber nicht gewährt wurden, so sind sie auf die folgenden zwei Kalenderjahre zu übertragen. Hat der Arbeitnehmer hingegen die 10 Bildungsurlaubstage nicht genutzt, verfallen sie.

Eine ständig aktualisierte Datenbank der anerkannten Bindungsveranstaltungen sowie detaillierte Informationen zum Thema Bildungsurlaub in Hamburg finden Interessierte unter Bildungsurlaub-Hamburg.de.

Meister-BAföG

Wer nicht über die Hochschulreife verfügt und nach erfolgreicher Absolvierung eines anerkannten Ausbildungsberufs sich zum Meister, Fachkaufmann, Betriebswirt, Techniker, Betriebsinformatiker oder Programmierer weiter qualifizieren will, der hat eventuell Anspruch auf das sogenannte Meister-BAföG, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung vergibt.

Die Höhe der finanziellen Unterstützung richtet sich nach dem individuellen Einkommens- und Vermögensverhältnissen, nach dem Ehestand und danach, ob bereits Kinder vorhanden sind. Für eine in Vollzeit zu absolvierenden Lehrgang können z.B. Alleinstehende ohne Kinder monatlich bis zu 697 Euro erhalten, wovon 238 Euro als Zuschuss und 459 Euro als zinsgünstiges Darlehen vergeben werden. Verheiratete mit einem Kind werden mit bis zu 1.122 Euro (343 € als nicht-zurückzuzahlender Zuschlag und 779 Euro als Darlehen) gefördert (Stand: Juli 2012).

Neben Unterhaltsbeträgen und Kinderbetreuungszuschlägen wird weiterhin ein sogenannter Maßnahmebetrag ausgezahlt, welcher der Höhe der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entspricht, maximal jedoch 10.266 Euro beträgt, und sich ebenfalls aus einem Zuschlags- und Darlehensanteil zusammensetzt. Schließlich werden auch für die Anfertigung des Prüfungsstücks die Hälfte der tatsächlichen Kosten, höchstens jedoch 1.534 Euro, übernommen.

Die Förderungshöchstdauer für Vollzeitlehrgänge beträgt 24 Monate und für Teilzeitlehrgänge 48 Monate, in Ausnahmefällen ist es möglich, die Förderungshöchstdauer um maximal 12 Monate zu verlängern.

Beantragt wird das Meister-BAföG beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Die Antragsformulare und weiterführende Informationen über die Förderung nach dem Aufstiegsförderungsgesetz stellt die offizielle Webseite www.meister-bafoeg.info zur Verfügung.