Stipdenien und Vergünstigungen für Studenten in Hamburg


Das Leben in der Freien und Hansestadt Hamburg ist nicht gerade billig: die rege Bautätigkeit in der Hamburger HafenCity hat Spekulanten angelockt, die durch ihre Immobiliengeschäfte die Mietpreise in die Höhe treiben. Dies und weitere Faktoren führen dazu, dass die Lebensunterhaltskosten für Hamburger Studenten über dem Bundesdurchschnitt liegen: Denn laut der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes aus dem Jahr 2009 müssen sie monatlich 952 Euro berappen, um ihr Studium finanzieren zu können.

Ein Trostpflaster gibt es aber für alle, die Hamburg als ihre zukünftige Universitätsstadt auserkoren haben: Ab dem Wintersemester 2012/13 müssen keine Studiengebühren mehr gezahlt werden. Diese wurden 2007 in Höhe von 500 Euro eingeführt, später dann auf 375 Euro pro Semester gekürzt.

Auch wenn die Campusmaut wegfällt, gibt es für Hamburger Studenten immer noch genügend Gründe, jeden Cent zu würdigen und nach geeigneten Spar- und Fördermöglichkeiten Ausschau zu halten. Im Folgenden findet Ihr daher eigens für Hamburg jede Menge Tipps und Hinweise zu den Bereichen:

Ergänzend hierzu sei zudem auf die Übrigen Seiten des Ratgebers Clever sparen in Hamburg verwiesen, die weitere nützliche Hinweise für Sparfüchse enthalten.

1. Studienfachwahl – Kostenfreie Informationen für Studieninteressierte

Hamburg gilt als einer der führenden Wissenschaftsstandorte Deutschlands:
Insgesamt 20 staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen zählt die Hansestadt – entsprechend groß ist auch die Auswahl an Studienmöglichkeiten.

Um herauszufinden, welche der mehr als 150 Studiengänge in Hamburg einem persönlich am besten liegen, haben sich die Hochschulen einiges einfallen lassen. Zum einen gibt es die Universitätstage im November, an denen Schülerinnen und Schüler Vorlesungen und Seminare besuchen können, für die sie sich interessieren.

Weiterhin stellen einige Hochschulen auf ihren Homepages sogenannte Self-Assessment-Tests zur Verfügung, mit deren Hilfe Studieninteressierte besser einschätzen können, ob ihre Fähigkeiten den Anforderungen des gewünschten Studiengangs entsprechen. Die Universität Hamburg lädt Schülerinnen und Schüler zudem zum Seminar zur Entscheidungsfindung sowie zum "Schnupperstudium" ein. Welche regulären Lehrveranstaltungen besucht werden können, entnehmen Studieninteressierte dem "Uni live" Vorlesungsverzeichnis. Schließlich können sich Schulabgänger im persönlichen Gespräch mit der allgemeinen Studienberatung, der Studienfachberatung oder mit Mitgliedern des Fachschaftsrats ein genaueres Bild über die Studieninhalte und beruflichen Perspektiven verschaffen.

Viele nützliche Informationen zu ihrer beruflichen Zukunft finden Gymnasiasten zudem in einer Reihe von Magazinen und Karrieremessen. Neben den bundesweit verlegten Zeitschriften UniSpiegel und Unicum, die über Aktuelles rund ums Studium berichten, hält das kostenlose Magazin abiQ in seiner Regionalausgabe für Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen aktuelle Infos rund um die Themen Ausbildung, Studium und Duales Studium bereit. Der verantwortliche Verlag hat außerdem die Abi-Messe "Stuzubi – bald Student oder Azubi" ins Leben gerufen, die am 10. November 2012 in der Sporthalle Hamburg (Krochmannstraße 55) Einzug hält und Schülerinnen und Schülern viele mögliche Wege für ihre berufliche Zukunft vorstellt – der Eintritt ist kostenfrei! (Mehr Infos unter www.stuzubi.de)

2. Wohnen und Leben in Hamburg

Wohnheime des Studentenwerks Hamburg

Dem Studentenwerk Hamburg gehören 22 Wohnheime, die sich auf mehrere Stadtviertel verteilen. Studierende, die nicht älter als 35 Jahre und in einer der staatlichen Hochschulen Hamburgs eingeschrieben sind, können entsprechend der Regelwohnzeit bis zu 4 bzw. 5 Jahren hier wohnen. Die Miete für ein möbliertes Einzelzimmer schlägt einschließlich der pauschalen Nebenkosten mit 222 bis 360 Euro pro Monat zu Buche. Einige Zimmer werden während der Semesterferien auch zur Kurzzeitmiete an Studierende vergeben.

Die meisten Wohnheimplätze stehen grundsätzlich allen Studierenden in Hamburg offen, doch gibt es auch einige spezielle Wohnanlagen. So wird das Wohnheim Grandweg bevorzugt an Studierende der Hochschule für Musik und Theater vergeben, da es über mehrere gut ausgestattete Musikübungsräume verfügt. Die Wohnanlage Bornstraße steht derweil nur Studentinnen mit Kind zur Verfügungen; im Europa- und Georgi-Haus gibt es sogar einige Appartements extra für Familien mit Kindern. Da unter den Studierenden unter anderem der Stadtteil Eimsbüttel sehr beliebt ist, besteht gerade für die Wohnanlage Unnastraße eine lange Warteliste.

Wohnanlagen gemeinnütziger und freier Träger

  • Studentenwohnheim des Deutschen Roten Kreuzes Hamburg
  • Studentenwohnheim der Johann Carl Müller-Stiftung
  • WHOK Studentenwohnheim GmbH
  • Studentenwohnheim des Christophorus-Haus e.V.
  • Das Überseekolleg und das Carl-Malsch-Haus des Vereins für ökumenische Studentenwohnheime Hamburg e.V.
  • evangelisches Studierendenwohnheim des Bugenhagen-Konvikt e.V.
  • Franziskus-Kolleg, internationales katholisches Haus für Studierende in Hamburg
  • Ölmühle der Stiftung Hamburger Studentinnenheime
  • Studentenwohnheim der Stiftung ‘Haus Bauhütte’

Preisgünstige Übergangslösungen

Wer keinen Wohnheimplatz ergattern konnte, für den stellen preisgünstige Angebote der Hamburger Hostels und Jugendherbergen (Jugendherberge Auf dem Stintfang, Alfred-Wegener-Weg 5, 20459 Hamburg sowie Jugendherberge Horner Rennbahn, Rennbahnstr. 100, 22111 Hamburg) zumindest eine bezahlbare Übergangslösung dar. Weitere empfehlenswerte Anlaufpunkte für die Wohnungssuche sind auch die Hamburger Mitwohnzentralen (hmwz.de und www.city-wohnen.de/hamburg).

Studentische Wohnungen auf dem freien Immobilienmarkt

Angesichts der stark steigenden Mietpreise in Hamburg, ist es für Studenten mit begrenzten Budget schwierig, eine bezahlbare Bleibe auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden. Beliebte Wohngegenden unter den Hamburger Studenten sind natürlich das Schanzenviertel, Karoviertel sowie die Stadtteile Eimsbüttel, Ottensen, Altona und St. Pauli. Auf Grund der hohen Nachfrage gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten WG-Zimmer hier äußerst schwierig; die meisten werden erst nach langer Zeit und mit viel Glück fündig. Barmbek, Winterhude und Hamm sind daher interessante Alternativen für Hamburger Studenten.

Darüber hinaus fördert die Stadt Hamburg studentisches Wohnen auf der Elbinsel Veddel sowie im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel, indem sie durch Zuschüsse an die Vermieter die Mietkosten auf Bafög-Niveau senkt (maximal 6,50 EUR pro Quadratmeter). Anlaufstellen für Interessierte sind u.a. die Wohnungsgenossenschaften SAGA, Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer und die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft.

Wohnen für Hilfe

Eine weitere interessante Wohnform insbesondere für sozial engagierte Studenten stellt Wohnen für Hilfe dar. Hierbei wohnen sie im Haushalt einer älteren Person, die in guter gesundheitlicher Verfassung ist, so dass sie zwar keine Pflege, aber dafür ab und zu ein paar helfende Hände benötigt.

Anders als bei normalen Mietverträgen werden die Quadratmeter des bezogenen Zimmers nicht zu einem bestimmten Preis angeboten, sondern in monatlich zu leistende Hilfestunden umgerechnet.

Deren Anzahl sowie die konkreten Tätigkeiten, mit denen die Studierenden die ältere Person unterstützen, werden im Wohnraumüberlassungsvertrag vereinbart. Zusätzlich werden hierin konkrete Regeln für die Nutzung der einzelnen Räume festgelegt.

Vermittelt werden Wohnen-für-Hilfe-Angebote vom AStA der Universität Hamburg. Interessierte wenden sich entweder persönlich an die jeweiligen Ansprechpartner oder sie füllen zunächst einen Bewerbungsbogen aus, in dem sie Auskunft darüber geben, welche Tätigkeiten sie übernehmen würden, wie viele Monatsstunden ihnen für Hilfstätigkeiten zur Verfügung stehen, welche Erfahrungen sie bisher im Umgang mit älteren Menschen haben usw. Unter www.asta-uhh.de/euer-asta/gleichstellung/wohnen-fuer-hilfe.html werden die Bewerbungsbögen sowie Kontaktdaten und weiterführende Informationen zur Verfügung gestellt.

3. Kommunikation und Information

GEZ Befreiung

Ab dem 1. Januar 2013 wird die GEZ-Gebühr von dem neuen Rundfunkbeitrag abgelöst; auch die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wird sich in ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice (AZDBS) umbenennen. Mit diesen Namensänderungen geht zugleich eine Neuordnung des Beitrages zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk einher. So zahlt jeder Haushalt künftig 17,98 Euro pro Monat, egal welche und wie viele Rundfunkgeräte vorhanden sind.

Studenten werden sich auch über dem 1. Januar 2013 hinaus von der Gebührenpflicht befreien lassen können, vorausgesetzt, sie erhalten für die Finanzierung ihres Studiums staatliche Unterstützung in Form von BAföG. Die Gebührenbefreiung ist nur auf Antrag möglich, dem eine Kopie des aktuellen BAföG-Bescheids beigelegt werden muss. Ein Recht auf einen Erlass der GEZ-Gebühr haben über den Stichtag hinaus außerdem behinderte Menschen bei Vorlage des Schwerbehindertenausweises mit RF-Merkzeichen.

Wurde der BAföG-Antrag nicht bewilligt, müssen auch Studenten Rundfunkgebühren bezahlen. Um zu sparen, haben sie derzeit nur die Möglichkeit, auf ein Fernsehgerät zu verzichten und lediglich ihr Radio und/oder ihren Computer, Laptop oder Smartphone mit Internetzugang bei der GEZ anzumelden. Statt den vollen Gebührensatz in Höhe von 17,98 Euro pro Monaten zahlen sie so – zumindest noch bis Dezember 2012 – einen ermäßigten Beitrag von monatlich 5,76 Euro.

Ab dem 1. Januar 2013 fällt diese Option weg und sie müssen dann ebenfalls den vollen Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,98 Euro zahlen. Dafür eröffnet sich für Studierende in Wohngemeinschaften eine neue Möglichkeit: Denn derzeit muss die Rundfunkgebühr von jedem Mitbewohner gezahlt werden, der ein Rundfunkgerät in seinem Zimmer stehen hat; ab dem 1. Januar 2013 wird diese jedoch nur einmal pro Haushalt fällig, so dass sich die Mitbewohner den monatlichen Betrag von 17,98 Euro untereinander aufteilen können.

Günstig telefonieren mit dem Sozialtarif der Telekom

Um mit Familie, Freunden und Kommilitonen in Kontakt zu bleiben, greifen manche zu Skype und andere zum Hörer. Wer zu letzteren gehört und sich für einen Festanschluss entscheidet, kann vom Sozialtarif der Telekom profitieren.

Mit diesem können die Kunden einige Telekom-Tarife zu vergünstigten Konditionen buchen (Liste der möglichen Tarife steht in den AGB des Telekom Sozialtarifs). Für die Beantragung des Telekom Sozialtarifs müssen folgende Dokumente eingereicht werden:

  • Bescheid über die Befreiung von der GEZ-Gebührenpflicht
  • Bescheid über die Bewilligung der BAföG-Förderung
  • Schwerbehindertenausweis (Grad der Behinderung 90)

Diejenigen, deren Antrag auf GEZ-Gebührenbefreiung bzw. auf BAföG-Förderung bewilligt wurde, erhalten im Rahmen des Telekom-Sozialtarifs eine Ermäßigung in Höhe von 6,94 Euro; Schwerbehinderten gewährt die Telekom sogar einen Rabatt in Höhe von 8,72 Euro.

Tipp: Spezielle Studenten-Tarife bieten auch die Mobilfunkanbieter O2, Vodafone und T-Mobile an.

Internet

Alle Hamburger Universitäten und Universitätsbibliotheken bieten Studierenden einen kostenfreien Internetzugang an, mit dem sie am günstigsten und bequemsten im World Wide Web recherchieren. Auch in den Studentenwohnheimen gehört ein schneller Internetanschluss mittlerweile zum Standard. Wer derweil in der Stadt unterwegs ist, der schaut sich am besten auf dem offiziellen Stadtportal die Übersichtskarte zu den kostenfreien WLAN-HotSpots in Hamburger Cafés und Läden an (direkt zum Stadtplan).

4. Mobilität

SemesterTticket

Derzeit haben 18 der insgesamt 22 Hochschulen in Hamburg mit den Hamburger Verkehrsverbund einen Vertrag geschlossen, so dass sie ihren Studierenden ein besonders günstiges SemesterTicket zur Verfügung stellen können, das für den gesamten Geltungsbereich der HVV gültig ist und die Mitnahme von bis zu 3 Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren erlaubt. Der Beitrag hierzu fällt von Uni zu Uni unterschiedlich aus und ist im Semesterbeitrag bereits enthalten.

CarSharing

Zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt man zweifelsohne am preisgünstigsten von A nach B. Doch für manche Strecken und Vorhaben braucht es eben doch einmal ein Auto. Da selbst ein Gebrauchtwagen schon mit 200 Euro monatlich zu Buche schlagen kann, stellt das CarSharing eine überlegenswerte Alternative für Studierende dar, zumal die Freie und Hansestadt Hamburg führend auf diesem Gebiet ist.

Preiswerte CarSharing-Anbieter sind insbesondere car2go und Cambio; aber auch Greenwheels und Flinkster (Deutsche Bahn) unterhalten in Hamburg einen Fuhrpark. Welcher Anbieter jedoch für das eigene Nutzungsverhalten vorteilhafter ist, lässt sich nur im Vergleich der CarSharing-Anbieter herausfinden.

BahnCard

Um die Familie oder neue und alte Freunde zu besuchen, reisen Studenten häufig quer durch die Republik. Und da sich nicht jeder einen eigenen PKW leisten kann, ist die gute alte Bahn oft die bessere Wahl, zumal Studenten die für ein Jahr gültigen BahnCards zu ermäßigten Preisen erhalten.

Von folgenden Vergünstigungen profitieren Studenten, wenn sie nicht älter als 26 Jahre sind und ihrer BahnCard-Bestellung eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung beilegen:

  • BahnCard 25 – nur 39 Euro, statt 59 Euro
  • 25 Prozent Rabatt auf den normalen Fahrkartenpreis für den Nah- und Fernverkehr innerhalb Deutschlands
  • 25 Prozent Rabatt auf die Sparpreise der DB
  • 25 Prozent Rabatt auf den normalen Fahrkartenpreis für Strecken ins Ausland
  • 25 Prozent Rabatt auf Europa-Special-Angebote der DB
  • BahnCard 50 – nur 122 Euro, statt 240 Euro
  • 50 Prozent Rabatt auf den normalen Fahrkartenpreis für den Nah- und Fernverkehr innerhalb Deutschlands
  • 25 Prozent Rabatt auf den normalen Fahrkartenpreis für Strecken ins Ausland

Außerdem: Die Inhaber der BahnCard 25 bzw. 50 dürfen ihre eigenen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren kostenfrei mitnehmen, wenn diese beim Fahrkartenkauf mit angegeben werden.

5. Studienfinanzierung

Kindergeld

Wenn die Kinder studieren und nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten, können Eltern bis zu deren 25. Lebensjahr weiterhin Kindergeld erhalten. Dieses kann auch direkt auf das Konto der studierenden Kinder überwiesen werden, so dass sie über das Kindergeld in Höhe von 184 Euro (bzw. 190 oder 215 Euro, je nach Anzahl der Kinder) frei verfügen können. Alles was hierzu nötig ist, ist eine schriftliche Mitteilung zur Kontoänderung an die zuständige Kindergeldkasse sowie eine unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern. Selbstverständlich haben auch Studenten mit eigenen Kindern Anspruch auf Kindergeld.

BAföG

Von allen Möglichkeiten, sein Studium in Hamburg zu finanzieren, ist die stattliche Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz die mit Abstand günstigste Variante. Denn wessen Antrag positiv beschieden wurde, erhält das BAföG je zur Hälfte als nicht zurückzuzahlenden Zuschuss und als zinsloses Darlehen. Zudem müssen maximal 10.000 Euro des Darlehen-Anteils erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer, sprich der Regelstudienzeit, zurückgezahlt werden.

Beantragt werden kann das BAföG von allen an einer Hochschule eingeschriebenen Studenten bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres bzw., wenn sie sich in einem Masterstudiengang befinden, auch bis zum 35. Lebensjahr. Außerdem gelten mehrere Ausnahmeregelungen, die auch eine Förderung über diese Altersgrenzen hinaus möglich machen, so etwa wenn die Studierenden bereits eigene Kinder unter 10 Jahren haben oder ihre Studienzulassung ohne Hochschulreife erlangt haben.

Den Antrag auf BAföG-Förderung stellen Studierende beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Die notwendigen Formulare hierfür finden sie dort sowie im Internet unter www.das-neue-bafoeg.de. Wird der Antrag bewilligt, gilt er jeweils für 12 Monate (Bewilligungszeitraum); um danach weiterhin gefördert zu werden, muss jedes Studienjahr ein Folgeantrag bzw. Antrag auf BAföG-Weiterförderung gestellt werden. Diesen reichen Sie am besten 2 Monate vor Ablauf der aktuellen Förderungsperiode ein, um zwischenzeitliche Zahlungsausfälle aufgrund der langen Bearbeitungszeiten zu vermeiden.

Folgende Unterlagen müssen dem Antrag beigelegt werden:

  • eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung mit dem Vermerk “[Bescheinigung] nach § 9 BAföG”,
  • eine Kopie des Einkommenssteuerbescheid der Eltern für das vorletzte Kalenderjahr,
  • ggf. Kopien von Sozialleistungsbescheiden,
  • Nachweise über das eigene Einkommen und Vermögen,
  • Kopie des Mietvertrages sowie
  • weitere, auf den einzelnen Formblättern angeforderte Nachweise.

Für die Ermittlung der individuellen Förderungshöhe wird vom jeweils zutreffenden Bedarfssatz ausgegangen, die im BAföG festgeschrieben sind. Anschließend wird das eigene Einkommen, das des Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartners sowie das Einkommen der Eltern – abzüglich der geltenden Freibeträge – von dem Bedarfssatz abgezogen.
Folgende Förderungshöchstsätze gelten laut dem Bundesausbildungsförderungsgesetz:

  • Studenten, die bei ihren Eltern wohnen, können monatlich bis zu 422 Euro pro Monat erhalten, mit Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung sogar 495 Euro.
  • Studenten, die nicht mehr im Haushalt ihrer Eltern wohnen, bekommen bis zu 597 Euro monatlich bzw. 670 Euro, wenn auch der Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt wird.
  • Zusätzlich können Studenten mit Kindern einen Zuschlag in Höhe von 113 Euro pro Monat für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind erhalten.

Das BAföG sieht schließlich weitere Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung von Studierenden vor:

Studienabschlusshilfe

Hat ein Student die Regelstudienzeit überschritten, kann aber nachweisen, dass er innerhalb von vier Monaten nach Ablauf der Förderungshöchstdauer alle Abschlussprüfungen absolvieren wird, kann er beim Amt für Ausbildungsförderung die sogenannte Studienabschlusshilfe beantragen.

Die Studienabschlusshilfe wird als zinsgünstiges Bankdarlehen für maximal 12 Monate gezahlt. Ziel dieser staatlichen Förderungsmaßnahme ist es, gerade in der schwierigen Abschlussphase den Lebensunterhalt der Studenten abzusichern und das Studienziel nicht zu gefährden. Deswegen steht diese finanzielle auch für diejenigen Hochschulstudenten offen, die bisher keine BAföG-Förderung erhalten haben. Weitere Informationen zu den Darlehenskonditionen sowie das Antragsformular für die Studienabschlusshilfe erhalten Sie vom zuständigen BaföG-Amt.

Auslands-BAföG

Ein oder mehrere Semester im Ausland studiert zu haben, bereichert nicht nur die eigene fachliche Bildung und persönliche Entwicklung, sondern stellt auch einen bedeutenden Pluspunkt bei späteren Bewerbungen dar. Der Staat fördert daher weltoffene Studenten mit dem sogenannten Auslands-BAföG. Dieses wird sogar zu 100 Prozent als Zuschuss vergeben und muss demnach später nicht zurückgezahlt werden. Der Antrag auf Auslands-BAföG muss mindestens 6 Monate vor Beginn des Auslandsaufenthaltes gestellt werden.

Anders als beim normalen BAföG wird das Auslands-BAföG nicht bei dem Amt für Ausbildungsförderung vor Ort beantragt; stattdessen sind für die Zielländer jeweils einzelne zentrale Auslandsämter zuständig. So betreut das Studentenwerk Hamburg beispielsweise alle bundesweit abgegebenen BAföG-Anträge für einen Auslandsaufenthalt in den USA, während für das Zielland Spanien das Studentenwerk Heidelberg verantwortlich ist.

Darlehen des Studentenwerks Hamburg

Das Studentenwerk Hamburg verfügt über finanzielle Mittel, mit denen es Studenten in Notfallsituationen unterstützen kann. Ein Rechtsanspruch auf ein Darlehen besteht jedoch nicht. Voraussetzung für die Gewährung eines zinslosen Darlehens ist neben der nachgewiesenen Bedürftigkeit auch das Benennen eines Bürgen.

Folgende Darlehen können Studenten im Beratungszentrum Studienfinanzierung des Studentenwerks Hamburg beantragen:

Einzeldarlehen

Im Falle finanzieller Engpässe aufgrund von ausgebliebenen Unterhaltszahlungen oder einer Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses können Studierende das Einzeldarlehen beantragen, allerdings nur einmalig und maximal in Höhe von 500 Euro.

BaföG-Überbrückungsdarlehen

Wer einen Anspruch auf BAföG hat und der Antrag dem Amt für Ausbildungsförderung fristgerecht und vollständig vorliegt, der kann das sogenannte BaföG-Überbrückungsdarlehen beantragen. Unter bestimmten Umständen können aber auch andere Studenten von der finanziellen Unterstützung durch ein Überbrückungsdarlehen profitieren.

Zwischenfinanzierungsdarlehen

Das Zwischenfinanzierungsdarlehen richtet sich an Studierende, die gegenwärtig über keine staatlich geförderte Studienfinanzierung verfügen, aber Aussicht auf Gewährung einer Studienabschlusshilfe nach BAföG oder einen Bildungskredit haben. Das Zwischenfinanzierungsdarlehen wird höchstens ein Semester lang gewährt und in Monatsbeträgen von maximal 300 Euro ausgezahlt.

Examensdarlehen

Wer während seiner Studienabschlussphase ebenfalls über keine Studienfinanzierung verfügt, sich bereits für die Abschlussprüfungen und -arbeit angemeldet hat und diese innerhalb der nächsten zwei Semester absolvieren wird, der kann beim Hamburger Studentenwerk ein Examensdarlehen beantragen. Wird der Antrag bewilligt, erhält der Student für ein Semester bis zu 500 Euro monatlich. Unter bestimmten Umständen wird es auch für ein Jahr gewährt, wobei die monatliche Auszahlung dann 400 Euro beträgt.

Mikrokredit-Studienhilfe der E.W. Kuhlmann-Stiftung

Gemeinsam mit dem Studentenwerk Hamburg vergibt die E.W. Kuhlmann-Stiftung an Studierende, die in den letzten sechs Monaten vor dem Studienabschluss ohne ausreichende Studienfinanzierung dastehen, einen zinslosen Mikrokredit in Höhe von 2000 Euro und einer Laufzeit von bis zu 5 Jahren. Neben den genannten Bedingungen wird für die Bewilligung weiterhin vorausgesetzt, dass nach dem Studienabschluss der Einstig ins Berufsleben geplant ist. Außerdem können nur Studenten den Mikrokredit beantragen, die an einer der folgenden Hochschulen immatrikuliert sind: Universität Hamburg, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hochschule für bildende Künste Hamburg, Hochschule für Musik und Theater, Technische Universität Hamburg-Harburg, HafenCity Universität Hamburg und Bucerius Law School.