Köln & Bildung: Fördermöglichkeiten und Besonderheiten


Köln punktet als deutsche Großstadt mit vielfältigen Bildungsangeboten. Bereits für die Kleinsten muss die Rheinmetropole entsprechende Ressourcen bereitstellen, um den Weg für eine gute Ausbildung zu ebnen. Egal ob Kindergartenkind, Schüler oder Auszubildender: Für Familien ist es von besonderem Vorteil, die lokalen und überregionalen Fördermöglichkeiten im Bildungsbereich zu nutzen. Auch wer bis ins hohe Alter hinein lernen und sich weiterbilden möchte, kann dies in der Rheinmetropole Köln vielerorts günstig gestalten.

Angefangen von persönlicher Unterstützung über kostenfreie Bildungsangebote bis hin zu finanziellen Beihilfen: Hier erfahren Sie mehr über die Bildungslandschaft Kölns aus einer Perspektive, die insbesondere Einwohnern der Stadt einen Überblick zu interessanten Besonderheiten geben soll.

  1. Welche Bildungs- und Förderungsangebote bietet Köln insbesondere für Familien?
  2. Köln für Schüler und ihre Eltern: Wo kann man sparen?
  3. Welche günstigen Bildungsangebote in Köln gibt es noch?
  4. Ausbildung & Beruf in Köln: Wer hilft weiter und wo bestehen Vergünstigungen?
  5. Wie lassen sich Fort- und Weiterbildungen in Köln günstig gestalten?

1. Bildungstipps für Familien

Das Großstadtleben ist für Familien mit kleinerem Geldbeutel oft nicht leicht zu bestreiten. Damit Eltern ihren Kindern ein Maximum an Bildung bieten können, lohnt sich der Blick auf die hier zusammengetragenen Informationen. Egal ob Unterstützung beim Kindergartenplatz, durch Bildungspaket und Bildungspatenschaften oder beispielsweise auch durch gezielte Vorteile für Köln-Pass Inhaber: Mit diesen Bildungstipps kommen Familien weiter! Mit der Kölner Kinderuniversität steht zudem eine Institution zur Verfügung, die bereits das junge Publikum gezielt für den weiteren Wissenserwerb begeistert.

Kinderbetreuung

Die Möglichkeit, eine verlässliche Kinderbetreuung in Anspruch nehmen zu können, ist für Bildungsinteressierte oft eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt eine Aus- bzw. Weiterbildung in Angriff zu nehmen. Die Stadt Köln bietet daher bereits für Kinder ab dem 1. Lebensjahr bis zu ihrem 6. Lebensjahr einen Platz in einer der städtischen Kindertageseinrichtungen an. Da die Plätze jedoch auf Grund der hohen Nachfrage nicht ausreichen, wird empfohlen, möglichst frühzeitig einen Kita-Platz zu beantragen – eine Vormerkung ist unter https://www.stadt-koeln.de/buergerservice/onlinedienste/vormerkung-kita/ sogar schon nach der Geburt des Kindes möglich.

Für die Betreuung des Kindes in einer städtischen KiTa zahlen die Eltern einen monatlichen Betrag, dessen Höhe sich nach ihrem Einkommen sowie der gewählten Betreuungsform und -zeit richtet. Zusätzlich kommen außerdem die Kosten für das Mittagessen in der KiTa hinzu, die sich aktuell auf 2,50 Euro pro Essen belaufen.

Übrigens: Wer seinem Kind schon eine frühkindliche Förderung zuteil werden lassen will, sollte sich die speziellen, auch von der Stadt Köln angebotenen Bewegungskindergärten und Europakindergärten näher anschauen. Erstere verfolgen den pädagogischen Ansatz, durch mannigfaltige Bewegungsmöglichkeiten in Spiel und Sport die positive Entwicklung der Kinder zu fördern, während zweitere für die Kinder verstärkt Angebote zum Erlernen einer Fremdsprache bereitstellen, was sowohl für Kinder mit Migrationshintergrund, als auch für deutschsprachige Kinder interessant ist.

Außerdem: In Köln bieten eine Reihe freier Träger rund 350 zusätzliche Kinderbetreuungseinrichtungen an, auf die es sich ebenfalls einen Blick zu werfen lohnt.

Bildungspaket

Das im Jahr 2011 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufene Bildungspaket soll Kindern aus einkommensschwachen Familien die Teilhabe an Bildung sowie am kulturellen und sozialen Leben ermöglichen. Anspruch auf die finanzielle Hilfen aus dem Bildungspaket haben demnach Kinder und Jugendliche von Eltern, die folgende Leistungen beziehen:

  • Arbeitslosengeld II
  • Sozialhilfe nach SGB XII
  • Leistungen nach Asylbewerbergesetz
  • Wohngeld
  • Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz

Anspruch auf Bildungspaket-Leistungen haben darüber hinaus auch junge Erwachsene, sofern sie keine Ausbildungsvergütung oder -förderung erhalten und ebenfalls eine der oben genannten Leistungen beziehen.

Konkret beinhaltet das Bildungspaket finanzielle Hilfen für:

  • Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr kann ein Gutschein in Höhe von 10 Euro pro Monat bzw. 120 pro Jahr beantragt werden, der ihnen die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben erleichtern soll. Mit ihm kann ein Teil der Kosten gedeckt werden, die z.B. für den Mitgliedsbeitrag vom Sportverein, dem Unterricht in der Musikschule oder dem Zeichenkurs in den Ferien entfallen. Der Gutschein wird beim jeweiligen Träger eingereicht und verrechnet.

Berechtigte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 25. Lebensjahr haben darüber hinaus Anspruch auf folgende Leistungen:

  • Zuschuss für das Mittagessen, sofern die Kindertagesstätte, die Schule oder der Hort regelmäßig eine Mahlzeit bereitstellen. Die Eltern zahlen lediglich einen Eigenanteil von 1 Euro pro Mittagessen.
  • Hilfe zur Schulbedarfsausstattung in Höhe von insgesamt 100 Euro, wobei im ersten Schulhalbjahr 70 Euro und im zweiten 30 Euro ausgezahlt werden.
  • Gutscheine für Nachhilfe, sei es, um die Versetzung zu schaffen, ein besseres Abschlusszeugnis zu erreichen oder um eine Empfehlung für eine höhere Schulform zu erhalten.
  • Erstattung der Kosten für eintägige Ausflüge mit dem Kindergarten oder der Schule, allerdings ohne Verpflegung. (Antrag kann vorsorglich gestellt werden.)
  • Übernahme der Kosten für mehrtägige Ausflüge und Klassenfahrten
  • Erstattung der Fahrtkosten für den täglichen Weg vom Wohnort zur Schule. Dies trifft auf Kinder und Jugendliche zu, die laut der in NRW geltenden Schülerfahrtkostenverordnung keinen Anspruch auf Erstattung der Schülerfahrtkosten durch den öffentlichen Schulträger haben (in diesem Fall die Stadt Köln).

Die Leistungen aus dem Bildungspaket können von Personen mit Wohnsitz in Köln beim Jobcenter Köln bzw. beim Amt für Soziales und Senioren beantragt werden. Die Antragsformulare, die Interessierte hier finden, müssen für jeden Kind einzeln ausgefüllt und mit dem entsprechenden Nachweisen eingereicht werden.

Bildungspatenschaften

Sogenannte Bildungspaten stehen Kindern und Jugendlichen zur Seite, die aus sozialschwachen Familien stammen oder einen Migrationshintergrund haben und deswegen auch Lernschwierigkeiten in der Schule haben. Die Bildungspaten – in den meisten Fällen sind es engagierte Studierende oder andere qualifizierte, ehrenamtlich tätige Personen – verbringen regelmäßig Zeit mit ihren Schützlingen, in der sie ihnen bei den Schulaufgaben helfen, ihnen bei Problemen als Ansprechpartner zur Seite stehen oder mit ihnen gemeinsam Freizeitaktivitäten unternehmen. Die daraus resultierenden Erfolge in der Schule und die gesammelten Erfahrungen im Umgang mit anderen tragen wesentlich zum Selbstbewusstsein der Kinder bei und stärken gleichzeitig ihre Motivation und Eigeninitiative.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt im Rahmen seiner „Aktion zusammen wachsen – Bildungspatenschaften stärken, Integration fördern“ gemeinnützige Projekte, die vor Ort Beziehungen zwischen Bildungspaten und Patenkind stiften helfen. Auf der offiziellen Webseite www.aktion-zusammen-wachsen.de können sich Interessierte näher über Bildungspatenschaften informieren und in der Projektdatenbank auch für den Raum Köln nach regionalen Projekten recherchieren, darunter etwa Balu und Du (www.balu-und-du.de) oder Zeit mit Kindern – Die Großeltern-Kind-Vermittlung in Köln (www.zeitmitkindern.de).

Bildungsvorteile für Köln-Pass Inhaber

Für Kölner und Kölnerinnen, die ein geringes Einkommen haben und die Voraussetzungen für den Erhalt des Köln-Pass erfüllen, bestehen ebenfalls Möglichkeiten Bildungsangebote kostengünstiger in Anspruch zu nehmen. So unterstützen beispielsweise verschiedene Kölner Institutionen den Köln-Pass, indem sie gezielt Vergünstigungen bereitstellen:

  • Für Köln-Pass Inhaber wird eine besondere Ermäßigung auf Kurse in der Volkshochschule Köln eingeräumt (45 Prozent).
  • Bei der Kölner Stadtbibliothek können Erwachsene eine 6- oder 12-monatige Mitgliedschaft ermäßigt erwerben. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können die Stadtbibliothek kostenfrei in Anspruch nehmen.
  • Das Amt für Kinder, Jugend und Familie informiert zum Thema Elternbeiträge und über die verschiedenen Vergünstigungen in Familienbildungsstätten, bei freien Trägern der Jugendhilfe und in verschiedenen kulturpädagogischen Einrichtungen.
  • Partner des Köln-Pass sind weiterhin die Rheinische Musikschule (Unterricht und Instrumentengebühr zum 1/2 Preis), das Lernstudio Barbarossa und die Megakids Fortbildungs GmbH (jeweils 10 Prozent Rabatt auf Kurse) sowie die SK Stiftung jugend und Medien mit Vergünstigungen für Ferien-Workshops.

Kölner Kinderuniversität

Die im Jahr 2003 ins Leben gerufene Kölner KinderUniversität will den lieben Kleinen die aufregende Welt der Wissenschaften näher bringen. Einmal im Jahr werden hierzu kostenfreie Vorlesungen und Workshops für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren angeboten, in denen sie zu einzelnen Themen unterschiedlicher Fachgebiete interessante Dinge erfahren und auch selbst Antworten auf spannende Fragen finden. Wer den Forscherdrang in sich geweckt und insgesamt 10 Veranstaltungen besucht hat, erhält am Ende das Kölner KinderUni-Diplom. Das aktuelle Programm der nächsten Kölner KinderUniversität sowie nützliche Informationen für Besucher lesen Sie auf www.kinderuni.uni-koeln.de.

2. Bildungsratgeber für Schüler und Eltern

Verschiedene Kölner Institutionen begleiten den Entwicklungsprozess vom Kind und Schüler hin zum Erwachsenen ebenfalls mit konkreten Förderprogrammen. Die Chance auf eine gute Bildung soll letztlich in allen Gesellschaftsschichten gewährt werden. Mit welchen finanziellen Beihilfen Schüler den Alltag bestreiten können und welche Einrichtungen zusätzlich unterstützen und fördern, verdeutlicht die nachfolgende Informationssammlung.

 

Schüler-BAföG

Anders als die Ausbildungsförderung für Studenten wird das Schüler-BAföG vollständig als Zuschuss gewährt und muss somit nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe der monatlichen Förderung richtet sich nach mehreren Faktoren, darunter z.B. das Einkommen der Eltern, und wird individuell berechnet, wobei die Bedarfssätze derzeit zwischen 465 und 645 Euro liegen.

Einen Antrag auf Schüler-BAföG können Schülerinnen und Schüler stellen, die

  • auf Grund der unzumutbaren Entfernung der Bildungsstätte vom Elternhaus nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, oder die
  • zusammen mit einem Ehegatten bzw. einem eingetragenen Lebenspartner einen eigenen Haushalt führen bzw. führten, oder die
  • mit ihrem Kind/Kindern in einem eigenen Haushalt leben,

und die eine der folgenden Schulformen besuchen:

  • weiterführende allgemeinbildende Schulen ab Klasse 10 (z.B. Hauptschule, Gymnasium)
  • Berufsfachschulen ab Klasse 10
  • Fach- und Fachoberschulklassen, die keinen Berufsabschluss voraussetzen

Wenn sie die Fördervoraussetzungen erfüllen, haben außerdem Schülerinnen und Schüler folgender Bildungsstätten Anspruch auf Schüler-BAföG:

  • Berufsfach- und Fachschulklassen, die in einer mindestens zweijährigen Ausbildungszeit zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen, ohne einen solchen vor Beginn der Ausbildungszeit selbst vorauszusetzen,
  • Fach- und Fachoberschulklassen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen)
  • Berufsaufbauschulen
  • Abendhaupt-, Abendrealschulen, Abendgymnasium, Kolleg

Keinen Anspruch auf Schüler-BAföG haben jedoch Auszubildende, die eine duale Berufsausbildung absolvieren.

Der Antrag auf Förderung durch das Schüler-BAföG wird beim Kölner Amt für Ausbildungsförderung (Ottmar-Pohl-Platz 1, 51103 Köln) eingereicht, welches Interessierte auch zu Einzelfallfragen beraten kann. Die notwendigen Antragsformulare sowie weitere Informationen über das Schüler-BAföG werden online auf der offiziellen Website www.das-neue-bafoeg.de bereitgestellt.

Nachhilfeinstitute in Köln

Bei schlechten Schulnoten können zusätzliche Unterrichtsstunden bei Nachhilfeinstituten mitunter sinnvoll sein. Dabei wiederholen die Nachhilfelehrer mit den Schülerinnen und Schülern nicht nur den aktuellen Lernstoff aus der Schule, sondern bieten ihre Unterstützung auch beim Erledigen der Hausaufgaben an und bereiten sie intensiv auf wichtige Klausuren vor.

In Köln bieten beispielsweise

  • die vom TÜV Rheinland zertifizierte Studienkreis GmbH,
  • die Schülerhilfe GmbH & Co. KG sowie
  • LernFox – Institut für Nachhilfe und Weiterbildung in Köln

Nachhilfeunterricht für alle Schulformen und Klassenstufen an. All die genannten Institute bieten ihren Neukunden zwei Probestunden gratis an, mit denen sie die Qualität des Unterrichts selbst einschätzen können.

Andere Nachhilfeanbieter in Köln sind beispielsweise:

  • ABACUS Nachhilfeinstitut Köln (www.abacus-koeln.com)
  • Lernstudio Barbarossa (www.lernstudio-barbarossa.de)
  • effekt – Pädagogisches Institut für Lernförderung (www.effekt-nrw.de)
  • Die Überflieger (www.die-ueberflieger.de)
  • Studentenring Köln (www.studentenring-koeln.de)
  • BildungsBox (www.bildungsbox.info)

Nachhilfe für benachteiligte Kinder – Das Lernstipendium der Chancenstiftung

Eltern, die auf Grund ihres geringen Einkommens ihren förderungsbedürftigen Kindern keine Nachhilfestunden finanzieren können, haben die Möglichkeit, sich um ein Lernstipendium der Chancenstiftung zu bewerben. Mit dem Lernstipendium können lernwillige Kinder kostenfrei Nachhilfe bei kooperierenden Instituten wie dem Lernstudio Barbarossa, dem Studienkreis sowie der Schülerhilfe nehmen. Allerdings werden die Stipendien nicht flächendeckend in ganz Deutschland angeboten. Daher sollten sich interessierte Eltern unbedingt vorab bei der Chancenstiftung informieren.

Voraussetzung für die kostenfreie Teilnahme am Nachhilfeunterricht ist natürlich, dass die Kinder regelmäßig an den Veranstaltungen teilnehmen. Außerdem muss dem Bewerbungsantrag zum Nachweis des geringen Elterneinkommens der Bescheid über den Erhalt einer der folgenden Leistungen beigelegt werden:

  • Hartz-IV
  • Sozialhilfe
  • Wohngeld
  • Kinderzuschlag
  • BAföG
  • Asylbewerberleistungen

Weitere Details und aktuelle Informationen über das Lernstipendium finden Sie auf der Website www.chancenstiftung.de.

Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds – Förderprogramme für Schüler

Der bereits 1800 gegründete Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds verwaltet das Vermögen von über 200 Bildungsstiftungen, die nicht nur Studierende, sondern auch Schülerinnen und Schüler auf weiterführenden Schulen mit einer finanziellen wie ideellen Förderung unterstützen. Ein Stipendium erhalten Schülerinnen und Schüler vor allem die auf Grund ihrer hohen Begabung und ihres Engagements.

Aber auch für Schülerinnen und für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf oder die aus einkommensschwachen Familien stammen wurden im Rahmen des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds einige Förderprogramme ins Leben gerufen. So etwa das Programm Einsteigen – Aufsteigen!, bei dem Jugendliche mit Lernschwierigkeiten von einem erfahrenen Pädagogen individuell betreut werden, der sie einerseits auf den Hauptschulabschluss vorbereitet, sie darüber hinaus aber auch weiterhin bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz begleitet.

Das Projekt Kooperation Betrieb-Schule hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche mit oder ohne Hauptschulabschluss zu fördern, die auf Grund ihrer geringen Qualifikation und ihrer Lernmüdigkeit bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Hierfür erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ein Jahr lang in einem Betrieb praktische Erfahrungen zu sammeln und sich parallel dazu in einer Berufsschule erste berufsbezogene Kenntnisse anzueignen. Während dieser Zeit steht ihnen ebenfalls ein Sozialpädagoge zur Seite, der die Jugendlichen individuell betreut und sie bei ihrer persönlichen Entwicklung betreut – und das mit beachtlichen Erfolg: rund 80 Prozent der Jugendlichen, die am Förderprogramm teilgenommen haben, wurden im Anschluss vom Betrieb übernommen.

Weitere Stipendien- und Förderprogramme

Weiterhin existieren für Schülerinnen und Schüler mit hoher Begabung mehrere Förderprogramme, die sie finanziell und/oder ideell in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung fördern. Hierzu zählen beispielsweise das

  • bundesweite Rock Your Life Programm (rockyourlife.de)
  • Deutsche Schülerstipendium der Roland Berger Stiftung (www.rolandbergerstiftung.org)
  • Start – Das Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (www.start-stiftung.de)
  • Reemtsma Begabtenförderungswerk (www.begabtenfoerderungswerk.de)

3. Lebenslanges Lernen leicht gemacht

Auch mit fortschreitendem Alter hört das Lernen nicht auf. Einwohner der Stadt Köln können sich dabei beispielsweise zum Vorteilspreis in der Volkshochschule weiterbilden oder die Angebote der hiesigen Bibliotheken in Anspruch nehmen.

Volkshochschule Köln

Ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Senioren, ob für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch kulturelle Bildung, für die berufliche Weiterbildung oder für die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen – Die Volkshochschule Köln stellt jedes Jahr ein breit gefächertes Programm mit Kursen, Seminaren, Veranstaltungen und Exkursionen auf die Beine, in dem jeder gemäß seiner Interessen und Fähigkeiten sicher etwas Passendes findet.

Die Bildungsangebote der Kölner Volkshochschule sollen natürlich möglichst vielen Personen zugänglich sein. Wer aufgrund eines geringen Einkommens daran gehindert ist, einen gewünschten Volkshochschulkurs zu besuchen, der hat möglicherweise Anspruch auf ein ermäßigtes Entgelt.

Folgenden Personen gewährt die VHS Köln 25 Prozent Ermäßigung auf die jeweilige Kursgebühr:

  • Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende
  • freiwillig Wehrdienstleistende
  • Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, FSJ, FÖJ und ähnlichen Programmen
  • Au-Pairs aus dem Ausland

Folgenden Personen gewährt die VHS Köln 45 Prozent Ermäßigung auf die jeweilige Kursgebühr:

  • Empfänger von Leistungen nach SGB II/SGB XII
  • Inhaber des Köln-Passes bzw. ähnlicher Sozial-Pässe

Vollständig befreit von der Kursgebühr sind Behinderte, die in einer Werkstatt nach SGB XIIII beschäftigt sind.

Das aktuelle Programmheft der VHS Köln liegt in den Stadtbibliotheken, Buchhandlungen und anderen öffentlichen Einrichtungen aus. Interessierte können aber auch online nach Kursangeboten suchen (bitte hier klicken).

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Nicht nur Studierenden steht die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln offen, auch die Bürgerinnen und Bürger können die hier bereitgestellten Medien nutzen. Für Schülerinnen und Schüler ist der Bibliotheksausweis der USB sowie die Ausleihe von Medien kostenfrei. Hinweise für die Nutzung der Bibliothek, zu Führungen speziell für Schüler sowie Tipps für das Anfertigen einer Facharbeit finden Interessierte auf der Seite Schülerinfo (bitte hier klicken). Für andere Bürgerinnen und Bürger ist die Anmeldung in der USB ebenfalls kostenfrei, jedoch dürfen sie nur innerhalb des Hauses Einsicht in die Medien nehmen; eine Ausleihe außer Haus ist ihnen nicht gestattet.

Stadtbibliothek Köln

Für Leseratten und Wissensdurstige stellt die Kölner Stadtbibliothek eine wichtige Fundgrube an Büchern, Zeitschriften, DVDs, CDs und anderen Medien dar. Die Mitgliedsbeiträge sind nach Personengruppen und Dauer gestaffelt. Während beispielsweise Erwachsene für eine zwölfmonatige Mitgliedschaft regulär 38 Euro zahlen, zahlen andere Personen ermäßigte Mitgliedsbeiträge:

  • Schüler, Auszubildende und Studierende ab 18 Jahren – z.B. 28 Euro für 12 Monate
  • Inhaber des Köln-Passes – z.B. 13 Euro für 12 Monate

Kinder und Jugendliche dürfen bis zu ihrem 18. Lebensjahr die Stadtbibliothek kostenfrei nutzen.

4. Köln Tipps für Ausbildung und Beruf

Nach dem Schulabschluss beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Aufgaben, Menschen und Erfahrungen. Wer gleich ins Berufsleben starten will, hat hoffentlich bereits während des letzten Schuljahres damit begonnen, sich bei verschiedenen Unternehmen um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. All dies ist natürlich mit Kosten verbunden, die gerade einkommensschwache Elternhäuser zusätzlich belastet. Das gilt erst recht dann, wenn man einen Ausbildungsplatz bekommen und hierfür Berufskleidung und Ausrüstung kaufen oder gar in eine andere Stadt umziehen muss.

Doch gibt es auch für Auszubildende eine Reihe von finanziellen Hilfen, die sie bei ihren ersten Schritten in der Berufswelt unterstützen.

Erstattung der Bewerbungskosten

Wer bei der Agentur für Arbeit als Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet ist, kann bei seinem Berufsberater einen Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten einreichen. Damit können Ausbildungssuchende bis zu 260 Euro pro Jahr erstattet bekommen, wenn sie die gesammelten Belege für Bewerbungsfotos, Bewerbungsmappen, Briefumschläge u.s.w. vorlegen.

Wichtig ist, dass dieser Antrag am besten gleich zusammen mit der Anmeldung als Ausbildungssuchende(r) gestellt wird, da die Kosten für Bewerbungen sowie für Fahrten zu Vorstellungsgesprächen nur ab dem Tag der Antragstellung, nicht aber rückwirkend erstattet werden.

Ebenfalls von der Agentur für Arbeit erstattet werden:

  • Ausgaben für Berufsbekleidung und Arbeitsausrüstung (bis zu 260 Euro)
  • Kosten für die erste Fahrt zum Arbeitsplatz bei weit entfernt liegenden Ausbildungsbetrieben (bis zu 300 Euro)
  • Umzugskosten (bis zu 4.500 Euro), wenn der Auszubildende bereits einen eigenen Haushalt geführt hat und der Umzug aufgrund des Ausbildungsplatzes zwingend erforderlich ist.

Berufsausbildungsbeihilfe

Wenn wegen finanziellen Problemen die Gefahr besteht, dass ein Auszubildender seine Lehre abbrechen muss, kann er bei der Agentur für Arbeit die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Wird dem Antrag stattgegeben, so erhält er bis zu 580 Euro für seinen Lebensunterhalt. Hierbei werden nur Pauschalbeträge für Miete und Lebensunterhalt gezahlt, d.h., die tatsächliche Ausgabenhöhe wird nicht berücksichtigt.

Die Zahlung der Beihilfe ist allerdings an einige Voraussetzungen geknüpft. Demnach haben Auszubildende und Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen nur Anspruch auf BAB, wenn:

  • sie aufgrund der großen Distanz zwischen Elternhaus und Ausbildungsstätte nicht mehr zu Hause wohnen können oder
  • ihnen aufgrund schwerwiegenden sozialen Probleme das Wohnen im Elternhaus nicht zugemutet werden kann oder
  • sie das 18. Lebensjahr überschritten haben oder
  • verheiratet sind bzw. waren oder
  • mindestens ein Kind haben.

Für die Bearbeitung des Antrags müssen der Ausbildungsvertrag (staatlich anerkannter Ausbildungsberuf) sowie Nachweise über die Einkommen des Auszubildenden, der Eltern und ggf. die des Ehepartners eingereicht werden.

KfW Bildungskredit

Wenn in der Endphase einer schulischen oder beruflichen Ausbildung finanzielle Schwierigkeiten auftreten, kann dies einen erfolgreichen Abschluss gefährden und alle weiteren Zukunftspläne zunichte machen. Aus diesem Grunde hat die Bundesregierung für Schülerinnen und Schülern, ebenso wie für Auszubildende das Bildungskredit-Programm ins Leben gerufen.

Unabhängig vom Einkommen des Antragsstellers wie dem seiner Eltern wird der zinsgünstige Bildungskredit in einer Höhe von bis zu 7.200 Euro ausgezahlt, wobei der Antragsteller wählen kann, ob er die gewählte Kreditsumme in Monatsraten von 100, 200 oder 300 Euro ausgezahlt bekommen will. Die maximale Förderphase beträgt 24 Monate. Alternativ kann der Bildungskredit auch als Einmalzahlung von bis zu 3.600 Euro gewährt werden, um beispielsweise für die Ausbildung notwendige Aufwendungen zu finanzieren.

Der Bildungskredit kann auch für folgende Ausbildungen immer wieder neu auf der Website des Bundesverwaltungsamtes beantragt werden. Auch Praktika, die im Rahmen der Ausbildung im In- oder Ausland absolviert werden, können mit ihm finanziert werden.

Die Rückzahlung des Bildungskredits beginnt vier Jahre, nachdem die ersten Förderrate ausgezahlt wurde. Die Tilgung erfolgt dann in monatlichen Raten von mindestens 120 Euro, wobei jederzeit außerplanmäßige Tilgungsbeträge in beliebiger Höhe geleistet werden können, ohne dass hierdurch Kosten entstehen.

5. Köln Tipps für Fort- und Weiterbildung

Regionale und überregionale Förderung kommt Kölnern und Kölnerinnen auch bei Fort- und Weiterbildungen zuteil. Damit diese Möglichkeiten auch ausgeschöpft werden können, stellt dieser Bildungsratgeber für Köln eine Übersicht wichtiger Anlaufstellen und Optionen für die kostengünstige Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen bereit.

Suche nach Weiterbildungsangeboten

Um sich im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung fachspezifische Kenntnisse oder allgemeine Schlüsselkompetenzen anzueignen, bedarf es geeigneter Kurse, Seminare und Workshops, die mittlerweile von einer Vielzahl von Weiterbildungsträgern angeboten werden. Um für sein persönliches Bildungsziel das passende Angebot zu finden, stehen den Weiterbildungsinteressierten eine Reihe von Recherchediensten zur Auswahl. Die wichtigsten sind:

  • Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse (www.iwwb.de)
  • Weiterbildungs-Informations-System des Deutscher Industrie- und Handelskammertages (http://wis.ihk.de)
  • Kölner Bildungsportal (http://www.bildung.koeln.de/fort_weiterbildung/kurse/index.html)

Steuervorteil: Weiterbildungskosten als Werbungskosten absetzbar

Der Besuch von Weiterbildungsmaßnahmen kann mit einer Reihe von Kosten verbunden sein, von denen einige bei der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten veranschlagt werden. Voraussetzung ist ein Nachweis darüber, dass eine Fort- bzw. Weiterbildung in Bezug zur aktuellen beruflichen Beschäftigung oder zu einer angestrebten Berufstätigkeit steht. Die berufliche Veranlassung der Weiterbildungsmaßnahme kann beispielsweise durch die Beschreibung der Kursinhalte belegt werden oder durch eine schriftliche Erklärung des Arbeitgebers. In jedem Fall sollte der Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeiten und den Inhalten der Weiterbildung aufgezeigt und begründet werden.

Liegt dem Besuch eines Bildungsangebotes jedoch ein rein privates Interesse zugrunde oder werden in der Weiterbildungsveranstaltung lediglich allgemeine Grundkenntnisse vermittelt, so können die hiermit verbundenen Kosten nicht steuerlich angesetzt werden. Das Gleiche gilt im Übrigen, wenn die besuchte Weiterbildung nur für das Ausüben eines Ehrenamtes vorausgesetzt wird.

Folgende Kosten, die mit dem Besuch einer Weiterbildungsveranstaltung entstanden sind, können Arbeitnehmer steuerlich geltend machen:

  • Kurs- bzw. Lehrgangskosten sowie Prüfungsgebühren
  • Lehrmaterial (Fachliteratur, Lernmittel, aber auch Druckkosten, Büromaterial, Tasche sowie Bürostuhl und Tisch für das Arbeitszimmer, etc.)
  • Gebühren für Zulassungen und vom Weiterbildungsträger geforderte Bescheinigungen
  • Fahrtkosten zum Ort der Weiterbildungsveranstaltung sowie zu Lerngemeinschaften
  • bei Vollzeitlehrgängen zudem die Kosten für Übernachtung und Verpflegung

Das Finanzamt berücksichtigt bei jeder Einkommenssteuererklärung von Vornherein eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 920 Euro, auch wenn die tatsächlichen Werbungskosten darunter liegen sollten. Daher ist das Sammeln von Quittungen und Belegen insbesondere für diejenigen wichtig, deren jährliche Ausgaben für Weiterbildungen über diesem Betrag liegen.

Bildungsgutschein

Die Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitssuchende mit abgeschlossener Berufsausbildung und mindestens drei-jähriger Berufserfahrung mit dem sogenannten Bildungsgutschein. Diesen erhalten sie, wenn eine Fortbildung die Chance auf eine Anstellung erhöht und sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch erfolgreich absolviert wird.

Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch stellt die Agentur für Arbeit den Bildungsgutschein aus und vermerkt darauf das Bildungsziel sowie die Dauer, bis wann dieses erbracht werden muss. Den Träger der Maßnahme sowie das Weiterbildungsangebot selbst können die Inhaber des Bildungsgutscheins innerhalb ihrer Region frei wählen. Vorausgesetzt wird nur, dass der gewählte Lehrgang die Qualitätskriterien für Fördermaßnahmen erfüllt; dies sollte aus der Beschreibung des Bildungsangebots hervorgehen.

Nach der Ausstellung des Bildungsgutscheins muss die Weiterbildungsmaßnahme innerhalb der nächsten drei Monate absolviert werden. Die Kosten für den gewählten Lehrgang übernimmt nach vorheriger Prüfung und Bekanntgabe die Agentur für Arbeit. Neben den Lehrgangskosten werden auch Fahrt- und Betreuungskosten ganz oder in Teilen übernommen.

Meister-BAföG

Im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, dem sogenannten Meister-BAföG, unterstützen Bund und Länder den Besuch von Weiterbildungslehrgängen und -kursen, die mit einem Meister-Titel oder einer vergleichbaren Berufsqualifizierung abschließen bzw. die Voraussetzung für das Erlangen einer solchen Qualifizierung sind. Unter bestimmten Voraussetzung kann ein Antrag auf Meister-BAföG auch für eine zweite Fortbildungsmaßnahme gestellt werden.

Gefördert werden demnach alle Weiterbildungsmaßnahmen, die in Hinblick auf das Qualifizierungsniveau über dem des Berufsausbildungsabschlusses, der Facharbeiterprüfung oder der Gesellenprüfung liegen und eines der folgenden Qualifizierungsziele anstreben:

  • Handwerksmeister/-in,
  • Industriemeister/-in,
  • Techniker/-in,
  • Fachkauffrau/Fachkaufmann
  • Fachkrankenpfleger/-in,
  • Betriebsinformatiker/-in,
  • Programmierer/-in,
  • Betriebswirt /-in.

Nicht gefördert werden hingegen Fach- und Hochschulabschlüsse. Auch wer einen solchen höheren Ausbildungsgrad bereits erfolgreich absolviert hat, besitzt laut dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz keinen Rechtsanspruch auf die Förderung.

Diejenigen, die ihren Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen haben, müssen den Antrag auf Meister-BAföG schriftlich bei der IHK Köln bzw. HWK Köln, aber auch bei der Bezirksregierung Köln (Dezernat 49) einreichen; dies entweder per Post:

Bezirksregierung Köln
Dezernat 49
50606 Köln

oder persönlich:

Bezirksregierung Köln
Robert-Schuman-Str. 51
52066 Aachen

Die notwendigen Antragsformulare können vorab auf der offiziellen Informations-Website www.meister-bafoeg.info ausgedruckt werden. Auf Grund der langen Bearbeitungszeiten wird empfohlen, den Förderantrag zwei bis drei Monate vor Beginn der beruflichen Fortbildungsmaßnahme einzureichen, damit die Förderung rechtzeitig gezahlt werden kann.

Die Höhe der Förderung, die teils als Zuschuss, teils als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird, richtet sich nach mehreren Faktoren. Personen, die einen Voll- oder Teilzeitlehrgang besuchen, können zwischen 697 Euro und 1.332 Euro pro Monat erhalten. Für die Berechnung des individuellen Förderbetrages wird die Höhe des Einkommens und Vermögens berücksichtigt, ebenso ob die Antragstellerin bzw. der Antragsteller alleinstehend, alleinerziehend oder verheiratet ist. Alleinerziehende und Verheiratete, die Kinder unterhalb von 10 Jahren haben, erhalten hierbei einen höheren Förderbetrag; erstere sogar eine Betreuungspauschale in Höhe von monatlich 113 Euro.

Im Falle von Vollzeit- bzw. Teilzeitmaßnahmen entspricht der Förderbetrag den tatsächlichen Maßnahmekosten, maximal jedoch 10.226 Euro. Der Förderbetrag wird in diesem Falle einkommens- und vermögensunabhängig gewährt und setzt sich aus einem Zuschuss (30,5 Prozent) und einem zinsgünstigen Bankdarlehen (69,5 Prozent) zusammen. Während der Dauer der geförderten Fortbildung und einer zwei- bis maximal sechs-jährigen Karenzzeit muss der der Darlehensteil nicht zurückgezahlt werden, auch Zinsen werden innerhalb dieses Zeitraumes noch nicht erhoben.

Setzt der erfolgreiche Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme das Anfertigen eines Prüfungsstück voraus, so erhält der Antragsteller hierfür in Form eines zinsgünstigen Darlehens eine zusätzliche Förderung. Die Höhe des Darlehens entspricht hierbei der Hälfte der anfallenden Kosten und ist auf 1.534 Euro gedeckelt.

Weitere Informationen zum Meister-BAföG, etwa über erforderliche Nachweise, Rückzahlungskonditionen und Möglichkeiten zum Teilerlass des Darlehens, lesen Sie unter www.meister-bafoeg.info. Zu all ihren Fragen berät Sie außerdem die IHK Köln sowie die HWK Köln.

Weiterbildungsstipendium

Das Förderprogramm Weiterbildungsstipendium richtet sich an junge, engagierte Leute, die ihre Berufsausbildung besonders gut abgeschlossen haben und ihre beruflichen Talente weiter ausbauen wollen. Das Weiterbildungsstipendium bietet hierzu Gelder für Weiterbildungsmaßnahmen an, in denen sie entweder fachbezogene Zusatzqualifikationen oder allgemeine Fähigkeiten und Kenntnisse wie z.B. in Fremdsprachen oder EDV erwerben.

Konkret erhalten die Stipendiaten in drei aufeinanderfolgenden Jahren jeweils bis zu 2.000 Euro, die ihnen für weiterbildende Lehrgänge, Kurse, Seminare oder Workshops zur Verfügung stehen und nicht zurückgezahlt werden müssen. Hierbei beträgt der Eigenanteil pro Maßnahme lediglich 10 Prozent.

Wer sich um ein Weiterbildungsstipendium bewirbt, der muss natürlich überdurchschnittliche Leistungen nachweisen. So wird vorausgesetzt, dass die Bewerber ihre Berufsausbildung mit einer Gesamtnote von 1,9 oder besser abgeschlossen bzw. mindestens 87 Punkte erzielt haben. Aber auch wer keine Gesamtnote „gut“ geschafft haben sollte, dafür aber in einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb einen ersten, zweiten oder dritten Platz belegt hat oder aber von seinem ausbildenden Betrieb eine schriftliche Empfehlung erhält, kann noch in den Genuss dieser attraktiven Förderung kommen. Darüber hinaus müssen sie zur Zeit der Antragstellung entweder bei der Agentur für Arbeit als Arbeitssuchende gemeldet sein, oder mindestens 15 Stunden pro Woche einer bezahlten Beschäftigung nachgehen.

Den Antrag auf Förderung durch das Weiterbildungsstipendium können Auszubildende bei der Handwerkskammer bzw. der Industrie- und Handelskammer stellen, bei der ihr Ausbildungsvertrag gemeldet war.

Aufstiegsstipendium

Das vom Bund ins Leben gerufene Aufstiegsstipendium unterstützt beruflich qualifizierte Personen, die studieren wollen. Die finanzielle Förderung wird dabei unabhängig vom Alter und Einkommen der Antragsteller gewährt.

Für die Bewilligung des Aufstiegsstipendiums wird jedoch vorausgesetzt, dass der/die Antragsteller(in):

  • in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf bzw. in einem landesgesetzlich/ bundesgesetzlich geregelten Fachberuf einen sehr gute Abschlussprüfung mit einer Durchschnittsnote von mindestens 1,9 bzw. 87 Punkten absolviert hat oder alternativ einen bundesweiten Leistungswettbewerb gewonnen hat und
  • mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung besitzt.
  • Sofern die vorgenannten Förderbedingungen nicht erfüllt werden, kann eine begründete Empfehlung seitens des Arbeitgebers dennoch zu einer Bewilligung des Förderantrages führen.

Darüber hinaus können sich all jene um ein Aufstiegsstipendium bewerben, die erfolgreich eine Aufstiegsfortbildung absolviert haben (Meister(in), Fachwirt(in), Betriebswirt(in), Techniker(in), Fachkauffrau/Fachkaufmann). Nicht gefördert werden hingegen Personen, die bereits über einen Hochschulabschluss verfügen.

Die Bewerbung um ein Aufstiegsstipendium erfolgt vor Studienbeginn, jedoch spätestens vor Ablauf des zweiten Fachsemesters, online auf der Website der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB, www.sbb-stipendien.de); im Anschluss daran folgt ein dreistufiges Auswahlverfahren.

Wurde die Förderung durch ein Aufstiegsstipendium bewilligt, so erhalten Studenten im Vollzeitstudium monatlich 670 Euro sowie 80 Euro für Bücher. Sofern bereits eigene Kinder da sind, erhalten sie zusätzlich eine Betreuungspauschale, die sich beim 1. Kind unter 10 Jahren auf 113 Euro pro Monat und für jedes weitere Kind auf 85 Euro pro Monat beläuft. Handelt es sich um ein berufsbegleitendes Studium, so können die Aufstiegsstipendiaten mit bis zu 2.000 Euro pro Jahr unterstützt werden. Weitere Informationen zum Aufstiegsstipendium finden Sie auf der oben genannten Stiftungs-Webseite.

Bildungsurlaub in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf Bildungsurlaub. Hierbei erhalten sie unter Fortzahlung ihres Arbeitsentgeltes eine Freistellung von bis zu 5 Tagen pro Kalenderjahr, während denen sie anerkannte Veranstaltungen zur beruflichen und politischen Bildung besuchen können. Bei Bedarf können die 5 Freitage mit denen des Folgejahres zusammengezogen werden.

Konkret können folgende Personengruppen Bildungsurlaub beantragen:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 6 Monate in einem Unternehmen beschäftigt sind,
  • freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • in Heimarbeit Beschäftigte sowie
  • wirtschaftlich unselbständige Personen, die als arbeitnehmerähnliche Personen angesehen werden

Keinen Anspruch auf Bildungsurlaub haben in NRW:

  • Auszubildende
  • Beamte
  • Soldaten

Der Bildungsurlaub muss spätestens 6 Wochen vor Beginn der Bildungsveranstaltung beim Arbeitgeber beantragt werden. Dieser wiederum muss spätestens drei Wochen nach Antragstellung eine Bewilligung bzw. eine begründete Ablehnung (z.B. auf Grund des Urlaubsanspruchs anderer Beschäftigter oder aus betrieblichen Gründen) erteilen. Weitere Details sind im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz geregelt, das Sie hier einsehen können.

Bildungsscheck NRW

Der Bildungsscheck hat das Ziel, Weiterbildungsmaßnahmen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiver zu machen. Hierfür übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen die Hälfte der Maßnahmekosten, maximal jedoch 500 Euro. Um die finanzielle Förderung zu erhalten, können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an eine der anerkannten Beratungsstellen wenden (zur Beratungsstellensuche). Dort werden im Rahmen eines Beratungsgesprächs die bisherigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten ermittelt und anschließend nach Bildungsangeboten gesucht, die eine sinnvolle Ergänzung und Erweiterung zum bisherigen Wissensstand darstellen. Das können sowohl berufsspezifische Qualifizierungen, als auch allgemeine, die Beschäftigung fördernde Allgemeinkompetenzen wie Computerlehrgänge oder Sprachkurse sein.

Im ausgestellten Bildungsscheck werden daher bestimmte Bildungsinhalte formuliert und drei Bildungsträger mit entsprechenden Angeboten aufgelistet. Der Inhaber des Bildungsschecks wählt sich dann ab dem Beratungstermin innerhalb von drei Monaten einen dieser drei Träger aus und löst bei diesen den Bildungsscheck ein.

Folgende Personengruppen können alle zwei Jahre durch einen Bildungsscheck gefördert werden:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Minijobber
  • Existenzgründer

Personen, bei denen ein höheres Arbeitslosigkeitsrisiko angenommen wird, können sogar jedes Jahr einen Bildungsscheck beantragen:

  • Ältere Personen ab 50 Jahren
  • Personen ohne Berufsabschluss
  • Personen, die seit mindestens vier Jahren nicht mehr in ihrem ursprünglich erlernten Beruf arbeiten
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Zeitarbeitsverträgen
  • Berufswiedereinsteiger
  • befristet beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Bildungsprämie

Die Bildungsprämie ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, welches mit seinen beiden Instrumenten – Prämiengutschein und Spargutschein – ebenfalls einen finanziellen Anreiz bietet, seine beruflichen Beschäftigungschancen durch Weiterbildungsmaßnahmen zu erhöhen. Die Bildungsprämie kann alle zwei Jahre beantragt werden von:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbstständige, die durchschnittlich mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, ebenso
  • Beschäftigte in der Elternzeit, deren Jahreseinkommen nicht über 20.000 Euro (Alleinstehende) bzw. 40.000 Euro (Ehepaare) liegt. Der Nachweis wird durch den aktuellen Einkommenssteuerbescheid erbracht.

Beantragt wird die Bildungsprämie bei anerkannten und neutralen Beratungsstellen; die zu Ihrem Wohnort nächstgelegene Beratungsstelle können Sie auf dieser Seite ausfindig machen.

Prämiengutschein

Zum Beratungstermin müssen die entsprechenden Nachweise zur Berechtigung mitgebracht werden (Lichtbildausweis; aktueller Einkommenssteuerbescheid bzw. Lohnbescheinigung des Arbeitgebers). Weiterhin werden entsprechend der beruflichen Situation und dem persönlichen Qualifizierungsstand geeignete Weiterbildungsinhalte besprochen. Am Ende des Beratungsgesprächs wird auf dem Prämiengutschein ein konkretes Bildungsziel vermerkt und geeignete Anbieter aus der Region notiert. Der Inhaber der Bildungsprämie kann sich für einen der Weiterbildungsträger frei entscheiden und diesem die Bildungsprämie zur Verrechnung vorlegen.

Gefördert werden berufliche Weiterbildungen sowie Weiterbildungen, die Schlüsselqualifikationen vermitteln und der Persönlichkeitsentwicklung dienen. Nicht gefördert werden hingegen betriebliche Weiterbildungen (z.B. Schulungen für Bedienung neuer Maschinen), Einzelunterricht sowie hobby- und freizeitorientierte Kursangebote.

Weiterbildungssparen

Im Rahmen der Bildungsprämie gibt es neben dem Prämiengutschein die Möglichkeit des Weiterbildungssparens. Bei dieser Option kann ein Arbeitnehmer, der im Rahmen des Vermögensbildungsgesetzes vom Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhält, aus seinem Anlageguthaben zum Zwecke der Finanzierung einer Weiterbildungsmaßnahme vorzeitig Geld entnehmen, ohne dass er hierdurch die Arbeitgeberzulage verliert.

Hierzu geht er in drei Schritten vor: Zuerst muss er sich beim Finanzinstitut informieren, ob im Rahmen seines Anlagevertrages vorzeitige Entnahmen erlaubt sind, ob hierfür Gebühren erhoben werden oder ob eine Kündigung des Vertrages erforderlich ist, und wenn ja, welche Kündigungsfristen gelten hierfür.

Wenn diese finanztechnischen Fragen geklärt sind, vereinbart der Arbeitnehmer in einer der anerkannten Beratungsstellen eine Prämienberatung, in der das beschäftigungsrelevante Bildungsziel besprochen und in einem Spargutschein vermerkt wird. Mit diesem Spargutschein sucht der Arbeitnehmer selbständig nach einem Weiterbildungsträger, der geeignete Maßnahmen zur Erreichung dieses Bildungsziels anbietet und zudem die Qualitätsmerkmale zur Anerkennung der Weiterbildungsmaßnahme erfüllt.

Ist dies der Fall, trägt der Anbieter auf dem Spargutschein die konkreten Kursdaten ein (Titel, Beginn, Kosten, Zahlungsziel). Anschließend legt der Arbeitnehmer den vollständig ausgefüllten Spargutschein bei seinem Finanzinstitut als Nachweis dafür vor, dass die vorzeitige Entnahme auch tatsächlich zur Finanzierung einer Weiterbildungsmaßnahme dient. Weitere Details können Sie auf der offiziellen Website Bildungspraemie.info nachlesen.

Übrigens: Der Spargutschein kann mit dem Prämiengutschein sowie dem Bildungsscheck NRW kombiniert werden!