Fördermöglichkeiten für die schulische, berufliche und persönliche Bildung in München


Die bayerische Landeshauptstadt bietet Wissbegierigen vielfältige Bildungsangebote, welche sowohl die schulische und berufliche, als auch die persönliche Entwicklung fördern. Damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger von diesen Bildungsmöglichkeiten profitieren können, bieten die Stadt München, das Land Bayern und der Bund ebenso wie die zahlreichen gemeinnützigen und freien Träger finanzielle Förderungen und Ermäßigungen an. Von der Kinderbetreuung über die Förderung von Schülern und Auszubildenden bis hin zu finanziellen Hilfen für die berufliche Weiterbildung stellen wir Ihnen im Folgenden die wichtigsten Fördermöglichkeiten vor.

  1. Kinderbetreuung und Familienangebote
  2. Förderung von Schülerinnen und Schülern
  3. Förderung von Auszubildenden
  4. Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung

1. Kinderbetreuung und Familienangebote

Kinderbetreuung

In den ersten drei Monaten eines Kalenderjahres bieten städtische wie nichtstädtische Kinderbetreuungseinrichtungen Tage der offenen Tür an, während der die Eltern die pädagogischen Konzepte und die Erzieher(innen) ihrer favorisierten Einrichtungen kennen lernen können. Die Anträge auf Aufnahme ihres Kindes stellen sie direkt bei der Kindereinrichtung, wobei sie bei bis zu 6 Kinderkrippen gleichzeitig ihr Kind anmelden können. Für die Anmeldung eines Kindergartenplatzes gilt das Gleiche, wobei sich ein Kindergarten immer in einem Verbund mit anderen städtischen Kindergärten der nahen Umgebung befindet, die vor Ort in einem Aushang aufgelistet werden.

Für die Betreuung ihres Kindes in einer städtischen Kindertageseinrichtung müssen die Eltern einen monatlichen Beitrag bezahlen, der sich aus einer Besuchsgebühr und einer pauschalen Verpflegungsgebühr zusammensetzt. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach der Art der Kindertageseinrichtung (Kinderkrippe, Kindergarten, Kindertageszentrum, Hort, Haus für Kinder, Tagesheim), der Höhe der Einkünfte gemäß dem Einkommensteuergesetz sowie nach der gewünschten Dauer der Kinderbetreuung (Buchungszeiten).

Für einen Krippenplatz bzw. für Kinder, die ein Kindertageszentrum besuchen und das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, beträgt die reguläre Besuchsgebühr ab einem Einkommen von über 60.000 Euro im Jahr zwischen 234 Euro und 421 Euro pro Monat; für einem Kindergartenplatz zwischen 76 Euro und 202 Euro pro Monat und für ein Hort- bzw. Tagesheimplatz zwischen 135 Euro und 145 Euro pro Monat.

Für untere Einkommensgrenzen können die Eltern auf Antrag eine Reihe von Ermäßigungen erhalten. Beim Neuantrag muss hierbei auf dem Anmeldeantrag das entsprechende Kreuz gesetzt werden; bei Folgeanträgen bekommen die Eltern von der jeweiligen Kinderbetreuungseinrichtung einen separaten Antrag auf Gebührenermäßigung ausgehändigt. Der Antrag auf Ermäßigung muss bis zum 31.12. eines Jahres vollständig ausgefüllt und zusammen mit allen notwendigen Nachweisen (als Kopien) bei der zentralen Gebührenstelle (ansässig beim Referat für Bildung und Sport, Bayerstraße 28) oder in der jeweiligen Kinderbetreuungseinrichtung abgegeben werden. Im Falle einer Bewilligung gilt die Ermäßigung jeweils vom 1.9. bis 31.8.; der Antrag auf Gebührenermäßigung muss demzufolge für jedes Tageseinrichtungsjahr wiederholt gestellt werden.

Folgende Ermäßigungen werden gewährt:

  • Ermäßigte Besuchsgebühr, gestaffelt nach unterschiedlichen Einkommensgrenzen (eine Übersicht finden Sie hier)
  • Vergleichsberechnung, wenn sich im Laufe des Bewilligungszeitraumes das Einkommen um mindestens 10.000 Euro (aufgerechnet für ein Jahr) verringert
  • Bei besonderen Belastungen (hohe Unterhaltszahlungen, hohe Mieten, etc.)
  • Bei einer sozialpädagogischen Notlage (Bezirkssozialarbeit der Sozialbürgerhäuser)

Schließlich besteht – unabhängig von der Einkommenshöhe! – die Möglichkeit einer Geschwisterermäßigung. Diese wird gewährt, wenn weitere Geschwisterkinder eine städtische oder eine nichtstädtische Kindertageseinrichtung besuchen. In welcher Höhe sich diese Ermäßigung auf die monatliche Gebühr auswirkt, kann beim zuständigen Sachbearbeiter erfragt werden. Eine Befreiung von der Kindertageseinrichtungsgebühr (immer nur auf Antrag!) ist ab einem Jahresgesamteinkommen von 15.000 Euro möglich.

Neben den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen stehen Eltern auch jene von nichtstädtischen, gemeinnützigen, kirchlichen und privaten Trägern zur Auswahl, darunter die Eltern-Kind-Initiativen sowie die Kindereinrichtungen der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt.

Münchner Familienpass

Einen bunten Strauß an Gutscheinen, Ermäßigungen und weiteren attraktiven Angeboten für Familien stellt der Münchner Familienpass bereit. Ob spannende Freizeitangebote von den Jugend- und Kultureinrichtungen Münchens oder Vergünstigungen bei familienfreundlichen Unternehmen und Restaurants – für jeden ist etwas dabei. Erwerben können den Münchner Familienpass alle Familien in den Landkreisen München, Starnberg, Freising, Ebersberg und Dachau für nur 6 Euro an mehr als 140 Standorten, darunter beim beim Referat für Bildung und Sport, in den Sozialbürgerbüros, in Jugendtreffs sowie in allen Gemeindeämtern. Verkaufsstellen in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Der Münchner Familienpass gilt jeweils für ein Kalenderjahr sowie für 2 Erwachsende und bis zu 4 Kindern, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die einzelnen Angebote können hiervon allerdings abweichen. So beinhaltet der Münchner Familienpass etwa einen M-Bad-Gutschein, der einem Erwachsenen und einem Kind im Alter von bis zu 14 Jahren freien Eintritt in den Bädern der Münchner Stadtwerke gewährt. Wichtiger Hinweis: Beim Einlösen der Gutscheine dürfen diese immer erst an der Kasse der jeweiligen Einrichtung aus dem Familienpass heraus getrennt werden, sonst verlieren sie ihre Gültigkeit.

Großfamilien mit mehr als vier Kindern erhalten übrigens beim Stadtjugendamt einen weiteren Familienpass kostenfrei dazu. Neben den leiblichen Eltern können selbstverständlich auch Pflegeeltern, Alleinerziehende, Großeltern und eingetragene Lebenspartner den Münchner Familienpass nutzen, der auch mit dem Münchner Ferienpass kombinierbar ist. Die Broschüre mit genauen Informationen zum Münchner Familienpass 2013 finden Interessierte als PDF-Dokument auf dem Münchner Stadtportal.

Münchner Ferienpass

Auch beim Münchner Ferienpass handelt es sich um ein dickes Gutscheinheftchen mit vielen attraktiven Spar- und Erlebnismöglichkeiten, mit denen sich die Ferienzeiten in und um München versüßen lassen. Ob Reiten, Tanzen, Klettern oder Tauchen, Computer- oder Kochkurse – zu diesen und vielen weiteren Interessengebieten stehen den Kindern zahlreiche ermäßigte Angebote zur Auswahl, hinzukommen die vielen kostenfreien Eintritte in Bädern, Schlössern, Museen, im Tierpark, beim Bayerischen Rundfunk und vielen anderen Institutionen.

Der Münchner Ferienpass kann von allen Kindern zwischen 6 und 17 Jahren genutzt werden, egal ob sie in München wohnen oder nur ihre Ferien hier verbringen. Für sechs bis 14 Jährige beinhaltet der Münchner Ferienpass zusätzlich eine kostenfreie Nutzung des MVV während der Sommerferien und kostet für sie 14 Euro. Für 15 bis 17 Jährige ist die MVV-Nutzung nicht inbegriffen, weswegen sie nur 10 Euro zahlen. Wichtig: Beim Kauf des Münchner Ferienpasses muss unbedingt ein aktuelles Foto des Kindes mitgebracht werden! Für auswärtige Nutzer ist darüber hinaus zu beachten, dass der Münchner Ferienpass nur zu den bayerischen Schulferienzeiten gültig ist, beginnend mit den Herbstferien und endend mit den Sommerferien.

Beim Kauf des Münchner Ferienpasses erhalten Sie ein erstes Info-Heft, in dem weitere ganzjährige Angebote und spezielle Angebote für die Herbst-, Weihnachts- und Faschingsferien vorgestellt werden. Es steht auch auf Muenchen.de als Download zur Verfügung. Für den Feienpass 2012/2013 erscheint dann Anfang März 2013 das zweite Info-Heft mit den Angeboten für die Oster-, Pfingst- und Sommerferien. Der Verkaufsstart für den Münchner Ferienpass 2013/2014 ist der 14. Oktober 2013.

München-Pass

Die bayerische Landeshauptstadt will mit Hilfe des München-Passes all denjenigen die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben ermöglichen, deren geringes Einkommen dies nicht zulassen würde. Anspruch auf die zahlreichen Ermäßigungen, die mit dem München-Pass verbunden sind, haben alle Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in München, die

  • Hilfe zum Lebensunterhalt bzw. Grundsicherung im Alter oder Erwerbsminderungsrente beziehen,
  • Arbeitslosenhilfe II empfangen,
  • über ein geringeres Einkommen als den Bedarfssatz der Hilfe zum Lebensunterhalt verfügen (ausgenommen Auszubildende und Studierende),
  • an einem Freiwilligen Sozialen Jahr, Freiwilligen Ökologischen Jahr oder am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen,
  • sowie Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Interessierte können den München-Pass in den für sie zuständigen Sozialbürgerhaus beantragen, wofür sie die entsprechenden Sozialleistungsbescheide, Nachweise über ihr Einkommen bzw. den Vertrag über ihren Freiwilligendienst sowie ein Lichtbild mitbringen müssen.

Inhaber des München-Passes erhalten Vergünstigungen in

  • städtischen Einrichtungen wie z.B. Bäder, Museen und den Bezirkssportvereinen, aber auch in
  • Kinos, Theatern, im Tierpark, dem Frauen-Gesundheitszentrum, dem Kinderkunsthaus, beim Münchner Bildungswerk und anderen nicht-städtischen Einrichtungen.
  • Beim Münchner Verkehrsverbund können sie die IsarCardS (wahlweise für den Stadtkern oder für das gesamte Tarifnetz) sowie Tagestickets zu ermäßigten Preisen an allen MVV-Automaten kaufen; bei einer Ticketkontrolle müssen sie neben dem gültigen Ticket auch den auf sie ausgestellten München-Pass vorlegen.
  • Schließlich können München-Pass-Inhaber in teilnehmenden Apotheken verschreibungsfreie Medikamente zu ermäßigten Preisen erhalten, deren Kosten die Krankenkassen nicht übernehmen. Voraussetzung hierfür ist der vorherige Besuch beim Hausarzt und die Vorlage eines Privatrezepts bzw. Grünes Rezeptes. Eine Übersicht über die am Projekt Medikamentenhilfe München teilnehmenden Apotheken finden Sie hier.

2. Förderung von Schülerinnen und Schülern

Finanzielle Unterstützungen

Bildungspaket

Das Bildungs- und Teilhabepaket will Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Elternhäusern die Teilhabe an gemeinschaftlichen Erlebnissen mit Gleichaltrigen sowie den Zugang zu zusätzlichen Bildungsangeboten ermöglichen. Mit dem Bildungspaket werden daher die Kosten übernommen für:

  • gemeinschaftliche Mittagessen in der Kindertagesstätte bzw. Schule (bei einem Eigenanteil in Höhe von 1 Euro),
  • ein- und mehrtägige Ausflüge mit der Kindertagesstätte bzw. Schule (die Kostenübernahme für mehrtägige Ausflüge muss einzeln beantragt werden),
  • Nachhilfestunden, wenn das Klassenziel voraussichtlich nicht erreicht wird und eine Bestätigung der Schule vorliegt (maximal 10 Euro pro Stunde bei Gruppenunterricht, maximal 20 Euro pro Stunde bei Einzelunterricht)
  • den Besuch von Sport- und Kultureinrichtungen (10 Euro pro Monat)
  • Schulbedarf (70 Euro im ersten Schuljahr, 30 Euro im zweiten Schuljahr)

Die Leistungen aus dem Bildungspaket werden im Bedarfsfall einzeln bei dem zuständigen Sozialbürgerhaus beantragt.Hierbei muss der Antrag für jeden Bewilligungszeitraum, für den die Sozialleistungen bzw. das Wohngeld oder der Kinderzuschlag gewährt wurden, erneut eingereicht werden. Ein Rechtsanspruch auf die Bildungspaket-Leistungen besteht für Kinder und Jugendliche sowie für junge Erwachsene bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahres. Beantragen können diese:

  • Empfänger von Arbeitslosengeld II,
  • Empfänger von Leistungen nach dem SGB XII,
  • Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie
  • Empfänger von Wohngeld und
  • Eltern, die einen Kinderzuschlag erhalten.

Schüler-BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, unterstützt seit seiner Neuregelung nicht mehr nur Studierende. Auch Schülerinnen und Schüler der nachfolgenden Einrichtungen können in den Genuss der finanziellen Unterstützung kommen, und das sogar in Form eines Zuschusses, den sie nicht zurückzahlen müssen.

Realschule

Berufsoberschule

Gymnasium

Berufsaufbauschule

Fachschule

Abendgymnasium

Fachoberschule

Münchenkolleg

Berufsfachschule

Fachakademie

Bereits Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse, die eine weiterführende, allgemein bildende Schulen besuchen, können finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 538 Euro pro Monat erhalten, wenn durch den Besuch der Schule eine Unterbringung vor Ort notwendig wird.

Weiterhin können Besucher von Fachschulen und Berufsfachschulen, die in einer mindestens zweijährigen Ausbildung einen berufsqualifizierenden Abschluss anstreben, mit bis zu 289 Euro pro Monat unterstützt werden, selbst wenn sie noch im Haushalt ihrer Eltern wohnen. Wer schließlich ein Abendgymnasium besucht und in einer eigenen Wohnung lebt, kann mit bis zu 645 Euro pro Monat rechnen.

Wie hoch die monatliche BAföG-Förderung im Einzellfall ausfällt, hängt jedoch von den Einkünften des Schülers, seiner Eltern und seines Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartners ab. Den Antrag auf BAföG können Interessierte beim Münchner Amt für Ausbildungsförderung (Neuhauser Straße 39, 80331 München) stellen. Alle notwendigen Antragsformulare sowie weiterführende Informationen findet Ihr auf www.das-neue-bafoeg.de.

BayAföG

Ergänzend zum Bundesausbildungsförderungsgesetz gilt im Land Bayern zudem das Bayerische Ausbildungsförderungsgesetz. Dieses steht für Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, die

  • an einer Realschule bzw. an einem Gymnasium die 5. bis 9. Klasse besuchen oder
  • an einer Wirtschaftsschule die 7. bis 9. Klasse besuchen

und die notwendigerweise eine Unterkunft vor Ort beziehen müssen, um die jeweilige Schule besuchen zu können.

Anspruch auf die finanzielle Unterstützung haben Schülerinnen und Schüler, die die Fördervoraussetzungen gemäß BAföG erfüllen und von denen mindestens ein Elternteil seinen ständigen Wohnsitz im Freistaat Bayern hat. Der Antrag wird ebenfalls im Amt für Ausbildungsförderung München eingereicht.

Bildungskredit

Junge Erwachsene ab 18 Jahren, die eine schulische Ausbildung absolvieren, können bis zu 24 Monate vor dem Ende ihrer Ausbildungszeit mit dem Bildungskredit der KfW Bank unterstützt werden, wenn ihr berufsqualifizierender Abschluss aus finanziellen Gründen gefährdet sein sollte. Sie erhalten ihn als zinsgünstiges Darlehen. Die Höhe des Bildungskredits kann insgesamt bis zu 7.200 Euro betragen und wird wahlweise in 100 Euro, 200 Euro oder 300 Euro Monatsraten ausgezahlt.

Die Rückzahlung des Bildungskredits beginnt 4 Jahre nach der ersten erhaltenen Rate und ist in mindestens 120 Euro Monatsraten an die KfW Bank zu leisten.

Den Bildungskredit können Interessierte online beantragen oder die ausgefüllten Formulare an das Bundesverwaltungsamt, 50728 Köln senden. Die Einkommenshöhe des Auszubildenden sowie die seiner Eltern ist für die Antragsbewilligung nicht von Interesse.

Oskar-Karl-Forster-Stipendium und andere Unterstützungsprogramme

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst betreuen das Erbe des Konsuls Oskar Karl Forster, aus dessen Erträgen der Fonds der Oskar-Karl-Forster-Stiftung gespeist wird. Diese Mittel stehen neben Studierenden auch bedürftigen Schülerinnen und Schülern an Gymnasien, Fachschulen und Berufsoberschulen in Form von Beihilfen für teure Lehrmittel sowie für Klassenfahrten und von der Schule veranstaltete Lehr- und Studienfahrten zur Verfügung.

Die einmaligen, zweckgebundenen Beihilfen werden bis zu einer Höhe von maximal 300 Euro vergeben und beim jeweiligen Gymnasium schriftlich beantragt. Über die Bewilligung entscheidet der zuständige Ministerialbeauftragte für die Gymnasien. Anträge und Merkblätter stellt das Bayerische Gymnasialnetz bereit.

Weitere Unterstützungsprogramme, die sozial benachteiligten und begabten Kindern unterschiedlichen Alters zu Gute kommen, stellt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus auf seiner Homepage vor:

  • Bayerische Eliteförderungsgesetz
  • Begabtenförderung des Bayerischen Musikrats
  • Stipendienprogramm „Botschafter Bayerns“
  • Esther und Silvius Dornier Stiftung zur Förderung begabter Kinder
  • Roland Berger Stipendium „Fit für Verantwortung“
  • Stiftung Maximilianeum und Wittelsbacher Jubiläumsstiftung
  • Talent im Land – Bayern

Außerschulische Angebote für Kinder und Jugendliche

Bildungsinsel im Arnulfpark

Im Rahmen des Projektes Bildungsinsel im Arnulfpark werden Grundschüler aus dem Münchner Stadtquartier Arnulfpark durch einen Bildungspaten bei ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung unterstützt. Mindestens einmal in der Woche kommen das Kind und sein Bildungspate bzw. seine Bildungspatin zum Lernen und Üben zusammen. Auch wöchentliche Treffen mit anderen Bildungspatenkindern stehen auf den Plan. Zudem werden die Eltern in die Bildungsförderung ihrer Kinder einbezogen. Organisiert und betreut wird das Projekt Bildungsinsel im Arnulfpark vom Verein für Sozialarbeit e.V., der interessierte Lehrer und Eltern sowie ehrenamtliche Bildungspaten hierüber gern ausführlich informiert (www.verein-fuer-sozialarbeit.de).

KinderUni München

Der Wissensdurst der lieben Kleinen lässt sich oft kaum stillen. Wer deswegen seinen Kindern im Alter zwischen 8 und 12 Jahren spannende Themenfelder eröffnen will, der kann sie für Veranstaltungen der KinderUni München einschreiben. In den kindgerechten Vorlesungen stellen Professoren Themen ihres Fachgebietes vor, erklären die Hintergründe zu aktuellen Nachrichtenthemen und beantworten alle neugierigen Fragen der Kinder.

Die Vorlesungen werden jedes Sommer- und Wintersemester von einer anderen Hoch- bzw. Fachhochschule Münchens kostenfrei angeboten und finden immer am späten Nachmittag zwischen 17 und 18 Uhr statt. Das aktuelle Programm können Interessierte unter www.kinderuni-muenchen.de einsehen, wo auch die Anmeldung für zunächst 2 Vorlesungen möglich ist. Restkarten können hingegen erst 20 Minuten vor Vorlesungsbeginn ergattert werden. An der halbstündigen Vorlesung nehmen nur die Kinder teil; Eltern und Begleitpersonen müssen draußen warten oder können am Elternbegleitprogramm teilnehmen.

Frühstudium an Münchens Universitäten

Einige Hochschulen Münchens, darunter die Ludwig-Maximilian-Universität, die Technische Universität und die Hochschule für angewandte Wissenschaften, räumen besonders begabten Schülerinnen und Schülern von Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsoberschulen (meist ab der 11. Klasse) die Möglichkeit des kosten- und gebührenfreien Frühstudiums ein. Hierbei können Wissbegierige erste Erfahrungen mit dem Hochschulleben sammeln und testen, ob das gewählte Studienfach tatsächlich ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht.

Im Rahmen des Frühstudiums nehmen die Schülerinnen und Schüler als Gaststudierende an den von den jeweiligen Fakultäten freigegebenen Vorlesungen, Seminaren, Übungen und Klausuren teil, die in der Regel für die Erstsemester bestimmt sind. Dabei können durchaus auch Leistungen erbracht werden, die dem späteren Studium angerechnet werden Um regelmäßig an den Veranstaltungen teilnehmen zu können, müssen sie mit Einverständnis der Schule und ihrer Eltern von den gleichzeitig stattfindenden Schulstunden befreit werden. Der versäumte Unterrichtsstoff muss dann eigenverantwortlich nachgeholt werden.

Die meisten Hochschulen verlangen für die Bewerbung ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf, zudem müssen neben den Zeugniskopien der letzten Schuljahre auch Empfehlungsschreiben des Schulleiters und des Fachlehrers beigelegt werden. Genaueres erfahren Interessierte von der allgemeinen Studienberatung der jeweiligen Hochschule, die auch alle weiteren Kontakte vermittelt.

IHK-Sommercamp

Gemeinsam mit dem Institut für Schul- und Hochschulforschung der Leuphana Universität Lüneburg veranstaltet die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern seit 2009 das sehr erfolgreiche IHK Sommercamp, bei den Münchner Hauptschüler aus der 8. Klasse für ihren Schulabschluss und den anschließenden Einstieg ins Berufsleben fit gemacht werden.

Das dreiwöchige Programm findet einmal pro Jahr in Waldmünchen statt und umfasst mehrere Unterrichtseinheiten für Deutsch, Mathematik und Englisch. Unter individueller pädagogischer Betreuung, die auch nach dem Sommercamp im folgenden Schuljahr fortgeführt wird, haben die Teilnehmer Gelegenheit dazu, sich in Computerkursen fortzubilden, ihr Geschick in einer Holzwerkstatt zu erproben und durch ihr Mitwirken in einer Musical-Aufführung ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. Darüber hinaus werden gemeinsam mit Fachleuten der Arbeitsagentur und der IHK München sowie mit den Personalchefs einiger Münchner Unternehmen Bewerbungstrainings durchgeführt.

Das Beste: Für die teilnehmenden Hauptschüler ist das IHK Sommercamp vollkommen kostenfrei, denn die Kosten für ihre Anfahrt, Unterkunft, Verpflegung sowie für die Lehrveranstaltungen übernimmt die Arbeitsagentur und die IHK München. Aktuelle Informationen zum nächsten IHK Sommercamp sowie alle notwendigen Bewerbungsunterlagen finden Interessierte auf der Seite des Projektbüros Leuphana Sommerakademie (Universität Lüneburg).

3. Förderung von Auszubildenden

Hilfen aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit

Wer nach seinem Schulabschluss bei der örtlichen Arbeitsagentur für Arbeit als Ausbildungsplatzsuchender gemeldet ist, der kann in dieser Übergangsphase finanzielle Hilfen aus dem Vermittlungsbudget beantragen. Diese werden gewährt, wenn eine betriebliche Berufsausbildung in einem anerkannten Betrieb angestrebt wird.

Wer sich beispielsweise für einen konkreten Ausbildungsplatz bewirbt, kann unter Umständen einen Zuschuss für die Bewerbungskosten und die Kosten für die Fahrt zum Vorstellungsgespräch erhalten. Selbst wer eine Zusage für einen Ausbildungsplatz in der Tasche hat, kann bei einem notwendigen Umzug finanziell unterstützt werden und ggf. auch eine Ausrüstungsbeihilfe erhalten, wenn etwa eine bestimmte Arbeitskleidung verlangt wird. Nähere Auskünfte hierüber gibt Ihr zuständiger Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur.

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Beihilfe zur Berufsausbildung (BAB) steht Auszubildenden und Lehrlingen zur Verfügung, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, da die Ausbildungsstätte zu weit vom Elternhaus entfernt liegt. Als Orientierung dafür, ab wann eine Entfernung nicht mehr zumutbar ist, wird allgemein von einer Fahrzeit von einer Stunde pro Strecke angegeben. Auch diejenigen, die eine Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung absolvieren, können bei ihrer Arbeitsagentur vor Ort die Berufsausbildungsbeihilfe beantragen.

Im Falle der Bewilligung wird die Beihilfe während der gesamten Ausbildungszeit gezahlt. Eine rechtzeitige Antragstellung ist hierbei unbedingt notwendig, da die Leistung rückwirkend nur ab dem Monat der Antragstellung erfolgt, auch wenn die Ausbildung bereits eher begonnen wurde.

Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe wird in jedem Fall einzeln berechnet und hängt von der Höhe des eigenen Einkommens, dem der Eltern und ggf. dem des Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartners sowie von der Art der Unterkunft und der Miethöhe ab.

Kindergeld

Da Eltern Anspruch auf Kindergeld haben, bis ihr Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, besteht gerade für Auszubildende, die wegen ihrer Berufsausbildung nicht mehr im Elternhaus wohnen können, die Möglichkeit, das Kindergeld direkt auf ihr Konto überwiesen zu bekommen – und das auch über das 18. Lebensjahr hinaus, wenn sie sich noch in ihrer ersten Berufsausbildung befinden. Die Höhe des eigenen Einkommens oder dem der Eltern spielt hierbei keine Rolle.

Die Überweisung des Kindergeldes auf das Girokonto des Kindes muss schriftlich bei der Familienkasse der Arbeitsagentur erbeten werden. Für das erste und zweite Kind gibt es 184 Euro pro Monat, für das dritte 190 Euro pro Monat und für das vierte 215 Euro pro Monat. Sobald für eines der Kinder allerdings kein Anspruch mehr auf Kindergeld besteht, rutschen die nachgeborenen Kinder in der Rangfolge nach oben. D.h., besteht für das zweite Kind kein Kindergeldanspruch mehr, so rutscht das Dritte auf Rang zwei und erhält statt wie bisher 190 Euro nur 184 Euro pro Monat.

Ausbildungsbegleitende Hilfe

Manchen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich in einer dualen Berufsausbildung befinden, fällt das Lernen für die Berufsschule so schwer, dass ihr Abschluss gefährdet ist. In diesem Fall können Auszubildende bei der örtlichen Agentur für Arbeit die sogenannte Ausbildungsbegleitende Hilfe beantragen.

In Rahmen dieser erhalten sie 3 bis 8 Stunden pro Woche zusätzlichen Unterricht, in dem sie berufliches Fachwissen üben und vertiefen. Zusätzlich stellen allgemeinbildende Stunden und das Erlernen sozialer Kompetenzen sicher, dass die Auszubildenden den Einstieg ins Berufsleben erfolgreich meistern. Der zusätzliche Unterricht unter sozialpädagogischer Betreuung ist für sie ebenso wie für den auszubildenden Betrieb kostenfrei. Von letzteren muss allerdings eine schriftliche Einverständniserklärung dem Antrag beigelegt werden. Dieser wird jeweils für ein Jahr gewährt; ist darüber hinaus eine zusätzlich Lernförderung nötig, kann erneut ein Antrag auf Ausbildungsbegleitende Hilfe gestellt werden.

Begabtenförderung

Weiterbildungsstipendium

Im Anschluss an eine erfolgreich absolvierte Berufsausbildung können sich engagierte Berufseinsteiger für ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung bewerben, mit dem finanzielle Förderungen für mehrere Weiterbildungsmaßnahmen verbunden sind.

Die Gelder können etwa für fachspezifische Fortbildungen oder für berufsbegleitende Studiengänge verwendet werden, die auf dem gelernten Beruf aufbauen. Im Zusammenhang mit Aufstiegsfortbildungen können mit ihrer Hilfe zudem Prüfungsvorbereitungskurse finanziert werden. Schließlich steht das Weiterbildungsstipendium auch für den Erwerb fachübergreifender Fähigkeiten wie Fremdsprachen oder Softskills zur Verfügung.

Die Förderung erfolgt mit dem Jahr der Antragstellung sowie für zwei weitere volle Kalenderjahre und beträgt für diesen Zeitraum insgesamt 6.000 Euro bzw. 2.000 Euro pro Förderjahr. Diese Summe kann für beliebig viele Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden, wobei der Eigenanteil 10 Prozent pro Maßnahme beträgt.

Bezüglich der Stipendienbewerbung wird vorausgesetzt, dass die Bewerber zu diesem Zeitpunkt

  • jünger als 25 Jahre sind,
  • berufstätig (mindestens 15 Wochenstunden) oder arbeitsuchend sind und dass sie
  • ihre duale Berufsausbildung mit einer Abschlussnote von mindestens 1,9 bzw. 87 Punkten oder besser absolviert haben.

Sollte die Note schlechter sein und die persönliche Leistungsbereitschaft nicht widerspiegeln, so können Bewerber alternativ auch eine Urkunde einreichen, welche die erfolgreiche Teilnahme an einem überregionalen Leistungswettbewerb bescheinigt. Auch ein sehr gut begründeter Vorschlag seitens des Arbeitgebers kann eingereicht werden. Als Bewerbungsfrist gilt der 28. bzw. 29. Februar eines Jahres; alle nötigen Unterlagen finden Interessierte unter www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium.

Aufstiegsstipendium

Wer während seiner Ausbildung bzw. seiner Berufstätigkeit sowohl Talent, als auch Leistungswillen bereits bewiesen hat und in naher Zukunft ein Hochschulstudium aufnehmen will, der kann sich um ein Aufstiegsstipendium bewerben.

Beauftragt und finanziert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung wird das Aufstiegsstipendium von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (kurz SBB) vergeben, an die Interessierte auch ihre Bewerbungsunterlagen senden.

Folgende Voraussetzungen müssen die Bewerber erfüllen:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. Aufstiegsfortbildung mit einem Gesamtergebnis von mindestens 87 Punkten bzw. der Note 1,9 oder besser
  • mindestens 2 Jahre Berufserfahrung nach dem Ende der Berufsausbildung
  • sie verfügen bisher über keinen Hochschulabschluss; wer bereits ein Studium begonnen, aber das zweite Semester noch nicht beendet hat, kann sich immer noch für ein Aufstiegsstipendium bewerben!
  • Schließlich müssen die Bewerber ihre besondere Leistungsfähigkeit nachweisen. Wer die Abschlussprüfung nicht ganz so gut wie oben genannt bestanden hat, der kann seine besondere Begabung etwa dadurch belegen, dass er erfolgreich an einem überregionalen Leistungswettbewerb teilgenommen hat oder sein Arbeitgeber verfasst für ihn ein Empfehlungsschreiben.

Wer nach einem dreistufigen Auswahlverfahren eine Zusage erhalten hat, kann innerhalb der nächsten 12 Monate mit seinem Studium beginnen.

Stipendiaten, die sich für ein Vollzeitstudium entscheiden, werden mit 670 Euro pro Monat unterstützt – die Höhe sonstiger Einkünfte bleibt unberücksichtigt. Zusätzlich erhalten sie 80 Euro Büchergeld und, falls sie bereits Kinder haben, außerdem eine Kinderbetreuungspauschale in Höhe von 113 Euro für das erste, und 85 Euro für jedes weitere Kind.

Wer als Stipendiat ein berufsbegleitendes Studium gewählt hat, der wird derweil mit 2.000 Euro pro Jahr gefördert.

4. Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung

Münchner Volkshochschule

Jedes Jahr umfasst das Programm der Münchner Volkshochschule mehr als 7.000 Kurse, die allen Bürgerinnen und Bürgern der Bayerischen Landeshauptstadt zu Gute kommen und ihnen privat wie auch beruflich neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Eine ganze Reihe der angebotenen MVHS-Kurse kann sogar mit einer kostenfreien Kinderbetreuung kombiniert werden; sie sind in den Programmheften mit einem entsprechenden Zeichen markiert. Bei der Buchung solcher Kurse können Interessierte ihre Kinder im Alter von 18 Monaten bis 6 Jahren in einer der beiden hauseigenen Betreuungseinrichtungen (Lindwurmstraße 127 Rgb sowie Schwanthalerstraße 40) für die Kinderbetreuung anmelden, welche auf Wunsch zuvor auch besichtigt werden können.

Weiterhin profitieren bestimmte Personengruppen von einer Reihe von Ermäßigungen Ab einer Kursgebühr von über 20 Euro und unter Vorlage der entsprechenden Nachweise gewährt die MVHS folgende Vergünstigungen:

  • Inhaber des München-Passes oder des Freizeit-Passes – 50 Prozent bzw. 20 Prozent auf alle Veranstaltungen im Haus Buchenried
  • Schüler, Praktikanten, Auszubildende, Studierende bis 26 Jahren – 20 Prozent
  • Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr bzw. Freiwilligen Ökologischen Jahr oder am Bundesfreiwilligendienst – 20 Prozent
  • Schwerbehinderte ab einem Grad der Behinderung von 50 – 20 Prozent
  • Mitarbeiter der Landeshauptstadt München – 20 Prozent

Für jeweils eine Programmlaufzeit können Senioren die Senioren-Card für 30 Euro erwerben, mit der sie jeweils 20 Prozent Ermäßigung auf alle besuchten Kurse der Senioren Volkshochschule erhalten. In jedem Programmheft sind etwa 450 Kurse mit einem Zeichen versehen, das die Gültigkeit der Senioren-Card signalisiert. Sie ist nicht auf andere Personen übertragbar.

Wissbegierigen steht außerdem die MVHS-Card für 55 Euro zur Verfügung, mit der sie jeweils für eine Programmlaufzeit kostenfreien Zutritt zu Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Führungen, Exkursionen und anderen Veranstaltungen haben. Rund 700 an der Zahl sind im Programmheft mit einem entsprechenden Zeichen versehen. Auch die MVHS-Card kann nicht auf andere übertragen werden; zudem besteht keine Platzgarantie.

Im Rahmen der kostenfreien Bildungsberatung durch Mitarbeiter der MVHS können sich Interessierte vor der Kursbuchung per Telefon oder in einem persönlichen Gespräch über die Schul- und Weiterbildungsmöglichkeiten in München und Bayern informieren. Neben Deutsch wird die Bildungsberatung in 17 Fremdsprachen angeboten.

Bildungsgutschein

Wer als Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder wer bereits arbeitslos ist, kann von der zuständigen Arbeitsagentur einen sogenannten Bildungsgutschein erhalten. Dieser setzt zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch voraus, bei dem geklärt wird, ob und, wenn ja, welche Weiterbildungsmaßnahme die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz erhöht.

Wenn die Weiterbildungsmaßnahme als erfolgversprechend angesehen wird und andere Instrumente der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt nicht greifen, stellt der zuständige Ansprechpartner einen Bildungsgutschein aus. Dieser benennt ein konkretes Bildungsziel und ein Datum, bis zu dem dieses erreicht werden soll.

Der ausgestellte Bildungsgutschein muss innerhalb von drei Monaten bei einem anerkannten Bildungsträger eingelöst werden, der eine zum Bildungsziel führende Maßnahme anbietet. Die Weiterbildungsmaßnahme ist für den Teilnehmer selbst kostenlos; der Bildungsträger bekommt die Kursgebühren von der Agentur für Arbeit erstattet. Bei der Recherche anerkannter Weiterbildungskurse hilft Ihnen die Aus- und Weiterbildungsdatenbank KURSNET der Arbeitsagentur weiter.

Bildungsprämie

Um in seinem Beruf fit zu bleiben oder auf der Karriereleiter weiter nach oben zu klettern, stellen Weiterbildungsmaßnahmen eine wichtige Voraussetzung dar. Da diese jedoch ihren Preis haben, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Berufstätige mit einem Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro bei verheirateten Paaren ebenso wie Wiedereinsteiger, die sich noch in der Elternzeit befinden, in Form der Bildungsprämie.

Diese Unterstützung kann Sie auf zwei Wegen erreichen: Zum einen in Form eines Prämiengutscheins, der 50 Prozent der Kosten für eine konkrete Weiterbildungsmaßnahme übernimmt, maximal jedoch bis zu 500 Euro.

Den Prämiengutschein bekommen Sie ausgehändigt, nachdem Sie in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit einer anerkannten Bildungseinrichtung Ihre beruflichen Ziele und die notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen zum Erreichen dieses Ziels besprochen haben, wobei Sie hierfür neben Ihren Personalausweis und Einkommenssteuerbescheid vom letzten oder vorletzten Jahr bereits auch eine Liste konkreter Weiterbildungskurse, Workshops oder Seminare mitbringen, die Sie interessieren.

Nach Erhalt des Prämiengutscheins melden Sie sich für die vereinbarte Bildungsmaßnahme an und geben den Prämiengutschein beim jeweiligen Bildungsträger ab, der Ihnen wiederum eine um den Wert des Prämiengutscheins ermäßigte Rechnung ausstellt.

Zum anderen profitieren Weiterbildungswillige von der Bildungsprämie in Form des Weiterbildungssparens: Wer vermögenswirksame Leistungen erhält, kann für seine Weiterbildung vorzeitig Geld entnehmen, ohne die Arbeitgeberzulage zu verlieren. Hierfür muss jedoch unbedingt im Vorfeld mit dem betreffenden Finanzinstitut geklärt werden, ob eine vorzeitige Geldentnahme möglich ist, ob hierfür Gebühren erhoben werden oder ob eine Vertragskündigung nötig ist. Für das Weiterbildungssparen, das sich besonders für langwierige und kostenintensive Bildungsmaßnahmen eignet, gilt keine Einkommensgrenze.

power_m Wiedereinstiegsförderung

Das Projekt power_m richtet sich an Frauen und Männer, die im Einzugsgebiet der S-Bahn München leben und familienbedingt mindestens 3 Jahre lang keiner sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sind, sei es, weil sie Kinder aufgezogen oder Angehörige gepflegt haben.

Getragen wird das power_m Projekt von mehreren gemeinnützigen Einrichtungen, welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vielfältigen Maßnahmen bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg oder den Schritt in die Selbstständigkeit unterstützen:

  • FAM Frauenakademie München e.V.
  • Frauen-Computer-Schule AG
  • Frau und Beruf GmbH
  • GründerRegio M e.V.
  • IBPro e.V.
  • Münchner Volkshochschule GmbH
  • Verbund Strukturwandel (VSW) – Abteilung der Münchner Arbeit gGmbH

Da das Projekt u.a. mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird, ist seine Finanzierung zunächst bis zum 31. Dezember 2013 gesichert. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist die Förderung in Form von Beratungsgesprächen, Weiterbildungskursen und über einen längeren Zeitraum begleitende Einzelcoachings vollkommen kostenfrei.

Am power_m Infopoint erhalten Interessierte weiterführende Informationen für die Vorbereitung ihrer Erstberatung sowie zum weiteren Verlauf des Programms.

Meister-BAföG

Im Rahmen des von Bund und Ländern finanzierten Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (nach der Neuregelung auch AFBGÄndG) können bestimmte Personen eine finanzielle Unterstützung durch das sogenannte Meister-BAföG beantragen.

Vorausgesetzt wird, dass der Antragsteller

  • über eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Beruf verfügt,
  • einen der folgenden Fortbildungsabschlüsse anstrebt:
    • Handwerksmeister / Handwerksmeisterin
    • Industriemeister / Industriemeisterin
    • Techniker / Technikerin
    • Fachkaufmann / Fachkauffrau
    • Fachkrankenpfleger / Fachkrankenpflegerin
    • Betriebswirt / Betriebswirtin
    • Betriebsinformatiker / Betriebsinformatikerin
    • Programmierer / Programmiererin
  • und dass er bisher über keine gleichwertige Berufsqualifikation verfügt (auch über keinen Hochschulabschluss).

Das Alter des Antragsstellers spielt keine Rolle. Die notwendigen Antragsformulare finden Interessierte online unter www.meister-bafoeg.info. Sie werden zusammen mit den erforderlichen Nachweisen beim Amt für Ausbildungsförderung abgegeben (Neuhauser Straße 39, 80331 München).

Im Falle eines Vollzeitlehrgangs kann sich die Höhe der Förderung zwischen 697 Euro pro Monat für Alleinstehende ohne Kinder und 1.332 Euro pro Monat für Verheiratete mit zwei Kindern belaufen. Das Meister-BAföG wird individuell berechnet und setzt sich aus einem nicht zurückzuzahlenden Zuschuss und einem (größeren) zinsgünstigen Darlehensanteil zusammen.

Zusätzlich zum Meister-BAföG-Höchstsatz können weitere Gelder für die Kinderbetreuung, für Lehrgänge, für Prüfungsgebühren und das Anfertigen eines Prüfungsstücks hinzukommen, welche zu 50 Prozent bzw. zu 30,5 Prozent als Zuschuss oder auch vollständig als zinsgünstiges Darlehen gewährt werden – unabhängig von dem vorhandenen Einkommen.