Vergünstigungen für Studenten in München


Die bayerische Landeshauptstadt München zählt zweifelsohne zu den begehrtesten Studienorten. Alle Studienrichtungen können an den Münchner Hochschulen und Akademien studiert werden. Die Ludwig-Maximilian-Universität und die Technische Universität München tragen den renommierten Exzellenz-Titel, belegen in vielen Studienfächern die vordersten Rankingplätze und sie sind national wie international gut vernetzt. Weitere öffentliche, staatlich anerkannte und private Hochschulen in der bayerischen Landeshauptstadt sind:

  • Hochschule für Musik und Theater München,
  • Akademie der Bildenden Künste,
  • Hochschule für Fernsehen, Film und Schnitttechnik,
  • Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation,
  • Hochschule für Politik,
  • Hochschule für Philosophie,
  • Hochschule für angewandte Sprachen,
  • Hochschule für Ökonomie und Management,
  • Hochschule Fresenius,
  • Munich Business School,
  • International School of Management,
  • Campus M21,
  • Universität der Bundeswehr München,
  • Katholische Stiftungsfachhochschule München,
  • Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege sowie
  • das Lehr- und Forschungszentrum Weihenstephan in der etwa 30 Kilometer von München entfernten Stadt Freising.

Neben einer Lehre auf hohem Niveau profitieren Münchner Studierende und Absolventen von den zahlreichen attraktiven Arbeitgebern vor Ort, die nicht nur gut entlohnte Nebenjobs, sondern auch ausgezeichnete Zukunftsperspektiven versprechen. Die abwechslungsreichen Angebote für Freizeit und Kultur sprechen ebenfalls für ein Studium in München.

Die andere, weniger attraktive Seite der Medaille stellen die hohen Lebensunterhaltskosten und auch Studiengebühren dar, die Studierende in München aufbringen müssen. Da aktuell ein Volksbegehren gegen Studiengebühren läuft, könnte sich hier in naher Zukunft etwas ändern. Spar- und Fördermöglichkeiten für Studenten in München sind jedoch auch darüber hinaus sehr gefragt und werden in diesem Artikel genauer vorgestellt.

1. Wohnen in München

In München ist bezahlbarer Wohnraum äußerst rar. Wen es also zum Studium hierher verschlägt, der muss viel Zeit und Ausdauer in die Suche nach einer geeigneten Unterkunft investieren – und das so früh wie nur irgend möglich.

Wie in anderen Städten sind das Studentenwohnheim, Wohngemeinschaften und ein Zimmer zur Untermiete die günstigsten Wohnformen gegenüber der eigenen Studentenbude. Hinzu kommt die Möglichkeit, Wohnen für Hilfe, bei der Studenten Seniorinnen und Senioren im Alltag unterstützen und dafür kostenfrei oder zu einem geringen Mietpreis bei ihnen zur Untermiete wohnen dürfen.

Studentenwohnheime

Studentenwohnheime sind zwar auch in München die günstigste Wohnform, doch kann das Studentenwerk trotz der rund 10.000 Zimmer kaum freie Plätze anbieten. Stattdessen existieren lange Wartelisten. Mitunter müssen Interessierte bis zu vier Semester darauf warten, bis ein Zimmer im Studentenwohnheim für sie frei wird. Die Mietpreise liegen dann zwischen 160 und 330 Euro pro Monat.

Neben den Wohnheimen des Studentenwerks München bieten auch eine Reihe privater Träger Wohnheime für junge Erwachsene und speziell für junge Frauen an. Eine umfangreiche Liste stellt die Technische Universität München auf dieser und dieser Seite bereit.

Studentische Wohngemeinschaften

Gerade einmal 13 Prozent der Studierenden kommen in einem der Münchner Wohnheime unter. Die Mehrheit von ihnen findet dagegen in Wohngemeinschaften oder in untervermieteten Zimmern eine Unterkunft, wofür sie laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks bis zu 400 Euro pro Monat zahlen – damit belegt München auch im Vergleich der teuersten Mietpreise für Studentenbuden den ersten Platz.

Tipps für die Wohnungssuche auf dem privaten Wohnungsmarkt

  • Aufgrund der angespannten Lage auf dem Münchner Wohnungsmarkt, solltet Ihr so früh wie möglich mit der Suche nach einer Unterkunft beginnen. Studienanfänger, die nicht aus München stammen, nutzen am besten die Zeit gleich nach dem Abitur dafür. Sie können in einer WG als Zwischenmieter oder in einem Hostel preiswert wohnen und WG- und Mietangebote suchen und anschauen.
  • Anzeigen für Wohnangebote aller Art findet Ihr in den Foyers und an den Schwarzen Brettern der Universitätsgebäude, in Internetportalen speziell für studentische Wohngemeinschaften und auf Mitwohnzentrale.de für möblierte Zimmer sowie in regionalen Zeitungen und Stadtmagazinen, darunter die Süddeutsche Zeitung, der Münchner Merkur, das Münchner Wochenblatt und der Münchner Wochenanzeiger.
    Darüber hinaus betreibt die Technische Universität München auf Ihrer Website sogar eine eigene Wohnbörse für ihre Studierenden und Mitarbeiter. Schließlich bietet das Studentenwerk München seine Hilfe bei der privaten Zimmervermittlung an.
  • Prinzipiell kann gesagt werden: In der Nähe der Universitäten und der Innenstadt allgemein sind die Mieten höher als in den Vierteln im Stadtrandgebiet. Bis zu 2 Euro pro Quadratmeter können hier eingespart werden. Dank der sehr guten Verkehrsverbindungen nimmt auch der tägliche Weg zur Uni nicht allzu viel Zeit in Anspruch.
  • Wenn Ihr ein interessantes Angebot entdeckt habt, solltet Ihr sofort Kontakt mit dem verantwortlichen Ansprechpartner aufnehmen.
  • Zum Besichtigungstermin mit dem Vermieter habt Ihr am besten gleich einen Einkommensnachweis oder sogar eine Bürgschaft Eurer Eltern parat. Auch ein Lebenslauf kann mitunter die entscheidenden Pluspunkte für eine Zusage bedeuten.

Wohnen für Hilfe

Bereits 1996 hat das Studentenwerk München gemeinsam mit dem Verein Seniorentreff Neuhausen das Projekt „Wohnen für Hilfe“ initiiert. In Rahmen dieses Projekts wohnen Studierende im Haushalt einer Seniorin oder eines Seniors zur Untermiete. Das Zimmer wird mietfrei zur Verfügung gestellt, nur eine Nebenkostenpauschale muss gezahlt werden.

Im Gegenzug gehen die Studierenden den Senioren im Alltag zur Hand, über nehmen etwa Einkäufe, Hausputz oder die Gartenpflege. Welche Hilfsdienste konkret zu leisten sind, wird gemeinsam im Mietvertrag vereinbart. Die Anzahl der im Monat zu leistenden Hilfsstunden richtet sich hierbei nach der Quadratmeter-Anzahl des bewohnten Zimmers. In der Regel wird ein Quadratmeter in eine Hilfsstunde umgerechnet.

Weitere Informationen erhalten Interessierte direkt beim Seniorentreff Neuhausen e.V. (Leonrodstraße 14B, 80634 München), wo sie sich immer freitags von 12:00 bis 13:30 Uhr in einem persönlichen Gespräch ein Bild machen und anmelden können. Für letzteres sind Personalausweis, Lichtbild sowie 3 Euro Gebühr mitzubringen.

2. Kommunikation, Information & Studienmaterial

Telekom

Um mit der Familie und alten Freunden öfters telefonieren zu können, ohne sich dabei zu ruinieren, bietet die Telekom für Studierende den sogenannten Sozialtarif an. Eingereicht wird der Antrag zusammen mit einer aktuellen Immatrikulationsbescheinigung, dem positivem BAFöG-Bescheid oder alternativ einem Nachweis über die Befreiung vom Rundfunkbeitrag.

Im Falle einer Bewilligung erhalten Studierende ausgewählte Telekom-Festnetztarife zu einem Vorteilpreis. Die Ermäßigung beträgt hierbei 6,94 Euro bzw. 8,72 Euro, wenn ein Schwerbehindertenausweis vorliegt, der einen Grad der Behinderung von 90 bescheinigt.

Schließlich bietet auch die Mobilfunkbranche speziell für Studenten geschnürte Tarifpakete an. Preiswert telefonieren zum Studententarif versprechen zudem etwa T-Mobile, Vodafone und O2.

Internet

Vom Ingenieur bis zum Germanisten – für heutige Studenten ist das Internet ein unverzichtbares Hilfsmittel für ihre Literaturrecherchen. Da viele wissenschaftliche Fachartikel online zur Verfügung gestellt werden, haben Münchner Studierende in der Bayerischen Staatsbibliothek, in den jeweiligen Universitäts- und Fachbibliotheken sowie in der Münchner Stadtbibliothek meist kostenfreien Zugang zum Internet und den wissenschaftlichen Datenbanken. Voraussetzung hierfür sind die Login-Daten für das WLAN-Netz ihrer Universität, das den Studierenden ebenfalls kostenfrei zur Verfügung steht. Nähere Informationen findet Ihr auf den Homepages der Münchner Universitäten, für die Ihr Euch interessiert.

Auch in den Wohnheimen des Studentenwerks München steht gegen eine geringe monatliche Gebühr dem Zugang zum World Wide Web nichts im Wege. Darüber hinaus stellt die offizielle Website der Stadt München für jeden Stadtteil eine umfangreiche Liste mit WLAN-Hotspots zur Verfügung, darunter viele Cafés und Bars in der Maxvorstadt und Schwabing.

Befreiung von der Rundfunkbeitrags-Zahlung

Der ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice, kurz AZDBS genannt und Nachfolger der GEZ, bietet für Studierende, die BAFöG erhalten, weiterhin die Möglichkeit, von der Zahlung des Rundfunkbeitrages in Höhe von nunmehr 17,98 Euro pro Monat befreit zu werden.

Die Befreiung erfolgt nur auf Antrag, dem eine beglaubigte Kopie des aktuellen BAFöG-Bescheids beizulegen ist. Eine Befreiung wird immer nur für den Zeitraum gewährt, in dem auch das BAFöG bewilligt wurde, das heißt: Wie das BAFöG muss auch der Antrag auf Befreiung vom Rundfunkbeitrag immer wieder neu gestellt werden. Da zwischen der Antragstellung und der erneuten Bewilligung des BAFöGs mitunter zwei Monate vergehen können, werden BAFöG-Empfänger ab 2013 auch rückwirkend von der Zahlung des Rundfunkbeitrags befreit.

Die Neuregelung des Rundfunkbeitrages sieht auch für studentische Wohngemeinschaften eine wichtige Änderung vor. Da der Rundfunkbeitrag seit 1. Januar 2013 pro Haushalt und unabhängig von der Anzahl der Geräte oder der im Haushalt lebenden Personen gezahlt wird, wählt die Wohngemeinschaft eines ihrer Mitglieder als Rundfunkbeitragszahler, alle anderen können sich beim AZDBS abmelden. Diese wird sich künftig mit ihren Forderungen an ihn richten; untereinander jedoch können die WG-Mitglieder den monatlichen Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro unter sich aufteilen. Detaillierte Informationen sowie das Antragsformular für die Befreiung findet Ihr unter Rundfunkbeitrag.de.

Spartipps für das alltägliche Studentenleben

  • Das Studentenwerk München bietet in vielerlei Hinsicht Unterstützungen und Vergünstigungen. In seinen Mensen spendiert es Speis und Trank zu unschlagbar günstigen Preisen, ebenso stellt es jedes Semester mehrere Workshops und Kulturevents wie Cultureclubbing auf die Beine. Kostenfreie Beratung zum Thema Wohnen in München, zur Studienfinanzierung, bei Rechtsfragen sowie zu besonderen Lebenssituationen und in psychischen Krisensituationen sind ebenfalls selbstverständlich.
  • Bücher, die man im Laufe seines Studiums immer wieder benötigt, kann man gebraucht aus der Hand älterer Semester sowie bei ZVAB.de und ähnlichen Portalen günstig erwerben. Alle Bücher, die man voraussichtlich nur für eine Seminararbeit oder ein Referat benötigt, leiht man sich hingegen – am besten frühzeitig – in einer der universitären Bibliotheken aus. Zum Kopieren wichtiger Seiten sollte man im Übrigen lieber die Copyshops in Uninähe aufsuchen, statt die oft teureren Bibliothekskopierer zu nutzen.
  • Neben Büchern gehören bei manchen Fachrichtungen auch spezifische Software-Programme zu den unverzichtbaren Arbeitsmaterialien eines Studenten. Dank eigens dafür bestehender Kooperationen stehen den Studierenden hierfür ermäßigte und teilweise abgespeckte Studentenversionen zur Verfügung. Für welche Software Ihr den vorteilhaften Studentenrabatt bekommt, erfahrt Ihr im Rechenzentrum Eurer Universität oder direkt bei Eurem Institut.
  • Weiterhin besteht eine Kooperation zwischen der Ludwig-Maximilian-Universität und dem Apple-Education-Store, dank der die LMU-Studenten satte 12 Prozent Rabatt auf Apple-Geräte bekommen. Solche Rabattmodelle bieten mittlerweile aber auch andere Hersteller bzw. Fachhändler den Studierenden aller Universitäten an. Achtet daher gerade vor dem Semesterbeginn auf entsprechende Aktionsangebote.
  • Als Student der Geisteswissenschaften gehört es zum guten Ton, mindestens fünf regionale, überregionale und fachspezifische Zeitungen zu lesen – was zugegebener Maßen auch nicht alle Professoren schaffen. Dennoch sollten angehende Akademiker aller Fachrichtungen gut über aktuelle Ereignisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Bescheid wissen. Daher bieten beinahe alle Zeitungen und Zeitschriften ermäßigte Studentenabos an.
  • Auch auf einen abwechslungsreichen Kulturgenuss müssen Studierende mit knapper Kasse nicht verzichten: Theater, Museen, Kinos und viele weitere Kultureinrichtungen bieten ihre Eintrittskarten bei Vorlage des Studentenausweises zu deutlich ermäßigten Preisen an. Ins renommierte Deutsche Museum kommen Studenten schon für 3 statt der regulären 8,50 Euro, eine Aufführung in der Bayerischen Theaterakademie sowie im Bayerischen Staatsschauspiel genießen sie schon für 8 Euro pro Karte und für einen Rundgang durch die Alte Pinakothek zahlen sie beispielsweise nur 5 Euro. Freien Eintritt haben Studierende sogar bei den Generalproben für Klassische Konzerte im Münchner Gesteig.
  • Die Volkshochschule München gewährt Studierenden 20 Prozent Ermäßigung auf die reguläre Kursgebühr.
  • Die Hallen- und Freibäder der Stadtwerke München dürfen Studenten ebenfalls zu einem ermäßigten Eintritt nutzen. Wie hoch die Vergünstigung ausfällt, richtet sich nach dem Bad und den dort angebotenen Tarifmodellen.
  • Schließlich haben sich besonders in den beiden Stadtteilen Maxvorstadt, Schwabing und Glockenbachviertel mehrere Cafés, Bars und Clubs etabliert, welche nicht nur die unterschiedlichsten Geschmäcker bedienen, sondern auch die stets klamme Geldbörse der Studenten in ihren Preiskalkulationen berücksichtigt haben. Selbst der eine oder andere Friseur bietet seine Dienste zu speziellen Studentenpreisen an.

Studienkosten von der Steuer absetzen

Wer nicht nur beruflich, sondern auch finanziell den Weitblick hat, der sammelt während seines Studiums fleißig Quittungen und Belege! Denn: Wird das Erststudium gleich im Anschluss an die Schule und ohne vorherige Berufsausbildung aufgenommen, so können Studierende in ihrer Einkommenssteuererklärung die im jeweiligen Kalenderjahr anfallenden Studienkosten als Sonderausgabe geltend machen – und das in einer Höhe von bis zu 6.000 Euro. Der Nachteil: Nur wenige Studierende profitieren von dieser Regelung, da die meisten nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Ausbildungskosten, die durch eine berufliche Weiterqualifizierung oder durch ein Zweitstudium entstehen, können jedoch vom Beginn des Berufslebens an bis zu 4 Jahre rückwirkend als vorweggenommene Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Daher sollten Studierende alle Belege über Studiengebühren, Arbeitsmaterialien, gekaufte Studienbücher sowie Bus- und Bahntickets sorgfältig aufbewahren.

In der Steuererklärung müssen diese Studienkosten an der entsprechenden Stelle als Verlustvortrag gekennzeichnet werden. Sie werden in voller Höhe angerechnet. Fallen die Studienkosten sogar höher als das erste Jahreseinkommen aus, wird der restliche Betrag auch im Folgejahr noch berücksichtigt. Auch Studierende mit geringem Verdienst können auf diese Weise bares Geld sparen.

3. Mobilität

Zukunftsmusik – Münchner Semesterticket

Anders als in anderen Universitätsstädten gibt es für Studierende in München bisher kein Semesterticket – noch nicht. Dies wird sich voraussichtlich zum Wintersemester 2013/2014 ändern, denn Anfang Dezember 2012 haben sich in einer Abstimmung 86,3 Prozent der an der Ludwig-Maximilian-Universität, der Technischen Universität München und an der Hochschule für angewandte Wissenschaft eingeschriebenen Studenten für ein Semesterticket entschieden.

Das der Abstimmung zugrunde gelegte Modell sieht für die Studierenden zwei Wahlmöglichkeiten vor. Demnach können sie sich zukünftig entweder für ein 59 Euro teures Semesterticket entscheiden und das gesamte MVV-Netz wochentags von 18 bis 6 Uhr sowie an den beiden Wochenendtagen kostenfrei nutzen, oder sie wählen das Semesterticket für 200 Euro, womit ihnen die öffentlichen Münchner Verkehrsmittel sechs Monate lang uneingeschränkt zur Verfügung stehen würden.

MVV Ausbildungstarif II und Grüne Jugendkarte

Bis das Münchner Semesterticket allerdings eingeführt wird, müssen die Studierenden weiterhin jede Woche bzw. jeden Monat das MVV-Ticket Ausbildungstarif II lösen. Der Preis für ein Ausbildungstarif II Ticket richtet sich nach dem gewählten Tarifringen (insgesamt 16 an der Zahl) und kann zwischen 36,10 Euro (Innenstadt) und 147,30 Euro (Gesamtnetz) im Monat betragen. Gegenüber dem Normaltarif bedeutet dies schon eine beträchtliche Einsparung.

Um nicht nur die Strecke zwischen Wohnung und Uni zurücklegen, sondern auch in der Freizeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können, kann der Ausbildungstarif II um die sogenannte „Grüne Jugendkarte“ erweitert werden. Die zusätzlichen Kosten würden sich dann auf 12,80 Euro (Innenraum, Außenraum) bzw. 25,60 Euro (Gesamtnetz) belaufen.

Um in den Genuss dieses Preisvorteils zu gelangen, muss zunächst eine Kundenkarte beantragt werden, wofür der Personalausweis, eine Immatrikulationsbescheinigung und ein Passbild mitzubringen sind. Für die Beantragung könnt Ihr Euch an eines der drei MVV-Kundencenter (Poccistraße, Hauptbahnhof und Ostbahnhof) wenden. Im Laufe des Studiums erhaltet ihr dann zu jedem Semesterstart eine neue Verlängerungsmarke, die Ihr in die Hülle der Kundenkarte steckt. In dieser legt Ihr schließlich auch die jeweils für die aktuelle Woche bzw. für den aktuellen Monat gültige Wertmarke ein, die Ihr an allen Automaten und Verkaufsstellen erstehen könnt.

Radfahren

Da die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für den täglichen Weg zur Uni ein empfindliches Loch ins Portemonnaie reißen kann, treten mehr als die Hälfte aller Münchner Studenten regelmäßig in die Pedale. Günstige, gebrauchte Räder werden etwa an den Schwarzen Brettern, in Zeitungsannoncen und auf Flohmärkten angeboten. Außerdem veranstaltet das Fundbüro zweimal im Jahr Versteigerungen für nicht abgeholte Fahrräder. Die Termine werden öffentlich bekannt gegeben.

Die Stadt selbst stellt den Münchner Radlstadtplan sowie den Fahrrad-Routenplaner kostenfrei zur Verfügung. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club München bietet für Nichtmitglieder die Möglichkeit an, ihren Drahtesel in der Selbsthilfewerkstadt (Platenstraße 4) gegen eine Benutzungsgebühr von 5 Euro auf Vordermann zu bringen. Die sachkundige Hilfe vom Fachmann gibt’s bei Bedarf kostenfrei dazu. Außerdem bietet der ADFC München Kurse rund um die Fahrradtechnik an – und das für Studenten zu ermäßigten Preisen.

Deutsche Bahn

Für längere Strecken bietet neben dem eigenen Auto auch die Deutsche Bahn ihre Dienste an. Studenten profitieren hierbei nicht nur von den Sparangeboten der Bahn im Fernverkehr, sondern auch von weiteren Preisnachlässen, die zusätzlich sowohl auf Spartarife, als auch auf Normaltarife gewährt werden.

Voraussetzung ist, dass sie glückliche Besitzer der BahnCard 25 oder der BahnCard 50 sind – die sie wiederum ebenfalls zu einem deutlich günstigeren Preis erstehen können. Wer also nicht älter als 26 Jahre ist und eine Immatrikulationsbescheinigung vorzeigen kann, der erhält die BahnCard 25 für für 41 statt 61 Euro und die BahnCard 50 für 127 statt 249 Euro.

Beide sind jeweils für ein Jahr gültig und berechtigen bei jedem Ticketkauf zu einem Preisnachlass von 25 bzw. 50 Prozent. Achtet darauf, dass der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängert wird, wenn Ihr ihn nicht bis spätestens 6 Wochen vor Ablauf des Gültigkeitszeitraums kündigt.

Fernreisebusse

Seitdem im Januar 2013 der Fernverkehr liberalisiert wurde, lohnt es sich für manchen, lieber mit dem Fernlinienbus als mit der Bahn in die alte Heimat zu reisen. MeinFernbus.de bietet beispielsweise die beiden Linien München – Friedrichshafen – Titisee – Freiburg und München – Friedrichshafen – Meersburg – Konstanz – Zürich an. Eine Fahrt von München nach Freiburg kostet bei frühzeitiger Buchung nur zwischen 15 bis 24 Euro.

DeinBus.de hat die beiden Verbindungen München – Regensburg – Pilsen – Prag und München – Stuttgart – Heilbronn – Heidelberg – Frankfurt am Main im Angebot, von Frankfurt aus kommt Ihr außerdem auch nach Köln und Düsseldorf. Ein Ticket von München nach Frankfurt am Main ist hier bereits zu einem Sonderpreis von 19 Euro zu haben, regulär kostet das Fahrticket 40 Euro. Da DeinBus.de außerdem Busfahrgemeinschaften organisiert könnt Ihr mitunter sogar schon für nur 9 Euro in die Mainmetropole gelangen.

Weitere Verbindungen von anderen Anbietern führen beispielsweise von München nach Chemnitz, Leipzig, Dresden und Berlin. Alle Fernlinienbusse starten vom Münchner ZOB, dem vom Bayerischen Roten Kreuz betriebenen Zentralen Omnibusbahnhof, dessen Fahrplan insgesamt 300 Linien ins In- und Ausland zählt.

Es wird erwartet, dass viele Anbieter ihre Inlandsstrecken nach und nach weiter ausbauen werden, so dass sich der Vergleich mit der Deutschen Bahn oder der Fahrt mit dem eigenen Auto zukünftig für immer mehr Studenten lohnen wird.

4. Studienfinanzierung

Studiengebühren

Der Studienbeitrag

Neben Niedersachsen ist Bayern das einzige Bundesland, dass immer noch Studiengebühren verlangt – noch! Denn laut dem jüngsten Meldungen (Stand: Januar 2013) wird es wohl noch im Sommer oder Herbst diesen Jahres zu einem Volksentscheid über die Abschaffung der Studiengebühr kommen. Dass dieser Volksentscheid erfolgreich sein wird, erwarten viele, denn laut Umfragen spricht sich ein deutliche Mehrheit gegen die Studiengebühren aus.

Da zumindest für das kommende Sommersemester 2013 noch Studiengebühren von bis zu 500 Euro erhoben werden, erfahrt Ihr hier, wie Ihr diese finanzielle Hürde meistern könnt.
Von der Pflicht, Studiengebühren zu zahlen, sind diejenigen per Gesetz befreit, die sich im Urlaubssemester, im Praktikumssemester oder im praktischen Jahr befinden sowie Promotionsstudenten und Teilnehmer am Studienkolleg.

Eine Befreiung von der Zahlung des Studienbeitrags ist weiterhin auf Antrag in begründeten Ausnahmefällen möglich. Finanzielle Gründe werden hierbei prinzipiell nicht berücksichtigt. Eine Befreiung können Studierende beantragen,

  • die ein Kind haben, dass das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert ist,
  • deren unterhaltspflichtigen Eltern für drei oder mehr Kinder Kindergeld erhalten oder deren Geschwister einen gemeinnützigen Dienst leisten,
  • deren Eltern für ein weiteres Kind unterhaltspflichtig sind, das an einer Hochschule eingeschrieben ist und dafür Studiengebühren zahlt,
  • für die die Entrichtung des Studienbeitrags auch bei einem bewilligten Studienbeitragsdarlehen eine unzumutbare Härte darstellt, weil sie schwerstbehindert sind oder an einer chronischen Krankheit leiden,
  • die aus dem Ausland stammen und die zwischenstaatliche bzw. völkerrechtliche Abkommen oder Hochschulvereinbarung geltend machen können, in denen eine Abgabenfreiheit vereinbart ist.

Eine Rückerstattung von entrichteten Studienbeiträgen ist möglich, wenn Studierende sich nach der letzten Abschlussprüfung für das folgende Semester rückgemeldet haben, ohne in diesem weitere Prüfungsleistungen erbringen zu müssen, oder sie spätestens 5 Wochen nach Vorlesungsbeginn ihre Immatrikulation zurückziehen bzw. eine Exmatrikulation beantragen.

Die Studienbeitragssatzung der Ludwig-Maximilian-Universität sieht sogar eine vollständige Rückzahlung aller gezahlten Studienbeiträge vor, wenn der Studierende

  • mindestens für 4 Semester Studiengebühren an die LMU entrichtet hat
  • sein Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen hat und
  • zu den „besten 10 Prozent des Prüfungstermins seines Studiengangs“ gehört

Dies muss spätestens 1 Jahr nach Studienabschluss mit allen notwendigen, vom zuständigen Prüfungsamt ausgestellten Nachweisen beantragt werden.

Das Bayerische Studienbeitragsdarlehen

Das Bayerische Studienbeitragsdarlehen wird unabhängig vom eigenen Einkommen und dem der Eltern gewährt, auch werden keine Sicherheiten verlangt oder eine Bonitätsprüfung vorgenommen.

Beantragen können das zinsgünstige Bayerische Studienbeitragsdarlehen nur Studierende, die an einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Bayern ein Erststudium beginnen oder bereits absolvieren oder die sich für einen konsekutiven oder nicht-konsekutiven Masterstudiengang entschieden haben.

Der Förderantrag wird online auf der Website der KfW ausgefüllt. Unterschrieben wird das KfW-Vertragsangebot jedoch erst nach der Prüfung durch die Studienbeitragsberatung der jeweiligen Universität. Zu diesem Termin müssen neben den Unterlagen auch eine Eidesstattliche Versicherung sowie der Personalausweis mitgebracht werden.

Nach der Bestätigung des Vertrages durch die KfW zahlt diese die Studiengebühren direkt an die jeweilige Universität – und das automatisch jedes Semester. Wer sein Studium nicht an einer bayerischen Hochschule fortführt oder sein Studium beendet hat, muss dies der KfW über ihr Online Portal mitteilen, da sie andernfalls für insgesamt 10 Semester die Studiengebühren an die Universität überweist. Eine Verlängerung über die 10 Semester hinaus ist um bis zu 4 weitere Semester möglich.

Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt nach einer selbst gewählten Karenzzeit von bis zu 2 Jahren und innerhalb einer selbst gewählten Laufzeit von bis zu 25 Jahren mit Tilgungsraten von mindestens 20 Euro pro Monat. Außerplanmäßige Rückzahlungen sind im April und Oktober jeweils zum Ersten möglich.

Stipendien

Stiftung Maximilianeum

Wer in Bayern sein Abitur mit Bravour gemeistert hat, der kann sich bei der Stiftung Maximilianeum um ein Stipendium bewerben, das ihr/ihm ein sorgenfreies Studium an einer Universität in München ermöglicht. Die hochbegabten Abiturientinnen und Abiturienten wohnen bei freier Kost und Logis im Münchner Maximilianeum. Obendrein können sie Fremdsprachenkurse ihrer Wahl besuchen und an einer Studienreise innerhalb Europas teilnehmen; auch ein Auslandsaufenthalt im Rahmen des Studiums wird von der Stiftung gefördert.

Für diese einmalige Unterstützung seitens der von König Maximilian II. gegründeten Stiftung kann man sich allerdings nicht selbst bewerben. Voraussetzung ist stattdessen eine von der Schule aufgrund herausragender Schulleistungen ausgeschriebene Empfehlung. Zudem müssen die Stipendien-Anwärter sich zum Christentum bekennen und schon seit längerer Zeit in Bayern wohnen. Weitere Voraussetzungen sind ein Abiturabschluss mit der Gesamtnote 1.0 sowie das Bestehen einer Hochbegabtenprüfung und der Maximsprüfung.

Elitenetzwerk Bayern

Das Elitenetzwerk Bayern fördert Hochbegabte vor allem bei ihrer wissenschaftlich-fachlichen Ausbildung bzw. bei ihren Forschungstätigkeiten, wofür mehrere Förderprogramme wie Elitestudiengänge, Doktorantenkollegs das Max-Weber-Programm und Forschungsstipendien bereitgestellt werden. Im Vordergrund steht zum einen ein überdurchschnittliches Lehrangebot mit intensiver Betreuung, frühzeitige Praxiserfahrungen in Forschung und Wirtschaft sowie das Bilden internationaler Netzwerke und ein interdisziplinäre Wissensaustausch. Mehr dazu erfahren Interessierte auf der Seite https://www.elitenetzwerk.bayern.de.

Deutschlandstipendium

Das nationale Stipendienprogramm richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen, die bereits in der Schule Leistungsbereitschaft und soziales Engagement bewiesen haben. Um ein Deutschlandstipendium kann man sich somit schon vom ersten Semester an bewerben – auch mehrmals hintereinander bis zum Ende der Regelstudienzeit. Bewilligt wird es jeweils für zwei Semester, in denen die Stipendiaten mit 300 Euro pro Monat gefördert werden. Dieser Zuschuss, der sich je zur Hälfte aus Mitteln des Bundes und privater Förderer wie Stiftungen und Unternehmen zusammensetzt, muss weder zurückgezahlt werden, noch wird er bei der Bewilligung von BAföG berücksichtigt.

Die Bewerbung um ein Deutschlandstipendium wird bei der Hochschule eingereicht. Neben außerordentlichen Studienleistungen und sozialem Engagement werden bei der Entscheidung über die Vergabe auch Kriterien wie Auszeichnungen, Berufstätigkeit neben dem Studium sowie besondere persönliche oder familiäre Umstände berücksichtigt. Weitere Informationen, etwa darüber, an wen Ihr Euch wenden müsst, erfahrt Ihr auf der Homepage Eurer Münchner Universität.

Stipendien der Begabtenförderungswerke

In Deutschland gibt es insgesamt 12 große Begabtenförderungswerke, die Studierende mit außerordentlichen Studienleistungen finanziell und ideell unterstützen. Die Vergabekriterien und einzelnen Förderleistungen legt jede Stiftung selbst fest. An welche Zielgruppe sie sich richten, liegt ebenfalls in den Zielen und Wertorientierungen der einzelnen Stiftungen begründet, die staatlicher oder kirchlicher Natur sind oder einer bestimmten Partei oder Gewerkschaft nahe stehen.

Darüber hinaus gibt es in München, im Freistaat Bayern und in der gesamten Bundesrepublik unzählige Stiftungen, die Studierende ebenfalls auf vielfältige Weise während ihres Studiums unterstützen – auch in finanzieller Hinsicht natürlich. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bereitgestellte Stipendienlotse.de hilft Euch bei der Recherche.

Schließlich unterhalten auch einige Unternehmen Förderprogramme, die insbesondere Studierenden von Natur- und Ingenieursstudiengängen zugute kommen. Wertvolle Hinweise kann Euch Euer Institut geben oder Ihr recherchiert selbst auf den Websites der Unternehmen, die Euch interessieren.

BAföG

Neben der finanziellen Unterstützung durch die Eltern oder durch eine Stiftung zählt die Förderung im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes zu den günstigsten Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. BAföG kann jeder bis zum 30. bzw. 35. Lebensjahr beantragen, je nachdem ob er ein Erststudium oder bereits einen Masterstudiengang absolviert.

Es wird je zur Hälfte als Zuschuss und zinsloses Darlehen vergeben. Den BAföG-Antrag können alle Studierende in Bayern bequem online unter www.bafoeg-bayern.de ausfüllen. Das BAföG wird immer nur für ein Jahr gewährt, anschließend muss im jedem Studienjahr erneut ein Folgeantrag gestellt werden. Die maximale Förderungsdauer ist mit der Regelstudienzeit Eures Studiengangs identisch.

Das BAföG wird individuell berechnet. Ausschlaggebend für die Höhe sind etwa, ob Ihr noch bei Euren Eltern wohnt oder nicht, ob Ihr gesetzlich familienversichert seid oder ob Ihr selbst Beiträge zur Krankenversicherung zahlt, und natürlich die Höhe des Einkommens von Euch, Euren Ehegatten bzw. Eurem eingetragenen Lebenspartners sowie von Euren Eltern. Für einen Studenten, der nicht mehr bei seinen Eltern wohnt und selbst Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlt, beträgt der aktuelle Förderhöchstsatz 670 Euro pro Monat.

KfW-Studienkredit

Der Studienkredit der staatlichen Förderbank KfW ist noch die preiswerte Alternative für all diejenigen, deren BAföG-Antrag nicht bewilligt wurde. Der KfW-Studienkredit wird einkommens- und elternunabhängig als zinsgünstiges Darlehen vergeben.

Die Höhe der monatlichen Auszahlung sowie die Laufzeiten der Auszahlungs-, Karenz- und Rückzahlungsphase können die Antragsteller selbst bestimmen und somit auch die Kosten des Darlehens mit beeinflussen; außerplanmäßige Darlehensrückzahlungen sind anders als bei privatwirtschaftlichen Banken ebenfalls ohne finanzielle Einbußen möglich. Der Darlehenszins selbst wird zweimal jährlich angepasst. Beantragen können den Studienkredit alle Studierenden einer staatlichen bzw. staatlich anerkannten Hochschule, die im Alter zwischen 18 und 34 Jahren sind. Die maximale Förderungsdauer beträgt 14 Semester.