Bildung in Stuttgart muss nicht immer teuer sein


Bildung heißt lebenslanges Lernen: Angefangen mit dem richtigen Kita-Platz, einer geeigneten Schullaufbahn, der passenden Ausbildung bis hin zu einem erfolgsversprechenden Job. Und auch dann sind Weiterbildungen noch ein wichtiges Thema. In der heutigen Zeit muss man seine Qualifikationen stets auf dem neusten Stand halten.

Stuttgart hat die besten Voraussetzungen für eine gute Bildung: Laut dem Bildungsmonitor 2011 liegt Baden-Württemberg auf Platz 3 in Deutschland. Stärken des Bildungssystems liegen u.a. in der Vermeidung von Bildungsarmut, dem Zugang zu akademischer Bildung und der Förderung der beruflichen Bildung. Im Folgenden findet man viele hilfreiche Tipps seine Bildung so effizient wie möglich zu gestalten und dabei den Geldbeutel nicht allzu sehr zu belasten.

  1. Welche Angebote gibt es insbesondere für Kinder und Familien?
  2. Welche Förderungsmöglichkeiten haben Auszubildende und Studenten?
  3. Welche Unterstützung bekommt man für Weiterbildung und Job?

1. Gezielte Unterstützung für Kinder und Familien

Familien mit vielen Kindern fällt es häufiger schwer, finanziell gut über die Runden zu kommen. In solchen Situationen helfen verschiedene staatliche Förderungsmaßnahmen, die einen sorglosen Besuch in Kitas und Schulen ermöglichen. Unser Magazin informiert darüber, welche Unterstützungen es gibt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen und wie man diese in Anspruch nehmen kann. Um die staatlichen Maßnahmen vor Ort zu ergänzen, hat die Stadt Stuttgart eigene Initiativen eingerichtet. Diese dienen dazu Familien, die in Stuttgart leben, im Bereich Finanzierung von Bildung noch weiter zu entlasten.

Kindertagesstätten – Grundstein für eine erfolgreiche Bildung

In Stuttgart kann man aus über 500 Kindertagesstätten die passende für jeden Sprössling finden – ob in freier Trägerschaft oder als städtische Einrichtung:

  • Kitas der evangelischen Kirche
  • Kitas der katholischen Kirche
  • Montessori-Kitas
  • Kitas der Stadt Stuttgart
  • Kitas des Studentenwerks
  • Waldorf-Kindergärten

Besonders ausgezeichnet wurden die Einstein-Kitas der Stadt Stuttgart. Ein ganzheitliches Konzept zur individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes steht hier im Vordergrund.

Die Betreuungsgebühren in Kitas entfallen für Inhaber der Bonuscard.

Mit der Bonuscard vielfältig sparen

Die Bonuscard soll Menschen mit finanzieller Einschränkung unterstützen, um kulturelle, soziale und sportliche Angebote wahrnehmen zu können. Berechtigt sind:

  • Empfänger von ALG II,
  • Empfänger von Sozialhilfe und anderen Grundsicherungsleistungen,
  • Menschen, die Asylbewerberleistungen erhalten und
  • Personen mit geringem Einkommen, die keinerlei finanzielle Unterstützungen vom Staat wahrnehmen.

Bezieher von Sozialleistungen bekommen, bei bewilligtem Antrag bis zum Stichtag im November, die Bonuscard automatisch zugesandt. Alle anderen können ihn bei der Dienststelle Freiwillige Leistungen des Sozialamtes nach Vorlage des Bewilligungsbescheids abholen. Personen, deren Einkommen unterhalb der zutreffenden Einkommensgrenze liegt, müssen die Bonuscard gesondert bei der Dienststelle beantragen. Es werden vielerlei schulische Kosten übernommen:

  • Die Gebühren für Kindertageseinrichtungen, Horte und verlässliche Grundschulen entfallen.
  • Der Preis für ein Mittagessen an allgemeinbildenden Schulen, Sonderschulen und Sonderschulkindergärten der Stadt Stuttgart wird auf einen Euro reduziert.
  • Allgemeinbildende Schulen und Sonderschulen der Stadt Stuttgart erhalten ein frei verfügbares Budget für jedes Kind / jeden Jugendlichen mit BonusCard in Höhe von 50€ pro Schuljahr zur individuellen Förderung im Bereich Gesundheit, Bewegung, Musik und Kultur.
  • Tageseinrichtungen für Kinder von 0 bis 6 erhalten ein Sachmittelbudget von 100€ für Kinder mit Bonuscard.

Außerdem gibt es Vergünstigungen beim ÖPNV, bei der Musikschule Stuttgart, den städtischen Frei- und Hallenbädern und man kann kostengünstig in den Läden der Schwäbischen Tafel und den Sozialkaufhäusern einkaufen.

Die Initiative “Kultur für Alle” ermöglicht im Zusammenhang mit der Bonuscard den kostenfreien Besuch von Theatern und kulturellen Veranstaltungen. Konditionen und Partner findet man unter der Rubrik Kultur und Veranstaltungen .

Fohlenpass für Kids zwischen 5 und 6 Jahren

Um Kinder in ihrer Entwicklung noch weiter zu fördern und ihnen diese auch bewusst zu machen, bekommt jedes Stuttgarter Kind im letzten Kindergartenjahr kostenlos seinen eigenen Fohlenpass. Die damit verbundene Initiative entstand durch enge Zusammenarbeit des Jugendamts, des Staatlichen Schulamts und des Gesundheitsamts. Dabei soll der Fohlenpass helfen die Zusammenarbeit dieser Einrichtungen noch weiter auszubauen.

Die im Fohlenpass gesammelten Daten dokumentieren die persönlichen Stärken und Talente des Kindes. Zudem gibt er Auskunft über dessen Entwicklungsschritte während der Kindergartenzeit. Dadurch können in Stuttgart zukünftige Bildungsmaßnahmen besser auf die Bedürfnisse jedes Kindes abgestimmt werden.

Der eigene Fohlenpass kann von jedem Kind persönlich gestaltet werden. Es findet sich darin zudem Platz für Anmerkungen und Berichte der Eltern, der Erzieher bzw. Lehrer und der Kinderärzte. So verfügt das Kind später auch über ein Dokument, das an die eigene Entwicklungsgeschichte erinnert.

Im Fohlenpass wird die Einschulungsuntersuchung dokumentiert und auch Anmerkungen des Kinderarztes können hier festgehalten werden. Zudem können Informationen über die Interessen und Talente des Kindes gesammelt werden. So dient der Fohlenpass auch dazu, den beteiligten Institutionen und Personen einen Einblick in die Lebenssituation des Kindes in der Übergangsphase zwischen Kindergarten und Grundschule zu ermöglichen. Weiterhin enthält das Dokument eine persönliche Botschaft der Grundschule an das Vorschulkind.

Bildungspaket – Gezielte Unterstützung für Schüler

Das Bildungspaket ist eine staatliche Förderung für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Die Teilhabe an schulischen Aktivitäten, das gemeinsame Mittagessen in Schule, Kita und Hort sowie die Möglichkeit einen Sportverein zu besuchen, soll gewährleistet werden. Empfangsberechtigt sind Kinder und Jugendliche aus Familien, die ALG II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen als Asylbewerber empfangen. Die Altersgrenze liegt bei 25 Jahren, für sportliche, kulturelle und andere Freizeitaktivitäten bei 18 Jahren. Unterstützt werden:

  • das von Schulen, Kitas und Horten angebotene warme Mittagsessen
  • Nachhilfe für Schüler/-innen, deren Bedarf durch einen Lehrer bestätigt worden ist
  • kulturelle, sportliche und andere Freizeitaktivitäten, wie z.B. die Mitgliedschaft in einem Fußballverein
  • Tagesausflüge, die durch die Schule oder Kita angeboten werden
  • Schulbedarf, wie Stifte, Ranzen, etc.
  • Schülerbeförderung

Die Leistungen umfassen:

  • 100 Euro pro Jahr für Schulbedarf (davon 70 Euro im ersten und 30 Euro im zweiten Schulhalbjahr)
  • 10 Euro pro Monat für sportliche, kulturelle und andere Freizeitangebote (bei Inhabern der Familiencard wird dieser als Teilhabebetrag mit aufgebucht)
  • Die tatsächlich anfallenden Kosten für Tagesausflüge werden übernommen.
  • Die Kosten für ein warmes Mittagessen in der Schule, im Hort oder in der Kindertageseinrichtung werden auf einen Euro reduziert.
  • Die Kosten für die Nachhilfe werden übernommen, so lang sich diese an den ortsüblichen Preisen orientieren.
  • Die Kosten für die Schülerbeförderung zur nächstgelegenen Schule werden entweder insgesamt übernommen oder es gibt, wenn die Karte auch für andere Fahrten genutzt werden kann, einen Zuschuss. Voraussetzung ist, dass die Beförderung zur nächsten Schule notwendig ist und die Kosten nicht von anderer Seite übernommen werden können.

Weitere Infos und die entsprechenden Anträge gibt es im

Jobcenter Stuttgart
Team für Bildung und Teilhabe
Rosensteinstraße 11
70191 Stuttgart
Tel.: 0711 216 97 307

Stuttgarter Angebot für Ganztagsschulen

In Stuttgart gibt es schon an einigen Schulen ein Ganztagsschulkonzept, an dem alle Schüler verpflichtend teilnehmen müssen. Ziel der Ganztagsschule ist es, jedes Kind individuell optimal zu fördern. Dabei soll auch der Austausch der Kinder untereinander ermöglicht werden, weshalb die Gruppen alters- und geschlechtsgemischt sind. Die Kinder erhalten so die Möglichkeit ihre sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln. Zudem können sich die Schüler selbst an der Gestaltung der Unternehmungen beteiligen und lernen so in der Gruppe Verantwortung zu übernehmen und selbstständig zu handeln. Dazu stehen unterschiedliche Angebote zur Verfügung, um die Schüler in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen.

Durch die Ganztagsschule sind auch die jüngeren Schulkinder länger in der Schule untergebracht, da sich die Kinder an 4 Tagen in der Schulwoche 8 Zeitstunden dort aufhalten (normalerweise von 8 bis 16 Uhr), wobei sie nicht die gesamte Zeit mit Unterricht, sondern auch mit ergänzenden Angeboten verbringen. Somit werden berufstätige Eltern entlastet.

Der Schulalltag der Ganztagsschule ist besonders organisiert. Es wird dabei auf einen Wechsel von Konzentration und Entspannung Wert gelegt. Kognitive Arbeitsprozesse sind genauso wichtig wie praktische Phasen, zudem wechseln sich auch gelenkte mit selbstständig Tätigkeiten ab. In einigen Arbeitsphasen werden die Kinder alleine tätig, in anderen steht Gruppenarbeit auf dem Plan.

Eine Stuttgarter Besonderheit stellt die Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe dar. Dabei kümmert sich pädagogisches Fachpersonal eines freien Trägers der Jugendhilfe um die Kinder in der Mittagspause, zudem werden durch diese Mitarbeiter auch pädagogische Bildungs- und Themenangebote betreut. An individuelle Lernstunden der Schüler sind die pädagogischen Kräfte ebenso beteiligt wie die Lehrkräfte. Zudem finden Gespräche der unterschiedlichen Pädagogen statt, um so noch besser auf jedes einzelne Kind eingehen zu können. Angewandt wird dieses Konzept in folgenden Schulen:

  • Bachschule (Dieterlestraße 26, 70469 Stuttgart)
  • Eichendorffschule (Ebitzweg 57, 70374 Stuttgart)
  • Falkertschule (Falkertstraße 27, 70176 Stuttgart)
  • Fasanenhofschule (Markus-Schleicher-Straße 15, 70565 Stuttgart)
  • Carl-Benz-Schule (Weckherlinstraße 8, 70376 Stuttgart)
  • Grundschule Birkach (Moosheimer Straße 11, 70599 Stuttgart)
  • Grund- und Werkrealschule Gablenberg (Pflasteräckerstraße 25, 70186 Stuttgart)
  • Heusteigschule (Heusteigstraße 97, 70180 Stuttgart)
  • Lerchenrainschule (Kelterstraße 52, 70199 Stuttgart)
  • Pelikanschule Grundschule Stuttgart-Neugereut (Pelikanstraße 71, 70378 Stuttgart)
  • Raitelsbergschule (Röntgenstraße 5, 70190 Stuttgart)
  • Römerschule (Römerstraße 16, 70180 Stuttgart )
  • Rosensteinschule (Nordbahnhofstraße 120, 70191 Stuttgart)
  • Schillerschule (Wiesbadener Straße 40, 70372 Stuttgart)
  • Silcherschule (Schwabacher-Straße 25, 70437 Stuttgart)
  • Steinenbergschule (Am Steinenberg 5, 70329 Stuttgart)
  • Wilhelmsschule Untertürkheim (Oberstdorfer Straße 23, 70327 Stuttgart)

Mit Nachhilfe kostengünstig zum Lernerfolg

Wenn es den Kindern in der Schule mal nicht so leicht fällt, helfen oft gezielte Nachhilfestunden. Neben zahlreichen Internet-Angeboten bieten auch Institutionen wie der Studienkreis und die Schülerhilfe verschiedene Angebote in Stuttgart. Online kann man sich dafür einen Gutschein für 2 Probestunden sichern. Die Preise für die Nachhilfestunden werden individuell auf den Lernbedarf des Kindes angepasst – ob Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen, es gibt verschiedene Faktoren, die zur Preisgestaltung beitragen. Sowohl der Studienkreis als auch die Schülerhilfe haben aber regelmäßig Rabattaktionen, mit denen man viel Geld sparen kann. Außerdem ist eine Übernahme der Kosten durch das Bildungspaket möglich.

Stuttgarter Bildungspartnerschaft: Initiative für mehr Wissen

Damit alle Kinder aus Stuttgart gute Bildungschancen erhalten, ist man in der Stadt bemüht, die verantwortlichen Stellen optimal zu vernetzen. Beteiligte Einrichtungen aus den Bereichen Betreuung, Erziehung und Bildung sollen hierzu ihre Angebote und Maßnahmen effektiv abstimmen, wodurch die individuelle Förderung jedes Kindes sichergestellt werden soll. Zur Zielsetzung gehört auch Kontinuität in den Bildungsweg jedes einzelnen Kindes zu bringen. Dazu stehen besonders die Übergangphasen zwischen Kindergarten und Grundschule sowie zwischen Schule und Eintritt in die Berufsbildung im Fokus.

Zu den Aufgaben der Bildungspartnerschaft gehören u.a.:

  • Weiterentwicklung und Koordinierung des Projekts Bildungspaten
  • Ausrichten von Fachtagen und Kongressen

Bildungspaten können insbesondere dabei helfen, den Kindern direkte Hilfestellung anzubieten. So wurde durch die Stadt das Konzept “Stuttgarter Paten für Bildung und Zukunft” initiiert. Dabei bieten unterschiedliche Initiativen spezifische Projekte an, um möglichst viele Kinder zu erreichen. Hier einige Beispiele:

  • Agabey-Abla (Stipendien- und Mentorenprogramm): Gymnasiasten und Studierende türkischer Herkunft arbeiten mit türkischstämmigen Kindern (1. bis 7. Klasse), näheres unter www.dtf-stuttgart.de
  • Aktion Miteinander “50+ minus 16″: ältere Menschen (über 50) und jüngere Kinder lernen zusammen, wobei ein Erfahrungsaustausch stattfindet, weitere Informationen dazu unter www.stadtteilrunde-degerloch.de
  • Big Brothers/Big Sisters Region Stuttgart: Mentorenprogramm, durch das Kinder mit anderen die Stadt erkunden können und/oder gemeinsame Hobbies teilen www.stuttgart.bbbsd.org
  • Die Komplizen: Mentoring für Schüler gGmbH: Vorbereitung von Gymnasiasten der 10. und 11. Klasse auf das Berufsleben, Ansprechpartner: Kathrin v. Heyden-Linden und Dr. Philip Scherenberg, Telefon 0 89 / 59 98 86 90
  • Ausbildungspatenschaften für Realschüler: Unterstützung und Hilfe während der Suche nach einem Ausbildungsplatz für Realschüler durch Berufstätige, dazu Informationen unter www.stuttgart.de/freiwilligenagentur

Die Maßnahmen richten sich vor allem an Kinder mit Migrationshintergrund, wobei hier das Erlernen der deutschen Sprache als Grundlage für eine umfassende Bildung im Zentrum steht, aber auch Kinder, die sozial benachteiligt sind, sollen hier Unterstützung und Förderung erfahren.

2. Ausbildung und Studium

Ausbildungssuche leicht gemacht

Wer noch nicht weiß, was der Arbeitsmarkt alles zu bieten hat und was es für Unterstützungen gibt, der kann sich in erster Linie an die Agentur für Arbeit wenden. Im Berufsinformationszentrum (BIZ) erhält man kostenlos alle Antworten auf die wichtigsten Fragen. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer können bei der Suche nach dem geeigneten Beruf hilfreich sein.

Eine weitere Möglichkeit, sich über Ausbildungsmöglichkeiten in und um Stuttgart zu informieren, ist die Jugendinformation Stuttgart. Diese bietet zum einen ein umfangreiches Internetportal (www.tipsntrips.de) und zum anderen auch die Chance einer fachmännischen persönlichen Beratung. Die Jugendinformation Stuttgart bildet damit eine unabhängige Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene am Scheitelpunkt zwischen Schule und Beruf. Träger der Berufsinformation ist die Stuttgarter Jugendhaus gemeinnützige GmbH, die sich an vielen Standorten in Stuttgart für Kinder- und Jugendarbeit einsetzt.

Zusätzlich bietet das Netzwerk Jugend & Beruf mit seinen Internetportal (www.jugend-beruf.net) eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten rund um Ausbildungsberufe und Praktika in und um Stuttgart. Darüber hinaus können Bewerber dort hilfreiche Tipps zum Thema Bewerbung finden und Kontakt zu Ansprechpartnern vor Ort aufnehmen.

Wer sich weniger theoretisch mit dem geeigneten Beruf befassen will, kann am Girls’ Day teilnehmen – dort können sich an jedem vierten Donnerstag im April Mädchen in typischen Männerberufen kostenlos ausprobieren. Notwendig ist zum einen eine Freistellung von der Schule – Lehrer und Eltern müssen ihr Einverständnis dafür geben – und zum anderen eine Anmeldung beim gewünschten Unternehmen. Infos zu teilnehmenden Firmen in Stuttgart gibt es unter www.girls-day.de.

Finanzielle Hilfe während der Ausbildung erhält man z.B. durch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), die die Bundesagentur für Arbeit bereitstellt. Unterstützt werden Auszubildende sowie Personen, die an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen oder einem nachträglichen Erwerb eines Schulabschlusses anstreben. Vorausgesetzt wird, dass der Leistungsempfänger aufgrund einer zu großen Entfernung zum Ausbildungsort nicht mehr bei seinen Eltern wohnen kann.

Weiterbildungsstipendium – Gezielte Förderung von Talenten

Besonders talentierte und engagierte Berufseinsteiger können nach Ihrer Ausbildung ein Stipendium beantragen. Die Industrie- und Handelskammer bietet diese Art der Förderung an. Dies umfasst Leistungen von bis zu 6.000€ für die ersten 3 Jahre des Fortbildungsprogrammes. Gefördert werden

  • Maßnahmen zum Erwerb fachbezogener Qualifikationen
  • Fortbildungskurse, z.B. Meister/-in, Betriebswirt/-in, Fachwirt/-in
  • Kurse mit fachübergreifenden oder sozialen Inhalten, z.B. EDV, Fremdsprachen, Konfliktmanagement
  • Berufsbegleitende Studiengänge, die im Zusammenhang mit der Ausbildung oder Berufstätigkeit stehen.

Voraussetzung ist der erfolgreiche Abschluss in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf mit der Endnote 1,9 oder besser. Konnte die Qualifikation durch die Teilnahme an einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb und die Belegung einer der ersten drei Plätze nachgewiesen werden, kann ebenso ein Stipendium beantragt werden. Vollzeitstudenten können nicht als Stipendiaten berücksichtigt werden. Bewerbungen müssen an die Stelle gerichtet werden, bei der die abgeschlossene Ausbildung eingetragen war.

Wie kann man sein Studium effizient finanzieren?

Für alle Studenten ist das Studentenwerk Stuttgart der erste Anlaufpunkt bei Fragen. Hier kann man sich über alle Belange rund um das Studium informieren. Dort wird einem zum Beispiel auch bei der Auswahl der geeigneten Finanzierung geholfen:

  • Das BAföG ist wohl die gängigste Methode sein Studium zu finanzieren. Die Höhe der Unterstützung ist abhängig vom eigenen Einkommen, dem der Eltern und des Ehegatten / eingetragenen Lebenspartners.
  • Ein Darlehen ist eine gute Möglichkeit, um kurzfristige finanzielle Notsituationen zu überbrücken. Das Studentenwerk Stuttgart kann ein zinsloses Darlehen mit einem Höchstbetrag von 1.500€ für Studenten zur Verfügung stellen, die Ausgaben finanzieren müssen, die im direkten Zusammenhang mit ihrem Studium stehen. Die Rückzahlungskonditionen werden individuell vertraglich festgelegt.
  • Mit dem Bildungskredit werden Schüler und Studenten gefördert, die sich in fortgeschrittenen Phasen ihrer Ausbildung befinden. Die monatliche Rate von 100, 200 oder 300 Euro ist frei wählbar und kann bis zu 24 Monate gezahlt werden. Von Vorteil ist auch, dass die Förderung unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem Einkommen der Eltern und Lebenspartner ist und parallel zum BAföG beantragt werden kann. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Der Antrag für einen Bildungskredit kann online auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes ausgefüllt werden.
  • Ein Stipendium bietet vielfältige Formen der finanziellen Unterstützung. Es können zum Beispiel monatliche Beträge während der Regelstudienzeit gezahlt werden oder bestimmte Studienarbeiten unterstützt werden. Verschiedene Angebote für Stuttgart findet man z.B. auf www.stipendienlotse.de.

3. Job und Weiterbildung

Beim Thema Karriere steht die Agentur für Arbeit mit Infos über Existenzgründung und Jobvermittlung sowie geeignete finanzielle Unterstützungen mit Rat und Tat zur Seite. Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit einen Vermittlungsgutschein zu beantragen, der die Beauftragung eines unabhängigen Arbeitsvermittlers ermöglicht.

Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, werden in Deutschland Weiterbildungswillige durch verschiedenste Möglichkeiten finanziell unterstützt und zu Engagement im lebenslangen Lernen angeregt. Die wichtigsten Finanzierungshilfen finden Sie im Folgenden erläutert.

Arbeitsförderung durch die Stadt Stuttgart

Eine vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote in Deutschland veranlasst Städte und Kommunen dazu, Arbeitslosen und Arbeitsuchenden Hilfestellung zu bieten und rund um die Aufnahme einer Tätigkeit zu unterstützen. Zusätzliche Maßnahmen unterstützen dabei die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsagenturen. Die Arbeitsförderung Stuttgart setzt sich dabei auf kommunaler Ebene gezielt für Menschen mit schlechteren Berufschancen ein. Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen den Trägern der Maßnahmen zur Arbeitsförderung und der Verwaltung. Gleichzeitig werden die Angebote der verschiedenen Träger kommuniziert und sichergestellt, dass die jeweiligen Zielgruppen auch tatsächlich erreicht werden.

Zu den Angeboten, die durch die Arbeitsförderung Stuttgart koordiniert werden, gehört beispielsweise das Netzwerk “Arbeit statt Drogen”. Träger sind unter anderem die Neue Arbeit gGmbH und der Caritasverband. Ziel der Maßnahmen ist eine nachhaltige Wiedereingliederung von Menschen mit Drogenproblemen in den Berufsalltag.

Ansprechpartner:
Frau Silke Schaller und Herr Armin Markmeyer
Ostendstraße 106 A
70188 Stuttgart
Tel.: 0711 48065 – 45

Eine weitere Initiative der Stadt Stuttgart ist JobConnections. Insbesondere Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 17 und 27 Jahren wird dort die Chance geboten, einen Einstieg in Ausbildung und Beruf zu finden. JobConnections gibt Hilfestellung von der Erstellung der Bewerbungsmappe bis hin zur Vermittlung in einen Beruf.

Das Projekt “BBI – Berufliche Beratung und Information für Mütter mit Kindern unter drei Jahren” unterstützt Mütter kostenfrei bei der Suche nach beruflichen Perspektiven. Diese Anlaufstelle hält eine Vielzahl von Informationen zum Thema Arbeitsmarkt, Kinderbetreuung und finanzielle Unterstützung bereit. Initiiert wurde das Projekt vom Verein zur Beruflichen Förderung von Frauen.

BeFF – Berufliche Förderung von Frauen e.V.
Kontaktstelle Frau und Beruf
Lange Straße 51
70174 Stuttgart
www.beff-frauundberuf.de

Zur Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund gibt es das Trägernetzwerk “Berufliche Qualifizierung: Sprache und Beruf”. Der Zusammenschluss aus verschiedenen sozialen Unternehmen hilft Betroffenen beim zielgerichteten Erlernen des Deutschen und fördert Schlüsselkompetenzen und Berufsqualifikation.

Arbeitsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart
Rathaus, Marktplatz (M) 1
70173 Stuttgart

Bildungsförderung der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart

Nicht nur auf kommunaler Ebene gibt es umfangreiche Angebote zur Förderung durch Bildungsangebote. Neben anderen Vereinen bietet auch die Evangelische Gesellschaft Stuttgart – kurz eva – zahlreiche Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Berufs- und Ausbildungssuche. Insbesondere Menschen mit Vermittlungshindernissen wird durch eva Hilfestellung bei der Jobsuche angeboten. Mit einem Vermittlungsgutschein der Arbeitsagentur können die umfangreichen Angebote kostenfrei genutzt werden. Der Verein hilft bei der Erstellung von guten Bewerbungsunterlagen und stellt in vielen Fällen direkt Kontakte zwischen Bewerbern und Firmen her.

Auch für Jugendliche mit schlechteren Aussichten auf dem Ausbildungsmarkt bietet eva verschiedene Angebote. So wird im Rahmen einer Assistierten Berufsausbildung eine persönliche Betreuung angeboten, die von der Erstellung von Bewerbungsunterlagen bis hin zu Vermittlung von Praktika als Vorbereitung auf eine Berufsausbildung reicht. Die Mitarbeiter stehen den jungen Menschen dann für die gesamte Ausbildungsdauer mit Rat und Tat zur Seite.

Im Rahmen der Assistierten Berufsausbildung bietet eva Workshops zur Schulung finanzieller Kompetenz. Diese helfen Jugendlichen in einem selbstständigen Alltag, gut mit Geld umzugehen und sich nicht zu verschulden. Außerdem bereitet es die Jugendlichen darauf vor, im Alltag selbstständig Bankgeschäfte und Behördengänge zu erledigen.

Lehrgangskosten mit dem Bildungsgutschein finanzieren

Wenn eine berufliche Weiterbildung notwendig wird, zum Beispiel um als Arbeitsloser bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben oder einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen gewirkt werden soll, kann man Fortbildungen durch einen Bildungsgutschein fördern lassen. Es werden je nach Bedarf und Anspruch die

  • Lehrgangskosten,
  • Fahrtkosten,
  • Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung und
  • Kinderbetreuungskosten

von der Arbeitsagentur übernommen. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung oder die Ausübung einer Tätigkeit für mindestens drei Jahre. Zu beachten ist, dass sowohl der Träger als auch die Maßnahme für eine Förderung zugelassen sein müssen. Eine Beratung durch den zuständigen Arbeitsberater ist notwendig, um die individuelle Förderung abzustimmen.

Bildungsprämie – Berufliche Weiterbildung zum Spartarif

Wer neben der Arbeit eine berufliche Weiterbildung machen will, um mit seinem Wissen immer up-to-date zu bleiben, kann einen Prämiengutschein beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragen. Dieser kann für eine selbstgewählte Weiterbildungsmaßnahme verwendet werden, wobei die Hälfte der Kurskosten (maximal 500€) vom Staat übernommen werden. Anspruchsberechtigt sind:

  • Angestellte oder Selbstständige, die mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind und
  • das jährlich zu versteuernde Einkommen maximal 20.000€ (bei Verheirateten 40.000€) beträgt

Für die Beantragung muss eine dafür vorgesehene Beratungsstelle aufgesucht werden. Ansprechpartner sind dabei insbesondere die Volkshochschule Stuttgart e.V. und die Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart:

Volkshochschule Stuttgart e.V.
Fritz-Elsas-Straße 46 / 48

70174 Stuttgart
Email: [email protected]

Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart
Jägerstraße 30

70174 Stuttgart
Email: [email protected]

Unterstützung durch die Fachkursförderung

Das Land Baden-Württemberg fördert mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond Lehrgänge, die der Weiterbildung dienen mit bis zu 50% Rabatt auf die Kurskosten. Viele Angebote des IHK Bildungshauses sind für diese finanzielle Unterstützung zugelassen worden. Förderfähige Teilnehmer aus Baden-Württemberg müssen mindestens einer dieser Personengruppen angehören:

  • Arbeitnehmer,
  • Unternehmer, Freiberufler und Existenzgründer,
  • Personen, die ein Unternehmen gründen wollen,
  • Wiedereinsteiger und
  • Ausbilder in überbetrieblichen beruflichen Bildungszentren der Wirtschaft.

Die Übernahme der Kosten ist altersabhängig:

  • Teilnehmer unter 50 Jahren erhalten 30% Zuschuss und
  • Teilnehmer über 50 Jahren erhalten 50% Zuschuss auf die Lehrgangskosten.

Aufstiegschancen durch das Meister-BAföG

Für berufliche Aufstiegsfortbildungen (Meisterkurse oder vergleichbare Fortbildungsabschlüsse) kann ein Darlehen in Höhe der Lehrgangs- und Prüfungskosten beantragt werden. Der Maßnahmebeitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren setzt sich zusammen aus einem Zuschuss von 30,5% und einem zinsgünstigen Bankdarlehen. Bei erfolgreichem Bestehen des Lehrgangs und der damit verbundenen Abschlussprüfung werden 25% des Restdarlehens erlassen. Auch Firmengründungen oder Firmenübernahmen werden finanziell honoriert. Während der Fortbildung und zwei Jahre danach müssen weder Zinsen noch Tilgungsbeiträge gezahlt werden, längstens jedoch sechs Jahre. Zuständig für die Antragsangelegenheiten ist das Schulverwaltungsamt der Landeshauptstadt Stuttgart (Hauptstätter Straße 79, 70178 Stuttgart, Tel.: 0711/216-88-337, -278; Fax: 0711/216-88203)

Gezielte Schulung mit WeGebAU

Unternehmen, die ältere oder geringer qualifizierte Mitarbeiter gezielt schulen und stärken wollen, können Zuschüsse für die extern oder intern anfallenden Weiterbildungskosten und für das Arbeitsentgelt beantragen. Das Unternehmen kann somit seine Mitarbeiter speziell am Unternehmensbedarf ausgerichtet fortbilden lassen und die Mitarbeiter aktualisieren ihr Wissen und ihre Qualifikation. Die IHK bietet im Rahmen dieser Maßnahme verschiedenste Kurse zur gezielten arbeitsplatzbezogenen Fortbildung an:

  • Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten nach BGV A3
  • Industriefachkraft (IHK) für Steuerungstechnik / für SPS-Technik / für CNC-Technik
  • CNC-Maschinenbediener (IHK)
  • Maschinen- und Anlagenführer
  • Umschulung / Nachqualifizierung zum Industriemechaniker
  • Umschulung zum Industrieelektroniker
  • Unterrichtung für Bewachungspersonal § 34a
  • Elektrotechnik
  • Hydraulik
  • Pneumatik
  • CNC-Technik

Frauenakademie und andere Vergünstigungen der VHS Stuttgart

Als Mutter hat man es oft schwer einen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu starten. Die Frauenakademie der Volkshochschule Stuttgart unterstützt Frauen bei der Weiterbildung und Qualifikation für neue Aufgaben und Tätigkeitsfelder nach oder während einer Auszeit. Speziell konzipierte Kurse sollen helfen berufsrelevante Kompetenzen aufzubauen und die eigenen Kommunikationsfähigkeiten zu stärken, um den Wiedereinstieg zu erleichtern. Für die Dauer von sechs Semestern besuchen die Teilnehmerinnen sowohl Kurse aus dem Bereich der Allgemeinbildung als auch berufsrelevante Einheiten.

Neben einer kostenlosen Kinderbetreuung für die Vormittagskurse, gibt es die Möglichkeit der Ratenzahlung oder es kann auch eine Ermäßigung von 10% auf die Semestergebühren eingeräumt werden. Dies gilt für Frauen,

  • die arbeitslos sind und Leistungen von der Agentur für Arbeit beziehen
  • die Inhaberin der Bonuscard sind
  • die Rentnerinnen mit Wohngeldanspruch sind
  • die zu 50% schwerbehindert sind.

Außerdem ist eine Förderung durch die Bildungsprämie möglich. Empfänger von Arbeitslosengeld können bei Vorlage eins aktuellen Leistungsbescheids Vergünstigungen von bis zu 40% in Anspruch nehmen.

Weiterhin erhalten zum Beispiel Studenten, Jugendliche bis 17 Jahre, Schüler, Azubis und Schwerbehinderte eine Ermäßigung von 10% auf VHS Kurse. Weitere Infos erhält man in der VHS-Geschäftsstelle im Treffpunkt Rotebühlplatz, Rotebühlplatz 28 in 70173 Stuttgart.

Caritasstiftung Stuttgart

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung unterstützt Menschen in schwierigen Lebenslagen. Neben Behinderten, Obdachlosen, Suchtkranken, älteren und psychisch kranken Menschen wird speziell Arbeitslosen und Migranten bei der Jobsuche geholfen. Ob Ausbildungsplatz oder ein Wiedereinstieg ins Berufsleben, die Caritas organisiert Hilfe für die Bewerbung und steht auch während der Ausbildung als Ansprechpartner zur Verfügung. Weitere Angebote, die ebenfalls kostenlos wahrgenommen werden können, sind zum Beispiel Seminare und Schulungen zur berufsspezifischen Qualifikation. Alle weiteren Infos erhält man direkt bei der Caritas:

Caritasverband für Stuttgart e.V.
Strombergstraße 11
70188 Stuttgart
Telefon: 0711 2809-0
www.caritas-stuttgart.de