Wohnen und Leben in Stuttgart: Spar-Tipps für den Alltag


Die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg Stuttgart ist in 23 Stadtbezirke unterteilt, von denen es fünf innere und 18 äußere Stadtbezirke gibt. Gegliedert werden die Stadtbezirke wiederum in 152 Stadtteile. So findet sich für jeden die passende Gegend, um sich in Stuttgart dort niederzulassen, wo man sich wohlfühlen kann. Das Leben in der Landeshauptstadt gilt jedoch allgemein als teuer, daher kann es besonders für Menschen mit geringem Einkommen hilfreich sein, Spar-Tipps zu erhalten.

 

  1. Wohnen in Stuttgart: Infos und Tipps zum Miet- und Immobilienmarkt
  2. Wo kann man in Stuttgart gut leben und welche günstigen Wohnformen gibt es?
  3. Welche Möglichkeiten gibt es in Stuttgart, um laufende Ausgaben zu verringern?

1. Mietsituation in Stuttgart

Stuttgart und seine Umgebung gehört zu den Ballungsgebieten in Deutschland, erfahrungsgemäß ist Wohnraum in solchen Regionen knapp und teuer. Das gilt auch für Stuttgart, hier fallen die Mietkosten um einiges höher aus als im bundesdeutschen Durchschnitt. Allerdings unterscheiden sich auch in Stuttgart die Miethöhen in den einzelnen Gegenden erheblich. So gibt es auch in der Landeshauptstadt ein paar Möglichkeiten bezahlbaren Mietraum zu finden.

Zu den günstigen Stadtbezirken Stuttgarts zählt Zuffenhausen, dort bezahlt man durchschnittlich weniger als 8€/m². Da sich Zuffenhausen in einiger Entfernung zur Innenstadt Stuttgarts befindet, ist der Bezirk tendenziell eher von Personen mittleren Alters, aber auch von älteren Menschen bewohnt.

Den Vorstadtcharakter des Bezirks Plieningen mögen junge Familien, die es verstärkt hier her zieht. Die Mieten bewegen sich im mittleren Feld. Aber auch Stammheim gilt mittlerweile als beliebter Stadtteil für Familien, die hier ein umfangreiches Jugend- und Kinderfreizeitangebot vorfinden (z.B. auf der Jugendfarm oder seitens des Kinder- und Jugendhauses).

Studenten bevorzugen den Bezirk Vaihingen, da hier sowohl die Universität Stuttgart als auch die Hochschule für Medien ansässig sind. Auch Stuttgart West zählt zu den Stadtbezirken mit einer hohen Anzahl an jungen Bewohnern. Die Mietpreise, die in Stuttgart West stark voneinander abweichen, machen es teilweise auch Studenten und anderen jungen Leuten möglich, sich Wohnraum, oft in Form von Wohngemeinschaften, in dieser Gegend leisten zu können. Und so gibt es neben den Wohnungen von Besserverdienern in diesem Stadtbezirk auch eine große Anzahl von Studenten-WGs.

2. Vergünstigte Wohnmöglichkeiten

Damit man sich aber auch mit einem schmalen Budget in Stuttgart Wohnraum leisten kann, gibt es abhängig von der Lebenssituation und der Einkommensquelle verschiedene Alternativen. Dazu gehören auch Angebote der Stadt Stuttgart selbst.

Sozialwohnungen

Für die Einwohner Stuttgarts, die ihren Lebensunterhalt mit Hilfe eines sehr geringen Einkommens bestreiten, verfügt die Stadt über das Belegungsrecht für 16.500 Sozialwohnungen. Um die Bescheinigung für eine solche Wohnung zu erhalten, darf das Bruttojahreseinkommen nicht über bestimmten Grenzen liegen:

  • 21.600€ bei einer Person
  • 28.800€ bei zwei Personen
  • 37.200€ bei drei Personen
  • 45.600€ bei vier Personen
  • 54.000€ bei fünf Personen

Diese Grenzen allerdings können je nach Wohnungstyp bzw. Förderungsart um 60% höher liegen. Zusätzlich zu den Einkommensgrenzen ist ein mindestens dreijähriger Aufenthalt in der Stadt erforderlich (Ausnahme: Arbeitsplatz in Stuttgart). Zudem muss ein Alleinstehender mindestens 25 Jahre alt sein, um die Berechtigung auf eine geförderte Mietwohnung zu erhalten. Die notwendige Bescheinigung kann im Amt für Liegenschaften und Wohnen beantragt werden:

  • Anschrift: Wohnraumversorgung Kienestraße 31, 70174 Stuttgart S-Mitte
  • Postanschrift: Landeshauptstadt Stuttgart, 70161 Stuttgart

Wird der Antragssteller als berechtigt eingestuft, erfolgt eine Aufnahme in die Datei für Wohnungssuchende. Allerdings ist das Kontingent an solchen Wohnung stark begrenzt und die Bautätigkeit in diesem Bereich eingeschränkt, daher muss sich der Antragssteller auf eine Wartezeit von mindestens 6 Monaten und in Einzelfällen sogar von 1,5 Jahren einstellen.

Wohntipps für Stuttgarter mit mittlerem Einkommen

Menschen, die über ein mittleres Einkommen verfügen, können keinen Antrag auf eine Wohnung des sozialen Wohnungsprojektes stellen, obwohl sie sich die Mieten auf dem normalen Markt häufig nicht leisten können. Daher werden von der Stadt Stuttgart extra Wohnungen für Menschen angeboten, die ein Bruttojahreseinkommen im mittleren Bereich erzielen. Hier liegen die Einkommensgrenzen entsprechend höher:

  • 33.600€ bei einer Person
  • 52.800€ bei zwei Personen
  • 61.200€ bei drei Personen
  • 74.400€ bei vier Personen
  • 82.800€ bei fünf Personen

Auch in diesem Fall kann die Berechtigung für eine Wohnung im Amt für Liegenschaften und Wohnen beantragt werden, dort gibt es dann auch eine Liste über die zukünftigen, freien Wohnungen, welche direkt vom Bauherrn vergeben werden.

Betreutes Wohnen für Senioren

Für ältere Menschen hat die Stadt Stuttgart ebenfalls ein Angebot: Die von der Stadt unterstützten 700 Wohnmöglichkeiten für Betreutes Wohnen. Diese vom Bund, Land und der Stadt geförderten Wohneinheiten werden zu einem besonders günstigen Satz von fünf bis acht Euro pro Quadratmeter angeboten, zuzüglich ist eine Pauschale von ca. 90€ im Monat für die Betreuung zu entrichten.

Um eine dieser Wohnungen zu erhalten, wird ein Wohnberechtigungsschein benötigt. Dieser muss beantragt werden (ebenfalls im Amt für Liegenschaften und Wohnen), zudem wird der Interessent in die Wohnvormerkdatei aufgenommen. Die Einkommensgrenzen liegen hier teilweise höher als im Fall der Sozialmietwohnungen.

Wohngemeinschaften

Eine Variante, die Mietkosten zu verringern, ist es eine Wohngemeinschaft zu gründen bzw. ein Zimmer in einer bestehenden Wohngemeinschaft zu beziehen. Besonders Studenten, Praktikanten und junge Berufsanfänger suchen auf diese Weise nach einer passenden Unterkunft. Aber auch für Menschen in anderen Lebenssituationen kann das WG-Leben eine Alternative sein.

Auf der Seite www.mitwohnen.org/search/node/Stuttgart “Wohnen gegen Hilfe” bieten Menschen beispielsweise Wohnraum unter speziellen Voraussetzungen an. Hier können diejenigen günstig eine Unterkunft finden, die bereit sind sich dafür zum Beispiel in die Haushaltsführung einzubringen. Die Idee richtet sich an eine Vielzahl unterschiedlicher Personen; beispielweise an ältere Leute, die preiswerten Wohnraum zur Verfügung stellen können und dafür etwas Hilfe im Alltag erhalten, aber auch an Menschen, die eine günstige Unterkunft brauchen und sich im Gegenzug an der Versorgung von Kindern oder Haustieren beteiligen. Der Umfang bzw. die Art der Hilfe variiert dabei und kann sogar einen Minijob bzw. eine Nebenbeschäftigung umfassen. Neben der verfügbaren Wohnangebote können Interessierte auch selbst ein Gesuch einstellen.

Ein Beispiel für Hilfe in Form eines Mehrgenerationenhaushaltes ist das Programm “Wohnen für Hilfe”. Das Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt Stuttgart und des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim vermittelt zwischen Senioren und Studenten. Den Studierenden werden Zimmer oder Wohnungen mit verbilligten Mieten angeboten. Als Gegenleistung verpflichten sich die jungen Leute dazu, ältere Leute im Haushalt zu unterstützen. Begleitet werden die sogenannten Partnerschaften von der Fachstelle Wohnen und Kurzzeitpflege des Bürgerservice Leben im Alter. Die Auswahl der Zweckgemeinschaften wird nicht willkürlich festgelegt, sondern aufgrund einer genauen Überprüfung gebildet. Senioren, die ihre Wohnung anbieten, werden individuell von Mitarbeitern der Fachstelle beraten. Studenten, die sich für das Projekt interessieren, werden ebenfalls umfassend informiert. Mit Hilfe von ausführlichen Fragebögen wird eine charakterliche Kompatibilität der beiden Parteien ermittelt, wobei auch auf spezielle Wünsche und Interessen eingegangen wird. Nach Rücksprache mit Studierenden und Senioren wird ein erster persönlicher Kontakt hergestellt. Die Fachstelle vermittelt rechtliche Grundlagen und beaufsichtigt auch die Aufsetzung des Mietvertrages.

3. Sparmöglichkeiten rund um das Wohnen und Leben in Stuttgart

Wohngeld

Es besteht für Einwohner Stuttgarts die Möglichkeit einen Antrag auf Wohngeld zu stellen, sofern man über ein geringes Einkommen verfügt und nicht Arbeitslosengeld II bezieht. Neben Wohnungsmietern können Menschen, die eigenen Wohnraum nutzen, Wohngeld erhalten. Die Anträge dafür können in den zuständigen Wohngeldstellen, dem Sozialamt und bei den Bezirksämtern eingereicht werden. Studierende haben nur unter bestimmten Umständen die Möglichkeit Wohngeld zu erhalten, zum Beispiel wenn die Förderungshöchstdauer des Bafögs erreicht wurde.

Wohnbauförderung

Die städtische Wohnbauförderung der Landeshauptstadt Stuttgart bietet für alle, die den langgehegten Wunsch eines Eigenheimes in die Tat umsetzen wollen, eine große Anzahl an Förderungsprogrammen. Daher kann man abhängig von der jeweiligen Lebenssituation geeignete Förderungsmöglichkeiten finden.

Landeswohnraumförderungsprogramm und Familienprogramm

Die Stadt Stuttgart bietet in Zusammenarbeit mit der Landeskreditbank Baden-Württemberg für alle Haushalte mit mindestens einem minderjährigem Kind und jungen Paaren mit Kinderwunsch dieses spezielle familienbezogene Wohnraumförderungsprogramm an. Angeboten werden zinsverbilligte Darlehen für den Bau von Eigenheimen. Zudem gibt es Baukosten- oder Zinszuschüsse, die zur Reduzierung der Finanzbelastung gewährt werden. Das Programm ist einkommensabhängig. Ein Optionsdarlehen mit Ergänzungsförderung bietet sich für Paare, bei denen innerhalb von 6 Jahren nach Vertragsabschluss Kinder geboren werden. Haushalte, in denen mindestens ein Kind unter 18 Jahren wohnt, müssen mit ihrem Eigenheim einen bestimmten KfW-Effiziensstandart erreichen, um Förderung zu erhalten. Förderanträge gibt es zum Herunterladen hier oder bei der entsprechenden Stelle:

Amt für Liegenschaften und Wohnen
Bereich Wohnbauförderung,
Hospitalstraße 8,
70174 Stuttgart

Projekt “Preiswertes Wohneigentum”

Das von der Landeshauptstadt geförderte Sonderprogramm bietet den Bau günstiger Doppel- und Reihenhäuser sowie Eigentumswohnungen auf von der Stadt angebotenen preiswerten Grundstücken an. Förderungsvoraussetzung ist, dass mindestens ein Kind, welches das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem gemeinsamen Haushalt mit mindestens einem Erziehungsberechtigten lebt. Ziel der städtischen Unterstützung ist eine erleichterte Förderung von Wohneigentum, wodurch der Abwanderung entgegengewirkt werden soll. Die angebotenen Objekte werden von der Stadt in der Tagespresse und dem Amtsblatt öffentlich ausgeschrieben. Regulär finden die Ausschreibungen im Frühjahr und Herbst eines Jahres statt.

Sozialer Mietwohnungsbau

Die Stadt unterstützt mit unterschiedlichen Programmen Bauherren bei der Errichtung neuer Mietwohnungen. So wird der Bau von Sozialwohnungen ebenso bezuschusst wie der Wohnungsbau für Mieter mit mittlerem Einkommen. Dabei fördert die Stadt Stuttgart durch verbilligte Grundstücke, verbilligte Darlehen und, wenn erforderlich, auch mittels Zuschüssen, den Neubau von Sozialwohnungen. Falls Landesmittel zur Verfügung stehen, werden diese in Anspruch genommen. Das Förderprogramm beinhaltet eine Mietpreisbindung von 20 Jahren. Nur Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen kommen als Mieter dieser Sozialwohnungen in Frage.

Mietwohnungsbau für mittlere Einkommensbezieher

Die Stadt Stuttgart unterstützt mit diesem Programm Bauherren, die Mietobjekte für mittlere Einkommensbezieher und zuziehende Arbeitskräfte planen, um einen Wohnungsmangel für Bezieher mittlerer Einkommen vorzubeugen. Die Wohnungsvergabe erfolgt durch den Bauherrn. Stadteigene Grundstücke werden mit einem Nachlass von bis zu 45% abgegeben. Die durchschnittlichen Ausgangsmieten für die neu entstehenden Mietwohnungen sollen zwischen 7,50€ und 7,75€ pro m² je Monat liegen. Die Miete soll zudem maximal alle 3 Jahre um 0,3€ pro m² je Monat angehoben werden. Auch wird eine Belegungsbindung für Mieter innerhalb der Einkommensgrenze des §12 Landeswohnraumförderungsgesetz mit bis zu 50% zusätzlich gewährt. Ab Bezugsfertigstellung soll eine Mietpreisbindung für regulär 20 Jahre bestehen. Nach dem 20-jährigen Förderungszeitraum gelten die mietpreisrechtlichen Bestimmungen.

Förderprogramm Energieeinsparung

Stuttgart bezuschusst zudem die energetische Umrüstung bereits bestehender Wohngebäude. Im Jahr 1998 wurde die ökologisch nützliche Förderungsmöglichkeit für alle Gebäudeeigentümer eingeführt. Der aktuelle Stand des Programmes datiert den 08.03.2012. So unterstützt die Stadt energiesparende Maßnahmen an Dach, Fassade, Fenster, Heizungsanlage, thermischer Solaranlage, Hocheffizienzpumpe oder dezentralem Pumpensystem eines bereits fertiggestellten Hauses. Voraussetzung für eine Förderung ist eine vor Auftragsvergabe absolvierte Erstberatung durch das Energieberatungszentrum Stuttgart e.V.. Die Stadt trägt hierfür die Gebühren. Die Durchführung einer Fenstersanierung, die in Kombination mit einer anderen oben genannten Maßnahme umgesetzt wird, erhält eine Zusatzbezuschussung. Mindestens zwei kombinierte Maßnahmen zur Wärmedämmung oder technischen Gebäudeausrüstung bekommen ebenfalls extra Zuschüsse. Bevor der Auftrag vergeben wird, muss zunächst eine Energiediagnose über den allgemeinen Gebäudezustand sowie die Warmwasser- und Heizungsanlagetechnik mit konkreten Vorschlägen zu Energiesparmaßnahmen und deren Wirtschaftlichkeit ausgestellt werden. Durchführende Unternehmen sind hierbei das Energieberatungszentrum Stuttgart e.V. oder die TÜV Süd Industrie Service GmbH:

Energieberatungszentrum Stuttgart e. V. (EBZ)
Gutenbergstraße 76
70176 Stuttgart
Telefon: 0711/61565550

TÜV SÜD Service-CenterCannstatterstr. 46
70190 Stuttgart-City
Tel: 0711/2624094

Anfallende Kosten sind vom Gebäudeeigentümer zu tragen, wobei dieser dafür wiederum eine Förderung beantragen kann.

Schwäbische Tafeln Stuttgart

Um die Ernährungskosten zu reduzieren, bekommen Konsumenten mit geringem Einkommen Lebensmittel bei den Schwäbischen Tafeln Stuttgart sehr günstig. Zu den Menschen, die hier einkaufen können, zählen all diejenigen, die ihren Lebensunterhalt aus Mitteln bestreiten, deren Höhe nicht den gesetzlichen Sozialhilfesatz übersteigt. Für den Einkauf wird eine Einkaufskarte benötigt, die bei allen Standorten der Schwäbischen Tafeln Stuttgart beantragt werden kann:

Standort Öffnungszeiten
Leonhardsladen;
Hauptstätterstr. 75,
70178 Stuttgart
Mo.: 13.00-16.00 Uhr
Di.-Fr.: 10.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr
Sa.: 10.00-12.00 Uhr
Cannstatter Tafel;
Brückenstr. 1, 70376
Stuttgart-Bad Cannstatt
Mo.: 13.00-16.00 Uhr
Di.-Fr.: 10.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr
Möhringer Tafelladen;
Filderbahnstr., 53,
70567 Stuttgart-Möhringen
Mo.: 13.00-16.00 Uhr
Di.-Fr.: 10.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr
Fellbacher Tafel;
Wernerstr. 27/Ecke Esslingerstr.,
70736 Fellbach
Mo.-Fr.: 11.00-13.00 Uhr
Di.-Do.: 14.00-16.00 Uhr

Um eine Einkaufskarte zu bekommen, müssen der Personalausweis und Unterlagen (Sozialhilfe- oder Rentenbescheid bzw. Einkommensnachweis,), welche das niedrige Einkommen bestätigen, vorgelegt werden. Auch unter Vorlage der Bonuscard kann man die Einkaufskarte erhalten.

Bei den Schwäbischen Tafeln Stuttgart können Menschen mit einer gültigen Einkaufskarte für 1,50 Lebensmittel einkaufen. Die angebotenen Waren tragen die Schwäbischen Tafeln zusammen, es handelt sich hierbei um Lebensmittel, die zwar noch brauchbar sind, aber von den jeweiligen Spendern eigentlich vernichtet bzw. weggeworfen worden wären.

Sozialkaufhäuser

Um auch die Kosten für andere Waren wie Kleidung oder Möbel zu senken, kann man in Stuttgart auf bestimmte Initiativen zurückgreifen. Zum Beispiel betreibt das Sozialunternehmen Neue Arbeit gGmbH verschiedene Sozialkaufhäuser. Das Projekt verfügt über fünf Standorte, in denen gespendete Waren des täglichen Bedarfs aufbereitet und verkauft werden:

  • Das Kaufhaus Wangen / Möbelrecycling Inselstr. 5, 70327 Stuttgart Mo.-Fr.: 9.00-19.00 Uhr, Sa.: 9.00-14.00 Uhr
  • Das Kaufhaus Bad Cannstatt Kreuznacher Str. 53, 70372 Stuttgart Mo.- Fr.: 9.00-19.00 Uhr, Sa.: 9.30-16.00 Uhr
  • Kleiderhilfe – Second Hand Shop Leonhardsplatz 21, 70182 Stuttgart Mo.- Fr.: 10.00-18.00 Uhr
  • Das kleine Kaufhaus Rot Schozacher Str. 20, 70437 Stuttgart Mo.- Fr.: 10.00 – 18.00 Uhr
  • Das kleine Kaufhaus – Begegnungen in Stammheim Korntaler Straße 51, 70439 Stuttgart Mo.- Fr.: 10:00-18:00 Uhr, Sa.: 10:00-14:00 Uhr

Dort werden gebrauchte und neue Artikel an jeden preiswerten verkauft, wobei durch die Vorteilskarte, die an BaföG- und ALG II-Empfänger, Menschen mit geringem Einkommen und Rentner ausgegeben wird, weitere 30% Rabatt gewährt werden.

Günstige Kleidung gibt es in Stuttgart für Menschen mit niedrigem Einkommen auch in der Kleiderstube des Deutschen Roten Kreuzes (DRK Kreisverband Stuttgart e.V., Bereitschaft 9 (Vaihingen), Vischerstr. 1/1, 70563 Stuttgart). Diese wird an eine Vielzahl von Menschen verteilt, dazu zählen:

  • Sozialhilfeempfänger, Familien mit vielen Kindern (ab 3 Kindern), Arbeitslose, Alleinerziehende, Spätaussiedler, Asylbewerber, Rentner, Kinderheime, Obdachlose, Jugendarbeits- und Theatergruppen sowie Menschen, die sich in besonderen Notlagen befinden.

Die Kleiderkammer steht dienstags von 10:00 bis 18:00 Uhr zur Verfügung (in den Schulferien geschlossen).

Die Bonuscard

Zur Lebensqualität, die man in einer Stadt genießt, gehört auch ein umfangreiches kulturelles Angebot, das den Einwohnern zur Verfügung steht. Damit auch Stadtbewohner mit geringem Einkommen dies genießen können, gibt es in Stuttgart die Bonuscard. Diese soll die Teilhabe von sozial benachteiligten Personen an Kultur, Sport und anderen Angeboten des gesellschaftlichen Lebens ermöglichen. Daneben ist die Bonuskarte auch im Alltag nützlich, da man bei Vorlage der Karte ebenfalls eine Einkaufskarte für die Tafeln erhält. Die Bonuscard können jene Personen bekommen, die

  • Arbeitslosengeld II nach SGB II,
  • Sozialhilfe und Grundsicherungsleistungen nach SGB XII sowie
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

Auch Stuttgarter mit kleinem Einkommen, die keine Gelder aus sozialen Sicherungssystemen erhalten, haben die Möglichkeit die Bonuscard zu beantragen. Allerdings dürfen dazu bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Die Antragsstellung erfolgt am besten unter Vorlage einer Kopie des aktuellen Steuerbescheids. Wenn dieser nicht vorliegt, weil man nicht steuerpflichtig ist, müssen alle Einkünfte mit diesbezüglichen Belegen dokumentiert werden, dazu zählen:

  • eine aktuelle Gehaltsabrechnung
  • Arbeitslosengeldbescheid
  • der letzte Rentenbescheid
  • der Wohngeldbescheid
  • Kindergeldnachweis
  • Nachweis über Kinderzuschlag

Vorteile der Bonuscard

Durch die Bonuscard gibt es für einzelne Personengruppen unterschiedliche Vergünstigungen, die in verschiedenen Bereichen finanzielle Vergünstigungen gewähren:

  • Bildung, z.B. auch in der Musikschule Stuttgart: Ermäßigung von 90% auf Kursgebühren
  • Kultur und Veranstaltungen, z.B. im Rahmen des Projekts “Kultur für Alle” (etwa 50 beteiligte Kultureinrichtungen, kostenloser Eintritt, festes Kartenkontingent, welche von Einrichtungen selbst ausgegeben werden)
  • Freizeit und Sport
  • ÖPNV und Transport, z.B. in Form von Zuschüssen für Karten des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (Verbundpass Bonuscard)

Tauschforum

Zur Schonung der eignen Finanzen kann es auch nützlich sein, Mitglied einer Tauschbörse zu werden. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs gibt es dafür das Tauschforum Stuttgart. Dieses versteht sich als organisierte Nachbarschaftshilfe. Mitmachen kann dabei jeder, der an einem bargeldlosen Austausch von Serviceleistungen bzw. Waren Interesse hat.

Die Dauer der erbrachten Leistungen wird dabei in eine Phantasiewährung umgerechnet. Beim Tauschforum Stuttgart sind das die sogenannten Talente; eine Stunde Arbeitsaufwand wird mit 20 Talenten verrechnet. Entscheidend für die Berechnung ist dabei nicht die Art der Arbeit, sondern lediglich der zeitliche Umfang. Sollten gebrauchte oder selbstangefertigte Waren getauscht werden, so muss deren Zeitgegenwert zwischen den Tauschbeteiligten ausgehandelt werden. Die Talente werden auf einem Konto vermerkt, mit diesen kann dann weitergetauscht werden.

Als Jahresgebühr wird eine Summe von 20€ erhoben, zusätzlich zahlt jedes Mitglied 96 Talente im Jahr ein. Für Inhaber der Bonuscard Stuttgart beträgt die Mitgliedsgebühr im ersten Jahr nur 10€. Diese Mittel dienen der Deckung der laufenden Kosten, wie der Aufwand für Bürobedarf (aus der Gebühr) oder der persönliche Einsatz, z. B. für die Vereinszeitung (mit Talenten beglichen).

Um Mitglied zu werden, muss man sich persönlich im Büro des Tauschforums anmelden:

  • TAUSCHFORUM STUTTGART, c/o Caritas; Wagnerstr. 35, 70182 Stuttgart, Tel: 0711/21069-61, Bürozeiten: Do.: von 17-19 Uhr (außer in den Schulferien)

Zudem erfolgt ein Vorbereitungsgespräch mit einem dazu berichtigten Mitglied, verläuft dieses erfolgreich, kann man dem Tauschring beitreten.

Kostenlose Parkplätze

Um auch die Kosten zu reduzieren, die sich ergeben, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, kann es besonders in großen Städten wie Stuttgart hilfreich sein, kostenlose Parkmöglichkeiten zu kennen. Hier findet sich eine Auswahl:

Name Beschreibung Zeit
Stresemannstraße ca. 200 kostenlose Parkplätze keine zeitliche Beschränkung
Sommerrain unmittelbar in der Nähe der S-Bahnhaltestelle Sommerrain keine zeitliche Beschränkung
Fellbach flächendeckendes, kostenfreies Parken mit Parkscheibe, je nach Standort 60 bis 90 min
Stuttgarter Straße Tiefgarage gegenüber vom Rathausturm keine zeitliche Beschränkung
Ulmer Straße von Oberesslingen kommend, in der Ulmer Straße bis zur Maillestraße, auf der rechten Seite rund um die Uhr kostenlose Parkplätze bzw. Parkhaus an der Vogelsangbrücke keine zeitliche Beschränkung
Marktstraße in der Tiefgarage des Rathauses (Am Laien 1 / Marktstraße), auf allen gekennzeichneten Parkplätzen tagsüber (bis 18.00 Uhr) kostenlos mit Parkscheibe, danach: ohne Zeitlimit, frei
Universität Vaihingen größtenteils entlang des Pfaffenwaldrings keine zeitliche Beschränkung
Freibadstraße beim Freibad in Vaihingen (ausgeschildert) keine zeitliche Beschränkung Festplatz – Oberensingen Über die B 313 Richtung A8 (Suttgarter Straße) nach 2 Tankstellen (links & rechts), rechts Einfahrt Sportplatz und Wohnmobilplatz keine zeitliche Beschränkung Sterncenter Parkplatz erste Stunde im Sterncenter: kostenlos Bärenwiese gegenüber dem “Forum” Ludwigsburg erst ab 12 Uhr mittags kostenlos, vor 12 Uhr max. 2 Std. mit Parkscheibe Einkaufsstraße Endersbach im Bereich der “Einkaufsstraße Endersbach” zwischen Bahnhof, Viadukt, Jahnhalle, Traubenstraße und Theodor-Heuss-Straße: ca. 500 kostenlose Parkplätze, mit Parkscheibe
im angrenzenden Einkaufsbereich “Kalkofen”: nochmals ca. 500 kostenlose Parkplätze
teilweise mit Parkscheibe Herderstraße am Straßenrand der Herderstraße und benachbarter Straßen: kostenfreies Parken möglich keine zeitliche Beschränkung Tübinger Straße / Kirche an der Rückseite der Kirche in der Tübinger Straße: das Parken auf der Straße kostenlos (etwa 20 Plätze) keine zeitliche Beschränkung Gesundheitsamt Parkplatz des Gesundheitsamtes, Anfahrt: von der Herrenberger Straße kommend, in die Parkstraße fahren und sofort die erste Abzweigung rechts einbiegen zeitlich beschränkt, Parkplatz: erst nach 18.00 Uhr befahrbar

Carsharing

Aber auch die Kosten für das Fahrzeug selbst können reduziert werden. Eine gute Alternative zum eigenen Auto bietet das Carsharing. Besonders günstig ist dies im Rahmen von privaten Initiativen. Dafür gibt es in Stuttgart Autonetzer.de, hier können Interessenten Angebote von Stuttgartern finden, die bereit sind, ihre Autos zu verleihen.

Dazu muss man sich auf der entsprechenden Seite registrieren und sucht danach das passende Fahrzeug aus. Anschließend schickt man dem Verleiher eine Anfrage, bei Einigung unter einander, zahlt der Entleiher die notwendigen Gebühren (Miete des Entleihers, Versicherungsschutz) über das Portal. Zur Übergabe benötigt der Entleiher den eigenen Führerschein, den Personalausweis und das Fahrzeugprotokoll (vom Portal übermittelt), dieses wird vor und nach der Fahrt ausgefüllt.

Kostenfrei ins Internet in Stuttgart

Surfen im Netz muss nicht teuer sein. Wer sich mit seinem Laptop oder Smartphone auch gern außerhalb der eigenen vier Wände im Internet bewegt, findet in Stuttgart zahlreiche WLAN-Hot Spots. So bieten alle MC Donald Restaurants einen kostenfreien Zugang ins Internet an. Die AVIS Autovermietung GmbH und Co. KG bietet in den zwei Stuttgarter Filialen am Hauptbahnhof und auf der Katharinenstraße ebenfalls einen gratis Zugang ins WorldWideWeb an. Weitere Hot Spot-Areale finden sich beispielsweise hier:

  • Milchbar Killesberg, Thomasstraße 111, 70192 Stuttgart
  • Com Center Stuttgart, Am Wallgraben 100, 70565 Stuttgart
  • Reis.korn, Tor Straße 27, 70173 Stuttgart
  • Urban Stuben, Eugen Straße 12, 70182 Stuttgart
  • Ochs `n Willi, Kleiner Schloßplatz 4, 70173 Stuttgart
  • Merlin Kultur e.V., Augustenstraße 72, 70178 Stuttgart
  • Cantina, Schellingstraße 7, 70174 Stuttgart
  • Biergarten am Killesberg, Stresemannstr. 39, 70191 Stuttgart