CarSharing vs. eigenes Auto – Was ist günstiger?

Familie & Freizeit von Arlinda am 16.09.2014

Viele sehnen sich, gerade im Winter, nach einem eigenen Auto, in das man einsteigen kann, wann immer man möchte. Mit 18 wird dieser Traum wahr. Man kann den Führerschein machen und sich ein eigenes Auto kaufen.

Ist man nun auf der Suche nach einem Auto, schockt einen vermutlich der Preis. Denn erst hier fängt man an zu realisieren, dass der Traum eines Ferraris, für jemanden, der frisch ins Berufsleben eingestiegen ist, doch in weite Ferne rückt. Stück für Stück fängt man an über die Finanzierung des Autos, hinsichtlich des Kraftstoffes, der Versicherung und der Steuern nachzudenken.

Kosten für ein eigenes Auto

Der KIA Picanto 1.1 © flickr – RL GNZLZ (CC BY-SA 2.0)

Es gibt viele verschiedene Autos, vom Zweisitzer bis zum Kombi ist alles dabei. Je nach Ausstattung und Marke variiert der Preis. Es muss nicht zwingend ein Neuwagen sein, es reicht vollkommen ein gut erhaltenes, gebrauchtes Auto.

Ein Beispiel für einen Kleinwagen ist der KIA Picanto 1.1, der bei der Anschaffung, im gebrauchten Zustand, ca. 2.000 € (80.000 km) kostet.

Es gibt viele Internetseiten, auf denen man den Versicherungsbetrag ausrechnen lassen kann. So kostet für einen 18 jährigen, der seinen Führerschein seit ein paar Tagen hat, eine Haftpflichtversicherung ab 1.600 € im Jahr. Um ein Drittel weniger ist es bei einem 33 jährigen, der seinen Führerschein schon 14 Jahre hat. Der zahlt nämlich ca. 540 €. Solch extreme Preisunterschiede sind leider üblich, da aus Sicht der Versicherer, jüngere Fahrer ein höheres Unfallrisiko haben und sie für diese dementsprechend öfter aufkommen müssen.

Neben der Anschaffung des Fahrzeuges sowie der Versicherung, kommt die KFZ-Steuer mit 22 € pro Jahr hinzu. Ein Preis, den man wirklich verkraften kann. Einen Schrecken bekommt man jedoch an der Tankstelle. Die Kraftstoffpreise sind , mit durchschnittlich 1,55 €/l für Benzin, sehr hoch. Somit kostet ein Volltank für unser Beispielauto, dem Kia, 54,25 €. Außerdem kommen noch die Kosten für eine Hauptuntersuchung (alle zwei Jahre) hinzu. Diese betragen ca. 77 €.

Somit kostet das Auto:* Wenn man 9.000 km im Jahr fährt. Berechnet anhand des kombinierten Verbrauchs des Fahrzeuges 5 l/ 100 km und Durchschnittspreis des Treibstoffes 1,55 €/l.

Folglich zahlt man für die darauffolgenden Jahre ca. 2.475 € als junger Fahrer und 1.415 € als älterer Fahrer. Zur Freude aller Versicherungsnehmer, sinkt der Preis des Versicherungsbeitrages pro Jahr, vorausgesetzt man fährt unfallfrei.

Man sollte es sich gerade in der Großstadt zweimal überlegen, ob es sich lohnt, ein eigenes Auto zu besitzen. Denn hier ist es leider so, dass die Straßen viel zu voll sind, die Autobahn verstopft ist und man lange nach einem geeigneten Parkplatz suchen muss. Außerdem ist ein eigenes Auto, gerade als Neuling, schon ziemlich teuer. Das ist unter anderem auch ein Grund, weswegen vor allem junge Menschen auf ein eigenes Auto verzichten und sich ein Auto mit anderen teilen.

Wie funktioniert CarSharing?

Nachdem man sich bei einem CarSharing- Unternehmen angemeldet hat, erhält man ein Zugangsmedium für alle Autos dieses Unternehmens. Dies ist entweder eine elektronische Karte oder ein Tresorschlüssel. Damit kann man die Autos anschließend nutzen.

© flickr – Michael Andersen (CC BY-SA 2.0)

Die Buchung eines Fahrzeuges erfolgt ganz einfach online, telefonisch oder per App. Danach holt man sich das Auto entweder an den speziellen Stationen oder an einem Stellplatz ab. Dieser Stellplatz ist ganz unterschiedlich, da es CarSharing Autos gibt, die stationsunabhängig parken. Man bucht das Auto so lange, wie man es braucht und zahlt auch nur für diesen Zeitraum. Vor und nach der Nutzung des Fahrzeuges muss man es auf Schäden untersuchen und diese melden. Übrigens ist der Kraftstoff im Preis enthalten. Zu beachten ist ausschließlich, dass getankt werden muss. Dazu hat man eine Tankkarte oder man bezahlt es selbst. In diesem Fall lässt man sich den Betrag quittieren, reicht den Beleg bei dem CarSharing-Anbieter ein und bekommt das Geld zurückerstattet.

Was kostet CarSharing?

Alle CarSharing- Unternehmen stellen ihre Preise unterschiedlich auf und variieren je nach Bundesland. Was alle Anbieter im Wesentlichen gemein haben, sind die Aufnahmegebühren und die Kosten für die Nutzung der Fahrzeuge. Diese Kosten sind an die jeweiligen Tarife gebunden. Die Abbuchung erfolgt entweder pro gefahrenen Kilometer, pro Minute oder pro Stunde.

Es gibt spezielle Tarife, die man sich aussuchen kann. Ein mögliches Beispiel eines Tarifes kann sein, dass man einen monatlichen Fixpreis bezahlt und dadurch der Preis pro gefahrenen Kilometer sinkt. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man keinen monatlichen Preis bezahlt, dafür aber der Preis pro gefahrenen Kilometer höher ist. Im Durchschnitt kostet das CarSharing 0,20 € pro gefahrenen Kilometer. Hinzu kommen die Anmeldegebür und der monatliche Fixpreis.

Eigenes Auto oder CarSharing – Was ist billiger?

Für Wenigfahrer lohnt sich das CarSharing- Modell.

Die Gesamtkosten des eigenen Autos:Hauptkostenstellen eines eigenen Autos.

* Wenn man 18.000 km in 2 Jahren fährt. Berechnet anhand des kombinierten Verbrauchs des Fahrzeuges 5 l/ 100 km und Durchschnittspreis des Treibstoffes 1,55 €/l.

Somit ergibt sich für einen Führerscheinneuling die Summe von 8.350 € und für jemanden, der seinen Führerschein schon länger hat, von 5.750 €. Jetzt muss man diesen Wert durch die gesamte Fahrleistung berechnen (18.000 km) und erhält 0,41 € pro Kilometer bei dem Fahrneuling und 0,26 € bei dem älteren Fahrer.

CarSharing© flickr- Michael Andersen (CC BY-SA 2.0)

Da der durchschnittliche CarSharing-Kilometerpreis 0,20 € beträgt, ist das eigene Auto für den Führerscheinneuling um die Hälfte teurer. Somit lohnt sich für ihn das CarSharing-Modell definitiv. Die Preisspanne für den, der den Führerschein schon länger hat, ist nicht ganz so hoch. Trotzdem werden 0,06 € pro Kilometer, gegenüber den Autokosten, gespart.

(Die Anmeldegebühr und die Fixkosten des CarSharings wurden in der Rechnung nicht berücksichtigt. Genausowenig wie anfallende Reparaturkosten und Parkplatzgebühren des eigenen Autos. CarSharing darf man meistens erst nutzen, nachdem man ein Jahr lang im Besitz des Führerscheines ist.)

Zusammenfassend liegt es ganz klar auf der Hand, wer der Sieger im Preisvergleich ist -das CarSharing. Es steckt viel Potential in dem Auto-Teilen-Modell. Es schont die Umwelt und gibt den Menschen die Möglichkeit, ein Auto für kurze Zeit zu gebrauchen.