Die 22. Berliner Märchentage 2011 und das Land der unbegrenzten Märchen!

Familie & Freizeit von Claudia am 10.11.2011

Quelle: labbe.de

Gerne erinnert man sich an die Zeit als Kind, wie einem vor dem Schlafen gehen noch Märchen vorgelesen wurden. Ach, war das schön die Geschichten der Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersen zu hören. Der Ausdruck ‚Märchen‘ stammt vom mittelhochdeutschen ‚Maere‘ ab und bedeutet Kunde, Bericht oder auch Nachricht. Diese Prosaerzählungen handeln von wundersamen Ereignissen und wurden mündlich überliefert. Sie sind frei erfunden und die Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Jeder kennt von uns die Charakteristika von Märchen, den phantastischen Elementen bei denen Tiere sprechen können und Hexen und Zauberer agieren. Ja, das war noch schön so als Kind den Märchen zu lauschen. Da scheint die Welt zwar nicht in Ordnung, aber wie in den modernen  Hollywoodfilmen, gewinnt immer das Gute! In Deutschland sind es die Gebrüder Grimm die bekanntesten Schreiber die Märchen veröffentlicht haben. Ihre Aufzeichnungen und Forschungen haben sie unsterblich machen lassen. Ihr Werk „Kinder- und Hausmärchen“ wird im Volksmund „Grimms Märchen“ genannt.  Im Jahre 1812 erschien die erste Ausgabe und wurde zigmal von den Autoren überarbeitet. Auch Hans-Christian Andersen klingt uns als europäischer Märchenschreiber in den Ohren. Aber was gibt es da sonst noch? Sind Märchen nichtmehr so beliebt bei den Kindern? Wie und Wann werden diese Erzählungen heute genutzt? Diese wichtige kulturelle Sparte darf bei den Kindern und Erwachsenen einfach nicht in Vergessenheit geraten. Und so hat sich im Jahre 2004 der Verein „Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur“ gegründet.

Quelle: stern.de

Sie haben sich zur Aufgabe gemacht an Kinder, Jugendliche und Erwachsene die verschieden kulturellen und gesellschaftlichen Aspekte von Märchen zu vermitteln. Auf allen Ebenen der Gesellschaft, ob regional, national oder auch International soll agiert werden und man möchte das Interesse wecken.  Um ein Interesse an Märchen zu wecken, wird versucht das Literaturverständnis, die Lesefähigkeit und das Sprachvermögen zu stärken. Das ist natürlich sehr wichtig. Märchen sollen auch bei der interkulturellen Verständigung helfen und bei der Erziehung zur Toleranz. Dabei geht es insbesondere darum, die vielfältige Bedeutung von Märchenkultur für das Leben bewusst zu machen und kreative Fantasieentfaltung und praktische Lebenskraft umzusetzen. Märchen sind etwas ganz Besonderes und wir alle mögen sie. Jeder hat ein Lieblingsmärchen als Kind gehabt. Oder vielleicht sogar immer noch? Märchenland e.V. veranstaltet Workshops, Vorträge, Tagungen und Fortbildungen die sich um Märchen drehen. Die größte Veranstaltung ist aber die jährlich im November stattfindenden Berliner Märchentage! Die Berliner Märchentage werden seit 1990, damals am 2.April, an Hans Christan Andersens Geburtstag ausgeführt.  Seitdem finden sie jedes Jahr, 17 Tage lang im November, statt. Es wird jedes Mal ein anderer Kultur und Märchenkreis vorgestellt. In Kooperation mit den Botschaften und Institutionen der jeweiligen Länder werden Märchen, Mythen und Geschichten aus allen Epochen von internationalen Künstlern in Lesungen und Tanzveranstaltungen aufgeführt. Auch Theaterstücke und Musik des jeweiligen Landes werden präsentiert. Es gibt wissenschaftliche Tagungen, sowie Ausstellungen und auch Filmevorführungen.

Quelle: berlin.de

In diesem Jahr finden diese vom 10.11. bis 27.11. statt unter dem Motto „Das Land der unbegrenzten Märchen“. Diesmal geht es, natürlich am Slogan schon zu erkennen um die USA. Als Schmelztiegel der Nationen verfügen sie nicht nur über eine atemberaubende Natur und ein riesiges Land, sondern auch über unermessliche Reichtümer an Märchen, Geschichten und Legenden. Diese Schätze sollen gehoben werden und den Spuren der Ureinwohner sowie der Einwanderer gefolgt werden. Auch geht es um den bekanntesten Häuptling der Geschichte, den Winnetou und seinen Kollegen Old Shatterhand. Auch Charly Chaplin bleibt nicht außen vor in den 3 Wochen Märchenzauber. Und wer denkt bei den USA nicht an die Disney Geschichten. So schön kann Amerika sein! Es werden Kinder- und Jungbuchautoren aus Nordamerika da sein und ihre neuesten Werke vorstellen und Lesungen halten. Die so bekannte Comicindustrie der Vereinigten Staaten muss bei diesem Kulturereignis natürlich auch mit dabei sein. Ganz großartig findet man die Verleihung der „Goldenen Erbse“. Diese ehrt Menschen, die sich wie die Märchenhelden für das Gute einsetzen. Die berühmte Erbse aus Hans Christian Andersens Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ wurde für das Deutsche Zentrum für Märchenkultur das Symbol für Ethik und Sensibilität – Eigenschaften, welche die Welt dringend braucht und die gewürdigt werden müssen. In den 3 Wochen Märchenzauber werden Prominente an Schulen gehen und für die Kinder vorlesen. Das wird bestimmt schön. Auch toll werden die vielen Lesungen von Autoren aus Amerika. Ganz besonders spannend ist sicherlich die Internationale Tagung, die sich mit dem typischen ‚American Dream‘ beschäftigt. Die Tatsache dass man es in den USA vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen konnte. Viele Geschichten handeln von dem Thema. Somit darf es hier nicht vergessen werden. Auch erhalten die Kinder und Jugendlichen einen Einblick in das ‚Thanks Giving‘ Fest.  Mit Hintergrundinformationen und leckerem Essen wird dies ein besonders leckerer Kultureinblick. Auch wird Winnetou endlich wieder Massen von jungen Menschen ins Kino ziehen. Denn es werden die Teile 1-3 im Kino am Potsdamer Platz gezeigt. Das kann ja nur ein Erfolg werden. Die Kinder werden begeistert sein und einen tieferen Einblick in die amerikanische Kultur und deren Erzählungen erhalten. Mag man nur hoffen, dass es immer Märchen und Märchenerzähler geben wird!