Grillen während der WM – Wie grillen die anderen Teilnehmerländer?

Familie & Freizeit von Sarah am 23.06.2014

Wenn es auch bei der Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien mit dem Titel für die Nationalmannschaft schwer wird, viele Deutsche fühlen sich jeden Sommer wie Grill-Weltmeister. Aber auch die anderen WM-Teilnehmer grillen gerne und einige machen Deutschland starke Konkurrenz. Rund um die Welt wird allerdings auf verschiedene Arten gegrillt und einige Rezepte sind etwas exotischer und ungewöhnlicher als die gute alte Bratwurst.
Brasilien – Beim Churrasco so lange essen, bis die Ampel rot zeigt
Für Brasilianer ist das Grillen fast so wichtig wie der Fußball. Beim „Churrasco“ wird hauptsächlich Rindfleisch über einem Holzfeuer gegrillt. Der Begriff „Churrasco“ kommt vom Zischen des Fetts, wenn es ins Feuer tropft. Vor dem Grillen werden die handgroßen Fleischstücke mit Salz gewürzt und oft an einem Spieß gegrillt. Der „Churrasquiero“, der Grillmeister legt das Fleisch direkt auf den Teller der Gäste, oder auf eine gemeinsame Platte in der Tischmitte.Churrasco Grillen

Oft hat jeder Gast eine „Fleischampel“. Liegt die grüne Seite oben, gibt es immer wieder neues Fleisch auf den Teller, liegt die rote Seite oben, ist erst mal eine Pause angesagt. In klassischen brasilianischen Steakhäusern kann man so viel essen wie man schafft. Für die Spiele der brasilianischen Nationalmannschaft wird aber wahrscheinlich auch das „Churrasco“ kurz Pause machen müssen.
USA – Spare Ribs, Barbecue und Smoker
In den USA heißt Grillen Barbecue oder BBQ. Barbecue steht gleichzeitig für das Grillen an sich, für eine Grillparty und für das so zubereitete Essen. Amerikaner grillen nicht über offenem Feuer, sondern räuchern das Grillgut in speziellen Smoker Grills. Diese sind meist tonnenförmig und bieten Platz für viele und große Speisen. Gerne wird dabei eine ganze Rinderschulter oder kiloweise Spare Ribs zubereitet.Spare Ribs

Ein Barbecue kann sich über Stunden hinziehen, da das Fleisch bei niedrigen Temperaturen oft stundenlange gegart wird, bis es zart ist. Gerade in den Südstaaten der USA gehört Barbecue zum Alltag der Bevölkerung fest dazu und wird sicherlich auch während der „Soccer“ Spiele des US-Teams reichlich verzehrt.
Mexico: Geröstete Heuschrecken mit Maisfladen
Eine besondere Spezialität in Mittelamerika sind die „Chapulines“. Die Heuschrecken werden vorher gekocht, getrocknet und anschließend geröstet. Sehr beliebt sind „Chapulines“ auf einem mit Guacamole bestrichenen Maisfladen, der zusammengerollt wird.Geröstete Heuschrecken In vielen Ländern sind ähnlich zubereitete Heuschrecken auch ein günstiger Snack zum zwischendurch knabbern, zum Beispiel für die Halbzeit im WM Spiel.
Kolumbien und Ecuador – Meerschweinchen direkt vom Grill
In der gesamten Andenregion werden Riesenmeerschweinchen, die „Cuys“, nicht als Haustiere gehalten, sondern verspeist. Gegrilltes „Cuy“ ist für viele eine Spezialität und wird hauptsächlich von ärmeren Leuten gegessen. Die Meerschweinchen sind anspruchslos und lassen sich sogar zu Hause einfach halten und gelten in Südamerika daher als billiger Fleischlieferant.Gegrilltes Meerschweinchen

Die „Cuys“ sind jedoch wesentlich größer als die in Deutschland bekannten Haustiere und können mehrere Kilo auf die Waage bringen. Gegrilltes „Cuy“ ist beispielsweise auf Hochzeiten eine überlieferte Tradition.
Uruguay – keine Feier ohne Grillen
Das Nationalgericht der „Urus“ ist „Asado“. Dabei werden alle möglichen Fleischsorten, hauptsächlich jedoch Rind, über einem offenen Holzfeuer gegrillt. Am beliebtesten ist das klassische Rindersteak, aber auch Würstel (Chorizo), Rippchen (Costillas und Fadas) und Dünndarm (Chinchulines) werden verzehrt. Ein Fest ohne Grillen ist kaum vorstellbar und so werden wohl auch während der WM die „Parrillas“ auf Hochtouren laufen.Costillas

In Uruguay findet man kein Haus ohne den „Parrilla“, den Grill. Sogar viele Wohnungen haben auf dem Balkon einen großen Grill. Die Preise für Fleisch sind in Uruguay sehr moderat und es wird sogar staatlich kontrolliert, dass sich jeder Rindfleisch zum Grillen leisten kann.
Nigeria: Pikant gegrillte Fleischspieße an jeder Straßenecke
In der Heimat der „Super Eagles“, Nigeria, wird generell gerne Fleisch gegessen. Beliebt ist zum Beispiel „Suya“, Fleischspieße aus Leber oder Rindfleisch, die sehr scharf gewürzt und dann gegrillt werden. In den vielen kleinen Straßenküchen Nigerias gibt es fast überall „Suya“ zu kaufen. Eine weitere Spezialität sind „Kilishi“, luftgetrocknete, gegrillte Fleischstücke.Gegrillte Fleischspiesse Nigeria

Generell ist die nigerianische Küche eher pikant, Chili findet in vielen Rezepten großzügig Verwendung. Bei einem Sieg der nigerianischen Mannschaft werden die Straßen voll sein mit feiernden Fans und die vielen Straßengrills werden gut besucht sein.
Südkorea – Holzkohlegrill im Wohnzimmer: Koreanisches BBQ
Koreanisches Barbecue ist nicht wie normales Barbecue. Beim „Gogigui“ wird drinnen gegrillt. In koreanischen Restaurants gibt es dazu entweder in den Tisch eingebaute Holzkohle Grills oder der Kellner bringt einen Topf glühender Kohlen zum Tisch. Über dem Kohlentopf ist ein nach oben gewölbter Rost, und darum herum ein Ring aus Wasser, in den das Fett abfließen kann. Gegrillt wird dünn geschnittenes Fleisch vom Rind, Schwein oder Huhn, was schon vorher mariniert wurde.Koranisches Barbecue

Dazu gibt es eine Vielzahl von Beilagen aus Gemüse und natürlich Reis. Koreanisches BBQ ist sehr gesellig, da alle an einem Tisch rund um den Grill sitzen – ideal um gleichzeitig das Spiel der Nationalmannschaft zu verfolgen.
Portugal: In Christiano Ronaldos Heimat wird Fisch gegrillt
Portugal hat eine lange Tradition als Seefahrernation und es wird überall gerne und viel Fisch gegessen. Schon seit Jahrhunderten ist die Sardine ein traditionelles Essen und wird auch gerne gegrillt zubereitet. Dazu ölt man den Rost ein und grillt die Sardinen direkt über der Glut für circa fünf Minuten. Anschließend wird die Sardine mit einer Vinaigrette übergossen und mit Salat und Brot serviert.Gegrillte Sardinen

Nicht ganz so lang wie diese Tradition ist auch die stolze Fußballtradition in Portugal und auch bei dieser WM werden alle wieder mit ihrem Team mitfiebern und Christiano Ronaldo und co. anfeuern.
Spanien – Die Weltmeister mögen es heiß und scharf
Die Welt- und Europameister grillen am liebsten „a la plancha“, das heißt mit sehr großer Hitze über 300° Grad Celsius. Gegrillt wird auf einer Metallplatte, auf der Flüssigkeiten nicht verdampfen, sondern auf der Hitzewelle schweben. Dadurch bleiben das Aroma und der Saft erhalten. So kann man auch Gemüse und Obst grillen, ohne dass es austrocknet oder anbrennt. Spanier lieben es beim Grillen heiß und scharf, wie zum Beispiel „Patatas Bravas“, mit Chili scharf gewürzte Kartoffelspalten oder gegrillten Fisch.Patatas Bravas gegrillt

In Spanien geht es beim Grillen hauptsächlich um das gemütliche Beisammensein. Gegrillt wird eher zu später Stunde, um der Hitze des Tages zu entgehen. Die späten Anstoßzeiten dieser WM passen also ideal für spanische Grillabende.

 

Bildmaterial Filckr.com:

(Bildmaterial: Costillas de Cerdo Asadas (Javier Lastras/Flickr, CC BY 2.0))

(Bildmaterial: Suya (usabin/Flickr, CC BY 2.0))

(Bildmaterial: Sardines (Selena N. B. H./Flickr, CC BY 2.0))

(Bildmaterial: Dorado Tacos (Bing/Flickr, CC BY 2.0))